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Shima no Koji :: Die Stadt :: Bambuswald

Alte Waldhütte
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Bürgermeister Koji

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BeitragThema: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptySo 11 Okt 2009 - 12:40
das Eingangsposting lautete :

Die alte Waldhütte




Inmitten des Dickichts steht doch tatsächlich eine alte, kleine Holzhütte. Unbewohnt. Die Holzbretter der Hütte sehen schon ziemlich vermodert aus und die Hütte selbst wirkt auch nicht gerade einladend. Strom und Toilette sind hier ein Fremdwort, ein paar Meter Richtung Wald befindet sich jedoch ein kleines Plumsklo. Wer hier wohl einst gelebt hat?


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptySo 24 Jan 2021 - 19:56
24.06.2015, Nachmittags (13:40 Uhr)
mit @Amélie

Das mit den Shows am Abend bedurfte keiner weiteren Aussage von seiner Seite. Er war sowieso viel mehr daran interessiert, wie Amélie sich in den ersten Momenten mit dem gefährlichen Ding verhalten würde. Es gab immerhin verschiedene Archetypen an Persönlichkeiten und nicht alle waren geeignet für einen gesunden Schusswaffengebrauch. Man konnte seine schnelle Übergabe – in Verbindung mit den Regeln – auch als kleinen Test werten. Auch wenn der Brite nicht so wirkte als ob er wirklich aufmerksam wäre, hatte er seine Kollegin schon noch gut im Blick. Sie sollte sich ja nicht unbeobachtet fühlen. Auf eine nette, nicht verstörende, Art und Weise, versteht sich. Und was sollte er sagen? Die Worte schienen gefruchtet zu haben. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen hatte es sie sogar … inspiriert? Sie sah aus als wollten die Worte schon jetzt aus ihr herausplatzen und lediglich ihre aufeinandergepressten Lippen hielten dem anstehenden Wortschwall stand. Erwartungsvoll stoppte er in all seinen Bewegungen. Na? Wann würde … ah, da war es ja!
 
„Eine Verzauberung mit einer Art Personensperre?“, er überlegte sichtlich angestrengt, ob das auf die Schnelle machbar war. Nun, wenn er das nutzte, was er auch bei Amélies Behandlung getan hatte, könnte es sogar sehr gut funktionieren. Aber das war, bis zu diesem Punkt, alles auch nur Spekulation. „Also, während es in der Theorie natürlich möglich ist…“, und seine Hand machte eine wippende Waagschale nach, die nicht wusste wohin. „… kann ich dafür keine Garantie geben.“. Sein entschuldigendes Lächeln sollte dabei sein Übriges tun. Amélie forderte seine magischen Grenzen innerhalb eines Tages mehr heraus, als er es jemals getan hätte. Naja, wer sagte auch das Motivation zur Abwechslung mal nicht extrinsischer Natur sein durfte? Man lernte eben nie aus. Ob man das nun wollte oder nicht, war ja vollkommen egal. „Ich grüble etwas aus und lass es dich wissen. Ist auch Neuland für mich.“, meinte er mit vielversprechendem Nicken aber forschungstechnischer Motivation in seiner Stimme. Sein vielversprechendes Lächeln im Anschluss konnte man diesbezüglich als abschließende Garantie von ihm werten, ehe er sich wieder auf die hier anstehenden Sachen fokussierte. Üben wollten sie und das sollten sie nun auch tun. Zumindest, wenn sie am Ende der paar Stunden etwas vorweisen wollten.
 
Mit ein paar Schritten ging der Brite deswegen auch weiter in die Lichtung hinein, innerlich die Schritte zählend, bis er bei ca. 20 Metern angekommen war. Das sollte für den Anfang reichen, dachte er sich. Mit einer schon bekannten Handbewegung machte der Arzt eine Barriere - die einer Wand glich - und erschuf davor eine kleine Zielscheibe. Natürlich, damit Amélie nicht durcheinanderkam, in einem dunkleren blau mit deutlich sichtbaren Zielmarkierungen. Das Hintere, also die Barriere, war lediglich dazu da, damit keine Kugeln in den Wald verschwanden. Bei der Temperatur im Moment wollte er kein Waldbrand verursachen. Was, so war es leider, bei echter Munition durchaus passieren konnte.
„Das sind jetzt ungefähr zwanzig Meter.“, rief er zu ihr hinüber und machte einen Umweg über seinen Rucksack, wo er ein Magazin herausholte, dass schon mit der nötigen Munition geladen war. „Das ist ungefähr die Distanz, auf die die Nutzung einer Handfeuerwaffe am effektivsten ist. Wie dir sicherlich klar ist, sind diese nicht für große Distanzen ausgelegt.“, und mit einem Deut von ihrer Position zum Ziel, wollte er das nochmal verdeutlichen. Gleichzeitig bewegte er sich nun zu seiner brünetten Trainingspartnerin und betrachtete sie noch einmal beim Halten der Waffe. „Aber damit wir effektiv treffen, müssen wir uns auch an die Haltung gewöhnen. Du hast es schon einigermaßen richtig angestellt. Ich denke in Serien lernt man das ein oder andere?“, ein amüsiertes Lachen arbeitete sich seine Kehle empor, „Aber es ist leider noch nicht alles. Wenn du sie nochmal hochheben würdest?“. Seine Hand machte eine hebende Geste von unten herauf in ihre Richtung, die er nach der Ausführung auch gleich zum Ansatz nutzte. Jetzt konnte der Lehrgang wirklich beginnen.
 
„Also.“, begann er und zeigte auf die Kimme und das Korn der Waffe, während Amélie sie in der Hand hielt, „Diese beiden müssen auf einer Ebene sein, damit du triffst. Also immer die Bergspitze im Tal halten, hat mein Ausbilder damals immer gesagt. Bedeutet, wenn die Spitze hier vorne im Einklang mit dem hinteren ist, dann triffst du. Zumindest soweit die Theorie.“, er schenkte ihr ein aufmunterndes schmunzeln.
„Du hast sicherlich gemerkt, dass es ein bisschen wackelig ist und am Ende gibt es auch noch den Rückstoß. Deswegen … jetzt nicht erschrecken, ich korrigiere.“, was die Ankündigung für ihn war, etwas handgreiflicher zu werden. Mit einfachen – aber vorsichtigen – Korrekturen, passte er die Haltung seiner Schülerin an und knickte ihre Arme ein bisschen ein. „Wenn du feuerst, drückt es die Waffe ganz vorne nach oben. Das bedeutet, wenn du abdrückst, musst du Gegenhalten. Diesen Rückstoß gut zu kontrollieren ist der Schlüssel zum effektiven treffen.“. Um das noch einmal zu verdeutlichen, imitierte der Brite ihre Haltung und deutete auf seine Füße. „Außerdem ist ein guter Stand wichtig. Ein Luxus den man nicht unbedingt immer hat, aber wenn, dann sollte man ihn nutzen. Also schön die Beine versetzten und sicher stehen.“. Das Schuhe mit Absatz jetzt nicht unbedingt die Beste Wahl dafür waren, ließ er mal außen vor. Außerdem konnte er es selbst nicht mal genau sagen. Immer, wenn er eine Waffe in der Hand hatte, waren da stabile Stiefel an seinen Füßen gewesen … und Gepäck … und eine Weste … und und und. Alles unrelevant. Er kramte schon wieder zu viel in seiner Vergangenheit.
„Das wäre so ziemlich das Gröbste.“, und er hielt seiner Begleitung nun das Magazin hin. „Das musst du jetzt nur unten reinstecken.“, sein Finger deutete unter den Griff, „Dann einmal den Schlitten hier oben zurückziehen, hier drüben die Sicherung herausnehmen und du bist frei zum Schießen.“. Ein Erlebnis, dass er ihr auf keinen Fall nehmen wollte. „Denke an das was ich dir gesagt habe und probiere es und … einen Moment.“, er ging zu seinem Rucksack und holte zwei Paar Ohrschützer heraus, wirklich gute, ohrumschließende Dinger. Sicher ist sicher. „Die hier solltest du auch noch aufsetzen.“, was er freundlicherweise für sie mal übernahm. So musste sie die Waffe nicht aus der Hand legen. 
„So, schon viel besser.“, musste er ein bisschen lauter rufen, damit sie ihn auch noch hören konnte. „Wenn du unsicher bist, frag einfach, ansonsten gehört der erste Schuss dir!“, und er zeigte auf die magische Zielscheibe mit der Sicherheitswand dahinter. „Ich bin gleich hier, es kann dir also nichts passieren.“. Sicherlich hätte er ihr auch noch mehr erklären können, aber so reichte es doch erstmal. Manche Sachen, so seine Ideologie dahinter, musste man selbst erfahren.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyDi 26 Jan 2021 - 18:53
24. Juni 2015, Nachmittag
Mit @Riley Constantin

Vielleicht war alles magische doch nicht so einfach, wie ich es mir vorstellte. Ich nickte verständnisvoll auf Rileys Aussage hin, dass er sich wohl erstmal mit der Thematik auseinandersetzen musste, welche ich ihm gerade an den Kopf geworfen hatte. Möglicherweise sah ich das alles doch als zu selbstverständlich an. Es war leicht, alles mit "mit Magie klappt schon alles" abzustempeln, doch dahinter steckte sicherlich oftmals viel Arbeit und Nachforschung. Vor allem wusste ich ja auch gar nicht, worauf Riley sich so spezialisierte - außer die Heilmagie. Ich selbst konnte ja auch nur bestimmte Dinge und nun kein Feuer herbeizaubern. „Wenn nicht ist das auch kein Problem. Tut mir leid, dass ich dich mit so vielen Ideen bewerfe.“ Ich lächelte ihn entschuldigend an und schraubte meine Erwartungen etwas zurück. Es war schon unheimlich nett von ihm, mir überhaupt Waffen zu besorgen und mir dieses Training hier zu ermöglichen!

Während ich die Pistole spazieren führte beobachtete ich neugierig, was Riley nun tat. Er brachte einiges an Abstand zwischen sich und das Haus und für eine Sekunde fragte ich mich, ob er nun einfach wortlos zurück nach Hause gehen wollte und genug hatte. Aber nein, er blieb stehen und nach ein paar Momenten erschien eine Zielscheibe aus dem nichts, welche ich mit einem leisen, anerkennenden „Ohhh!“ kommentierte.
Nun ging das Training wohl richtig los, und ich spitzte meine Ohren gebannt. Jetzt wo eine Zielscheibe vorhanden war, wurde ich irgendwie nervös. Ich wusste nichteinmal wieso - es war doch von Anfang an klar gewesen, warum wir hier waren! Je näher ich dazu kam, den Abzug zu ziehen, desto mulmiger wurde mir einfach zumute, so als blutiger Anfänger. Aber Riley traf sicherlich genug Vorsichtsmaßnahmen, bestimmt konnte nichts schlimmes passieren, solange ich nicht wild mit der Waffe umherfuchtelte und wie eine Bekloppte rumschoss.
Inzwischen war mein Kollege wieder bei mir angelangt und als er Serien erwähnte musste ich unweigerlich etwas ertappt lächeln. „Hehe ja... Ich habe auch gehört, man soll den Finger nie auf den Abzug legen, wenn man nicht absolut bereit ist, zu schießen. Ich weiß nicht ob das nur in Filmen so ist, aber klingt für mich logisch.“ Weswegen ich mich auch streng daran hielt. Auf keinen Fall wollte ich ausversehen durch ein Zucken meines Fingers irgendetwas auslösen, was ich nicht zurücknehmen konnte. Ich hörte dem Blonden aufmerksam zu und versuchte das umzusetzen, was er mir sagte. Ich hatte mich sowieso schon gefragt, wie man überhaupt mit einer Pistole wusste, wo man hinzielte - jetzt wusste ich es. Und schon hatte ich wieder was gelernt. Auch an den Rückstoß hatte ich absolut nicht gedacht und ich ließ meine Haltung gerne von meinem Kollegen korrigieren, welcher gerade wohl eher mein Lehrer war.

Ich passte meinen Stand an, war immernoch froh meine Schuhe ausgezogen zu haben, und blieb in genau der korrigierten Position stehen, in welche Riley mich gebracht hat; naja, und kurz nahm ich auch das Magazin entgegen und steckte es genauso wie er sagte in die Pistole und zog den Schlitten zurück - doch mit der Sicherung wartete ich noch. Ein bisschen musste ich mir noch gut zureden, und jetzt wo sie geladen war, wollte ich absolut keinen Fehler machen. War ich vielleicht zu vorsichtig? Ging das bei Schusswaffen überhaupt?
Ein wenig in Gedanken versunken wurde ich rasch aus diesen gezogen, als mir ein paar Ohrenschützer aufgesetzt wurden und etwas verwirrt schaute ich den Arzt an, ehe ich ihm ein kleines Lächeln schenkte. „Danke“, sagte ich viel zu leise, sodass er mich mit den Dingern auf den Ohren vielleicht gar nicht gehört hatte. Wieder wandte sich mein Blick nach vorne, ich stellte sicher, richtig zu stehen, und atmete ein paar Mal tief durch. Die Anweisungen waren gestoppt und nun lag es allein an mir, auch mit dem Training anzufangen. Ein paar Momente starrte ich nur auf die Zielscheibe, ehe ich endlich die Sicherung löste und mich wieder möglichst genau so hinstellte, wie Riley es mir gezeigt hatte. Mein Herz pochte vor Nervosität schneller und ich bemühte mich, ruhig zu atmen, damit ich so gut zielte wie ich nur konnte. Eine gewisse Hemmung war da, doch wenn ich jetzt nicht den Abzug betätigte, dann sicherlich niemals. Nach einem letzten Durchatmen zog ich den Abzug mit meinem rechten Zeigefinger durch und die Pistole schoss mit einem lauten Knall ihre erste Kugel des Tages ab.
Wo sie landete konnte ich nicht sagen, denn auch mit dem Wissen über den Rückstoß hatte ich ihn eindeutig unterschätzt. Meine Arme flogen nach hinten und die Pistole landete mit viel Schwung genau auf meiner Nase. „Agh!“ Ich taumelte ein wenig nach hinten und spürte warmes Blut aus meinen Nasenlöchern laufen - war das grade wirklich passiert? „Auuu...“ Verantwortungsbewusst sicherte ich die Pistole wieder, ehe ich meine linke Hand hob und vorsichtig an meinem Nasenbein herumfühlte. Es schmerzte ein wenig, aber das war okay. Davon würde ich mich jetzt nicht beirren lassen! Mit noch immer blutiger Nase schaute ich motiviert zu Riley und gab ihm einen Daumen hoch mit der linken Hand. „Alles okay!“, rief ich, diesmal dank der Ohrschützer viel lauter. Mit dem linken Handrücken wischte ich mir über die Nase um das gröbste an Blut los zu sein, ehe ich die Pistole wieder entsicherte und mich erneut in Position begab. Gut, jetzt wo ich wusste wie es sich anfühlte, konnte ich daran arbeiten, es besser zu machen!
Verbissen und motiviert zielte ich konzentriert auf die Scheibe und betätigte nun viel schneller den Abzug als zuvor, diesmal blieb ich standhaft genug und die Pistole bewegte sich nicht mehr als normal in meinen Händen, worauf ich stolz war. Doch der Schuss ging ebenfalls nicht auf die Zielscheibe sondern landete auf der Barriere dahinter. Etwas empört, aber weiterhin hartnäckig blies ich die Wangen etwas auf, ehe ich wieder anfing zu zielen. Der dritte Schuss fiel nach wenigen Sekunden und diesmal landete er sogar auf der Zielscheibe, wenn auch eher im äußeren Bereich. Schnell wurde die Pistole wieder gesichert und mit freudestrahlendem Gesicht drehte ich mich zu Riley. „Hast du das gesehen?!“ Ich freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten, welches alle seine Wünsche erfüllt bekommen hatte. Gerade im Moment dachte ich überhaupt nicht daran, dass Riley sicherlich ein guter Schütze war und das ganze hier für ihn eher wie Baby's erste Schritte aussah.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyDi 2 Feb 2021 - 12:16
24.06.2015, Nachmittags (13:40 Uhr)
mit @Amélie

Er machte sich schon gar nicht mehr die Mühe die Entschuldigungen Amélies anzunehmen. In seinen Augen entschuldigte sie sich sogar zu oft. Wenn an ein Problem hatte und sich dann nach Hilfe umschaut, war das keine Schande. Zumindest nicht in seinen Augen. Eigentlich müsste sich seine Kollegin eher entschuldigen, wenn sie sich keine Hilfe suchte und dann alles gegen die Wand fuhr. Aber sei es drum, darüber konnte der Brite sich auch noch Gedanken machen, wenn es soweit war. Zumindest mit seiner Serientheorie lag er an diesem Punkt goldrichtig. Nun, war hatte er erwartet? Gab es heutzutage überhaupt noch Filme wo mal keine Waffe drin vorkam? Er glaubte nicht. Kinderserien ausgenommen, natürlich. Wobei … mh. „Ja, das ist richtig. Der Abzug sollte immer unbesetzt sein, wenn du nicht vorhast die Waffe zu nutzen.“, platzierte er sein kleines Lob mit einem sympathischen Grinsen, ehe er mit der Waffen-Instruktion fortfuhr.

Als die Vorbereitungen abgeschlossen und Amélie sowohl die Ohrenschützer, als auch das Magazin in der Waffe hatte, trat Riley einen kleinen Schritt zurück. Mit verschränkten Armen und dem Blick durch die dunklen Brillengläser hindurch, hing seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf seiner Kollegin. Helfen konnte man schließlich nur, wenn man auch sehen konnte was passiert. Außerdem ging er immer noch von der hohen Wahrscheinlichkeit aus einen Schockmoment mitzuerleben. Klar, die Lautstärke war weniger das Problem, aber so eine Wucht das erste Mal zu erleben war etwas ganz anderes. Er erinnerte sich noch gut an sein erstes Mal an der Waffe und den damit verbundenen Gefühlen. Die Aufregung, der Nervenkitzel, alles Dinge die er glaubte in ihrem Gesicht erkennen zu können. Konzentration war dabei nicht so wirklich wichtig, da sie die Grundvoraussetzung darstellte und er konnte sie ganz eindeutig in ihrem Blick, sowie der etwas steifen Haltung, erkennen.
Gespannt und bereit einzugreifen, observierte der Brite seine momentane Schülerin. Als sich der Finger endlich bewegte, lagen nur noch Sekunden zwischen der Motorik des Körpers und dem Knall der Waffe. Das Mündungsfeuer schoss aus dem Lauf heraus. Der Schlitten eilte nach hinten, um die nächste Patrone aus dem Magazin zu holen und der Rest schnellte … nach oben? Ehe sich Riley versah, prallte die Waffe mit Amélies Nase zusammen. „Amélie!“, rief er leicht schockiert und sprintete die wenigen Schritte zu ihr, um einen Blick auf sie werfen zu können. Erleichtert, atmete er auf, als der Braunhaarigen augenscheinlich nichts fehlte. „Gott, hast du mir einen Schrecken eingejagt! Aber das meinte ich mit dem Rückstoß, er ist nicht zu unterschätzen.“. Was die brünette Dame nun sicherlich selbst verinnerlicht hatte. Er hätte sie zwar am liebsten jetzt schon wieder behandelt, aber da schien sich wohl jemand die verbissene Aufgabe gesetzt zu haben, es hinzubekommen. Gut, wie er fand. Engagement war auf jeden Fall nicht das Problem der Engelin. Weswegen die Bestätigung auch nicht lange auf sich warten ließ.
„Okay! Dann weiter.“, rief er und er formte als Handzeichen einen Kreis mit Daumen und Zeigefinger. Um die Verletzung würde er sich nachher kümmern. Außer natürlich sie haute sich mit dem Ding jetzt nochmal eine ins Gesicht. Was, so hoffte er, nicht passieren würde.

Also nahm er wieder ein paar Schritte Abstand und schaute wieder auf Amélie. Wo die Schüsse hingehen, das brauchte er im ersten Moment nicht wissen. Die Abläufe waren viel wichtiger. Die Treffer würde sie vermutlich schon selbst hervorheben. Was – auch wenn er irgendwo in seinem inneren nicht an Vorhersehung glaubte – auch passierte. „Ha! Sehr gut!“, gratulierte er mit einem enthusiastischen Klatschen. Das er nicht hingesehen hatte, musste sie ja nicht wissen. So glücklich wie sie gerade dreinschaute, sollte die Illusion doch bestehen bleiben.
„Ich habe da damals mehr Versuche für gebraucht. Also nicht schlecht, wirklich.“, er trat näher an sie heran und deutete mit seinem rechten Arm in Richtung Zielscheibe und wieder zu sich zurück. „Du hast allerdings noch ein paar Probleme mit deiner Haltung, deswegen war das Treffen etwas schwierig.“, er hob zu weiteren Visualisierung seinen Abzugsfinger, „Wenn du schießt, achte darauf deine Fingerspitze mittig auf dem Abzug zu haben. Das verhindert ein Verziehen nach links oder rechts.“, sein Oberkörper neigte sich leicht nach vorne, „Zusätzlich hilft dir eine leicht nach vorne geneigte Haltung des Oberkörpers dabei, den Rückstoß besser zu kontrollieren. Hier, lass es mich mal genauer demonstrieren.“. Mit diesen Worten ließ er sich kurz von Amélie die Waffe überreichen. Sie würde sie natürlich danach wiederbekommen, aber es half sicherlich das Ganze auch mal an anderen sehen zu können. „Den Oberkörper also nach vorne, den Finger auf den Abzug, die Arme leicht angewinkelt. So fällt es mir leichter die Waffe stabil zu halten und mich auf mein Ziel zu fokussieren.“, womit er die Waffe auch schon wieder sinken ließ.

Also, hier hast du sie zurück. Probiere es nochmal mit den restlichen Kugeln, dann gibt es bei den Temperaturen erstmal eine kleine Pause.“, ein Grinsen erschien auf seinen Lippen, „Ich mutier hier schon zu einer halben Wüste.“, ein Lachen ertönte, „Und zu einer lebenden Sauna. Der Wald ist echt die Hölle, wenn es ums Klima geht.“. Was nicht einmal gelogen war. Große Leute brauchten eben auch viel Wasser. Plus, die Waffe konnte in der Zeit abkühlen. Die nächste Übung hatte nämlich etwas mit dem auseinander und zusammenbauen des Dings zu tun. Wer seine Waffe benutzte, der musste sie immerhin auch pflegen können. Nur auf Ziele zu schießen war eben nur die eine Hälfte der Pflichten und Aufgaben. Trotzdem: Er war gespannt, wie sie sich nun schlagen würde. Es würde sich also zeigen ob sie eine schnelle, oder eine langsame Lernerin war.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyDo 4 Feb 2021 - 18:15
24. Juni 2015, Nachmittag
Mit @Riley Constantin

Es war ja schon ein bisschen süß, wie besorgt Riley schien, als ich mir unbeabsichtig die Pistole ins Gesicht gehauen hatte. Verständlich war es auf jeden Fall, sicherlich wollte kein guter Lehrer, dass sein Schüler sich beim Training verletzte. Doch ich war hartnäckiger als ich aussah, weswegen wir keine Pause für eine Not-Behandlung einlegen mussten. Generell wusste ich nicht, ob es da viel zu heilen gab - dafür musste Riley sich später wirklich nicht anstrengen. Immerhin konnten kleinere Verletzungen wie Kratzer und Schrammen auch sehr gut alleine heilen, ein bisschen durfte man seinen Körper ja auch mal arbeiten lassen.
Die nächsten Schüsse fielen und bei jedem Mal wurde ich ein wenig sicherer. Als ich mich voller Freude zu Riley drehte machte alles den Anschein, dass er alles genau beobachtet hatte, weswegen es für mich keinen Grund gab, dies anzuzweifeln. Ich war stolz auf mich, obwohl ich mit meinem momentanen Können wohl niemanden wirklich treffen würde; zumindest nicht beim ersten Versuch.

Der Blonde trat etwas näher an mich heran und gab ein paar Hilfestellungen und Tipps, da ich bei weitem noch nicht perfekt war. Stören tat mich dies auf keinen Fall, ich wusste ja, dass ich ein blutiger Anfänger war und wenn es eins gab, was ich gut konnte, dann war es lernen. Schon immer hatte ich Wissen mit Freuden aufgesogen, und auch hier würde es sicherlich nicht anders sein; auch wenn es hier auch um die praktische Anwendung ging.
Konzentriert folgte ich seinen Worten, nickte hier und da und gab ihm anschließend die Waffe, damit er demonstrieren konnte. Ich versuchte, mir seine Verbesserungsvorschläge genau zu merken, und nahm die Pistole dann nach ein paar Momenten wieder entgegen. „Alles klar! Eine Pause klingt gut, es ist wirklich verdammt warm.“ Ein kleines Lächeln bekam mein Kollege, ehe ich mich dann doch wieder von ihm wegdrehte und die Zielscheibe ins Visier nahm. Eine Pause war schön und gut und kaltes Wasser klang gerade himmlisch, doch erst wollte ich das tun, was mir aufgetragen wurde. Noch viel mehr wollte ich auch das umsetzen, was mir Riley gerade gesagt hatte. Meine Motivation hatte definitiv nicht nachgelassen, jetzt wo ich die Pistole in der Hand hielt fühlte ich mich sogar noch viel sicherer mit meiner Entscheidung. Wenn ich ein Ziel verfolgte, dann würde ich es auch erreichen. So war ich schon immer.
Ich begab mich wieder in Position, streng darauf bedacht, alles umzusetzen, was mein Kollege und Lehrer mir beigebracht hatte. Höchst konzentriert zielte ich mit der Waffe in der Hand und betätigte den Abzug, erst einmal, dann zweimal, und immer wieder bis keine Schüsse mehr fielen, sondern nurnoch ein leises Klicken von der Pistole kam. Das Magazin war damit leer und ich stellte mich wieder etwas entspannter hin, den Blick noch immer auf die Zielscheibe fixiert. Mit Rileys Tipps war es mir diesmal tatsächlich leichter gefallen, zu zielen, und alle Schüsse waren irgendwo auf der Zielscheibe gelandet. Die wenigsten in Nähe der Mitte, aber das war mir erstmal egal. In einem richtigen Kampf sah alles sowieso ganz anders aus und ich hätte viel weniger Ruhe und möglicherweise auch weniger Standfestigkeit, also wer wusste schon, ob ich da tatsächlich mein Ziel treffen würde - doch für den Moment reichte meine Leistung sicherlich erstmal.

Zufrieden übergab ich Riley die Pistole, nahm mir die Ohrschützer vom Kopf und tapste barfuß zurück zum Rucksack und den Getränken. Ich setzte mich wieder auf das Gras und wischte mir mit dem rechten Ärmel erstmal sehr ladylike den Schweiß von der Stirn, ehe ich mir wieder die Flasche nahm, von welcher ich vorhin schon getrunken hatte, und nahm wieder ein paar kräftige Schlucke von dieser. Erfrischt von dem Wasser stellte ich die Flasche kurz ab, fischte eine Packung Taschentücher aus meiner Handtasche und nahm eines aus dieser. Das Tuch wurde kurz mit etwas Wasser angefeuchtet und ich machte mich daran, das Blut von meiner Nase endlich wegzuwischen - vorsichtig natürlich. Bei Berührung schmerzte meine Nase noch ein klein wenig, ansonsten aber spürte ich nichts.
„Sogut wie neu“, sagte ich zufrieden, als das Blut weg war und lächelte Riley unschuldig an. „Ich hoffe es stört dich nicht, was ich jetzt mache, aber das muss leider sein.“ Mein Lächeln wurde zu einem Grinsen und wieder nahm ich die Flasche, die noch ein bisschen Wasser in sich hatte, und kippte sie mir ohne zu zögern über den Kopf. Das Wasser lief mir über die Haare, das Gesicht und tropfte auf mein Oberteil; meine Augen waren dabei genießerisch geschlossen. Ich hoffte inständig, dass er es nicht als unverzeihliche Wasserverschwendung ansah, denn es tat gerade unglaublich gut. Außerdem hatte er so vielleicht ja doch eine Art Show bekommen.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyFr 5 Feb 2021 - 13:19
24.06.2015, Nachmittags (14:15 Uhr)
mit @Amélie

Die Waffe war wieder an seine Kollegin übergeben, die Distanz wiederhergestellt und ihr Eifer anscheinend zu neuen Höhen aufgestiegen. Die Pause als eine gute Idee abstempelt, verlor Amélie nicht mal ein paar Sekunden damit, sich anderweitig zu beschäftigen und legte los. Schuss nach Schuss prasselte auf die Zielscheibe ein und dieses Mal wagte es der Brite sogar einzig und allein auf ihre Leistung zu achten. Nur vereinzelt schwenkte sein Kopf zu ihr hinüber, aber das war mehr eine kleine Kontrolle, als ein genaues Beobachten. Vermutlich noch wegen vorhin, damit die Pistole nicht wieder in ihrem Gesicht landete. Schräg sah es trotzdem aus.
Eine braunhaarige Frau mit Blut unter der Nase und einer Waffe in der Hand zu sehen. Als wäre Amélie gerade aus einem dieser Action-Filme gekrochen, wo die Protagonisten nicht unbehelligt aus der Sache herauskamen. Genau, sie hatte sich einen Kampf mit dem Hauptbösewicht geliefert und war jetzt daran ihre Rache zu nehmen. Wer dieser Bösewicht war, vermochte allerdings selbst er nicht zu sagen. Aber das war ja auch nicht wichtig. Außerdem: Seit wann brauchte ein Kopfkino gute Gründe? Es hieß ja nicht ohne Grund Fantasie.  
 
Zufrieden nickte der Blondschopf, als Amélie endlich die Waffe sinken ließ und an ihn übergab. Den Luxus, seine Ohrhörer abzunehmen, musste er aber noch ein wenig verzögern. Vorsichtig brachte er das Schießeisen zurück zum Rucksack und legte es dort neben die Box auf eine kleine Decke. Dreckig werden sollte das Ding nämlich auf keinen Fall. Erst dann bekamen seine Ohren endlich mal frische Luft zum Akklimatisieren. Zufrieden mit sich selbst und der Welt, ließ auch er sich dann ins trockene Gras fallen. Das linke Bein ausgestreckt, das andere angewinkelt und den rechten Arm lässig über die sich bietende Stütze gelegt, betrachtete er seine Kollegin. Mit einem spontanen Grinsen schüttelte er den Kopf, als die Realisation eintrat, dass sie schon längst am Trinken war. Ganz schön gierig, die Gute.
Seine magische Barriere mit Zielscheibe löste er schon einmal mit einem auf. Ein Schnipser reichte und wie Papierfetzen, die nach einem Feuer in die Luft entschwanden, verschwand das magische Szenario in kleinen blauen Partikeln. Erst dann griff auch er sich eine Wasserflasche.
„Ich hoffe, dass das auch der Wahrheit entspricht.“, mahnte er leicht amüsiert und war sichtlich erleichtert keine Action-Heldin mehr neben sich sitzen zu haben. Wobei … ihre Wassershow erinnerte ihn dann doch wieder daran. „Sicher, dass du und Lara Croft nicht verwand seid? Ich sehe da so ein paar Tendenzen.“, scherzte er und erlaubte sich sein Wasser lieber zu trinken. „Damals in Kuwait haben wir das auch öfter gemacht. Die Sonne brannte immer wie Hölle und in den Fahrzeugen war es noch stickiger als draußen. So eine kleine Mini-Dusche war wirklich was feines.“, sein Blick wandte sich gen Himmel, ehe sein Kopf wieder zu Amélie zurückkehrte. „Und eng … eng war es auch noch. Zusammen mit bis zu sechs Leuten hinten drin zu hocken. Glaub mir, absitzen war die pure Erlösung. Da bin ich froh, dass die Temperaturen hier nicht ganz so unbarmherzig sind und Mitleid mit einem alten Herrn zeigen.“.  
Ein leichtes Schmunzeln zierte seine Lippen, als die Erinnerungen in Form von kurzen Szenen seinen Kopf wie Notizzettel durchflogen. Den Fakt, dass seine Kollegin damit vermutlich gar nichts anfangen konnte, vergaß er kurzzeitig. Umso mehr holte ihn in diesem Moment der Gedanke ein, wie wenig man eigentlich voneinander wusste. Als ob man aneinander vorbeigelebt hatte … irgendwie. „Aber ich muss zugeben, dass die Show von dir besser war, als von meinen Kameraden.“, lachte er mit gesenktem Haupt, ehe seine Aufmerksamkeit wieder zu seiner Schülerin zurückkehrte. Sein Amüsement fest auf seine Gesichtsmuskeln gepresst. Stets fröhlich, so, wie man ihn eben kannte. Dennoch konnte man ganz eindeutig sehen, dass irgendwer - oder irgendetwas - den Doc sichtlich beschäftigte. So, wie er gerade die Umgebung betrachtete, war so ein Eindruck sicherlich nicht unbegründet.  
 
„Sag mal, Amélie.“, richtete er mit Blick auf die Baumreihe gerichtet das Wort an sie und schwenkte dann seinen Kopf zu ihr, „Glaubst du, man kann des Lebens müde werden?“. Was an diesem Punkt eine rein hypothetische Frage war. Es gab viel philosophisches Geschwurbel, dass in seinem Kopf vorging und bei Gott, nicht alles sollte man mit anderen Teilen. Diese Frage jedoch lag ihm schon öfter auf der Zunge. Besonders im Bezug auf seine eigenen Lebensumstände wäre eine zweite Meinung eigentlich gar nicht so unwichtig. „Und damit meine ich nicht aus irgendwelchen tragischen Gründen oder so. Sondern einfach, weil es vielleicht zu lang war. Obwohl das jetzt wohl kein Problem ist, das sich normale Leute stellen, aber du kannst mir folgen, oder?“.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptySo 7 Feb 2021 - 17:07
24. Juni 2015, Nachmittag
Mit @Riley Constantin

Es zauberte mir ein breites Lächeln auf die Lippen, als Riley mich mit Lara Croft verglich. Verwandt waren wir natürlich auf keinen Fall - war auch eher schwer, bei fiktiven Personen - aber als Kompliment nahm ich diese Aussage definitiv. Mein Blick richtete sich gen Himmel, während ich mich mit den Händen wieder hinter mir auf dem Gras abstützte und etwas nach hinten lehnte. Ob ich wohl irgendwann wirklich so gut mit Waffen umgehen konnte? Und würden Leute mich dann tatsächlich als cool wahrnehmen, oder eher als eine verblendete Verrückte? Unsicher biss ich auf meiner Unterlippe herum; ich würde ungerne erleben, dass die ganze Schule über mich lachte. Aber es passte nicht zu mir, so negativ zu denken und wie ein Pessimist von allem schlechtem auszugehen, weswegen diese Gedanken auch schnell verflogen und ich mich eher darauf konzentrierte, was ich wollte. Ich hatte ja sowieso kein Problem damit, so rumzulaufen wie ich wollte, also was änderten schon ein paar Pistolen mehr oder weniger daran? Außerdem würde ich mich damit unheimlich wohl fühlen, und das war wohl die Hauptsache. Und cool, cool würde ich mich damit sicherlich auch fühlen.

Ich drehte meinen Kopf, sodass ich Riley anschauen konnte, als dieser anfing von etwas aus seiner Vergangenheit zu erzählen. Es fühlte sich so an, als würden sich ganz langsam ein paar Puzzleteile in meinem Kopf zusammenfügen, was die mysteriöse Vergangenheit des Arztes anging. Vielleicht war sie ja auch gar nicht so mysteriös und er würde mir alles erzählen, sollte ich fragen, aber das war ja langweilig. Außerdem hatten wir noch nie so viel Zeit zusammen verbracht wie heute, sicherlich würde ich ihn schnell besser kennen, sollten wir noch öfter mehr Dinge miteinander unternehmen. Aber ob das wirklich passierte, wer konnte das schon wissen?
Ich vermutete, dass er irgendwann beim Militär gewesen war, doch bevor ich fragen konnte brachte er mich mit seinem Kompliment leise zum lachen. „Danke“, antwortete ich grinsend und schaute ihn für einen Moment länger an, ehe ich den Kopf wieder dreht und mein Blick sich erneut gen Himmel richtete. Ein paar Vögel waren hier und da zu sehen, und zu hören, doch ansonsten war es relativ ruhig und zumindest eine willkommene leichte Briese gesellte sich auch zu den hohen Temperaturen. Nach ein paar Momenten der Stille ertönte die Stimme meines Kollegen wieder, was mich dazu veranlasste, ihn erneut anzuschauen. Ruhig betrachtete ich ihn, während ich ihn fertig sprechen ließ - doch irgendwie beunruhigten mich seine Worte. Klar, man konnte immer sagen, dass alles rein theoretisch war; aber selbstverständlich fragte ich mich direkt, ob diese Gedanken dem Constantin näher standen, als er vielleicht erahnen lassen wollte.

Ich musste nicht lange über seine Frage nachdenken, weswegen er auch schnell eine Antwort von mir bekam. „Ja.“ Eine ruhige und unmissverständliche Antwort. Ich wandte meinen Blick ab, setzte mich etwas gerader hin und strich unterbewusst mit meiner rechten Hand vor mir über das Gras, welches ich ebenso betrachtete. „Engel haben das Problem, soweit ich das beurteilen kann, nicht, da wir dafür geschaffen sind, ewig zu leben. Solange uns niemand dieses Leben nimmt. Aber bei Menschen ist das anders, eure Leben sind viel kürzer und so wurdet ihr von der Natur geschaffen.“ Ich erinnerte mich an meine Zeit im Krankenhaus zurück. Es waren definitiv nicht alle, doch viele ältere Menschen waren bereit, zu sterben, wenn sie sich fühlten als wäre ihre Zeit gekommen. Das war sicherlich ein Teil davon. Vielleicht war die Psyche von Menschen nicht für ein Jarhunderte langes Leben geschaffen; wobei es immer Ausnahmen gab. „Das heißt nicht, dass ich eine Expertin darin bin - ich meine nur, dass ich es mir vorstellen kann.“ Wieder schaute ich zu Riley und lächelte ihn leicht an.
Ein paar Momente vergingen, bevor ich wieder das Wort erhob, den Blick auf den Blonden gerichtet. „Nimm mir die Frage nicht übel, aber du hast ja schon öfter angedeutet, dass du viel älter bist, als es scheint. Denkst du, du hast schon lange genug gelebt?“, fragte ich vorsichtig. Ich sprach sehr sachlich und in meiner Stimme schwang kaum eine Emotion mit, was nicht bedeutete, dass ich gerade nichts fühlte. Vor allem nicht, wenn an meiner Frage etwas dran war. „Da wir uns gerade erst kennenlernen, hoffe ich ehrlich gesagt auf ein 'Nein'.“ Meine Worte waren leise und lediglich ein schwaches Lächeln zierte meine Lippen. Es war ja nicht so, als kannte ich Riley gut - wir waren nichtmal Freunde. Aber es gab Potenzial. Ich hatte schon viele meiner menschlichen Freunde in meinem Leben verloren, sodass man meinen könnte, man würde sich daran gewöhnen. Aber das tat ich nicht, es wurde nie leichter. Sich deswegen einfach von Menschen fernzuhalten war für mich aber auch keine Option. „Ich wollte ja eigentlich nicht fragen, aber wie alt bist du?“


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyMo 8 Feb 2021 - 20:11
24.06.2015, Nachmittags (14:30 Uhr)
mit @Amélie

„Schon klar.“, erwiderte er leicht amüsiert, aber dennoch sichtlich nachdenklich. Laut Amélie war es also die Art, welche den Unterschied machte. Engel waren für das ewige Leben gemacht, darum störte es sie nicht. Menschen hingegen, so vergänglich und fragil sie auch waren, würden damit also nicht zurechtkommen. Hypothetisch gesprochen, versteht sich. Auch wenn sich in seinem Kopf die Frage in den Vordergrund drängte, wer in ihrer Erklärung die Rolle der Natur einnahm. Der, den man als „Gott“ betitelte, vielleicht? Ein paar Sekunden lang schaute der Doc recht angestrengt an Amélie vorbei in die Baumreihen, als würden die Äste eine Antwort parat halten. Auf jeden Fall ein Interessanter Gedankengang dem er, bis auf ein paar Einzelheiten, doch irgendwie zustimmen konnte. „Klingt plausibel. Zumindest eine Sichtweise, die ich großteilig teilen kann.“, verkündete er schließlich sein internes Urteil, bevor seine Gesichtszüge sich wieder entspannten.
 
Auf die folgenden Fragen seiner Kollegin bereitete ihn das allerdings herzlich wenig vor. Leicht überrascht im ersten Moment, brauchte es ein wenig, bevor er sich dazu äußerte. Hoffentlich hielt sie ihn jetzt nicht für Lebensmüde oder so. Das hätte ihm gerade echt noch gefehlt. „Also das ist eine sehr seltsame Art nach dem Alter zu fragen.“, erwiderte er leicht schmunzelnd und nahm die Sonnenbrille von seiner Nase. Nur, um diese zwischen seinen Fingern immer wieder zu wenden und die Umgebung darin reflektieren zu sehen. „Aber das ist auf jeden Fall nichts Schlechtes. Zumindest meiner Meinung nicht.“, setzte er nach und hob sein Blick wieder, um ihn auf Amélie zu fixieren.
„Also … um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung.“, und er zuckte kurz mit den Schultern. War ja nicht so als ob er sein Ableben auf die Sekunde genau geplant hätte. Geschweige denn wüsste, wann es eintritt. Auf der anderen Seite machte das Wissen die Situation auch nicht besser. Manchmal war es gut, dass gewisse Dinge unvorhersehbar sind. „Woher weiß ich, dass ich lange genug gelebt habe? Wer sagt mir das? Was sind die Inidizien?  Wenn es nach mir geht, dann bin ich auf jeden Fall noch lange nicht bereit zu gehen. Es gibt viel zu viel zu tun, als das ich mir sowas erlauben könnte. Außerdem habe ich Leute, die auf mich zählen.“. Allein die Schüler hier, seine Freunde auf Übersee, eigentlich alle, die er kannte. Sie im Stich zu lassen kam gar nicht in Frage, was zum Teil auch mit seiner eigenen Lebensphilosophie zu tun hatte. So eine Gabe wie er sie hatte, trotz ihres Ursprungs, war immer etwas Besonders. Er würde sie achtlos wegwerfen, wenn er mit so eine Einstellung an das Leben herangehen würde.
„Allerdings…“, er hob aufmerksamkeitsfordernd den Zeigefinger, „… bin ich der Meinung, dass auch meine Zeit irgendwann kommt.“, er lachte kurz auf, um die Atmosphäre zwischen ihnen etwas zu lockern. „Zwar bin ich schon 75 Jahre alt. Aber so lange mein Geist noch Feuer und Flamme ist, bin ich zufrieden mit meinem Opa-Status und meiner Funktion als kaffeebesessener Doc. Und letzteres sogar mit Stolz!“. Was das Grinsen, welches nun auf seinen Lippen erschien, nur umso deutlicher machte. An einem Ego hatte es ihm noch nie gemangelt, so viel stand fest. Er zeigte es nur nicht immer. Zur überaus großen Freude mancher Lehrkräfte, könnte man meinen.
 
„Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Deine Sorgen sind unbegründet.“, versicherte er mit ruhiger Stimme, während seine Sonnenbrille wieder ihren alten Platz auf seiner Nase einnahm. „Ich wollte nur mal wissen, was deine Meinung dazu ist. Wie du auf das Leben an sich blickst. Denn, selbst wenn du als Engel ewig lebst, hast du dich doch den normalen Leuten verschrieben.“. Und jetzt wo er das aussprach, stimmte ihn diese Aussage auch selbst irgendwo zufrieden. Ewig Lebende, die ihr Leben den nicht-ewig-lebenden widmeten. Vielleicht ein bisschen zu schmalzig von der Betonung her, aber Riley selbst empfand das als unglaublich Verantwortungsbewusst und es steigerte zweifelsohne ihr Ansehen bei ihm. Ob sie das brauchte war eine andere Geschichte, aber erstmal war es was Gutes. „Und diese Entscheidung ist, aus meiner Sicht, wirklich sehr bewundernswert.“, betonte er es nochmal und konnte es eigentlich gar nicht oft genug wiederholen. „Deswegen habe ich eigentlich nur die Frage, wann du zu diesem Entschluss gekommen bist.“. Ein schmunzeln zierte seine Lippen. Ernstes Gespräch hin oder her, ein paar Kommentare würden immer aus seinem leicht losen Mundwerk sprudeln. Vielleicht erwartete die Braunhaarige das sogar in dem Moment. „Ich frage im Gegenzug auch nicht nach deinem genauen Alter. Versprochen!“.


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyMi 10 Feb 2021 - 18:00
24. Juni 2015, Nachmittag
Mit @Riley Constantin

Es war ja schön, dass Riley meine Aussagen als plausibel empfand, doch sein vor kurzem noch angestrengter Gesichtsausdruck überraschte mich doch etwas. Legte er gerade vielleicht mehr Wert auf meine Antwort, als mir bewusst war? Ich war kein Philosoph, also ob man von mir die besten Antworten bekam war sowieso fraglich. Vielleicht wären meine Worte auch ein wenig anders oder durchdachter ausgefallen, hätte ich mich länger mit dem Thema beschäftigt - aber so wie es jetzt war, war es auch gut. Immerhin hatte ich nur gesagt, was ich mir vorstellen konnte, nicht, woran ich absolut fest glaubte. Außerdem gab es immer Ausnahmen.

Ich hörte Riley bei seinen nächsten Worten zu und schaute abwechselnd zu ihm und dem Gras vor mir auf den Boden. Ein wenig brachte er mich zum lächeln, andererseits aber waren manche seiner Worte schon ein bisschen komisch. Warum sollten denn andere bestimmen, wann es für ihn Zeit war, zu gehen? Ich hoffte einfach mal, dass er diese Fragen nicht ernst meinte, denn für mich war es ziemlich klar, dass man sowas nur selbst wissen konnte. Und wenn man dieses Gefühl einmal hatte, dann wusste man es wohl auch - zumindest hatte ich dies so von Sterbenden aufgefasst, die bereit waren, zu gehen. Wenn eine andere Person einem sagte, dass man nun sterben sollte, grenzte dies wohl eher schon an ein Verbrechen.
Als er dann endlich sein Alter nannte horchte ich auf und schaute wieder neugierig zu ihm. Schnell musterte ich seine Gesichtszüge nocheinmal und stellte fest, dass er eindeutig nicht so alt aussah, wie er scheinbar war - was für eine Überraschung. „Ich bin mir nicht sicher, ob andere überhaupt von deinem Opa-Status wissen, erwiderte ich mit einem Grinsen. Ich wusste nicht, ob sein Alter ein bekanntes Thema in der Schule war, aber wenn nicht, dann konnte ja auch keiner wissen, dass er schon ein quasi ein alter Mann war. Es sei denn er färbte sich die Haare nun grau und bewegte sich nurnoch gekrümmt mit einem Krückstock fort.

Es beruhigte mich schon, dass er das ganze als unbegründete Sorgen zusammenfasste. Auch interessant war es, wie er das Thema nun auf mich lenkte. Ein bisschen überrascht war ich schon, plötzliche Bewunderung ausgesprochen zu bekommen, so selbstverständlich wie mein Leben für mich gerade war. Ich gab ein leises „Danke.“, gepaart mit einem lieblichen Lächeln von mir, ehe ich meinen Blick geradeaus richtete und auf die entfernten Bäume schaute.
Wann ich mich dazu entschieden hatte, mich den normalen Leuten zu widmen? Konnte man das überhaupt so nennen, wo ich doch immer mal wieder zurück in den Himmel verschwand? Es war beruhigend, dass er mich nicht nach meinem genauen Alter fragen wollte, weswegen ich nun einfach anfing, laut nachzudenken. „Also eine Heilerin war ich schon immer. Die ersten Male, die ich auf der Erde war, hab ich eigentlich nur genutzt, um die Menschen... zu beobachten, sie zu verstehen und von ihnen zu lernen. Wobei ich mich schnell in alles verliebt habe.“ Ich kicherte leise und schaute wieder auf den Boden vor mir hinab, strich erneut über das Gras. „Mein erster Aufenthalt alleine hier war 1922. Mein erster Job war in England als Hausmädchen. Im Laufe der Zeit hat sich das Ganze wohl einfach so ... entwickelt. Irgendwann in den 90ern hab ich die schulische Laufbahn eines Menschen durchlaufen, einfach um das auch mal gemacht zu haben, und dann am Ende auch Medizin studiert. Aber auch vorher hab ich schon hier und da geholfen.“ Gott, war es schwer, festzulegen wann ich was wie entschieden hatte. Alles hatte sich einfach irgendwann, irgendwie ergeben. Ich war mir absolut nicht sicher, ob das eine zufriedenstellende Antwort war und ob ich überhaupt das angesprochen hatte, was Riley genau wissen wollte. Ich war nicht direkt von Anfang an herabgestiegen um das Leben von den Menschen leichter zu machen und alle zu heilen, genauso wenig aber hatte ich jemandem meinen Rücken zugekehrt, wenn ich irgendwo gebraucht wurde. Ich schaute Riley an und schenkte ihm ein entschuldigendes Lächeln. „Tut mir leid, wenn das deine Frage nicht wirklich beantwortet. Es ist schwer, einen genauen Anfangspunkt für irgendwas zu finden. Tatsache ist, dass ich es schon immer mochte, Leuten zu helfen. Und ich glaube hier hat man dadurch immer etwas zutun.“

tbc.: Die Stadt | Yashidori 1/3/16 [Amélie Cazardieu]


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BeitragThema: Re: Alte Waldhütte Alte Waldhütte - Seite 8 EmptyDo 11 Feb 2021 - 16:31
24.06.2015, Nachmittags (14:30- 16:00 Uhr)
mit @Amélie

„Vermutlich nicht.“, grinste er leicht verstohlen auf Amélies Anmerkung zu seinem Opa-Dasein. Nun, er hausierte sowieso nicht so stark mit Informationen zu seinem eigenen Leben, da spielte das Alter auch mit hinein. Wenn er genauer darüber nachdachte, wusste eigentlich nur Vincent wirklich was in seinem Leben abgegangen war und das war ohnehin wenig verwunderlich. Immerhin, man mochte es kaum glauben, kannten sich die beiden schon länger als 10 Jahre. Da kamen so einige komische Geschichten und Erlebnisse zusammen. Nicht zu vergessen die Abenteuer mit Kapitän Blaubeere. Man, er sollte mal wieder zum Grillen einladen. Vielleicht sogar heute? Hatte er überhaupt was da? Hätte er mal früher drauf achten sollen. Aber es war ja nicht so, als ob er dafür nicht noch Zeit hätte, wenn das hier vorbei war. Die Sonne schien noch munter am Himmel, also war es auch noch nicht so spät. Er schrieb es sich vorsichthalber einfach mal auf die mentale To-Do-Liste.
 
Weiter darüber nachdenken wollte er auf jeden Fall nicht. Immerhin wäre es echt unpraktisch beim Loben anderer Leute plötzlich von Rinderfilet oder Steak im Generellen zu sprechen. Ein nicht ganz so einfaches Vorhaben, wenn der Hunger durch den vorherigen Plan zu steigen begann, aber er gab sein Bestes. Mit Erfolg, wie er am Ende bemerkte. Kein Abschweifen zu zukünftigen Grillfeiern oder unpassende Sprüche drängten sich dazwischen. Gut, wenn man ganz genau war, trug am Ende auch seine Kollegin dazu bei es so zu belassen. Es war interessant eine so … ungenaue Antwort zu hören. Bei vielen hatte er immer das Gefühl eine standardisierte Aussage zu bekommen. So, als ob sie immer genau wussten was sie wollten und ohne Probleme ans Ziel gekommen waren. Eine Musterlösung, wenn man so wollte. Doch hier schien es alles andere als wirklich perfekt. Ihre Geschichte wirkte, trotz simpler Worte, relativ stark verwoben mit ihrem Leben. Allein das die Schullaufbahn 70 Jahre nach ihrem ersten Job kam war … ungewöhnlich. Also, zumindest für jemanden wie ihn, der die Schule nicht mehr gemocht hatte als jeder andere Junge zu der Zeit. Eine Tatsache, die sich bis heute wohl nicht unbedingt geändert hatte. Er schmunzelte sogar ein bisschen, als er sich diese schon ältere Amélie in einer dieser Abendschulen vorstellte. Musste echt lustig sein mit so viel Lebenserfahrung dort drin zu sitzen und Sachen aus den Geschichtsbüchern hautnah miterlebt zu haben.
 
„Was? Nein, die Antwort war total in Ordnung. Wirklich!“, lachte er entspannt los und versuchte ihre Selbstzweifel diesbezüglich auszuräumen, „Ich will ja keinen Bericht über dich schreiben. Abgesehen davon: Diese unschlüssigen Antworten sind mir hier sogar lieber. Fühlt sich dann nicht so an als ob man einem so eine Musterlösung präsentiert und alles wie ein Lebenslauf herunterdichtet.“. Außerdem ließ der Anfang ihrer Beschreibung auf ein paar mehr Jahre auf dem Buckel schließen, als es vermutlich zu beginn den Anschein machte. Aber versprochen war nun einmal versprochen und er würde sich da nicht weiter hineinsteigern.
„Was die Arbeit angeht, kann ich dir allerdings nur zustimmen. Es gibt hier zwar immer viel Zeiten wo es ruhig ist, aber wenn dann mal was los ist … uiuiui. Wir hatten hier echt schon alles, auch drüben im Krankenhaus. Von hyperventilierenden Eltern, bis hin zu Laktoseintoleranz und den alltäglichen Teenager-Dramen.“, er zuckte Beiläufig mit den Schultern und versuchte aufzustehen, „Aber, so wichtig ist das nicht. Tatsache ist: Du wirst dich immer an meine Worte erinnern, wenn dir so ein Fall unter die Augen tritt.“. Was – mal wieder – mit einem leicht schelmischen heben seiner Mundwinkel untermauert wurde. War genauso wie von Klopapier reden, auch wenn es angenehmere Gesprächsthemen gab. „Und jetzt komm, wir üben das zerlegen und Zusammenbauen. Damit du deine später selbst reparieren und reinigen kannst. Sollte ja sicherlich nicht verwundern das, wenn du dich um deine Ausrüstung kümmerst, sie das gleiche für dich tut.“.
 
Gesagt, getan. Noch eine gute Stunde verbrachte der Blondschopf damit seiner Kollegin die Einzelheiten des Schießeisens näher zu bringen. Worauf man achten sollte, wie die richtige Pflege aussah. Was man machte, wenn sie einfach bei der Nutzung blockierte. Oder, weil die beiden noch Zeit hatten, wie man die Kugeln richtig in ein Magazin hineindrückte, ohne das sie einem wieder hinausflogen. Schüsse allerdings fielen am heutigen Tage keine mehr. Was, so seine Einschätzung, nicht schlimm war. Amélie würde sowieso erstmal ein bisschen brauchen, um sich das ganze Zeug von heute genaustens einzuprägen. Sie schlug sich zwar schon sehr gut, aber das würde nicht so bleiben, wenn sie es nicht ständig wiederholte. Noch nie hatte jemand eine vollständige Waffenausbildung an einem Tag gemacht und sie bekam schon eine ziemlich abgespeckte Versiom davon. Zweifel, dass sie es wirklich vergessen würde, machte sich der Blondschopf allerdings nicht. Amélie würde spätestens übermorgen mit ihren eigenen Schießeisen üben können, da konnte sie das Gelernte in Ruhe und Frieden wiederholen.
Um 16 Uhr war es dann endlich soweit und die Beiden machten sich auf den Weg zurück zum Parkplatz. „Denk auf jeden Fall daran, dass du die Übungen zuhause nochmal durchgehst. Ich habe noch ein Buch bei mir, das ich dir noch mitgeben kann, da stehen nochmal extra Sachen drin.“, erinnerte er sie trotzdem noch einmal an die nun vor ihr liegenden Aufgaben, bevor es dann in die heimischen Gefilde ging. Lässig und zum Teil auch einfach froh gleich eine kühle Wohnung vor sich zu haben verabschiedete sich der Doc noch von seiner Kollegin, dann gingen beide getrennte Wege.
 
Tbc: Die Stadt | Yashidori 1 Wohnhaus | Yashidori 1/1/8 [Riley Constantin]


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