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Blackbird-Kneipe
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Leviathan

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Leviathan

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BeitragThema: Blackbird-Kneipe Blackbird-Kneipe - Seite 6 EmptySo 26 Apr 2015 - 19:30
das Eingangsposting lautete :

Die Blackbird-Kneipe




Eine gemütliche, kultige Bar inmitten des Nachtlebens, geführt von einem etwas älterem, kantigen Mann mit schwarzem Haar und dichtem Bart. Er selbst steht oft an der Bar, ebenso wie seine Tochter, welche mit ihren 21 Jahren durchaus weiß, sich hier durch zu setzen. Das Publikum ist gemischt, Abends gibt es ihr einige Speisen, doch sobald es Nacht wird drängt die Musik bis hinaus auf die Straßen. Entweder man nimmt an den Tischen Platz, oder direkt an der Bar. Die Cocktails sind angeblich die besten in der Stadt, vor allem die junge Tochter des Geschäftsführer mixt hier die köstlichsten. Und nicht nur deswegen strömen die Gäste ausgerechnet ihretwegen her...
Dennoch ist hier jeder Willkommen, wenngleich diese Insel durchaus Lebewesen beherbergt, die hier das ein oder andere mal deutlich über ihr Limit hinaus getrunken haben.

Getränkekarte

Spoiler:
 


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Leviathan

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BeitragThema: Re: Blackbird-Kneipe Blackbird-Kneipe - Seite 6 EmptySo 2 Mai 2021 - 13:00
24. Juni 2015, Nachts
stalkt @Julia Bardera, @Jack Wilson, @Deirdre, @Bernardo, @Vincent, @Raphael

cf: Westflur

Was genau den Engel dazu verleitet hatte, sich tatsächlich mit dem wahrscheinlich letzten Bus in die Innenstadt zu wagen, konnte er nicht mit Sicherheit sagen. Klar, es war ihm ein Anliegen, nach Jul zu sehen, nachdem sie sich seit heute Morgen nicht mehr gesehen, sondern lediglich gehört hatten. Der Nakamura war sich sicher, ohne eine endgültige Gewissheit heute Nacht kein Auge zudrücken zu können. Was Leviathan aber endgültig dazu bewegt hatte, in einem absolut lächerlichen Kostüm Maus zu spielen, ob es der Zweifel daran war, dass sich die Direktorin tatsächlich und ohne Hintergedanken an die Arbeit mit Kollegen traf, sich die Birne wegkippte oder ob es doch die große Sorge um seine barrierefreie Ersatzmutter war, würde so schnell wohl nicht geklärt werden.
„Was is‘?! Was glotzen Sie so?!”, knurrte der Engel, der sich seiner Aufmachung wohl gerade nicht mehr ganz  so bewusst war, den Busfahrer an und stieg zischend aus dem Gefährt, das ihm glücklicherweise inmitten des Baradori-Viertels abgestellt hatte. Er nahm einen großen Schluck aus der nur noch karg befüllten Wodkaflasche, ehe er sich auf den Weg zur Baradori-Kneipe machte, die er auch mit zugebundenen Augen ohne große Sorge gefunden hätte; immerhin war er vor allem in den letzten Monaten doch recht oft in der Spelunke abgestürzt. 

Mit der freien Hand kratzte sich der Engel unter der Perücke, unter der es jetzt schon unerträglich heiß wurde und hoffte auf die mutbringende Wirkung des Alkohols, die vorerst aber auf sich warten ließ. So stand er wie ein begossener Pudel vor der Kneipe und schluckte den heftigen Kloß in seinem Hals herunter, als er zwischen der Musik Gelächter und Gegröhle durch die verschlossene Tür wahrnehmen konnte. „Hehe…hi.“, begrüßte er ein paar Saufköpfe, die gerade aus der Bar gewackelt kamen, streckte die Hand nach der zufallenden Tür aus aber wagte es nicht, das Innere zu betreten. Falls sich Jul mit den anderen Alten tatsächlich hier aufhielt und er auf frischer Tat ertappt werden würde, würde ihm zweifelsfrei eine Strafe, vielleicht sogar Ausgehverbot am Wochenende drohen, aber das war es nicht, was ihn etwas verunsicherte. Wie würde Jul reagieren, wenn sie ihn sehen würde?
Der nächste Kloß war runter geschluckt und Leviathan versuchte, das entstandene Bild in seinem Kopf, in dem Jul den Engel mit weit aufgerissenem Maul, spitzen Zähnen und Teufelshörnern malträtierte, zu verdrängen. Stattdessen begab er sich zu den Fenstern und stellte, vernünftig wie er war, die Wodkaflasche am Boden ab. Da er auf den ersten Blick nicht all zu viel, vor allem aber keine bekannten Gesichter erkenne konnte, drückte er sich näher zur Scheibe, legte seine beiden Handkanten an das Glas und starrte zwischen ihnen durch die Scheibe. Wie der Oberspanner stand er da, ging die einzelne Tische mit seinen Augen ab und … „da!“ Tatsächlich. Da saß Jul, zwischen Vincent und Bernardo und … alter, was. Jack und Deirdre waren auch da! Und irgendein anderer, den Levi nicht kannte. Das heißt, das gesamte Wohnheim hatte gerade sturmfrei?! Warum hatte er das früher nicht gewusst?!  „Holy moly, die geben ja echt Gas, hhuuui.“, kommentierte der Engel den reichlich gedeckten Tisch, ehe er kurz den Kopf schüttelte, um sich daran zu erinnern, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Also gut. Seine Augen wanderten wieder zu Jul; aber die Beleuchtung im Inneren war so scheußlich, dass er nichts über ihre Mimik hätte deuten können. Die feindlichen Blicke, die Jack der Direktorin zuwarf waren ihm aber dennoch nicht entgangen. War da etwas vorgefallen? Wusste er womöglich Bescheid?
Da stand er also, stalkte die Alten, während das Fensterglas immer weiter beschlug und der Engel selbst auch immer weniger sehen konnte. Da er nicht zum drölften Mal mit seiner Hand darüber wischen wollte, zog er seinen Kopf ein paar Centimeter zurück und kramte in seiner Hosentasche, wo er sein Handy vermutete, zückte im nächsten Moment aber Aratas Zigarettenschachtel hervor. Ohne groß drüber nachzudenken zündete er sich eine Kippe an, hustete ein paar Mal gewaltig und griff erst nachdem er sich wieder beruhigt hatte nach seinem Handy, um Caiwen die frohe Botschaft über das sturmfreie Wohnheim erteilen zu können. Das war aber auch einfach eine Information, die geteilt werden musste. Grinsend hantierte er mit dem Handy in der einen, mit der Zigarette in der anderen Hand und schoss ein Foto von den Oldies in der Bar, das er der Nachricht sogleich beifügte.




Blackbird-Kneipe - Seite 6 Levi-t13
Danke, Ophi!
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Deirdre

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Deirdre

Deirdre
BeitragThema: Re: Blackbird-Kneipe Blackbird-Kneipe - Seite 6 EmptySo 2 Mai 2021 - 15:08
Abends/ Nachts
mit Raphael, Julia, Vincent, Jack, Bernardo (und Levi)


Die Drinks der zweiten Runde waren, ganz im Gegensatz zur ersten Runde, bunt gemischt. Nicht unbedingt überraschend. Es wäre seltsam, würden sie den ganzen Abend über allesamt dasselbe trinken. Trotzdem überraschte sie Julias Wahl zugegebenermaßen ein wenig (fast so sehr wie das überraschend authentische Lächeln von vorhin, das Deirdre selbstverständlich erwidert hatte). Sie hatte Julia eher als Weinliebhaberin eingeschätzt, fühlte sich aber noch nicht warm genug mit ihrer Chefin, um deren Alkoholwahl anzumerken. Es wunderte Deirdre auch etwas, dass niemand ihr einsames Baileys kommentierte, aber wahrscheinlich waren sie hier alle reif genug, um die Alkoholwahl des einzelnen nicht unter dem Mikroskop zu analysieren. Vielleicht sollte sie es auch bleiben lassen und ihre Aufmerksamkeit eher den Persönlichkeiten am Tisch zuwenden, statt den Getränken darauf.
Nachdem die Bestellung aufgegeben war, ging es an eine zweite, ausführlichere Vorstellungsrunde. Stimmt, Raphael konnte nun zwar Gesichtern Namen zuordnen, aber wen genau er vor sich hatte, wusste er ja noch nicht. Für Deirdre war es so selbstverständlich zu wissen, wer hier mit ihr am Tisch saß, dass sie es sich fast gar nicht vorstellen konnte, wie es für Raphael als Neuling im Kollegium sein musste. Dabei war es bei der Erzieherin noch gar nicht so lange her, seit sie sich anstrengen musste sämtliche Vor- und Nachnamen nicht durcheinander zu werfen.
„Vincent, du bist Arzt?“, warf sie nach seiner Vorstellung spontan in die Runde. „Das wusste ich gar nicht.“ Mit einem Hauch Faszination sah sie ihn an, in der Hoffnung den Fluss der Vorstellungsrunde nun nicht unterbrochen zu haben. Scheinbar nicht, denn Jack fuhr unbeirrt fort, bevor Bernardo den Abschluss machte. Auch er wurde kurz erstaunt (allerdings kommentarlos) von Deirdre gemustert. Scheinbar war sie hier fast die Einzige, die nicht einmal eine oberflächliche Brandwunde selbst versorgen konnte. Na ja, dafür hatte sie nun zwei weitere potenzielle Anlaufstellen, sollte ihr Kaffee sich wieder danebenbenehmen. Obwohl sie bei Wehwehchen höchstwahrscheinlich weder bei Bernardo noch in Vincents Büro aufkreuzen, sondern wie heute auch weiterhin Raphael belästigen würde.
Bei Bernardos Bemerkung musste sie tatsächlich auflachen. Er hatte einen Sinn für Humor? „Wie es aussieht bilden noch eher die Ärzte eine Allianz gegen uns“, spaßte sie und warf Jack schmunzelnd einen Blick zu. Schließlich waren es nur er und sie… und die Tatsache, dass sie gerade beide außer Haus waren, schmeckte Deirdre nicht. Aber sie hatte dieses Kollegentreffen nicht an die große Glocke gehängt und hoffte einfach mal, dass die Kinder von der Neueinteilung der Klassen und der Eröffnung des Wasserparks zu ausgelaugt waren, um heute Unsinn anzustellen. Außerdem gab es unter den vielen Unruhestiftern auch die ein oder anderen vernünftigen Bienchen, in die Deirdre heute ihr Vertrauen setzte.
Aber das Wort wurde an Deirdre übergeben — also keine Zeit, um gedanklich im Wohnheim festzuhängen! „Die Ehre lass ich mir nicht nehmen.“ Feierlich hob sie ihren Baileys und lächelte in die Runde. „Ich freu mich wirklich, dass ihr alle so spontan kommen konntet…“ Ihr Blick wanderte zu Raphael. „…und dass du dich auf die Überraschung eingelassen hast. Darauf, dass wir einen schönen Abend verbringen, an den wir uns morgen hoffentlich noch erinnern können … Cheers!“ Da sicher niemand hören wollte, wie sie eine ellenlange Rede zum Besten gab, beschränkte sie sich auf einige wenige, aber herzliche Worte und ließ anschließend ihr kleines Glas vorsichtig mit den anderen zusammenstoßen. Dann leerte sie es zügig, bevor sie zum Wein überging.




Blackbird-Kneipe - Seite 6 Sig
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Raphael

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Raphael

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BeitragThema: Re: Blackbird-Kneipe Blackbird-Kneipe - Seite 6 EmptyMo 3 Mai 2021 - 14:32
Überrascht schoben sich die schmalen Brauen des Arztes in die Höhe, als er die Bestellung der Blondine vernahm die auf der gegenüberliegenden Tischseite saß. Einen Vodka hatte er ihr tatsächlich nicht zugemutet. Eher einen Wein, vielleicht aus einem Jahrgang, weit vor ihren Geburten. Ihr ganzes Auftreten, so edel und grazil. Und dann etwas Hartes und Brennendes wie Vodka.. in seinem Kopf wollte dieses Bild nicht zusammenpassen. Als würde man mit einem Vorschlaghammer auf einen kleinen Nagel einschlagen wollen. Aber bekanntlich sollte man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen. Eine Redewendung, die ihm zugutekommen würde. Wie viele Leute würden in ihm einen Arzt erwarten? Tätowierung? Ohrringe? Und dann noch diese auffällige Mütze.
Das Wort "Arzt" war in den Köpfen der Leute wohl weiter weg, als gedacht, wenn sie Raphael sahen. Vielleicht redete er sich dies aber auch nur ein..
Aber ebenso wenig hätte er erwartet, dass die beiden Brecher der Runde ebenso die Berufung der heilenden Medizin ausführten. Oder irgendwann mal ausgeführt haben.
Doch zuvor offenbarte sich dies Julia Bardera als Schuldirektorin. Und prompt fielen Raphael die Schuppen von den Augen.
Natürlich! Deshalb war ihr Name ihm schon irgendwie bekannt vorgekommen. Sie war die Chefin der Schule. Peinlich berührt, ein wenig verunsichert durch den starrenden, beinahe schon lauernden Blick der blonden Dame, welcher innerhalb von einem überraschend charmanten Lächeln abgelöst wurde, rückte der Spanier die Mütze zurecht, als er sich mit der anderen Hand durch das Kinnbärtchen fuhr "Ich werde mein Bestes geben.". Mit einem halb gespielten Lachen versuchte Raphael diesen kleinen merkwürdigen Moment abzuschütteln.
Wieso hatte sie ihn so angesehen? Hatte er etwas Falsches gesagt?
Doch seine Aufmerksamkeit sollte prompt auf ein anderes Thema gelenkt werden.
Wie bereits erwähnt, offenbarten sich gleich zwei der Anwesenden als Kollegin im Geiste. Ärzte, die ihre eigentliche Berufung irgendwann an den Nagel gehangen haben, so wie Vincent, welcher noch während der Bestellung bekannt gab, dass die dritte Runde auf ihn gehen würde, oder sich für ein anderes Feld entschieden hatten. Wie zum Beispiel das Lehren, wie im Fall von Bernardo, dem zweiten Turm auf diesem überschaubaren Schachbrett.
Jack, der Mann, der mit auf Raphaels Sitzbank Platz genommen hatte, entpuppte sich als Erzieher. So wie Deirdre. Also kannten die Beiden sich tatsächlich so gut, weil sie direkte Kollegen waren? Gut zu wissen.
Die Bemerkung des Weißhaarigen, die höchstwahrscheinlich als Witz gemeint war, traf genau den Humor des Arztes. Er konnte sich ein Grinsen und ein dezentes Kichern nicht verkneifen.
"Ich werde alles daran setzen, dass ihr Beiden so selten wie möglich einspringen müsst. Und ich werde natürlich euch alle wissen lassen, wenn ich Fragen oder Ähnliches an euch habe.. danke." mit einem Lächeln, welches die Reste des vorherigen Grinsens noch in sich trug, nickte Raphael jedem einzelnen in der Runde zu. Auch Julia, die so ein Angebot nicht ausgesprochen hatte, ihm jedoch wahrscheinlich nicht einfach die Bürotür vor der Nase zuknallen würde, wenn er sie um Hilfe bitten würde.
Die kleine Erweiterung der Vorstellungsrunde wurde von der Dame der Bar unterbrochen, die mit einem völlig überfüllten Tablett an den Tisch der Gruppe trat und die Getränke an die durstigen Gäste verteilte. Doch Raphael hatte vorerst genug Informationen über seine zukünftigen Kollegen sammeln können, weshalb die Unterbrechung ihn wenig störte. Außerdem war es wohl keine schlechte Idee, diesen Abend langsam aber sicher in eine entspannte Richtung zu führen, aufgelockert durch eine Auswahl an hochprozentigen Getränken.
Der Anblick des kleinen Glases, welches mit einer klaren, dunkelbrauen Flüssigkeit gefüllt war, ließ in Raphaels Kehle ein bekanntes, wenn aber auch nicht vertrautes Brennen aufkommen. Wieso hatte er sich nochmal auf diesen "Jägermeister" eingelassen?
Nun, ein Shotglas würde ihn schon nicht umbringen, richtig?
Bereit, die Spirituose mit einem kräftigen Zug zu leeren, griff der junge Spanier nach dem Glas und wartete die kurze Ansprache seiner Sitznachbarin ab, welche sich für das Kommen der Gäste und für Raphaels Bereitschaft, sich auf diesen Abend einzulassen, bedankte. "Chin Chin!" mit einem verhaltenen hob Raphael das Glas in die Mitte des Tisches, wo es klirrend mit denen der anderen zusammenstieß. Dann, mit einem kurzen Zögern, führte er den Schnaps an die Lippen. Mit dem deutlichen Geruch des Alkohols in der Nase, ließ er den Inhalt des Shot-Glases mit einem tapferen Schluck verschwinden. Kaum ran der Alkohol seine Kehle hinab, durchfuhr sein Körper ein unkontrollierbares Schütteln mitsamt verzogener Gesichtszüge "Wah.." mit einem Kopfschütteln, welches die punktierte Mütze beinahe vom Kopf des Spaniers beförderte, ließ er den Boden des Glases das Holz der Tischplatte küssen "Furchtbar."
Instinktiv griff Raphael nach seinem zweiten Getränk - dem Rotwein. Auch wenn er damit noch mehr Prozente in seinen Körper flößte, so war es ihm gerade wichtiger dieses Brennen auf der Zunge loszuwerden.
Wieder einmal war ihm klar geworden, wieso er seinen Alkoholkonsum in Grenzen hielt. Es war nicht nur ungesund, sondern schmeckte auch ziemlich furchtbar. Zumindest in den meisten Fällen.
Mit einem erneuten prüfenden Blick beobachtete er den Rest der Gruppe. Seinem Gefühl nach war er wohl der schwächste Trinker der Runde. Die beiden Riesen würde es definitiv nicht so schnell aus den Latschen hauen. Und so selbstsicher, wie Julia den Vodka bestellt hatte, tat sie dies nicht nur, um irgendwen zu beeindrucken. Aber wie sah es bei Jack aus? Oder Deirdre, die heute Morgen noch mehr als nur ein wenig angeschlagen war?




Outfit
- dunkelgraues, lockeres Sommerhemd
- dunkelblaue Jeans-Shorts
- schwarze Slipper
-Mütze auf dem Kopf

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Julia

Julia Bardera

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Aktuelles Outfit: Weiße Bluse mit kurzen Ärmeln, oben leicht aufgeknöpft. Ein schwarzer Bleistiftrock und Hausschuhe.
Julia Bardera

Julia
BeitragThema: Re: Blackbird-Kneipe Blackbird-Kneipe - Seite 6 EmptyMi 5 Mai 2021 - 21:33
24.06.2015, Abend
mit @Deirdre, @Raphael, @Vincent, @Bernardo, @Jack Wilson

Aus der kleinen Racheaktion entwickelte sich natürlich nichts. Die Stichelei war eindeutig zu unbedeutend und das Thema nicht so pikant, dass man den Heimleiter dadurch in Verruf bringen würde. Generell musste sich Julia zurückhalten nicht doch noch in alte Verhaltensmuster abzuweichen. Einen Moment lang musste sich die Direktorin also daran erinnern, dass sie hier mit ihren Kollegen an einem Tisch saß und einen genüsslichen Abend verbringen wollte. Dies war kein Geschäftsessen, keine Vertragsverhandlung und erst recht keine Gerichtsvorladung. Es ging nicht darum die jeweils andere Seite kennenzulernen, damit man sie später auf dieser persönlichen Ebene angreifen konnte. Sie brauchte auch keine Unterschrift, um irgendeinen Deal abzusegnen, der ihr später viele Vorteile einbringen würde. Es ging einzig und allein nur um einen genüsslichen Abend. Ohne … ja, ohne irgendwelche Hintergedanken.  
Das nette Lächeln auf ihren Lippen wurde deswegen auch ein bisschen breiter, als jeder der hier Anwesenden seine Profession kundgab und sich – vermutlich aus reiner Gewohnheit heraus - als Arzt vorstellte. Fünf Leute und drei davon waren in der Medizin tätig, eine solide Statistik. Zugegeben: Julia hatte von Bernardo eigentlich nichts anderes erwartet. Es würde sie nicht einmal wundern, wenn er noch 300 andere Berufe ausüben konnte. Für sie war es schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Engel definitiv mehr Jahre auf dem Buckel hatte, als er sich ansehen ließ. Seine zum Teil warme aber auch gleichzeitig distanzierte Attitüde während des Café-Besuchs damals, diente hier mit als Grundlage ihrer Theorie. Was sie allerdings wunderte, war wie fremd sich Deirdre und Vincent im Prinzip waren. Die fehlende Kenntnis seiner Ärztetätigkeit ließ sie ein bisschen an dem Zusammenhalt der Truppe zweifeln. Da sie aber weder die genauen Umstände, noch ihr Verhältnis zueinander wirklich kannte, musste die Evaluation dieses Sachverhalts noch warten. Sie hatte sowieso noch ein Rätsel, dass es zu lösen galt; Jack Wilson. Offensichtlicher hätte man seine Augen vorhin ja auch nicht verdrehen können. Der Grund dafür war der Blondine allerdings vollkommen fremd.
 
Zumindest wurde sich nach der Ankunft aller alkoholischen Flüssigkeiten nicht mehr lange mit dem allseits einseitigen Vorstellungsgeplänkel aufgehalten. Einen kurzen Moment lang beäugte Julia die zwei kleinen Gläser vor sich, dann griff sie nach dem Schnaps und machte sich bereit, dem finalen Prost der Gastgeberin brav folge zu leisten. „Cheers.“, stimmte die Dämonin leicht verhalten mit ein, als sie ihr Glas vorsichtig in die frohe Runde manövrierte. So, wie es die Höflichkeit gebot, wanderten ihre Blicke noch einmal jedes einzelne Gesicht ab, bevor sie dann ihren ersten Drink des Abends gekonnt vernichtete. Mit einem eleganten Schwung und leicht nach hinten geneigter Kopfpartie, wurde die alkoholische Flüssigkeit ihre Kehle hinuntergespült. Das Brennen in ihrem Rachen – was sich augenblicklich auch in ihrem Mundbereich ausbreitete – wurde durch eine kurz geschlossene Augenpartie, zusammen mit einem leicht hustenden Räuspern, an die Außenwelt weitergegeben. Was … gar nicht so schlecht war. Es rüttelte die Dämonin wach und half zusätzlich dabei ihre persönliche Hemmschwelle weiter abzusenken. Deswegen auch der Vodka. Je schneller sie an diesem Punkt angelangte, desto besser. Ganz besonders, wenn sie sich in ihrem Kopf das Gespräch vom heutigen Abend vorführte, welches ungewollt plötzlich in ihren Gedanken auftauchte und erneut einen kleinen Sprung in der Kuppel ihres eigenen Egos entstehen ließ. Sie hatte nicht vor dieses Treffen mit dem Aufbauen von Mauern zu verbringen.
„Ich muss hier einfach mal anmerken ...“, gab Julia mit einem kleinen Schmunzeln bekannt, während ihre Finger mit der Außenseite ihres kleinen Wodkaglases liebäugelten, „… dass ich mich beim Anstoßen noch nie so klein gefühlt habe.“. Was selbstverständlich kein Oskar gekrönter Spruch werden würde. Beliefen sich Julias Smalltalk-Floskeln eher auf minimalistische Züge. Die Dämonin wollte es dennoch einmal versucht haben. Schadete ja nicht mal herauszufinden, wie die anderen damit umgingen. Unwohl fühlte sie sich trotzdem dabei, aber das würde wohl nur ein absoluter Menschenkenner aus ihr herauslesen können. Außerdem war es gar nicht so einfach dem geistlichen Drang nach Alkohol standzuhalten, welchen sie sich unnötigerweise selbst auferlegt hatte. Ihre Finger hörten nämlich gar nicht auf an den Seiten ihres Gefäßes herumzuspielen. Würde man davon ein Bild schießen und es an die Wand hängen, könnte man hier den Titel „Unsicherheit zur Schau gestellt“ darunterschreiben. Bevor also jemand wirklich noch auf die Idee kam, nippte sie einmal kurz am Glas, ehe es zur Hälfte gefüllt wieder auf die Tischplatte zurückkehrte. Hoffentlich wirkte das Zeug schnell. 
„Außerdem möchte ich hier nochmal anmerken, dass alle Runden danach …“. Und wer Julia kannte der wusste, wie schwer ihr diese Worte wirklich fielen. Egal, wie angetrunken sie war. „… als Geschäftsessen auf die Rechnung der Schule gehen. Seht es als kleinen Dank für den Ball.“, was sie mit einem leichten Nicken zu allen Erziehern auch sofort zu untermauern probierte. Sie hatte von der Veranstaltung zwar persönlich nichts gehabt; aber hey, es ging ums Prinzip. Den Schülern hatte es gefallen, also war es eine Lobpreisung wert. Sie war zwar kühl, aber kein Unmensch. Zumindest nicht mehr, wohlgemerkt. Man sollte nur nicht von ihr erwarten, dass sie momentan viel redete. Sie mochte es nicht außerhalb ihres gewohnten Umfeldes zu agieren, das wurde ihr gerade mehr als nur klar… aber was war das? 

Instinktiv schlug ihr magisches Radar aus und der Blick von ihr wanderte messerscharf in Richtung des Fensters, wo er einen kurzen Moment lang stehen blieb. Wie ein Scanner hingen ihre blauen Augen an der Fensterscheibe, ehe sie sich schlagartig nach rechts zu Vincent wandte und ihm eine diskrete Geste dafür zukommen ließ, dass sie als Frau mal auf einen gewissen Ort gehen müsse ... oder eben an die frische Luft. Wobei es unnötig zu erwähnen war, dass dies nicht ihre eigentliche Intention war. "Ich entschuldige mich nochmal kurz.", lächelte sie in die Runde. Sollte der Heimleiter kein Platz machen, würde sie sich einfach an Ort und Stelle mit einer leicht schwarzen Wolke verpuffen und neben dem Tisch auftauchen. Die Dämonin war zwar nicht scharf auf eine Darstellung ihrer Fähigkeiten; aber was eben sein musste, das musste sein. Niemand hielt eine Bardera auf, die gerade ihrem Schützling die Ohren langziehen wollte. Denn kaum war sie von ihrem Sitzplatz befreit, machte sich die Blondine schon elegant und schwungvoll auf den Weg aus der Tür hinaus. Sie würde ihn auf jeden Fall erwischen. Es machte keinen Unterschied wie schnell der Nephilim die Beine in die Hand nehmen würde. Wenn er sich jemals gefragt hatte, ob Julia auf Absätzen ein gutes Tempo vorlegen konnte, so würde der Dreikäsehoch nun sein blaues Wunder erleben. Spätestens als ihr stechender Blick einen Nakamura mit blonder Perücke - und das war nun echt keine Meisterleistung - erkennen konnte, war die Sache klar. "Levi ...", gab sie etwas lauter und in einer aufmerksamkeitsverlangenden Tonlage von sich und steuerte weiter in seine Richtung. So lange der Nephilim keine geniale Fluchtstrategie hatte, würde er sich bald näher an seiner beschatteten Person wiederfinden, als ihm lieb war.


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