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Shima no Koji :: Nebenplay :: Nebenplay

Hymne an Demeter
Julia

Julia Bardera

Zen 5

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Julia Bardera

Julia
BeitragThema: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptySo 18 Apr 2021 - 20:28
Hymne an Demeter



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Startort: Yashidori 16
Zeitpunkt:  24.06.2015 | Abends
Beschreibung: Persephone kehrte von ihrem Aufenthalt im Olymp zurück in die heimische Unterwelt. Hades, der es sich in seinem Reich bequem gemacht hatte, konnte schon beim bloßen Erspüren der hohen Totengöttin erahnen, dass seine Ruhe nun ein Ende hatte. Spannung und Ungewissheit lagen in der Luft, nachdem die Türen aufgestoßen und das Essen serviert wurde. Hades wusste um die ungewöhnlichen Launen (und das Temperament) Persephones, also ließ er Vorsicht walten. Doch eine Konfrontation war unvermeidbar.





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Julia

Julia Bardera

Zen 5

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Julia Bardera

Julia
BeitragThema: Re: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptySo 18 Apr 2021 - 20:30
Fortführung des Plays vom 24.06.2015.

Link zum RPG: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Mit einem weiteren Glas voll mit Wein, hatte es sich die Bardera am Essenstisch gemütlich gemacht. Beinahe schon penibel platzierte sie das gewärmte Essen, den Teller, sowie das Besteck auf der vor sich dargebotenen Plattform; bevor auch sie sich an die reichlich gedeckte Tafel setzte. Perfektion in den Details, so hatte es Julia immer gerne in ihrem Leben gehabt. Wenn irgendetwas in ihren eigenen Räumen nicht dort war, wo es sein sollte, machte sie das einfach verrückt. Wohlgemerkt sprachen wir hier aber nur von wirklich wichtigen Dingen. Die Fernseh-Fernbedienung – oder eine Dose mit kleinen Snacks, die noch nicht aufgegessen waren – zählten da nicht zu. Die größte Katastrophe, wenn man es denn so nennen konnte, wäre das Abhandenkommen ihres Autoschlüssels. Glücklicherweise musste man Julia maximal töten, um den ohne ihre Zustimmung in die Hände zu bekommen. Man setzte im Leben eben Prioritäten.
Doch nun ging es erst einmal darum besagtes Gericht zu testen. Bereits nach dem Erhitzen hatte sich eine leichte Dunstschwade von Curry wie ein stiller Jäger in der Küche breitgemacht und sich in ihre Nase geschlichen. Die Augen hingegen waren derweil abgelenkt von der ungewöhnlichen Kombination, die sich da vor ihr aufbaute. Vorsichtig, als würde die Dämonin ein Gefahrgut auf dem Löffle balancieren, verteilte sie die gewürzte Verlockung auf dem Teller, bevor ein kleiner Test erfolgte. Wirklich davon ausgehen, dass es ein schlechtes Essen war, tat sie nicht. Immerhin ging ihr Verstand davon aus, dass Mathéo sich einem unwürdigen Gericht schon längst entledigt und dabei vermutlich alle Spuren auf eventuelle Partizipanten vernichtet hätte. Wenn nämlich eines klar war, dann, dass beide Dämonen gutes Essen liebten. Sie probierte also und … es war nicht schlecht. Ungewöhnlich, aber nicht unbedingt schlecht. Ohne Umschweife wurde also der Rest des übriggebliebenen Gerichts auf den Teller verfrachtet, bevor eine leicht gefräßige Stille den Raum heimsuchte. Arbeit machte eben unweigerlich hungrig. Wäre die Direktorin weiter draußen geblieben, hätte sie vermutlich wirklich angefangen kannibalistische Züge zu entwickeln.
 
Doch die Ruhe an sich war ein nur allzu fragiles Konstrukt, dass sich schon bald in Luft auflöste. Zuerst ein Telefonat mit anschließender SMS und dann auch noch das eintreten des Tristams, der sich mit einer lockeren Floskel in Reichweite der Bardera anmeldete. „Ungewöhnlich, aber mundend.“, fixierte sie einen kurzen Moment das Gesicht des Tristams, ehe sie mit ihrem Blick wieder zum Teller zurückkehrte. Es ist eine ungewohnte Mischung, wenn auch nicht so würzig, wie ich sie erwartet hätte. Die gelbe Farbgebung spielt ein bisschen mit den Erwartungen.“, ergänzte sie das Urteil mit einer leichten Prise von Skepsis in ihrer Stimme. Das lag natürlich nicht an dem Geschmack, sondern vielmehr an der Art der Anrichtung. Das die Dämonin ihr Essen gerne selbst so attraktiv wie möglich gestaltete, sollte in diesem Haushalt keine überraschende Neuigkeit mehr sein. Kein Gericht kam ohne eine visuelle Gestaltung aus. Es war so etwas wie ihr Markenzeichen, wenn sie sich hinter den Herd bewegte. Bei warmgemachten Essen – das noch dazu vorher in eine Box gepackt wurde – stellten sich einem jedoch ein paar Barrieren in den Weg. Ein Mehraufwand, den die Direktorin jetzt nicht auf sich nehmen wollte. Aber vielleicht ging es Mathéo ja gar nicht darum?
„Hätte ich dir etwas übriglassen sollen?“, hakte sie einen Moment später leicht spitzbübisch nach und richtete ihre saphirblauen Augen erneut auf den Tristam aus. Eine weitere leichte Provokation, die in seine Richtung geworfen wurde. Ähnlich der Hängemattenaktion, über die der rothaarige Dämon keinerlei Wort verlor. Was sie ein bisschen Verwirrte … aber vielleicht war der junge Mann auch einfach nur vorsichtig geworden. Wer konnte es ihm verübeln? Eventuell war es also besser ein anderes Thema anzuschlagen, als sich lange bei diesen kleinen Plänkeleien aufzuhalten. Am Ende – so Julias Eindruck – würden die sogar eher hinderlich für die Atmosphäre im Haus sein. Obwohl der Gedanke im ersten Moment durchaus verlockend erschien ein bisschen damit zu spielen.
 
„Ach … ehe ich es vergesse: Ich werde heute Abend übrigens außer Haus sein.“, kam sie ihrem Gedanken auch sogleich nach und pausierte ihre Essensbemühungen einen Moment. Im Anschluss schob sie ihr Telefon ein kleines Stückchen weiter in Richtung der Mitte des Tisches, weit weg von ihrem Teller. Flecken wollte sie nicht auf dem Ding haben, das würde ihr gerade noch fehlen. „Es gibt einen Begrüßungsfeier für einen neuen Kollegen, die relativ spontan hochgezogen wurde. Nur, damit du dich darauf einstellen kannst. Ich werde wohl erst wieder entgegen Mitternacht zuhause sein.“, fuhr sie relativ gelassen fort und legte ihre linke Hand bereits um das erneut gefüllte Weinglas. Vielleicht würde es auch später werden … wieso hatte man sie eigentlich eingeladen? Nachdenklich kaute die Dämonin auf dem nächsten Löffel ihres Essens herum. Ihres Wissens nach stand sie bei den anderen nicht gerade sehr hoch im Kurs. Mh. Naja, egal. Sie sollte das letzte Glas Wein genießen, mehr würde es heute wohl nicht werden. Betrunken oder mit einer leichten Fahne versehen brauchte man nicht bei so einem Treffen auftauchen, das wirbelte nur einen schlechten Eindruck herum und heizte die Gerüchteküche an. Dementsprechend würde hiernach wohl das gute alte Wasser herhalten müssen.





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Matheo

Mathéo Tristam

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Mathéo Tristam

Matheo
BeitragThema: Re: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptyMo 26 Apr 2021 - 17:18
Zwei weitere Dinge passierten in der Zeit, welche Julia zum Antworten nutzte: Zum einen holte Mathéo still ein Weinglas aus dem Schrank und griff ungefragt nach Julias Weinflasche; zum anderen verbarg er seine zweifelnde und zugleich verwirrte Visage tief in sich. Seine Gedanken wiederholten sich, als sie erneut die Frage aufriefen, was mit dieser Frau an diesem Tage nur los war. Am Morgen hatte sie ein Gesicht gezeigt, welches er oberflächlich nicht mehr wiederfand. Nicht zwingend weicher, aber zumindest umgänglicher und sogar ein Stück wieder wie vorgestern - zeigte sich die Bardera. Einzig ihre Aura erinnerte ihn noch an das Erlebnis vom Morgen. Wie sehr konnte er also auf ihre frische und herausfordernde Art bauen? War es eine Falle oder konnte er ihr trauen? Und allein dass er dies in Frage stellte, erzeugte zusätzlichen Kummer in seinem Magen. Bewusst hatte er nicht angesprochen, dass sie ihn eben erst beinahe aus der Matte hätte werfen können. Sicher war ihr dies bewusst gewesen und ebenso sicher war sich Mathéo, dass sie es billigend in Kauf genommen hätte. Sich gegenseitig von der Matte oder gar der Couch zu werfen, das hatten die beiden Dämonen in den letzten Wochen jedoch noch nie gemacht. Sticheleien und derartiges waren mehr und mehr dazugekommen, sie belebten den Alltag, doch Handgreiflich … wobei diese Beschreibung das ganze schnell in ein falsches Licht drängte. Mathéo war sich nicht mal sicher, wie er es in seinem Kopf katalogisieren sollte.
Wie schon auf seiner Rückkehr ins Haus überlegt, würde er sich auf anscheinende Unbeschwertheit einlassen. Sie sollte nicht den Eindruck festigen, er wäre wegen etwas auf der Lauer. Stattdessen sollte sie sich selbst verraten, bevor er es tat.

Mathéo nahm einen ersten Schluck, als Julia ihn plötzlich fragte, ob sie ihm etwas hätte übriglassen sollen. Das war gleichzeitig der Startschuss für Mathéo.
»Hatte ich so gedacht, ja, aber du kannst ruhig eine Extraportion vertragen. Bei der ganzen Schufterei fällst du mir sonst noch vor Schwäche um«, konterte er mit beiläufigem Ton, als wäre das Glas in seiner Hand gerade das wichtigste für ihn. Erst das Grinsen, welches seine Reaktion abrundete, ließ etwas anderes vermuten. »Wir hatten recht viel gemacht. Bis zum Abendessen komme ich sicher noch aus.« Das war zwar an sich eine Entwarnung, aber auch keine vollständige, sondern stellte ihn immer noch als den Aufopferungsbereiten dar. Allerdings war er in diesem Haus der Schüler, sie die Direktorin und wenn man in so eine Konstellation schaute, dann erwartete man von der Direktorin so viel Fürsorgewillen, um es eigentlich umgekehrt ablaufen zu lassen. Genau darauf spielte Mathéo auch an. Zwar hatten sich die Rollen der Außenwelt auf dem Grundstück mit der Nummer 16 mittlerweile aufgelöst, doch sie als Spielmittel zu nutzen, mochte besonders der Tristam. Für ihn war es auch weitaus weniger unangenehm oder gar verhängnisvoll.
Und außerdem: Es war amüsant mit anzusehen, wie Julia damit umging, wenn man sich um sie kümmerte - statt umgekehrt. Das Leben hatte ihr Selbstständigkeit förmlich mit einem Amboss eingehämmert. Es gehörte zu ihr wie die Spitzen einer Gabel. Was also fühlte eine solche Frau, wenn jemand auch nur den Anschein erwecken ließ, den Spieß umzudrehen?

Nicht selten kam es vor, dass der eine von jetzt auf gleich von dem anderen mit etwas konfrontiert wurde, was er nicht hatte kommen sehen. Meist waren es Kleinigkeiten, deren Erwähnung im Tagebuch keinen Wert besaßen. Dass Julia jedoch ankündigte, den späteren Abend in Gesellschaft ihres Kollegiums bei einer Feier zu verbringen, war etwas, was dem Tristam nicht nur erstaunt die Brauen hochschraubte, sondern ihn auch davon überzeugte, heute mal wieder drei rote Kreuze am Kalender zu machen. Die kleine Julia hat Freunde gefunden, hätte er schmunzeln können. Doch Mathéo war noch damit beschäftigt, erstaunt aus der Wäsche zu blicken.
»Was? Echt?«, stutzte er verblüfft, als hätte sie ihm stattdessen vom Untergang der Welt berichtet. »Hätte ich dir gar nicht zugetraut«, war der nächste ehrliche Satz. Danach kehrte bereits das Kalkül des Dämons zurück. Ein spitzbübischer Gedanke kroch ihm in den Sinn und verlangte danach, geäußert zu werden.
»Dann seid aber bitte leise, wenn ihr zurückkommt. Ich hab morgen Schule und so. Da möchte ich nur ungern von deinen nächtlichen Abenteuern wachgehalten werden.«
Er grinste schelmisch, verbarg seine Lippen dann aber hinter dem Weinglas, welches er für einen neuen Schluck ansetzte.




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Julia Bardera

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BeitragThema: Re: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptyDi 27 Apr 2021 - 0:13
Wenn es einen Wettbewerb darin geben würde, wie man Julia immer mal wieder langsam einen Kniff in die Seite verpasste, so hatte der Tristam innerhalb seiner kurzen Präsenz eine unglaubliche Perfomance hingelegt. Für einen Moment pausierte Julia ihr Essensbestreben, um dem Rothaarigen in den direkten Augenkontakt zu treten. Das es immer noch deutliche Unterschiede zur vorherigen Art der Dämonin gab, dass war wohl unbestritten. Aber dieser Moment schaffte es die alten Züge der Direktorin wieder aus der Versenkung erscheinen zu lassen. Mit einem auf den Tristam fokussierten Blick schaute sie zwischen ihm und dem Teller hin und her, um am Ende ein von Verlegenheit geprägtes „Oh! Das tut mir leid...“ als Antwort zu geben. Obgleich diese Unangenehme Gefühlslage weder an ihrer Körperhaltung, noch an ihrem Gesicht abzulesen war. Nur ihre Stimme sollte hier eine Fläche zur genaueren Interpretation bieten. Außerdem musste die Dämonin noch etwas klarstellen, bevor hier noch falsche Vermutungen aufkamen. „Ich falle im Übrigen nie vor Schwäche um, das will ich mal klarstellen.“, setzte sie mit einer stolzen Stimmlage nach, ihren Kopf dabei von dem Tristam wegdrehend und das Kinn leicht erhoben. Ein wenig trotzig, würde man meinen, aber keinesfalls unlustig. Zumindest sie selbst musste über die eigene Verhaltensweise leicht schmunzeln. Schwäche zeigen war einfach keine von ihren Stärken. Auch, wenn sie es sichtlich genoss, wenn man sich mal ein bisschen um sie kümmerte. Wenn es doch nicht nur immer so mit ihrem eigenen Ego kollidieren würde…
„In diesem Fall bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dieses Verhalten zu entschädigen.“, kehrte sie zur eigentlichen Thematik zurück, dabei ein leichtes hämisches Grinsen auf ihren Lippen tragend und wieder einigermaßen unbeschwert nach dem Essen greifend. Auf der einen Seite war ihr Angebot natürlich eine Wiedergutmachung. Gleichzeitig war das Ziel ihr Selbstverständnis als fürsorgliche Persönlichkeit, als Anbieter von Annehmlichkeiten und Erwachsene von diesem Makel zu befreien. Sie hatte einen Fehler gemacht und ihr Perfektionismus verlangte diesen zu tilgen. Besonders, wenn es ein so leicht zu behebendes Problem war.
 
Während Julia die letzten Reste vom Teller vorsichtig auf ihre Gabel schob und zu Mund führte. Hielt sie sich keinesfalls davon ab die offene Kinnlade des Tristams zu bewundern. Mit einem beinahe schon in sich ruhenden Blick, lagen die blauen Seelenspiegel auf seinen Gesichtszügen. Nur, um sich leicht zu verengen, als er ihren Mangel an sozialer Kompetenz andeutete. Was – laut ihrer Meinung – nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein konnte. Sie hatte so wenig mit anderen zu tun, weil sie das selbst für sich so festgelegt hatte … oder? Einen kleinen Moment lang drifteten ihre Gedanken in eine selbstkritische Diskussion ab, wurden aber von der abschließenden Aussage des Rothaarigen wieder ins Hier und Jetzt befördert. „Nächtliche Abenteuer?“, warf sie ihm mit ungläubiger Stimme entgegen und wollte sich so vergewissern, ob sie das richtig verstanden hatte. Im Prinzip eine rein rhetorische Maßnahme, denn sie hatte Mathéo sehr gut zugehört. Diese Art der Stichelei war auf jeden Fall neu für Julia. Allerdings nichts, worauf sie sich nicht einstellen konnte. Sie hatte ihre Mittel und Wege. „Selbstverständlich werde ich das, Mathéo,“, erwiderte sie völlig selbstbewusst und platzierte sich anschließend mehr als aufreizend auf ihrem Küchenstuhl. Dabei ganz bewusst ihre leicht geöffnete Bluse zur Schau stellend und damit aufzeigend, dass sie ihre Fähigkeiten von ihrem Geschäftsleben keinesfalls verloren hatte.
„Ich kann doch nicht verantworten, dass du zu spät zum Unterricht kommst.“, und das grinsen einer Hyäne zeigte sich mehr als deutlich auf ihren Lippen, dabei leicht einen kleinen Teil ihrer Zahnreihe offenbarend. „Allerdings wäre es doch sicher gut zu wissen, wie dick diese Wände wirklich sind. Was meinst du?“, gab sie spielerisch den Ball zurück an ihren Gesprächspartner, den Teller dabei leicht beiseiteschiebend. Mit einem erwartungsvollen Flair in ihrem Blick, beäugte die Bardera den kleptomanischen Weintrinker und legte ihren Kopf dabei sanft in ihre linke Hand, die mit dem Ellenbogen auf der Tischplatte einen Platz gefunden hatte. Ihr linkes Bein, dass überschlagen auf dem rechten Ruhte, wippte derweil leicht auf und ab. Als wäre es zu einem Schweif geworden, der in Konfrontationsstellung verharrte. Sie musste ihm sicherlich nicht sagen, dass er gerade eine riesige Reihe an Fettnäpfchen umgetreten hatte. Nicht nur hatte er ihr sozialleben – ob berechtigt oder nicht – als non-existent dargestellt. Nein, er musste auch noch auf ihrem Beziehungsleben herumtrampeln. Eines, von dem er ganz genau wusste, dass es nicht präsent war. Es war das letzte an was Julia ihre Gedanken verschwendete. Was nicht hieß, dass es nicht verletzend sein konnte. Nie war es schmerzhafter die eigenen Fehler vorgesetzt zu bekommen. Allem voran, wenn sie so tief in der Persönlichkeit behaftet waren.





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Matheo

Mathéo Tristam

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Mathéo Tristam

Matheo
BeitragThema: Re: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptyDo 29 Apr 2021 - 1:03
Nachdem er sich ausreichend über Julias kleinen Schock amüsiert hatte - mehr innerlich als äußerlich - und sich nicht unwesentlich über ihren Entschädigungsvorschlag gewundert hatte, war da noch sein Versuch geblieben, sie mit neuen Mitteln aus dem Konzept zu bringen. Im besten Fall hätte er sie vom Hocker gehauen, doch Julia schaffte es mal wieder, einen sicheren Sitz zu bewahren. Wie erfolgreich er war, konnte er mal wieder nur schwer abschätzen. Mathéo hoffte, zumindest einen Kratzer in das Bollwerk der Bardera geritzt zu haben. Und diesen galt es nun zu vergrößern.

So weit der Schlachtplan.

Wie sah nun aber die Realität aus? Natürlich hatte Mathéo nicht darauf gewettet, dass Julia in Ermangelung an Konterfähigkeit zusammenbrach und ihm direkt zum Beginn den Sieg zuwarf. Entsprechend nahm er es gefasst auf, dass sie den Schwung aus seiner Attacke nahm, indem sie ihm zustimmte. Glauben schenkte er der Aussage allerdings nicht, aber davon ging Julia sicherlich auch aus. Als sie dann auch noch bestätigte, ruhig sein zu wollen, wenn sie zurückkam, gleichzeitig jedoch androhte, die Dicke ihrer Wände zu testen, wurde dem Tristam ein wenig mulmig zu Mute. Sofort merkte er, dass er selbst ins Schwanken geriet, was unbedingt vermieden werden musste. Also nahm er nochmal einen Schluck und ertränkte somit alle willkürlichen Gedanken in seinem Kopf. Nicht nur dass es schwer vorstellbar war, in seinem Bett zu liegen, während er durch die Wand die stöhnenden Geräusche seiner Mitbewohnerin … ach, allein das Knarzen ihres Bettes hören würde, war Schock und Horror zugleich. Bisher hatte er nur durch Film und Fernsehen oder Erzählungen anderer von solchen Erlebnissen erfahren. Am eigenen Leib hatte er allerdings keine Erfahrungen gemacht. Und je mehr er darüber nachdachte, desto weniger wollte er etwas daran ändern. Außerdem - wie war denn das? Er war hier immerhin der junge Hüpfer, der in der Blüte seines Lebens war und von dem man erwartete, dass er die Liebschaften mit nach Hause brachte. Julia dagegen … ja … Julia war … nun auch nicht alt, aber … Mathéo kam sich etwas dumm vor. Noch ein Schluck vom Wein musste her, um auch den letzten bösen Wikinger nach Valhall zu senden.
Bei allem ging dann auch tatsächlich Julias scheinheiliger Angriff mit dem Blusenausschnitt an ihm vorbei. Wenn er das mitbekommen hätte und sich seiner ausgebliebenen Reaktion bewusst wäre, würde er jetzt wohl ein schlechtes Gewissen entwickeln. Tatsächlich aber hatte er quasi drüber hinweggeschaut und der Dame eventuell unbewusst vermittelt, dass ihre Reize nicht ausreichend waren, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Nornen waren mal wieder sehr gnädig mit ihm, wenn man noch beim Wikinger-Thema blieb.

Dank den Schlucken Wein und etwas Selbstermahnung spürte Mathéo schließlich wieder das sichere Ross unter sich - oder eben einen stabilen Tisch. Julia auf der anderen Seite baute ihre Festung höher, indem sie die klassische Julia-Haltung einnahm, bei der sie unterschwellige, aber offensichtliche Sicherheit ausstrahlen wollte und dabei nicht vergessen ließ, dass eine gewisse Gefahr von ihr ausging. Die Katzen-Haltung eben. Kurz dachte Mathéo daran, dass Julia sicher auch eine super Katze abgegeben hätte.
Auf ihren in eine Frage gewickelten Rückschlag, wollte Mathéo möglichst gelassen, wenn nicht sogar beiläufig reagieren. Es sollte einfach keinerlei Eindruck entstehen, als würde ihn das kümmern. »Klar, so eine Info kann später mal richtig nützlich sein.«
Nicht dass der Satz auf lange Sicht Sinn ergab. Er bestand einfach nur aus einer Wegwerfantwort. Aber auch Mathéo wollte ihr eben den Wind nehmen und ließ ihren Gegenangriff daher stranden.
Während er ihr antwortete, kam ihm jedoch ein Gedanke, der schneller heranreifte, als sich seine Lippen bewegen konnten. Schon als er fertig war und kurz ihre Miene musterte, schlich ein schelmisches Grinsen auf seine Lippen.
»Wie müsste der Typ denn sein, damit ich mir Sorgen um die Wand machen müsste?«, war die neue Frage, mit der er seinen Vorstoß an Julias Sollbruchstelle vorantreiben wollte. Noch nie hatten sie über so etwas gesprochen. Beinahe fühlte es sich wie ein Tabu-Thema an - warum auch immer. So fühlte sich Mathéo auch, als er seine Worte aussprach. Auf der einen Seite war da die zunehmende Sicherheit aufgrund seiner tollen Idee; auf der anderen Seite war da die Schwerelosigkeit in einem vollkommen neuen Gesprächsthema in diesem Haus.
Und was außerdem dazu kam: Mathéo war gerade wirklich neugierig, auf was für einen Typ Mann Julia denn stand. War es das offensichtliche? Musste er so vernünftig, ordentlich und hinterhältig wie sie sein? Stand sie auf Stöcke im Arsch? Oder war ihr heimlicher Typ so eine unzuverlässige Levi-Version? Mathéo würde ihre Antwort - oder auch nur den Versuch - mit höchster Spannung erwarten. Das Grinsen wollte daher gar nicht mehr aus seinem Gesicht verschwinden.




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Julia Bardera

Julia
BeitragThema: Re: Hymne an Demeter Hymne an Demeter EmptyMo 3 Mai 2021 - 17:49
Da saßen sie nun, beide Parteien mit den Geschützen auf den jeweils anderen gerichtet und erpicht darauf den Sieg in dieser durchaus festgefahrenen Situation zu erringen. Das Schlachtschiff gegen den Zerstörer, David gegen Goliath, der Kampf des Perseus gegen die Medusa. Es gäbe viele Szenarien, die diese Auseinandersetzung in Worte fassen könnten. Allesamt jedoch teilten sie sich die Eigenschaft ein unausgeglichener Kampf zu sein. Jedoch nur auf den ersten Blick. Schaute man sich die genannten Szenarien an, gewann meist die kleinere Partei, weil sie ihr Defizit in Feuerkraft und Stärke durch intelligentes Vorgehen gänzlich ausglich – oder zumindest dazu imstande war. Eine Sache, die der rothaarige Dämon gerade nur zu perfekt beherrschte. Mit dem Spiegelschild der Göttin Athene blickte er auf die Direktorin hinab, die Wirksamkeit ihrer Reize gänzlich negierend. Seinen Zerstörer navigierte der wagemutige Kapitän unter den Richtwinkel der gegnerischen Geschütze; und seine Schleuder war gerade soweit, dass er sie unbeschwert loslassen konnte … und das tat er.
Verdutzt musste die Dämonin von ihrer Position am Tisch aus beobachten, wie weder ihre Gegenfrage, noch ihr Erscheinungsbild irgendeinen merklichen Effekt hatten. Innerhalb der nächsten Sekunden stand sie komplett Schutzlos da, während all ihre Salven neben dem Ziel ins Wasser platschten, nicht mehr als eine elegante Fontäne fabrizierend. Sie musste sich neu formieren, einen neuen Plan ausarbeiten, wie sie aus dieser Situation herauskam. Genau in diesem Moment kam David um die Ecke und platzierte seinen Schuss so präzise wie noch nie. Seinen Stein direkt in die verletzliche Stelle der Bardera schleudernd.
 
Wie ihr perfekter Mann aussehen würde? Innerlich geschockt fixierten die blauen Augen das Grinsen des Tristams. In der Hoffnung gefangen ein Indiz auf eine Fangfrage zu erhaschen, doch dort war nichts dergleichen zu sehen. „Du stellst Fragen …“, konterte sie mit einem amüsiert klingenden Unterton, den sie innerlich aber so gar nicht vertreten konnte. Es war eine wahrlich schwache Floskel, mit der sie hier gerade versuchte ihren Boden zu halten. Das Ziel dahinter sollte wohl kein Geheimnis für den Tristam sein: Julia wollte Zeit gewinnen. Zeit, um dem rothaarigen Mitbewohner seine Selbstsicherheit zu nehmen und ihn ein für alle Mal von diesem Thema wegzubewegen.
Aber wie sollte sie das machen? In dieser Zwickmühle blieb ihr nichts anderes übrig, als zu antworten. Natürlich konnte sie sich nun irgendeinen Idealtypus von Mann heraussuchen und ihn hier vorpredigen, als wäre er eine Produktbeschreibung in irgendeinem Katalog. Aber wie realistisch war das? Es würde bereits bei ihren ersten Worten mehr als deutlich werden, dass sie es eigentlich gar nicht so meinte. Geschweige denn eine genaue Vorstellung von dem hatte, wonach sie suchte. Sie könnte das Thema an dieser Stelle auch einfach abbrechen. Aufstehen, den Teller abräumen und in ihr Arbeitszimmer verschwinden. Doch gleichzeitig schob sich ihr Stolz so heftig in den Vordergrund, dass ihre Beine keine einzige Bewegung vollführten. Lediglich sie selbst lehnte sich im Stuhl seicht nach hinten, ihre Arme dabei wie ein Schutzwall vor ihrer Brust verschränkt. Sie mochte diese Position nicht, ganz und gar nicht.
„Er sollte wissen, was er will.“, folgte das erste Statement und sie fixierte weiterhin starr sein Gesicht als wolle sie eine kleine Schicht aus Eis zwischen ihnen beiden heraufbeschwören. Dann jedoch schien es wie ein Wortschwall aus der Bardera herauszubrechen. „Eine gepflegte Erscheinung sollte er an den Tag legen, lustig sein, sich mir gegenüber nicht verstellen und auf jeden Fall nicht gleich bei jedem Kommentar einknicken.“, arbeitete sie ihre spontanen Gedanken zu dem Thema ab und ihr Kopf wackelte leicht nachdenklich hin – und her, als ob da noch ein kleiner Gedankengang folgen würde. „Eine Vorliebe für Musik wäre gut, aber nicht unbedingt notwendig … und eventuell wäre eine Begeisterung für den Motorsport nicht schlecht. Aber Letzteres ist nicht unbedingt so wichtig.“, verabschiedete sie das letzte Statement mit einer leicht abfälligen Handbewegung, die es wirken ließ, als würde sie dieses Kriterium unbedacht beiseiteschieben. Das ihre Stimme zum Ende hin immer aggressiver wurde, war ihr in ihrem gedankenverlorenen Zustand total entgangen. Als ob die Thematik ihre Sicherungen so umgepolt hatte, dass ihre Mimik und Gestik uneingeschränkt funktionieren konnten. Denn es folgte, was sonst nur Wenige schafften – und weder Leviathan noch Mathéo hatten viele dieser Momente vorzuweisen. Julia wandte für den Bruchteil einer Sekunde ihren Blick ab, ehe die saphirblauen Augen sofort wieder zu ihm zurückkehrten. Eine Nachricht unterschwelliger Wut in sich tragend, die nur in den dunkelsten blauen Tiefen ihrer Seelenspiegel zu erkennen war. Vielleicht sollte sie ihn mal mit seinem dämonischen Auge aufziehen, fände er bestimmt genauso lustig.





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