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Leviathan

Leviathan

Zen 183

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Leviathan

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BeitragThema: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptySa 2 Jul 2011 - 10:56
das Eingangsposting lautete :

Die Tankstelle





Auch außerhalb der Stadt gelegen ist die Tankstelle, die rund um die Uhr geöffnet hat. Sie ist nicht besonders groß und auch die Lebensmittel, die man hier kaufen kann sind im Vergleich zu jenen im Supermarkt etwas teurer. Ein junger Tankwart mit blonden Locken und blauen Augen - ist er überhaupt schon 15? - eilt sofort nach draußen, wenn durstige Autos oder Motorräder anrollen und hilft den Fahrern beim Tanken. Außerdem gibt es auch eine Waschstraße, die die Gefährte der Isolaner wieder auf Hochglanz bringen sollen.

Preisliste


1x Volltanken PKW30 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
1x Volltanken Motorrad20 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Besuch in der Waschstraße10 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Analkoholisches Getränk 0,5l4 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Bier 0,5l5 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Billigwein 0,75l8 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Hygieneartikel3 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Packung Zigaretten8 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Naschzeug (süß/salzig)5 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
6er Pack Kondome10 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Zeitung2 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini
Tiefkühl-Fertigprodukt10 Tankstelle - Seite 2 Zen-icon-mini


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Gast

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Anonymous

BeitragThema: Re: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptyDo 17 Okt 2019 - 1:32
[Einstieg nach dem Timeskip - 22. Juni]


Im Hochsommer war es immer eine richtige Erlösung, wenn die Nachtschicht vorbei war und man Heim fahren konnte. Nicht, dass die Ärztin ihre Arbeit nicht mochte, geschweige denn die Nachtschichten, um Himmelswillen, auf gar keinen Fall. Beides liebte sie, bevorzugte sie auch die Nachtschichten wesentlich, da sie einfach ein Nachtmensch war und da eher aufblüte. Frühschichten dagegen waren für sie der Horror, Spätschichten vollkommen in Ordnung. Das qualvolle nachts, im Hochsommer war eher, dass es so mollig warm war, sodass man während der ruhigen Nacht immer fast wegdämmerte und mit dem Kopf auf dem Schreibtisch knallte. Was an sich praktisch war, so wurde man immerhin wach, doch erstmals gab es Beulen, zweitens, hatte sie auf ihrem Schreibtisch Kakteen, wäre also nicht so geeignet, außer sie will ihren werten Lieblingskollegen (@Riley Constantin) aus dem Bett klingeln, weil er ihr Nadeln aus dem Gesicht ziehen soll. Sicherlich würde er sofort kommen, doch weniger, um zu helfen, sonder viel mehr, um die Kurzhaarige auszulachen. So war das eben, unter Kollegen.
Also hieß es regelmäßig Gesicht nass machen und vor allem - Kaffee trinken. Ein Wunder, dass sie noch nie einen Koffeinschock hatte, so wie sie das Zeug inhalierte, aber war es besser so, bevor man sie schlafend in einer Ecke vorfand. Neben dem hieß es noch in Bewegung bleiben und sich nicht so zu verpacken, dass man neben der Hitze eine laufende Wollfarm war. Aus dem Grund trug sie auch ein knielanges, schwarzes Sommerkleid, mit dezenten Blumenmuster am Saum, so blieb es schön luftig. Darunter kam eine Kurzehose in Legginsformat, immerhin wollte sie keine Höschenblitzer verursachen, besonders nicht, da sie Motorradfahrerin war. Obendrüber normal ihren Kittel, dazu schwarze Riemen-Plateauschuhe und ihren üblichen Schmuck - ergo, Lederhalbsband, Kette mit Pillenanhänger und einen schwarzen Armreif.

Zwar war es verdammt still, was aber beruhigend war, immerhin wollte sie keinem Schüler Unheil wünschen, nur, damit sie etwas zu tun hatte. Konnte sie derweil Inventur machen, ihre Rundgänge und die Gedanken etwas kreisen lassen, an die vergangenen Wochen. Hatte sich seit dem letzten Lykanthropenangriff alles relativ gefügt, die Schüler haben sich in neuen Wohnheim eingefunden, auch die Neulinge. Was sie selbst anbelangte, hatte sie eine gute Freundin (@Karina Aurelia Jansson) in eine der neuen Lehrkräfte gefunden, mit welcher sie sich wunderbar unterhalten kann - ein wenig Klatsch und Tratsch über ihre andere nennenswerte Neubegegnung - @Jacob Chandler. Ein Erzieher, mit welchem sie schon so einige Male duschen war - jetzt nicht im schönen Sinne. Nein nein, zählten dazu Coladuschen und Platzregen, bei Picknicks. Ja, sie war dabei diesen werten Herren zu daten, jedoch kam immer irgendwas auf die zu, wodurch die Verabredung wortwörtlich den Bach runterging. Doch dies schreckte sie nicht ab, keineswegs - es war viel mehr lustig und auch süß, sowie schön, dass sich der Schwarzschopf trotz der Missfälle noch um sie bemühte. Das war doch ein gutes Zeichen!

So in Gedanken bei ihren neuen Bekanntschaften fand die Schicht auch schließlich ihr Ende, sie konnte beruhigt an ihre werte Kollegin @Chloe Cordalis übergeben, dann verließ sie auch schon das Wohnheim, wo sie erstmals in den 22° gefühlt abkühlte. Oh man, waren die Flure aufgeheizt, grausam. Wie sie sich freute, gleich auf ihrem Motorrad herumfahren zu können, die abkühlende Luft direkt an der Haut zu vernehmen. Der schwarze Helm wurde aufgesetzt, die Tasche in den Sitz gestopft und dann konnte es schon losgehen. Schon wo sie gerade das Gelände verließ - herrlich. Ein Motorrad war wirklich das Beste, was sie sich hier auf der Insel hätte beschaffen können. Nur wenn es gerade regnete, war es ungünstig. . . Gratis-Dusche.
Während der Fahrt kam sie an der Tankstelle vorbei, wo ihre innere Kaffeeuhr läutete und nach einem schönen Tanken-Käffchen verlangte, mhh. Tatsächlich war dieser einer der besten der Insel und günstig, der ultimative Geheimtipp. So parkte sie auf einen der Plätze am Rande, da sie nicht tanken musste, hatte sie das vor ihrer Schicht schon erledigt. Vom Gefährt runter, setzte sie erstmal den Helm ab, ehe es ins Innere des Gebäudes ging, geradewegs zum Kaffeeautomaten. To-Go-Becher in der Hand, gleich befüllt und dann ging es auch schon zur Kasse, wo abgerechnet wurde. Anschließend verließ sie das Gemäuer wieder und setzte sich dann mit einem: ,,Puuh", auf einen der Betonvorsprünge, zwischen welchen die Treppe lag. Sich genießend einen Schluck Kaffee genehmend, blickte sie hinauf in den Himmel, wo sie dem bunten Farbspiel dabei zusah, wie der neue Tag eingeleitet wurde.


1x Kaffee = 2 Zen
(Mit Shii abgesprochen, da bald eine neue Preisliste folgt)


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Bernardo

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BeitragThema: Re: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptyDo 17 Okt 2019 - 14:20

Einstieg nach dem Timeskip
- 22.06.2015 / 06:30 - 1000 Uhr -

Ein einziger Tag konnte für eine kleine Fliege ihr ganzes Leben sein. Eine Woche konnte für sie eine Utopie sein. Ein Jahr war für ein Kind eine halbe Ewigkeit und so kostbar, dass es unersetzbar wurde, denn die verfügbare Anzahl war begrenzt. Für einen Erwachsenen dagegen war ein Jahr nur eines von mehreren. Und für einen Engel konnte so ein Jahr einem Wimpernschlag gleichkommen. Es lag schlichtweg an demjenigen, der diese Zeit erlebte und wie er sie persönlich einordnette oder gar wertschätzte. Doch alle würden sich einig sein, dass drei Monate kürzer vorbeizogen als ein Jahr. Dem einen mochte es deutlicher vorkommen, dem anderen schwächer. Bernardo war beispielsweise einer von denen, für die drei Monate einem Wimpernschlag gleichkommen konnten. Es war seltsam, denn am Ende tickte die Uhr bei jedem gleich schnell.

Was hatte er getan die letzten drei Monate? Kaum der Rede wert. Da war der Beruf gewesen, da war sein Heim im Wald gewesen. Anfangs hatte er versucht, sich um den jungen Nazaire zu kümmern, doch der Knabe hatte ihm mit seiner Widerspenstigkeit eine harte Zeit gegeben. Besonders die ersten Tage, als der Junge noch beim Gavri-El untergekommen war, waren anstrengend gewesen. Als er dann endlich sein Zimmer im Wohnheim hatte, hatte auch Bernardo wieder mehr Zeit für seine eigene Ruhe übrig. Wenn es nicht hin und wieder Unterricht gegeben hätte, den er betreuen musste, hätte man ihn wohl tage- oder gar wochenlang nicht außerhalb seines Waldes gesehen; wie ein alter Einsiedler.
Am Ende hatte er sich sogar selbst ins Gewissen gesprochen, dass er die Zeit hätte anders verbringen können. Beispielsweise hätte er sich mal mit seinem Kollegium treffen können. Die meisten von ihnen waren zwar noch jung, also so richtig jung, kaum einen Augenblick alt im Verhältnis zum alten Engel, aber deshalb sollten sie nicht weniger eine angenehme Gesellschaft sein können. Mit der Direktorin hatte er es auch ausgehalten und diese war quasi noch ein Küken in der Eierschale; grün und weiß hinter den Ohren. Und doch waren es Wesen wie sie, die bereits vieles in den wenigen Jahren, die sie auf dieser Welt verbracht hatten, erleben durften. Vieles im eigenen Sinne dieser Geschöpfe. Für Bernardo waren sie freilich an einer Hand abzählbar. Doch er war schon seit Jahrtausenden darüber hinweg, andere für etwas herabzuschätzen, für das sie nichts konnten. Niemand hatte den Tag in seiner eigenen Hand, an dem er geboren wurde.

Es war wohl die größte Kunst in Bernardos Augen, nach all der Zeit, die er bereits in dieser Welt lebte, noch immer die Motivation zu finden, jeden Morgen aufzustehen. Sicher hatte es auch Zeiten gegeben, wo er diese Gründe angezweifelt hatte, doch dann schaffte er es wieder, die Faszination an den kleinen Dingen zurückzugewinnen. Beispielsweise sein geliebter, schwarzer Ofen war eins dieser kleinen, vergänglichen Dinge. Auf Isola leistete ihm sein Motorrad treue Dienste, brachte ihn brav von einem Punkt zum nächsten und hatte in seinem Beiwagen sogar Platz für einen zusätzlichen Passagier. Es machte dabei nicht mal einen Unterschied zwischen Mensch, Unmensch oder einem Beutel voller Karotten. Jeder war willkommen, solange er, sie oder es sich anschnallten und einen Helm aufsetzten.

Am Abend des Morgens, welchen Bernardo sich für eine kurze Spritztour mit seiner Triumph ausgesucht hatte, stand ein Ball in der Schule an. Sie nannten ihn Mittsommerball und schrieben ihn als Highlight des Schuljahres aus. Für die jungen Wesen war er das sicher auch. Allerlei Geschichten und Legenden rankten sich um dieses Fest. Für junge Liebende war er das perfekte Schlachtfeld, endlich zu erobern, was sie sich zu erobern wünschten. Unterm Strich zählten für alle aber nur die Erfahrungen. Seien es überraschende, freundschaftliche, liebevolle … sogar die enttäuschenden und frustrierten würden ewig in ihrem Gedächtnis verweilen. Und dann würden sie sich in zwanzig Jahren zurückerinnern und darüber lachen. Ob Bernardo in zweihundert Jahren auch noch zurückdenken und sich erinnern würde, das mochte er nicht vorhersagen können. Vieles blieb ihm hängen, vereinzeltes ging jedoch auch unter. Bisher war es nur ein Job wie jeder andere zuvor gewesen, wenn auch sein Studentenkörper bisher vornehmlich aus Menschen bestanden hatte. Eine Klasse bestehend aus verschiedensten Rassen zu unterrichten, war da freilich etwas vollkommen neues für ihn gewesen. Nur … für Bernardo waren sie nichts anderes als die Menschenkinder. Es waren Kinder, unerfahrene Geschöpfe, die alle noch ihren Platz in der Welt finden mussten. Und dazu gehörten sogar so manche Erwachsene auf Isola.

Das schwarze Gefährt rollte mit dem letzten Schwung durch die Einfahrt der kleinen Tankstelle und blieb schließlich vor einer der Zapfsäulen stehen. Die Sonne neckte schon seit einiger Zeit über dem Horizont und piekste jedem frech ins Gesicht, der ihr entgegenschaute. Deshalb war der Hüne auch mit einer Sonnenbrille unterwegs gewesen, die er nun allerdings absetzte, sie zwischen Gläser und Bügel über den Halsrand seines weißen Shirts steckte. Von Hüfte bis Knöchel trug er eine Bikerhose aus schwarzgrauem Denimstoff. An Hüfte und Oberschenkel war sie weiter geschnitten und lief dann an den Waden deutlich enger zu. Neben den üblichen Hosentaschen links und rechts hatte sie noch jeweils zwei Reißverschlüsse unter diesen, wobei man sich schnell fragte, ob diese tatsächlich benutzt wurden. Glaubwürdiger erschienen da die Taschen an den Seiten der Oberschenkel. In der rechten von beiden fühlte Bernardo kurz sein Portmonee, um sich zu vergewissern, dass er nach dem Tanken nicht mit leeren Händen dastehen würde.
An den Füßen trug er braune Halbstiefel, mit denen das Bedienen der Maschine sehr angenehm war und auch der Fußweg über den Waldwegen keine Probleme darstellte. Das weiße Hemd, von dem bereits die Rede war, lag wie immer körperbetont auf seiner Bust und wurde erst zur Taille etwas luftiger, da Mann um Brust und Schulter deutlich mehr Umfang besaß als weiter unten. Auch die Arme wirkten so, als hätten sie gerade noch durch die kurzen Ärmel gepasst. Unbequem war das Ganze deshalb allerdings nicht. Alles war genau passend.

Kaum eine Sekunde war vergangen, da hatte Bernardo schon den kleinen Lockenkopf im Tankwarthaus entdeckt, wie dieser sofort die Füße in die Hand nahm und nach draußen stürmte. Dort wollte er wie immer seinen Kunden das Tanken abnehmen. Wer mit dem Auto vorbeikam, dem wurde sogar gratis die Scheibe geputzt. Sehr engagierter Junge also, wenn auch Bernardo sich fragte, wie alt er tatsächlich war.
Was er zu tanken hatte, brauchte Bernardo gar nicht mehr sagen, dafür kannte man ihn schon zu gut. Gab einfach nicht viele auf Isola, mit denen man den weißhaarigen Hünen verwechseln konnte. Gleiches konnte man aber auch über andere Mitbewohner sagen. Gerade in seinem Kollegium hatten sich in den letzten Monaten so manche Individualisten eingereiht, die man auch in einer Masse von tausend Menschen sofort herauspicken konnte. Ob eine von diesen Personen gar nicht mal so weit entfernt vom Engel hockte, das war fraglich. Sein Blick hatte schnell die junge Ärztin ausgemacht, die wohl nur wenige Minuten vor ihm hier angekommen sein musste. Der weiße Kittel ließ sie an diesem frühen, trägen Morgen schnell herausstechen. Wo die Farben noch von einem gräulichen, matten Schleier umschlungen waren, strahlte das Weiß ihrer Arbeitskleidung deutlich. Gab also schon mal keine Verblutungen zu stillen letzte Nacht. Sonst hätte Roxanne sicher quierlige Muster auf ihrem Kittel.

Dion nickte noch kurz dem Tankwart zu und wies ihn an, ruhig weiterzumachen. Er würde dann zum Bezahlen im Anschluss zur Kasse kommen. Wenn man ihn hier nicht so gut gekannt hätte, wäre dieses lockere Verhalten vielleicht auf Gegenwind gestoßen, doch der Lockenkopf wusste, dass er auf das Wort des Mannes vertrauen konnte.
Also schlenderte Bernardo gemächlichen Schrittes hinüber zum Rand der Tankstelle, wo man über eine kurze Treppe hinab zum Fußgängerweg kam. Wer die Treppe nicht nahm, der musste mit einem knappen Sprung die Ebenen wechseln. Und wer sich nur setzen wollte, der konnte es sich genau an dieser Kante bequem machen - insofern das auf hartem Betonuntergrund denn möglich war.
»Roxanne«, begrüßte er die junge Ärztin, als hätte man sich gestern erst das letzte Mal gesehen. In Wirklichkeit hatten die beiden bisher kaum ein Wort gewechselt. Einzig während der Tageszeiten in der Schule war man sich über den Weg gelaufen oder weil Bernardo eine schwache Seele bei ihr abgeliefert hatte. Nichts erwähnenswertes also. Aber vielleicht würde sich der freie Morgen anbieten, an der Stelle etwas aufzuholen. Außerdem hatte er sich ja ohnehin vorgenommen, sich mehr mit seinem Kollegium zu involvieren.
»Guten Morgen. Feierabend?«
Er wusste, dass die Ärzte sich in Schichten abwechselten. Übergabezeit war beispielsweise am Morgen; und entweder befand sich Roxanne gerade auf dem Weg zur Arbeit oder kam von dort. So ruhig wie so dort aber saß und wie genießerisch sie an ihrem Kaffee nippt, konnte es für ihn nur letzteres sein. Schließlich umrundete Bernardo die Frau noch und ließ sich neben ihr auf dem Vorsprung nieder.




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BeitragThema: Re: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptyFr 18 Okt 2019 - 1:31
Entspannt hatten die roten Augen gen Himmel geblickt, bis ein vertrautes Geräusch die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Der Klang eines Motors drang durch die Straßen, hallten angenehm durch diese, gut hörbar, aber nicht so intensiv, dass man es als Lärmbelästigung vernehmen würde. Zu gut kannte sie diesen Klang, vernahm sie ihn stehts, wenn sie selbst durch die Gegend fuhr - ein Motorrad. Der Blick senkte sich hinweg vom Himmel und fixierten stattdessen das Gefährt, welches sich der Tankstelle nährte, schließlich in jene einbog und an einen der Zapfsäulen zu stehen kam. Nun konnte sie auch erkennen, wer der Fahrer war. Eine bekannte Person, was vielleicht auch nicht so unüblich war, immerhin lebt die Ärztin bereits seit guten zehn Jahren auf Isola, wodurch sie so ziemlich jedes Gesicht kannte, welches auf der Insel herumgeisterte. Dieses Gesicht hier war jedoch eines, welches sie des öfteren erblickte, da es sich um eines seiner Kollegen handele - dem werten Lehrer Bernando. Viel Kontakt hatte sie bislang nicht mit ihm gehabt, auf dem ersten Blick wirkte dieser auf sie allerdings wie ein ruhiger und recht angenehmer Zeitgenosse, ist ihr auch noch kein Grund aufgekommen, um das Gegenteil zu denken.
Demnach schenkte sie ihm ein freundliches Lächeln, wo dieser von seinem Bike stieg und schon der Tankwart herausgeeilt kam, ein süßer, kleiner Strolch. Wovon sie allerdings bis heute nicht wusste, ob er der Sohn von den Tankstellenbesitzern war oder einfach hier jobbte. Wo man da hinterfragte, ob er das überhaupt schon durfte. Jugendschutz und so. Zumindest schien dieser mit seiner Arbeit glücklich zu sein, so wie dieser sich bemühte und hinter der Kasse immer strahlte. Zudem - Isola war Isola. So lief es hier eben.

Da der kleine Wusel sich um das tanken kümmerte, konnte man sich derweil anderen Dingen zuwenden, so wie es Bernando nun zu tun schien und sich zu der Ärztin begab, welche ihm ruhig entgegenblickte. Die erste Begrüßung entlockte ihr ein leichtes Schmunzeln, da erwiderte sie gern: ,,Bernardo." Sich einen Schluck von dem dampfenden Kaffee genehmend, gab sie ein leichtes Nicken von sich und antwortete ihm, ohne dabei seinen Bewegungen zu folgen - dabei würde sie sich nur sowieso wie eine Eule den Kopf verdrehen: ,,Richtig geraten." Es war eine angenehme Überraschung, dass er sich zu ihr setzte und nicht direkt bezahlen ging, hieß sie es sehr willkommen, sich mit ihrem recht unbekannten Kollegen auseinanderzusetzen. Es war doch etwas schönes, wenn man sich mit seinem Kollegium gut verstand, immerhin waren diese Leute es, denen man im Notfall Vertrauen schenken musste. Hätte sie sich auch längst mal mehr mit ihm befasst, doch war bisher nie ein geeigneter Zeitpunkt dazu gekommen. Aber dies würde sich ja nun ändern. Ihrem Sitznachbarn einen kurzen Blick schenkend, wand sie ihre Augen wieder zum Himmel zu. ,,Es geht doch nichts darüber, mit einem warmen Kaffee in der Hand den Sonnenaufgang mitzuverfolgen und das schöne Wetter zu genießen, nicht wahr?"
Eine Hand legte sie neben sich auf den Boden, um sich dann locker auf dem Arm abstützen zu können, während sie in der anderen Hand weiterhin den total stylischen Pappbecher hielt. Ihr Blick haftete erneut auf dem Mann, zu welchem sie hinaufblicken musste. Wie genau ihr Größenunterschied war, konnte sie bislang nicht ermitteln, doch ein guter Kopf musste es schon sein. Immerhin war es nicht so sehr, dass man sich halb den Kopf verbiegen musste, wo wie es bei @Vincent schon beinahe der Fall war. Immerhin war bei ihm ein schneller Kehlensprung möglich. ,,Zumindest scheinst Du Deinen freien Tag und das gute Wetter direkt gut zu nutzen, wie ich sehe", sprach sie, ihn dabei ansehend, den Blick aber dann zu dem Motorrad gleiten lassend, welches so schön an der Zapfsäule ruhte. ,,Ein wirklich schönes Gefährt. Wir scheinen eine Vorliebe für Zweiräder zu teilen." Eine sehr erfreuliche Feststellung. Interessiert inspizierte sie die Maschine aus der Entfernung genauer.


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BeitragThema: Re: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptyFr 18 Okt 2019 - 23:52

Ohne viel Wirbel begrüßte sie ihn, als würden sie sich jeden Morgen hier an der Tankstelle treffen. Sie schien ein sehr gelassenes Gemüt zu besitzen - zumindest in solchen Situationen. Aber vielleicht lag es auch nur an der einsetzenden Entspannung nach einer langen Schicht. Endlich die Beine baumeln lassen zu können und nicht mehr auf die Uhr achten zu müssen, war jedes Mal ein befreiendes Gefühl. Er kannte es selbst gut genug, hatte er es doch schon einige hunderttausend Male erlebt. Diese Zahl musste für einen Normalsterblichen aberwitzig klingen.

»In manchen Ländern, begrüßen die Menschen die Sonne mit einem Tee oder sogar mit einem Glas Wodka. Aber ja«, er grinste sachte, »ich weiß, was du meinst. Die aufgehende Sonne hat etwas sehr ruhiges an sich. Dabei schaut man jemandem zu, der gerade zur Arbeit kommt, während man selbst zurück nach Hause will.« Man konnte vergleichen wie man wollte und interpretieren was nur möglich war, doch gerade diese kleinen Paradoxien neckten das Interesse des Weißhaarigen immer wieder. Kleinigkeiten. Er hatte über die Jahrhunderte hinweg mehr und mehr begonnen, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, denn sie standen im Kontrast zu seinem Leben selbst und dessen Vergänglichkeit. Außerdem gab es von ihnen so viele, dass sie eigentlich alle zusammen etwas Großartiges umfassten. Nur schenkten die wenigsten ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit. Erst wer sich ihnen bewusst wurde, konnte sie wirklich bis zum Anschlag genießen. Ob Roxanne die Tiefe dieses kurzen, morgendlichen Moments bewusst war, wusste er nicht. Er musste es auch nicht wissen. Aber er dachte trotzdem darüber nach.

Sein Blick folgte dem von Roxanne und blieb an dem durstigen Motorrad hängen. »Danke«, meinte er auf ihre anerkennenden Worte hin, ohne nun nach ihrem Gefährt zu suchen, welches sicherlich auch irgendwo herumstehen musste. Stattdessen widmete er sich mal wieder seinen Erinnerungen und wollte die junge neben sich teilnehmen lassen.
»Eine Triumph Rocket X, limitiert, ist die siebenundzwanzigste Maschine von insgesamt 500.« Für einen kurzen Moment schwelgte er im Anblick seines Reisepartners, dann fuhr er fort und begann zugleich mit einer kleinen Geschichten. »Ich hatte damals den Gründer der Triumph-Werke getroffen, als er gerade nach England gekommen war. Eigentlich ein Deutscher, und ein sehr guter Mann. Er war ein emsiger Arbeiter, der sich immer wieder neue Ziele steckte und sie verfolgte. Zwar hätte er sich so manches ohne den Zuspruch seiner Freunde und Familie nicht getraut, aber auch das gehört dazu. Am Ende war er es, der alles umsetzte. Von der kleinen Schreibmaschine und dem wackeligen Fahrrad bis hin zu einem der größten Motorradhersteller der Welt. Zugegeben, der erste Weltkrieg half ihm enorm. Sicher, Krieg war selten etwas Gutes, aber es war jedesmal ein Motor für Forschung und Entwicklung. Viele technische Errungenschaften wurden zu Kriegszeiten erzielt. Und so hatte mein Freund Siegfried plötzlich den Auftrag, etliche Motorräder für die Front zu bauen. Da waren er uns seine Leute ganz schön ins Schwitzen gekommen.« Er lachte leicht auf. »War eine interessante Zeit, die er durchlebte. Er war sogar für kurze Zeit der erste ausländische Bürgermeister in England gewesen. Doch mit Kriegsbeginn musste er sein Amt wieder niederlegen, weil er eben Deutscher war. Nun ja. Danach kam übrigens erst die Anfrage vom Militär. Man hatte ihn also nicht vollständig ausgrenzen wollen wegen seines Ursprunges.«
Der junge Lockenschopf war zwischenher mit dem Lappen über das Motorrad gewirbelt, bis ein klackendes Signal ihn darüber in Kenntnis setzte, dass der Tank nun voll war.
»Leider ging es mit dem Erfolg viele Jahre später bergab, weil man sich dem neuen Trend an Motorrädern aus dem Osten nicht anpassen wollte. Die Tradition war wichtiger. Aber sie war eben auch Grund für den Untergang. Dass ich jetzt jedoch trotzdem eine Triumph fahren darf, verdanke ich der Neugründung des Unternehmens. Heute ist Triumph wieder eine der führenden Marken und mehr als nur ein ernstzunehmender Konkurrent für Harley-Davidson. Es war für mich also eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir eine der limitierten Maschinen besorgte«

Hatte er wieder zu viel erzählt? Er bekam so etwas selten mi, sondern begann nur plötzlich an, zu faseln. Geschichte zu teilen, war für ihn von großer Wichtigkeit, weil die Vergangenheit nicht verloren gehen durfte. Sie war ein wertvoller Schatz, den jeder hüten konnte und der jeden Mann und jede Frau reich machen konnte.




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BeitragThema: Re: Tankstelle Tankstelle - Seite 2 EmptySo 3 Nov 2019 - 19:32
Roxanne L. Bennett, 22.06.2015, morgens
mit Bernardo

Ein Schmunzeln zierte die Lippen der jungen Dame, bei der Information darüber, was in anderen Ländern am Morgen konsumiert wurde. Die Vorstellung, direkt nach dem Aufwachen direkt zum Alkohol zu greifen, was wirklich kurios. Tee, natürlich, besonders Schwarztee war eine gute Alternative, zu ihrem Kaffee. Aber Wodka? Kurz musste sie sich ja vorstellen, wie es wäre, würde sie jeden Morgen sich sofort einen Cocktail mixen. Erstmals würde ihr Bruder dann sicher schief gucken und dann das restliche Kollegium, samt Schüler, wenn die Ärztin mit einem Schwipps im Krankenzimmer saß. Nein danke - wobei sich Riley darüber sicherlich köstlich amüsieren würde. ,,Faszinierend", antwortete sie schließlich darauf, immer noch etwas schmunzelnd. ,,Andere Länder, andere Sitten, nicht wahr? Wobei Isola wohl ziemlich multikulturell ist." Immerhin gab es hier Einwohner, die aus den verschiedensten Ländern kamen. Allerdings hat sie noch keinen morgens mit einem Schnaps in der Hand angetroffen. Da wüsste sie wohl nicht, ob sie dann lachen oder schimpfen sollte.
Zart nickte sie und beobachtete dabei vorbeifahrende Fahrzeuge, sicherlich jene, die nun arbeiten mussten, wie sie von ihrer Schicht kamen oder schlichtweg etwas erledigen oder unternehmen wollten. So wie es bei Bernardo sicherlich der Fall war. ,,Tatsächlich ist dies zu sehen kein Ausgangspunkt für mich, um zu entspannen. Immerhin mache ich meinen Job sehr gerne - wobei es bei dieser Hitze schon eine ziemliche Erlösung war, aus den aufgeheizten Räumlichkeiten zu kommen." Leicht glucksend fügte sie dann noch hinzu: ,,Sprach ich, während ich in der Sonne sitze. Na bravo."

Mit ruhiger Gestik, aber mit einer deutlichen Interesse in den Augen, lauschte Roxanne aufmerksam der Erzählung. Was für Geschichte alles hinter diesem Motorrad stand und sehr gut konnte sie nachvollziehen, weshalb der Größere anschließend dieses Modell erstanden hat. Was dieser Mann alles erlebt haben muss, kennen tat sie ihn ja wenig und bei kennen und wirklich etwas von jemanden wissen, da gab es einen deutlichen Unterschied. Über Bernardo wusste sie hauptsächlich, dass dieser alt war. Steinalt. Ok, es gab hier so einige, welche bereits einige Jährchen auf den Buckel hatten - wie Riley, war der Gute bereits über 70 und Rhea war über ein ganzes Jahrhundert alt. Aber im Gegensatz zum Engel hier waren sie sicherlich im Alter ein Witz, bei was für Geschichten dieser manchmal auspackte. Was sie stets sehr interessant war, dies war jedoch etwas, wo sie tiefen Respekt gegenüber hegte. Erstmals, weil er so viel überstanden und dann noch, dass er sein Wissen mit Anderen teilte. Dies war keine Selbstverständlichkeit, umso schöner für sie, so lernte sie immer dazu.
,,Also hast Du eine tiefe Bindung zu diesem Motorrad - das ist wirklich einzigartig. Eine kleine Ehre, gegenüber eines alten Freundes", ihr Blick glitt zu dem Gefährt und dem herumwuselnden Lockenkopf. ,,Was für eine Geschichte, hinter so - alltäglichen Dingen stecken kann, ist schon erstaunlich. Bei mir ist es da nicht so komplex, wie bei Dir. Mein Vater hatte einst so ein Modell - mehr auseinandergenommen, als gefahren, aber es erinnert mich an ihn." So als Wissenschaftler war er mehr in seinem Labor, als auf der Straße gewesen. Und da sein Motorrad einige Kleinteile gehabt hatte, welche er für etwas gebraucht hatte. . . Sie erinnerte sich noch daran, als sei es gestern gewesen, als sie als Mädchen damals die Kleinteile rausschrauben durfe. Danach sah sie aus, wie ein wandelndes Schmierfettmonster. Hach ja. Lächelnd sah sie zu ihrem Kollegen auf. ,,Also wie bei Dir, ein sentimentaler Grund. Was eigentlich ziemlich schön ist."

Nun wollte sie sich aber mal danach erkundigen, was der Weißschopf geplant hatte: ,,Und, was hast Du so früh schon vor? Genießt Deinen freien Tag wohl nicht dazu, auszuschlafen?" Wobei, es war ja erst Wochenende gewesen. Da war es verlängert noch schöner und man konnte gut etwas unternehmen, ohne gefühlt wegen Schlafmangel einzuschlafen oder wegen dem Druck, morgens früh raus zu müssen, nur bis zum Abend etwas zu unternehmen. ,,Machst Du die Insel mit Deiner Triumph unsicher?", kam es schmunzelnd.



[Edit - 01.12.2019]

Nach dem durchaus interessanten Gespräch mit Bernardo verabschiedeten sich beide bald voneinander und fuhren schließlich ihrer Wege. Die junge Ärztin fuhr direkt zu sich Nachhause, wo sie als aller erstes duschte und kurz noch etwas aß, bevor sie sich hinlegte. Den Wecker stellte sie für die den späten Vormittag, da sie am Mittag noch etwas zu tun hatte. Als Vorbereitung für den heißersehnten Mitsommerball stand als Aufgabe an, im Wald Brennholz für das große Lagerfeuer zu sammeln. An dieser Stelle hatte sie sich freiwillig als Aufsicht gemeldet, um zu helfen, aufzupassen und zu organisieren. Da sie vor der vereinbarten Treffzeit noch etwas besorgen musste, ging es für sie etwas früher los. Doch jetzt hieß es für sie erstmal schlafen.


tbc: Das Wohnheim :: Außenbereich :: Laubwald und Wasserfall


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