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 Uferpromenade

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Leviathan
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BeitragThema: Uferpromenade   Di 4 Jan - 0:12

das Eingangsposting lautete :

Die Uferpromenade



Die Promenade ist am Rande der Stadt und vorallem nachts oder zu Dämmerungszeiten sehr beliebt. Der passende Ort um einen Spaziergang zu zweit oder allein zu machen.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   So 5 Jun - 21:19

Ich konnte mich von dem Anblick, den ich verursachte, nicht lösen. Es ist als speißte er mich mit dunkler Energie - was ja im Grunde auch irgendwie stimmte. Dann plötzlich ertönte Lisanna’s Stimme hinter und ich drehte mich blitzschnell um. Verdammt, das hat mir gerade noch gefehlt. ”Lisanna, was willst du hier?” seltsam ruhig klang meine Stimme, doch min Gesicht war durchsetzt mit Schock und Wut. Ich schritt hastig auf sie zu. Seltsamerweise schaltete min Kopf direkt darauf, die Bedrohung zu eliminieren. Normalerweise wäre es mir egal, aber diesmal gibt es Leute in meinem Leben, die hiervon besser nichts erfahren sollten. ”Hör zu, wenn du jemandem-” Meine Hand griff nach ihrem Kragen, doch ihre Hand war schneller und fing meine noch in der Luft ab. Sie schlug vor, zu fliehen und zog mich schon bald mit sich. Zugegeben, sie reagierte schneller als ich überhaupt hinterher kam. Nach einigen rennenden Schritten wurden wir wieder langsamer und sie fing auch sogleich an zu fragen, was das los gewesen war. Ich war wohl noch immer etwas mitgenommen, hatte die Blonde doch meine Erwartungen übertroffen. ich dachte, sie würde schreiend davon laufen und es alle wissen lassen. Dass sie so kooperativ ist, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht! ”Ähm… das...” Wie soll ich ihr das nur erklären? ”Also… Dschinns können praktisch ewig leben, ja?” Begann ich und versuchte mitzuhalten. Besonders langsam lief sie nämlich noch immer nicht und 100% auf der Höhe bin ich auch noch nicht wieder. ”Und, äh… das liegt daran, dass wir anderen das Leben entziehen.” keuchte ich und fixirte sie von hinten. ”A-also, wir müssen! Sonst… sterben wir...” Kaum hatte ich das gesagt, blieb ich stehen. sie auch, denn sie hielt immernoch meine Hand. Ich war leicht vornübergebeugt und musste erstmal verschnaufen. ”Lisanna, glaub mir...” begann ich, noch immer schwer atmend. ”...ich würde alles dafür tun, darauf verzichten zu können...” Mir war die Bedrücktheit ins Gesicht geschrieben. Natürlich, wie soll man sich verhalten, wenn man gerade jemand unschuldiges praktisch ermordet hat? Noch dazu auf eine so scheußliche Art und Weise. Ich richtete mich mühsam wieder auf. ”Hätte ich das nicht getan hätte ich den Sonnenaufgang nicht mehr miterlebt...” meine Stimme war inzwischen auf ein Drittel der normalen Lautstärke runtergefahren. ”Also, bitte, Lisanna.” Ihr Gesicht vor mir. Ich schritt auf sie zu. ”Bitte behalte das für dich. Ich tu was immer du willst, wenn du es nicht weitererzählst!” Die Verzweiflung, war deutlich raus zu hören.

Sekunden des Schweigens verstrichen und ich setzte mich in normaler Schrittgeschwindigkeit wieder in Bewegung. Dass ich bald Nachschub brauchte, sagte ich ihr nicht. Sie hätte mir nicht folgen sollen. Das war doch alles nicht geplant…! Ich fiel in bedrückendes Schweigen. Keine Ahnung, ob ich diesem Mädchen vertrauen kann, wenn sie mir sagt, sie würde es für sich behalten. Ist es wirklich wichtig? ...ja, ist es. Lisanna fing an zu reden, über Misaki’s Augen. ”Hä?” Fragend blickte ich sie von der Seite an. Wo kam das denn jetzt her? ”Äh… ja, schon. Wie Edelsteine...” Den letzteren Teil meiner Aussage flüstert ich ihr lediglich zu. Da war sie: Misaki. Ich hatte das starke Bedürfnis, mir nichts anmerken zu lassen, einfach so wie immer zu tun. Dass diese Art mich zu spielen irgendwie total überholt war, wusste ich. Doch es war mein Bedürfnis. Schließlich will ich nicht dafür abgewiesen werden, dass ich Gefühle zeige. Ich vertraue hier niemandem genug, um mich wirklich in ihrer Gegenwart zu entspannen. Das war mein Stichwort für meine neutrale Mine. Unsere Augen trafen sich und mir blieben die Worte aus. Ich dachte nicht, dass ich das mal sagen werde, aber… zum Glück war Lisanna zur Stelle um mit Misaki zu reden. So sehr ihre Entschuldigung auch angebracht war, die Umarmung hätte sie sich sparen können. Etwas ungutes regte sich in mir bei diesem Anblick. Ich wandt mich still und leise ab und blieb ein paar Meter hinter Misaki und Lisanna.

Zwischen Meer und Bank stand ich nun mitten auf dem Weg, starrte aufs Meer hinaus und versuchte gleichzeitig, so viel von der Unterhaltung mitzubekommen, wie es nur ging. Es sah gut für mich aus: Lisanna wollte verschwinden. Misaki wollte bleiben. Das erfreute mich mehr als mir lieb war. Ich hatte sogar das Gefühl, als hätte sich mein Gesicht ein wenig entspannt, als ich ihre Worte vernahm. Als Lisanna sich dann von Misaki weg bewegte schaute ich in ihre Richtung. Lediglich ein verständnisvolles Nicken bekam sie von mir, nachdem sie sich verabschiedete. Mir war schon klar, dass sie irgendwann ein richtiges Dankeschön verdient hatte, bloß nicht jetzt. Kaum war das Mädchen weg, kehrte eine fast schon unheimliche Stille ein. Ich begann nach ein paar Augenblicken, mich zu Misaki zu bewegen und ließ mich kurzerhand seufzend neben ihr auf dem Boden nieder. Die Beine leicht angewinkelt saß ich ein wenig gekrümmt da und ich muss zugeben, es fühlte sich gut an mal ein wenig lockerer zu sitzen. Nun konnte ich förmlich spüren, wie meine Kraft wieder zurückkam. Ganz dunkel war es noch nicht geworden, aber der Mond ging gerade auf und spiegelte sich in seiner ganzen Kraft auf dem Wasser wieder. Dazu die kühle Abendluft- herrlich! ”Das erinnert mich an Aleksandria.” unterbrach ich die Stille schließlich und trug dabei sogar ein kleines Lächeln auf den Lippen. ”Wie Amarna und Fenuku sich an Vollmondnächten runter zum Hafen geschlichen haben...” Ich seufzte, hatte aber einen Ausdruck von Nostalgie in meinen Augen. ”...und ich musste aufpassen, dass ihnen nichts zustößt...” Abermals geriet meine Stimme ein wenig ins Flüstern. Seit geraumer Zeit habe ich nun schon Heimweh. Eigentlich schon, seit ich freigelassen wurde, doch es wird von Tag zu Tag schlimmer. Was bringt es, sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen? Ich bin hier um mich zu unterhalten.

”Also, Misaki. Was ist der Anlass?” harkte ich nach und richtete langsam meinen Blick in ihr Gesicht. Sie saß höher als ich, weswegen ich zu ihr aufblicken musste, doch aus irgendeinem Grund störte mich das heute besonders wenig. Erstmal begann ich selbst darüber nachzudenken. Hatte ich etwas falsch gemacht? Wollte sie mich zusammenstauchen, weil ich vorhin einfach abgehauen bin? Ich musterte ihr Gesicht und mir fiel eine Frage ein, die ich ihr in dieser Form wohl noch nie gestellt hatte... ”Misaki, geht es dir gut...?” Vielleicht hatte sie etwas auf dem Herzen. Doch warum würde sie das gerade mir anvertrauen? Lisanna ist weitaus zutraulicher als ich, ich glaube kaum dass sie mir... oder würde sie? ”Du hast etwas anderes an dir...” Woher diese Aussage kam, wusste ich selbst nicht. Es war nur ein Gefühl, doch mir schien als hätte sie sich über irgendetwas Gedanken gemacht. ”Wenn du, du weißt schon... reden willst, oder so... jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.” ich zuckte mit den Schultern und versuchte nicht allzu gleichgültig zu klingen. Ich war noch nie jemand zu dem die Leute gekommen sind um über ihre Probleme zu reden. Folglich war ich auch nicht wirklich die Empathischste Person auf Erden... doch für sie würde ich es vielleicht einmal versuchen. Mein Blick war wieder nach vor gerichtet und ich erwartete ihre Stimme fast schon sehnsüchtig.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mo 6 Jun - 21:36

Meine Idee jeden Tag mit ihr hier her zu kommen gefiel Misaki eher weniger. Sie meinte das zwei Mal die Woche ihr Limit wäre und irgendwie konnte ich sie auch verstehen. Jeden Tag mit dem Rollstuhl her zu kommen nur um aufs Meer und die untergehende Sonne zu starren würde mehr stressen als entspannen. Vielleicht könnten wir das ja später machen wenn sie sich wieder frei bewegen kann. Falls das jemals so sein wird. Ich wusste ja nicht mal wieso sie im Rollstuhl saß.

Während ich mit Seth unterwegs war erklärte er mir das Dschinns wie er zwar ewig leben können, das sie dafür aber anderen das Leben entziehen müssen. Das war schon ein ziemlicher Schock für mich. Zu hören das jemand mit dem ich mich anfreunden wollte das Leben anderer nutzt um sein eigenes zu verlängern. Als er dann allerdings meinte das er den nächsten Sonnenaufgang wohl nicht mehr erlebt hatte wisch der Schock schnell Mitleid. Man konnte ihm ja auch ansehen das es ihm weder gefiel noch das es ihn kalt lassen würde. Am liebsten würde ich ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihn trösten, aber ich war mir ziemlich sicher das ich ziemlich tot sein würde wenn Misaki das sehen würde. Deswegen würde ich diese Aufgabe lieber ihr überlassen. Und diese Gelegenheit bot sich auch schon kurz darauf. Den Misaki entschied sich noch ein wenig mit ihm da zu bleiben. Sie meinte ich solle meinen wohlverdienten Schlaf gönnen und sie würde später nachkommen. "Na dann. Gute Nacht Seth, Gute Nacht Apophis." rief ich dem Weißhaarigen und seinem Begleiter zu. "Bis nachher und viel Spaß noch mit deinem Dschinn." verabschiedete ich mich auch von Misaki ehe ich mich dann auf den Weg nachhause machte.

tbc.: Zimmer 108 - Lisanna, Misaki
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Di 7 Jun - 23:50

Lisanna verabschiedete sich nach Misakis Worten von den Beiden. Natürlich nicht ohne sich auch wohlerzogen zu verabschieden. Die Magierin winkte noch einmal hinterher, bevor sich ihre Zimmergenossin von ihnen abwandte und schaute anschließend zum Weißhaarigen hinüber. Allerdings waren ihre Gedanken immer noch ein bisschen bei Lisanna. Sie konnte nicht aufhören ihre Zimmergenossin in irgendeine Schublade ihres Gedächtnisses stecken zu wollen. Zumindest wenn es um Verhaltensweisen ging. Aber es passte einfach keine. Sie verhielt sich so...unberechenbar. Oder konnte man es unbeholfen bezeichnen? Sie wusste es nicht Aber sie hatte bestimmt später noch Zeit um genauer darüber nachzudenken. Jetzt gab es erst einmal wichtigeres. Doch wie damit anfangen? Sie grübelte und legte nachdenklich den Finger an die untere Seite ihres Kinns, während der Dschinn neben ihr auf dem Boden der Uferpromenade Platz nahm. Er starrte aufs Meer hinaus und nach ein paar Sekunden des Schweigens, tat es Misaki dem Weißhaarigen gleich. Der Mond spiegelte sich mittlerweile auf der Oberfläche des Meeres und tauchte das Ganze in ein wunderbar angenehmes Licht. Ein Seufzer entglitt der Blondine als sie sich in die Lehne ihres Rollstuhls sinken ließ und nun beide ihrer Hände übereinander in ihrem Schoss ablegte. In ihrem Kopf immer noch die gleiche, unbeantwortete Frage, wie nun damit anfangen? Da unterbrach Seth die Stille und ihr Blick wanderte vom Wasser weg auf sein Gesicht.

Sie musterte ihn kurz mit ihren gelben Augen. Die Art wie er dort so neben ihr auf dem Boden saß. Beinahe wie ausgewechselt. Als Lisanna noch da war, war er immer so steif und von Haltung geprägt gewesen. Und nun? Keine Spur mehr davon. Schon irgendwie bemerkenswert, wie sie selbst fand und bei dem Gedanken, dass es wohl mit ihrer Präsenz zusammenhängen konnte, wurde ihr gleich ein klein wenig wärmer ums Herz. All das geschah, während er ihr von einem Teil seiner Vergangenheit erzählte. Bis sie am Ende einfach nur ein verständnisvolles Nicken zu erkennen gab. Sie kannte die beiden Personen Namentlich nicht, hatte er sie doch nie zuvor erwähnt. Dennoch war auch etwas Unterschwelliges in dieser Stimme zu hören. Eine Art Trauer, oder Wehmütigkeit. Allerdings war der Magierin der Grund dafür unbekannt. Waren es vielleicht nicht ganz so fröhliche Erinnerungen? Sie überlegte sich ob sie vielleicht fragen sollte, entschied sich aber im Bruchteil einer Sekunde dagegen. Vielleicht kam da ja noch etwas. Immerhin redete er nur einzelne Momente an. Doch, da kam nichts Weiteres. Stattdessen lenkte er die Aufmerksamkeit auf ihre Frage von vorhin und es war eines der wenigen Male, wo sie den Dschinn so erlebte. Entgegenkommend und...besorgt? Ihr Blick änderte sich in eine eher fragende Haltung als er fragte ob es ihrer Wenigkeit auch gut ging und sie bekräftigte das durch leichtes, stumpfes schütteln ihres Kopfes. Mit den nachfolgenden Aussagen war er dann schon näher dran.

"Nicht schlecht.", äußerte sie sich letzten Endes in normalem Ton und schaute auf sein Gesicht, welches dem Meer zugewandt war. Auf ihrem Gesicht ein warmes Lächeln in seine Richtung. "Ich habe über etwas ganz bestimmtes nachgedacht...", äußerte sie sich ein wenig präziser werdend, "...genau genommen über dich und mich, Seth.". Sie fixierte ihren Blick nun umso stärker auf seinen Kopf. Was machte er nun? Würde er sich zu ihr drehen? Oder doch lieber weg hinaus aufs Meer schauen? Vielleicht sogar gehen? Egal! Jetzt hatte sie es schon ausgesprochen, da gab es sowieso nun kein Zurück mehr. Außerdem war das nicht das erste Mal in ihrem Leben, dass sie so etwas ansprach. Aus diesem Grund setzte sie den Rollstuhl etwas zurück und ließ sich dann, auf ihre vorherige Position, vom Stuhl auf den Boden sinken. Jetzt saßen sie beide auf Augenhöhe nah nebeneinander. Trotzdem hielt Misaki noch Abstand. "Denn ich weiß nicht ob es dir aufgefallen ist, aber ich hab dich gern. Sehr gern sogar...", es folgte eine kurze Pause. Das musste der Dschinn unter Umständen erst einmal verkraften, "...und das ist mir besonders in den letzten Tagen und Wochen bewusst geworden. Was irgendwie seltsam ist, gehen wir doch nicht gerade zimperlich miteinander um.". Misaki lachte dabei kurz und verblieb mit einem belustigten Lächeln dort auf dem Boden sitzend. Wie jemand der sich mit Freuden an Vergangene Ereignisse erinnert. In der Tat spielte sie gerade ein paar dieser Momente in ihrem Kopf durch. Urkomisch, wie sie fand. Wie kleine Kinder haben sie beide sich manchmal mit Worten geplänkelt. "Außerdem wissen wir nicht viel über uns.. Aber dennoch. Immer wenn ich in deiner Nähe bin, gibst du mir ein Gefühl, dass ich seit dem Krankenhaus glaubte verloren zu haben. Ein Gefühl genau hier.". Beim letzten Satz wanderte ihre Hand an ihre Brust, da wo das Herz ist und da war es auch in diesem Moment wieder, dieses Gefühl. Was natürlich nichts an der innerlichen Aufregung änderte, welche gerade in ihr präsent war. Schließlich konnte sie sich in ihren Vermutung en ja auch geirrt haben. Das konnte sei bis jetzt noch nicht ausschließen. Wer wusste überhaupt, ob ihm diese Misaki gerade noch gefiel, wenn sie ihn nicht die ganze Zeit zu unterdrücken versuchte oder sich mit ihm zoffte. "Und meine Frage an dich ist, ob du das genauso siehst.", nach dieser Aussage wurde sie still. Ihre Augen waren mit Emotionen geladen, was man selbt im Mondschein klar sehen konnte und ihr Blick war so sanft wie er es vermutlich noch nie gesehen hatte. Da war sie, das Mädchen hinter dem Eisernen Vorhang welches sich vorher nur gezeigt hatte, als ihr selbst alles zu viel wurde. Damals, an der Promenade, zu ungefähr der gleichen Uhrzeit. Nur war sie dieses mal nicht traurig...sondern verliebt.

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mi 8 Jun - 1:37

Bis zum letzten Augenblick hatte ich befürchtet ich hätte einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Doch da war Misaki, mit einem schwierig zu deutendem Blick und schüttelte den Kopf auf meine Frage hin, ob es ihr gut ginge. Noch bevor ich die seelische Panik, die sich aus irgendeinem Grund in mir ausbreitete, ausleben konnte lobte sie mich für meine Empathie. Zugegeben, man könnte meinen Blick als schehl einstufen, war ich doch sichtlich irritiert von ihrer Gelassenheit. Kurz darauf klärte sie mich auch auf, doch mein Blick blieb so ziemlich der selbe, mit dem feinen Unterschied, dass ich jetzt dazu kam meinen Mund zu schließen. ”Oh, okay…?” Welch unheilvolle Andeutung. Mir war bewusst dass ich, was auch immer jetzt folgte, nicht gewachsen war. Für ein paar Sekunden kam da nichts mehr und ich runzelte leicht die Stirn. Sie will mich auf die Folter spannen, so wiesie mich gerade anstarrt. Was erwartet sie nur? Was auch immer es ist, ich werde ihr ihre gewünschte Reaktion nicht gönnen. Dann irgendwann regte sie sich wieder und sie ließ sich neben mir nieder. Ziemlich holprig, so ganz ohne die stützenden Beine. Meine Finger zuckten und sehnten sich nach ihrer Haut, doch ich würde standhaft bleiben. Ich bin nicht ihr Babysitter, sie schafft das schon allein! Sie braucht keine Hilfe - nicht meine und nicht irgendwelche - diesen Standpunkt hat sie schon immer vertreten. Ich breitete mich etwas aus, streckte ein Bein aus und lehntemich so weit zurück, dass ich mich mit den Händen abstützen konnte. Mein Blick hatte sich derweil von ihr gelöst und ich fixierte den Mond.

Und ich hatte vor, das auch durchzuziehen, bis ich an der Reihe war zu kontern, allerdings… Letztendlich drehte ich meinen Kopf doch wieder in ihre Richtung, meine starre Mine wich einem neutralen, aufmerksamen Blick. Noch verstand ich nicht wirklich, worauf sie allerdings hinaus will. Ihr Lachen konnte ich nicht teilen, viel zu angespannt war ich, stattdessen hatte ich es mittlerweile ganz aufgegeben sie nicht die ganze Zeit anzustarren. Ihre Gestik war mir so sonderbar vertraut und trotzdem war ich jedes mal mehr verblüfft. Das was ich dachte - Misaki fasste es in Worte. Sie legte ihre Hand auf ihr Herz und ich folgte ihren Fingern mit meinen Augen. Da gibt es etwas, was sich in mir regt. Eigentlich war es genauso, wie sie sagte. Immer wenn sie in der Nähe ist fange ich an zu fühlen, wie nie zuvor. Ist es also keine pure Magie? Oder die seltsame Art und Weise, wie wir miteinander umspringen? Nun also konnte ich sie nicht weiter anschweigen. Sie hatte gefragt ob es mir genauso ginge, doch… wirklichklar beantworten konnte ich ihre Frage nicht. Stattdessen wandte ich meinen Blick zunächst ein wenig bedrückt ab - auf ihre Beine, auf das Gras, auf meine Hand. Geballt beförderte ich sie wie Misaki zuvor auf meine eigene Brust. Mein Herz raste, wie nach einem Marathonlauf. Ich brauchte einen Moment bis ich das wirklich realisieren konnte und dann atmete ich erstmal durch. ”Du meinst… Liebe?” Nachdenklich blickte ich ihr ins Gesicht. Ich war mir nicht sicher, ob sie das wirklich ernst meinte oder eben nicht. ”Wir beide?” harkte ich weiter nach und neigte meinen Kopf skeptisch Richtung Meer. Für einen Moment überlegte ich. Was nach zögern aussah war eigentlich nachgrübeln. Ich sah förmlich vor mir, was wir alles durchgemacht hatten - ob allein oder miteinander. Würden wir zusammen miteinander klar kommen? Schließlich wäre das ein komplett neus Level auf dem ich mich wirklichkein Bisschen auskenne! Ich kann ja nicht mal mit 100%-iger Wahrscheinlihkeit sagen, ob ich Misaki… liebe. ”Wer weiß...” antwortete ich nun auf ihre vorherige Frage. Ich weiß es jedenfalls nicht. ”Ich... war noch nie verliebt...” gab ich ein wenig beschämt zu. Nun, Liebe sollte man nicht erzwingen, das sagte Apophis immer. Wenn es in meinen bisherigen 17 Jahren noch nicht passiert ist, ist jetzt vielleicht der Zeitpunkt dafür. ”Aber, Misaki...” Ich drehte meinen Kopf nicht ganz in ihre Richtung, wollte ich doch meine roten Wangen zu verstecken versuchen. ”Was findest du nur an mir?” Ich zeigte mich seit unserem Treffen wirklich nicht von meiner besten Seite, das war mir bewusst, schon immer. Umso weniger kann ich verstehen, dass sie ausgerechnet für mich irgendwelche Gefühle entwickelt haben könnte.

”Ich meine...” Für einen kleinen Moment schnellte ich nach vorn und begann mit meinen Händen zu gestikulieren. ”Seit wir uns begegnet sind ziehen wir uns ständig auf. Wir beleidigen uns gegenseitig, wir haben uns gegenseitig praktisch schon gequält und jetzt soll da… du weißt schon… “Liebe” raus geworden sein?” Ich wurde von der alles übertreffenden Sicherheit eingeholt, dass das unmöglich ist. Mich überkam… Trauer. ”Das kann doch unmöglich funktionieren… oder?” Bei der Bestätigungsfrage, die mir eigentlich nur rausgerutscht war, fokussierte ich ihr Gesicht abermals. Diesmal bekam auch sie einen Gesichtsausdruck von mir, den sie wahrscheinlich niemals so an mir gesehen hatte. ”Ich weiß noch nicht mal, ob ich sowas wie ein “guter Freund” sein kann… bist du sicher, das du sowas willst?” Ich machte eine präsentierende Geste auf mich selber und dabei fiel mir etwas auf… Alles was gerade aus meinen Mund kam… klang wie eine einzige große Ausrede. Und vielleicht war es das auch. Ich hatte Angst, das zweite Mal in meinem gesamten Leben! ”Egal, wie du dich entscheidest, Misaki...” begann ich schließlich und murmlte damit so ziemlich vor mich hin. So gefühlsduselig war ich noch nie zuvor. Ich fühle mich so… schwach, wenn sie mich so ansieht! ”Ich werde dir deinen Wunsch erfüllen.” Ich musterte ihr Gesicht und spürte mein Herz dabei höher schlagen. Verdammt, ist es jetzt wirklich um mich geschehen…? ”Das ist aber das letzte Mal für heute, verstanden?” Da war er wieder… der altbekannte störrische, ausweichende Blick zur Seite, den ich so gut beherrschte. Egal, wie sehr ich versuchte es zu unterdrücken, meine Wangen wurden mittlerweile fast purpur und mein Zeigefinger zwirbelte nervös an einem Grashalm herum. Wenn das alles nur ein Scherz ist, kann ich mich auch gleich in die Fluten werfen. Noch nie habe ich mich vor einer anderen Person so machtlos gefühlt!

Ich versuchte meine Nervosität mit einem Seufzer zu übertünchen und beschloss für einen kleinen Moment abzuschalten. Ich lehnte mich langsam zurück, stützte meinen Kopf mit einem Arm und ließ den anderen neben meinem Körper liegen. Die Augen geschlossen murmelte ich zunächst gut hörbar vor mich hin: ”Liebe also… Misaki hat echt nen kuriosen Geschmack.” sollten sie rätseln ob das für mich, Misaki oder Apophis gedacht war. Ich jedenfalls konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Eine Frau, die sich auf einen Dschinn einlässt, hat für’s Leben ausgesorgt. Und ich wäre wahrscheinlich dumm genug um mich von Misaki’s Charme binden zu lassen. Das wäre es aber wert, wir hätten schließlich beide was davon: Sie, alles was ihr Herz begehrt und ich, ein lebenspendendes Lächeln. Allein der Gedanke daran machte mich wirklich aufrichtig glücklich. Es ist lange her, seit ich das letzte mal ein so friedliches Lächeln auf den Lippen trug. Um ehrlich zu sein, je mehr ich daran dachte ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, desto kribbeliger und wohliger wurde dieses Gefühl in meiner Brust. Eine winziges Lachen entglitt meiner Kehle und ich legte meine Hand tiefenentspannt auf meinen Bauch. Komme was wolle, entweder werde ich es durchstehen oder nicht. Was bringt da schon der kleine Unterschied ob alle Gefühle echt sind? Denn die absolute Sicherheit kann nur ich mir selber geben. Egal wie sehr Misaki sich ins Zeug legt, ich muss mich am eigenem Leibe davon überzeugen, dass sie es ernst meint.
Jedes Wort und jede Berührung.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mi 8 Jun - 19:35

Eigentlich hätte sie es ja kommen sehen müssen. Den Fakt, dass Seth nicht die geringste Ahnung hatte wovon sie gerade sprach. Aber sie hatte einfach nicht geglaubt das er wirklich so schwer von Begriff war. Seine Anfänglichen Blicke sagten zumindest genau das aus und innerlich war ihr dabei irgendwie gerade ein klein wenig zum Heulen zu mute. Wie konnte man nur so wenig Ahnung von Gefühlen haben? So weltfremd war er doch gar nicht. Ein Seufzer entfuhr ihr, als er das zweite Mal nach Beginn ihres "Geständnisses" das Wort ergriff. "Ja genau...", gab sie nur als Rückmeldung und schaute ihm tief in die Augen, während er nachdenklich den Blick erwiderte. Auf die Zweite kurze Frage erntete er nur noch ein Nicken von ihr. Woraufhin er wieder hinaus aufs Meer starrte. In ihr machte sich die Vorahnung breit, dass sie sich alles vielleicht nur eingebildet hatte. Was natürlich eine herbe Enttäuschung für sie wäre. Aber wenn es so war, dann war es nun mal so und erzwingen würde sie so etwas garantiert nicht. Aber noch war die Hoffnung nicht verloren. Sie wusste ja das er es nicht so mit plötzlicher Zuneigung hatte und eventuell verschwendete er auch erst jetzt in diesem Moment Gedanken an das, was sie vor wenigen Minuten angesprochen hatte. Sie blieb auf jeden Fall mit ihrem Blick bei ihm, schaute demzufolge auch nicht aufs Wasser und ein kurzer Moment der Stille kehrte ein. Misaki sagte nichts, weil sie auch nicht wusste was sie ihm sonst noch mitteilen sollte und Seth blieb einfach nur ruhig dort sitzen. Dabei erwartete die Blondine gerade schon innerlich flehend, dass er sich mal etwas präziser dazu äußern würde und es sollte ihr erfüllt werden. Ein Geständnis begann erneut die Unterhaltung in Gang zu setzen und es trieb der Magierin zugleich ein amüsiertes Lächeln aufs Gesicht. Er war noch nie Verliebt gewesen? Also, so richtig noch nie? Sie erinnerte sich zurück an ihren ersten Schwarm und die Nervosität, das Kribbeln und die Angst irgendetwas falsch zu machen. Vor allem aber die Aufregung in der Nähe der gewissen Person und die Frage, ob man wirklich gut genug für den anderen war.

Eine Frage die indirekt auch über die Lippen des Weißhaarigen floss. "Was ich an dir finde?", wiederholte sie seine Frage und zog skeptisch eine Augenbraue in die Höhe. Konnte allerdings nicht antworten, weil er kurz darauf schon Anfing sich von der ganzen Geschichte herausreden zu wollen. Was sie persönlich mit trauer füllte und irgendwie auch ein klein wenig aggressiv machte. Dass er ihr nicht abgeneigt ist, war durch seine vorherigen Aussagen - und waren sie auch noch so kurz - deutlich geworden. "Und wie das funktionieren kann, Seth.", sagte sie einfach nur heraus und klang dabei unwahrscheinlich ruhig. "Wir beide kennen unsere Gegenseitigen Grenzen besser, als andere es nach mehreren Jahren von sich behaupten können. Wir kennen unsere empfindlichen Stellen und bei dem Thema kannst du mir sagen was du willst...", sie atmete einmal kurz durch, "...unsere Beleidigungen gegeneinander sind alles, nur nicht verletzend.". Er war so ein Sturkopf. Musste sie ihm nun wirklich gerade diese absurde Ausrede mit diesem Beispiel wiederlegen? Ein kleines Kopfschütteln fand den Weg an die Oberfläche der Magierin. Sie verstand ihn doch, sehr gut sogar. Wie er sich vermutlich gerade fühlte, was in ihm vorging. Aber er musste es von sich aus akzeptieren und aufhören davor wegzurennen. Doch die nachfolgende Frage bestätigte ihr, dass es noch lange nicht soweit war und sie begann ihren Kopf ein klein wenig zu senken und - zum ersten Mal wieder - hinaus aufs Meer zu schauen. Ihr Kopf mit dem Gedanken beschäftigt, wie man den Dschinn überzeugen konnte. Von ihrer Seite aus kam nun nichts mehr. Nicht ein Wort ging über ihre Lippen hinweg und dann, schließlich schaffte es der Dschinn mit seinem altbekannten Spruch ihre Hoffnung aus dem tiefsten Brunnen herauszuziehen und vor dem Ertrinken zu Retten.

Ihr Kopf hob sich wieder und der Blick wanderte langsam hinüber zum Körper des Weißhaarigen, welcher sich nun selbstzufrieden und störrisch einfach nach hinten lehnte. Eine Hand seinen Kopf stützend und die andere neben ihm liegend. Nun begann Misaki zu lachen als er ihren Geschmack ansprach. Nicht nur irgendeins, nein. Es war ein herzhaftes, wenn auch den Umständen entsprechend leises Lachen und danach bildete sich ein konstant bleibendes lächeln auf dem Gesicht der Blondine. Sie rückte sich ein klein wenig nach hinten während der Dschinn dort so regungslos lag und drehte sich dann über seinen Oberkörper. Wobei sie sich selbstverständlich mit ihren Armen Abstützte. Würde er seine Augen jetzt öffnen, würde er ihren Blick sehen, wie er auf sein Gesicht fixiert war und ihr warmes Lächeln sehen. "Seth, ich werde es mir nicht wünschen. So etwas wünscht man sich nicht. Es ist kein Objekt.", gab sie leise sprechend von sich und kicherte einmal ganz kurz verspielt. Wodurch er ihren Atme auf seinem Gesicht spüren konnte. "Vielmehr ist es eine Bitte. Die funktioniert aber nur, wenn auch du sie in umgekehrter Form an mich stellst.". Nun begannen ihre Augen das Gesicht des Weißhaarigen abzutasten. Jeden Zentimeter und jede Unregelmäßigkeit wurden von ihren Augen in Beschlag genommen. Ihr Atem wurde ein klein wenig schneller. "Aber da du damit wahrscheinlich nichts anfangen kannst...", ergriff sie wieder sanft flüsternd das Wort, "...werde ich es dir so sagen: Ja, ich bin mir sicher." und mit diesen Worten, welche ihren Mund verließen senkte sie sich langsam auf ihn herab und kam seinem Gesicht immer näher. So lange, bis ihre Lippen kurz vor den seinen waren. Die Magierin schloss ihre Augen und machte den letzten Raum zwischen ihren beiden Gesichtern zunichte. Ihre Lippen berührten sich. Es war nur ein kurzer Moment, wo sie ihm einen sinnlichen Kuss auf den Mund drückte, aber für sie selbst wirkte es tausendmal länger. Und jetzt wo sie so darüber nachdachte, für den Dschinn bestimmt auch.

Nun trennten sich ihre Lippen wieder und die Blondine erhob sich wieder ein klein wenig, kehrte aber nicht in eine aufrechte Position zurück sondern verblieb wenige Zentimeter über seinem Gesicht. Sie spürte seinen Atem und ihre inzwischen wieder geöffneten Augen tasteten wieder einmal sein Gesicht ab und blieben an seinen Augen hängen. "Ist der Geschmack immer noch kurios?" , fragte sie nun und zeigte eine Mischung aus warmem Lächeln und verspieltem Grinsen ihm gegenüber. Jetzt musste er wirklich wissen, das sie es ernst meinte. Auch, wenn sie vermutete ihm so, wie sie jetzt war, doch ein wenig Angst einzujagen. Was er jetzt wohl machen würde?

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Do 9 Jun - 20:15

Ihrem Gesicht nach zu urteilen gefiel ihr was ich sagte überhaupt nicht… Das ist mein problem: Soll ich mich entschuldigen oder mich so verhalten wie immer? Wenn wir ein Paar sind bin ich doch total im Zwiespalt! ...oder? Da erschien mein Schutzengel und flüsterte mir zu, ich solle mich beruhigen. Misaki hätte sich nicht ohne Grund für mich entschieden. Nun, eigentlich war es nur Apophis, der mich mit seiner unendlichen Weisheit segnete und mich auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Das erscheint logisch. Wenn ich jetzt meine Defensive fallen lasse werde ich sicher uninteressant für sie… das meinte er doch, oder? Ich beobachtete Misaki’s Gesicht eindringlich als sie nun begann, mir zu erklären was sie von meinen Zweifeln hielt und ich konnte es tatsächlich nachvollziehen. Wenn jemand mich kennt ist es sie, wenn jemand sie kennt bin das ich - das ist eine unausweichliche Tatsache. Wir verfielen in ein beidseitiges Schweigen und ich legte mich ins Gras. Mir bot sich ein wunderschöner Blick auf den Sternenhimmel, doch ich entschied mich dafür, meine Augen geschlossen zu halten. Zum Glück, sonst würde ich alles nur halb so intensiv warhnehmen. Ich konnte ihre Blicke praktisch auf mir spüren und ich lauschte ihrem Kichern auf meine Aussage hin, dann hörte ich, wie sie sich bewegte. Langsam und stetig spürte ich wie sie näher rückte und dann plötzlich war sie da und ich spürte ihren Körper an meinem. Zwar brannte ich darauf, sie jetzt anzusehen, doch ich hielt meine Augen weiterhin geschlossen. Meine innere Spannung äußerte ich lediglich durch ein langgezogenes, verspielt klingendes ”Hmmm?” da ertönte auch schon ihre Stimme direkt vor mir. Liebe sei kein Objekt, erklärte sie. ”Ach, ist das so?” Der Sarkasmus war nicht zu überhören, doch ihr anschließendes Kichern brachte mich unkontrolliert zum Lächeln. Es ist so… herzerwärmend? Mir fiel auf, dass ich erst jetzt die wahre Bedeutung dieses Wortes kennenlernte. Das ist es was gerade passiert. Misaki erwärmt mein Herz, undzwar so sehr dass es fast zerberstet! Das fühlt sich so unglaublich gut an! Sie verglich es mit einer Bitte und dass meine Zustimmung auch wichtig war und dann bestätigte sie mir dass sie sich sicher war. Ein wirklich leises amüsiertes Schnauben entwich mir und ich wollte versuchen dieses Gefühl der Freude in Worte auszudrücken, da wurde mir das Wort auch direkt abgeschnitten.

Etwas überrumpelt öffnete ich nun doch meine Augen und erblickte Misaki’s Gesicht so nah vor meinem wie noch nie zuvor. Ehe ich mich entscheiden konnte was zu tun ist wich sie auch wieder ein paar Zentimeter zurück. Ein göttlicher Anblick! Sie für mich wie auch ich für sie. Ich starrte ihr mit einer Mischung aus Scham und Verwirrung ins Gesicht, während sie mir ihr verführerischstes Lächeln schenkte. Das… war mein erster Kuss und es war so schnell vorbei? Das ist doch unfair! Sie hat mich angegriffen, während ich unbewaffnet war! ”Tch…!” Ich wich ihrem Blick aktiv aus. Wirklich begeistert sah ich nicht gerade aus, doch das war nur Trotz. Wie könnte ich ihr das nur heimzahlen? Das rot in meinem Gesicht schien ich heute nichtmehr zu verlieren, dazu fixierte ich mit meinem finsteren Blick einen der Bäume am Ende des Weges. ”Du lebst gefährlich, Misaki.” knurrte ich hinterher. Meine Augen wanderten zu ihr und ohne eine Reaktion ihrerseits zuzulassen versuchte ich den Spieß umzudrehen. Sie lag ja sowieso schon halb auf meinem einen Arm drauf, also nutzte ich diesen um ihr von ihrer Hüfte aus Halt zu geben. Meine andere Hand schnellte an ihren Hinterkopf während meine Beine dafür sorgten, dass ich nicht mehr wie eine hilflose Schildkröte auf dem Rücken lag. Binnen einer Sekunde hatte ich das Blatt gewendet, Misaki auf den Rücken befördert und sie mit dem Gewicht meines Oberkörpers festgepinnt. Meine zunächst furchterregende Mimik wurde recht fix zu einem schlemischen Grinsen. ”Viel besser.” hauchte ich ihr entgegen ehe ich ebenfalls vorsichtig ihre Lippen ansteuerte. Ich ließ mich von meinen Gefühlen leiten, hatte ich doch nicht im erntferntesten eine Ahnung davon was man in solch einer Situation tun oder lassen sollte. Jedenfalls stellte sich dieser Kuss als weitaus leidenschaftlicher heraus als der von Misaki einen Moment zuvor. Ich packte ein wenig kräftiger zu und beschäftigte sie viel länger mit mir als ursprünglich geplant. Doch auch dieser Kuss hielt nicht ewig und letztendlich erhob ich meinen Kopf gerade genug um ihr in die Augen blicken zu können. Diese goldenen Edelsteine, in denen ich mich schon vor langer Zeit verloren hatte. Es bildete sich ein vergleichsweise sanftes Lächeln auf meinen Lippen, ehe ich meine Hand von ihrer Hüfte nahm und diese wie auch ihren Gegenpart unter Misaki’s Rücken schob. Damit sie nicht auf dem harten Boden liegen musste und ich ihr etwas Wärme spenden konnte. ”Ich werd mich dran gewöhnen müssen.” antwortete ich ihr endlich auf ihre vorherige Frage zum “Geschmack”. Meinen Kopf senkte ich vorsichtig auf ihrer Schulter ab und erst da nahm ich ihren intensiven Duft wahr. Wirklich deuten konnte ich ihn nicht, es roch einfach nach… Misaki. Genauso wie sie den Duft von süßem Weihrauch wohl mittlerweile mit mir verband - schließlich lass ich an meine Haut kaum etwas anderes ran und selbst der Rauch aus meiner Pfeife riecht so! - verband ich diesen blumigen Duft mit ihr.

”Versuchen wir’s.” schlug ich nach einer kurzen Sprechpause langsam vor. Zischelnd erhob sich mein fast schon vergessener Kumpane aus meinem Nacken. Ohne großartig zu fackeln ahmte er mich nach und stupste Misaki mit seiner Schnauze auf dem Mund an. Ich lachte leiste auf. ”Vergiss es, Apepi. Sie mag dich nicht und ich teile nicht gerne.” Das Reptil zischelte mir wenig amüsiert entgegen, während es sich von meinem Halse löste und sich neben mir und Misaki auf dem Boden aufbäumte. ”Sogar Kriechtiere finden dich sehr ansprechend, Misaki.” spottete ich über meinen geschuppten Freund und grinste Misaki schakalhaft entgegen. Abermals fauchte Apophis mich daraufhin an, diesmal um einiges bedrohlicher als sonst. ”Hey, hüte deine gespaltene Zunge, mein Freund!” Mit diesen Worten erhob ich mich von Misaki und stubste der Schlange gegen die Nase, noch immer ein Lächeln tragend. ”Ich werd dich nicht allein lassen.” Mein Blick fiel rasch auf Misaki und abermals wurde mein Lächeln wieder ein wenig spitzbübisch. ”Tja, und vielleicht wird Misaki dich auch irgendwann mal so lieb haben wie mich.” Mein Finger demonstrativ in die Höhe gehoben warf ich ihm einen unglaublich arroganten Blick zu, dem er mit einem Zischen entgegenwirkte. Ich lachte, viel zu ausgelassen war ich gerade… und müde. Ich setzte mich ins Gras, wie zu Anfang unserer Konversation und blickte hinab zu Misaki. ”Warum magst du ihn eigentlich nicht? Hast du Angst?” Ein kleines Lachen entglitt mir und ich fixierte Apophis, der noch immer vor mir im Gras saß. ”Er wird dich schon nicht beißen! ...naja, und wenn doch sorge ich dafür dass er noch vor dir eines mindestens doppelt so grausamen, langsamen Todes stirbt!” Ein vielsagendes Zwinkern in ihre Richtung und mein Grinsen verrieten meine gewifte Beschwingtheit. Apophis zischte vergleichsweise leise vor sich hin und entfernte sich recht schnell von mir. Er flüchtete sich zu Misaki. Soll mir recht sein, sie würde ihm ja wahrscheinlich eh keine Sympathie schenken. ”Wo wir gerade über grausame, langsame Tode sprechen!” begann ich eine Überleitung und verlor alsbald mein Lächeln an eine neutrale Mine. ”Da ich ungern den ganzen Tag verschlafe sollte ich bald zurück in mein Zimmer.” Das war ein Anspielung auf heute morgen, offensichtlich! Dass ich außerdem energietechnisch total ausgelaugt bin muss sie ja nicht erfahren. ”Was meinst du, Habibti?” In Erwartung auf eine Zusage blickte ich Misaki mit einem kühlen Lächeln ins Gesicht. Ich… verhalte mich echt peinlich, doch solange nur die beiden da sind macht mir das nicht viel aus. Ganz im Gegenteil… für Misaki mache ich mich gern zum Idioten. Nicht, dass ich das auch jemals zugeben würde. Da müsste sie schon selbst drauf kommen!
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Fr 10 Jun - 22:54

Erneut musste sie lachen, als Seth sein Blick in alter gewohnter Art von ihr abwendete, nachdem sie ihm mit einem Kuss gesegnet hatte. Dieser überrumpelte Gesichtsausdruck in Verbindung mit dem Anflug von Scham in seinem Gesicht, es gab nichts Amüsanteres. Plus, es sah unglaublich süß aus wie er dort so unter ihr lag, das Gesicht so rot wie eine Tomate. Dabei musste er sich doch nicht einmal für irgendetwas Schämen. ganz besonders nicht wenn sie beiden alleine unter sich waren. Naja, sie beide und seine Schlange. Aber als ob dieses Reptil gerade großartig relevant war. Man konnte auch sagen, dass sie beide die Schlange gerade irgendwie total ausblendeten. Ein kleiner Moment der Stille brach herein. Sie, mit dem Blick auf sein Gesicht gerichtet und er den Blick irgendwo in die Landschaft gerichtet. Wenn es nach der Magierin ging, konnten sie auch noch eine Stunde länger so liegenbleiben. Letzten Endes würde sie ihm wohl oder übel noch einmal einen Kuss auf den Mund drücken. Allein bei dem Gedanken fing ihr Herz an zu rasen und sie war allein durch den Gedanken schon wieder kurz davor es wirklich noch einmal zu tun. Allerdings kam ihr der Weißhaarige, welcher so unter der Hälfte ihres Oberkörpers gepinnt war einen kleinen Moment zuvor. Indem er sagte, dass sie gefährlich leben würde. "Achja? Lebe ich gefäh...ahhhh", begann sie erst ruhig zu sprechen und ging innerhalb von Millisekunden in ein überraschten Ton über. Gleichzeitig mit Ende ihrer überraschten Reaktion fand nun sie sich auf dem Rücken wieder und Seth war nun über ihr. Der Gesichtsabstand hatte sich nicht geändert, lediglich die "Machtverhältnisse" in diesem Moment und da war dann auch noch dieses schelmische Grinsen. Doch entgegen möglicher Vermutungen fand sich die Blondine schon im nächsten Moment damit ab. War es ihr doch eigentlich gänzlich egal auf welcher Position sie sich befand. Das sie dies jedoch innerlich sehr aufgeregt stimmte, konnte man an ihrer Atmung sehen. "Und jetzt?", fragte sie ihn erwartungsvoll anschauend, da kam er ihr schon langsam mit dem Gesicht näher. Misaki schloss ihre Augen, kurz bevor ihre Gesichter sich erneut berührten und erwiderte den Kuss mit vollster Hingabe und während er die Hand an ihrem Hinterkopf nutzte um sie an sich zu drücken, legte sie ihre beiden Hände an seinen Hals um ihn in ihre Richtung zu ziehen.

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sich ihre beiden Lippen wieder voneinander. Die Magierin atmete aufgeregt als sie ihm ein in gewisser Weise verliebten und unterwürfigen Gesichtsausdruck schenkte und ihre Hände langsam von seinem Hals gleiten ließ. Langsam und gefühlvoll, vielleicht schaffte sie es ja auch noch dadurch ein Kribbeln auf seiner Haut zu erzeugen, was ihm Gänsehaut geben könnte. Ihr Herz pochte nun regelrecht in einem zu schnellen Rhythmus. So glücklich war sei seit sehr langer Zeit nicht mehr gewesen. Vielleicht war es auch nur das was sie in ihrem Leben brauchte, jemanden dem sie sich voll und ganz hingeben konnte. Wo sie nicht einen auf Einzelgänger machen musste und einfach mal...schwach sein konnte. Ihm schien es ja offensichtlich zu gefallen den Spieß mal umzudrehen. Obwohl...so einfach würde sie es dem Weißhaarigen wohl nicht machen. Das entschied sie gerade so für sich als er ihren Oberkörper anhob und ihr eine Umarmung schenkte. Da spürte sie es, seinen Herzschlag und wie schnell dieser ebenfalls gerade war. Sie lächelte warm bei dieser Feststellung, als er ihr seinen Kopf auf die Schulter legte und sie nahm ihre Hände und faltete diese hinter seinem Nacken zusammen. So, dass daraus eine relativ intensive Umarmung wurde. "Du musst dich daran gewöhnen?", fragte sie dann doch relativ ungläubig und ihr Gesicht schmückte kurz ein sehr verspieltes Grinsen. So verspielt das sie ihm ganz leise ins Ohr flüsterte. "Du bist ein schlechter Lügner. Du küsst viel zu gut als das du dich noch nicht damit abgefunden hättest.". Sie kicherte un vergrub ihr Gesicht wieder in der Nähe seines Halses um so viel von seiner körperlichen wärme abzubekommen wie nur irgendwie möglich. Eine Position in der sie verblieb und in Stille versank. Nur noch ihre, mittlerweile wieder, sanfte Atmung war zu hören.

Das war der Moment in dem sich die Schlange wieder zu Wort meldete. Wie schon vorher am Waisenhaus stupste er sie auf einmal im Gesicht an. Nur dieses Mal direkt auf dem Mund statt nur auf ihrem bloßen Gesicht. Ein wenig Konfus schaute sie dem Reptil entgegen. Was sollte das denn werden? War das nicht einfach nur eine Schlange die auf seine Worte hört? Es folgte eine kurze Auseinandersetzung der beiden, in welcher Misaki einfach nur zuhörte. Mittlerweile schaute sie wieder relativ normal drein und die Atmosphäre ihres Emotionalen Momentes schien, zumindest für den Moment, verflogen. Kritisch hob sie auf jeden Fall ihre Augenbraue, als der Dschinn sich zu dem Vorfall äußerte. "Ob ich das als positiv werten soll, weiß ich nicht.", entgegnete sie nur etwas verunsichert auf den Sachverhalt. Dabei waren die beiden an sich doch ganz putzig. Wie mit einem kleinen Bruder stritt er sich gerade mit seiner Schlange. Klar, man konnte es als verrückt Werten. Aber daran hatte sich die Blondine schon vor langer Zeit gewöhnt. Er und die Schlange waren wie Pech und Schwefel. Da gab es nichts dran zu rütteln. Weswegen sie ja auch versuchte mit dem Reptil klar zu kommen. Letzten Endes aber brach si dann in großem Gelächter aus. "Also...ich muss fair bleiben.", begann sie zu sprechen und kam aus dem Lachen nicht mehr so schnell raus. "Er war immerhin schon an dem Ort, welchen du noch nicht erreicht hast.". Ihr Finger zeigte auf ihren Oberkörper und jeder der hier anwesenden wusste, worauf sie gerade anspielte. "Aber das heißt natürlich nicht, dass sich das nicht ändern kann.". Der Herausfordernde Unterton in Misakis Stimme war nicht zu überhören, aber das war ja auch Absicht. Immerhin konnte keiner besser als sie an seinem männlichen Ehrgefühl kratzen. Ganz besonders mit der neu definierten Beziehung, welche die beiden nun pflegten. Schließlich war sie seine Freundin und nicht die von der Schlange. Zu dem Kommentar mit dem Lieb haben äußerte sie sich aber nicht mehr. Die Verhältnisse in dem Punkt waren ihrer Ansicht nach zu klar als das sie dazu noch etwas sagen müsste.

Vielmehr kehrte die Euphorie nun zwischen den beiden zurück. Etwas das bei Seth nun noch deutlicher zu sehen war als bei der Magierin selbst. So leichtfertig und Lächelnd er gerade mit allem umsprang. Er wirkte wie verwandelt. Nicht, dass sie das schlecht finden würde. Apophis aber schien das ganze durchaus ernst zu nehmen. Weswegen sie gekonnt Seth seine Frage ignorierte um sich der Schlange zu zu wenden. "Das meint er nicht so.", sagte Misaki nun zu der Schlange nachdem sich der Dschinn von ihr erhoben und neben ihr niedergelassen hatte. "Ich hab da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Ich will schließlich das sich meine Männer hier vertragen.". Sie lachte ausgelassen und zwinkerte dem Reptil einmal zu, bevor sie ihren Blick wieder zu Seth wandte. Er wollte zurück aufs Zimmer. Misaki schaute selbst einmal kurz auf das Display ihres Telefons und nickte danach nur bedächtig. "Ja, sollten wir.", bestätigte sie ihm schließlich und schüttelte sich daberi einmal kurz. "Es wird auch langsam kalt, jetzt wo du mich nicht mehr wärmst.". Ihr Kopf drehte sich kurz zu ihrem Gefährt, dann wieder zu ihm und ihre gelben Augen schauten ihn bittend ins Gesicht. "Würdest du mich wieder in mein treues Gefährt heben? Oder soll ich es selbst tun?". Eigentlich war es ihr ja relativ gleich. Aber jetzt wo sie sich schon zueinander bekannt hatten, war das doch mindestens für sie drin. Immerhin entlohnte sie ihn ja auch dafür. Mit fortschreitender Zeit sogar immer mehr, allein schon die Andeutung mit dem Oberkörper war dafür doch eigentlich mehr als Aussagend genug. Falls er damit überhaupt was anfangen konnte. Aber so wie er sie vorhin geküsst hatte, ganz bestimmt.

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Sa 11 Jun - 15:56

Nun, langsam begann die ganze Sache sogar Spaß zu machen. Ich hatte das erste mal seit langer Zeit Macht über Misaki und das war schon ein sehr befriedigendes Gefühl. Ich fragte mich für einen Moment, wie weit ich sie treiben könnte, als ich ihre schwere Atmung auf meinem Gesicht spürte. Allerdings hatte ich erstmal genug von Küssen. Ich hatte ja bekommen, was ich wollte. Zugegeben ihr kleines Kompliment brachte mich abermals unkontrolliert zum Grinsen, ich strotzte praktisch vor Stolz. Jawohl, die ganze letzte Stunde war erfüllt von seltsamen Ereignissen, doch alles in allem endete der Tag auf einer guten Note. Misaki… war mein. Sind wir jetzt ein Paar? Wie würde Lisanna drauf reagieren? Ob wir lange zusammenbleiben? Es spricht jedenfalls nichts dagegen. Das würde mich tatsächlich sehr glücklich machen. Ihre hingebungsvolle Art und Weise, die ich vorher nie gekannt habe schmeichelte mir voll und ganz. Es ist seltsam, aber ich liebe es! Apophis bekam eine ordentliche Portion meines ungewöhnlichen Frohsinns ab und er nahm es einfach so hin. Misaki’s Gelächter nach zu urteilen ging es ihr auch vergleichsweise gut. Wenig subtil deutete sie an, dass es schon bald ernster zwischen uns werden könnte. Mit dem Blick auf ihren Vorbau versank ich für einen kurzen Moment in nachdenkliches Schweigen. ”Wenn du meinst.” meinte ich mit einem unbeeindruckten Schulternzucken. Das hatte nichts mit Abweisung zu tun, ich war nur nicht sonderlich interessiert an sowas. Es würde mich wahrlich vollkommen kalt lassen wenn sie sich nackt vor mir rekelte. Mich kann man auf diese Art und Weise einfach nicht verführen, das hatten jedenfalls schon andere vor ihr versucht. Das heißt allerdings nicht, dass ich sie nicht attraktiv finde - ganz im Gegenteil. Sie ist ein wahnsinnig schöner Anblick, es würde mich viele Jahre kosten, ihren Eindruck auf mich in die richtigen Worte zu verpacken!

Umso verblüffter schaute ich sie an, als sie nun erstmals auch begann mit Apophis zu sprechen. Sie betitelte mich und meinen geschuppten Freund als “ihre Männer” und plötzlich fühlte ich mich wieder ein wenig entmachtet. Gleichzeitig aber wurde ich von einem warmen Fluss von Geborgenheit überflutet. Nun gut, solange es nur Apophis ist kann ich es vielleicht verkraften Misaki teilen zu müssen, eventuell… Mein Blick sprach bände von Trotz, während ich meine Schlange musterte. Elender Schmarotzer. Allerdings wechselte ich automatisch zu einer neutralen Mine, als Misaki sich wieder mir zuwandt. Ein Nicken auf ihre Antwort, dann stand ich auf. Ihre nächste Aussage gab mir allerdings zu denken. Die Art wie sie sich ausdrückte weckte ihn mir einen unglaublichen Beschützerinstinkt. Ihr ist kalt, natürlich! Das erinnerte mich an damals, doch nun hatte ich die Möglichkeit sie etwas effizienter zu wärmen. ”Ich hab eine bessere Idee!” Ich erhob meinen Finger und brachte Misaki so sanft zum schweben. Auf dem Weg zu ihr berührte ich ihren Rollstuhl, sodass er verschwand und Misaki selbst lud ich behutsam auf meinen Rücken. Richtig, ich beschloss sie Huckepack nach hause zu tragen. Apophis hatte sich um Misaki’s Hals gewickelt, nachdem ich aufgestanden war. Locker und behutsam ging er sehr vorsichtig mit Misaki um. Das ist gut so, denn würde er ihr auch nur ein Haar krümmen müsste ich ihn bestrafen. Ich hielt sie bei ihren Oberschenkeln und neigte meinen Kopf leicht in ihre Richtung. ”Halt dich an mir fest.” Nur ein gut gemeinter Rat.

Kurz darauf setzte ich mich in Bewegung, nicht sehr schnell, schließlich war ich noch immer ziemlich ausgepowert. Aber solange Misaki sicher nach Hause kommt ist mir alles wert. Der Weg war nicht sonderlich weit - zum Glück. Ich trug sie sogar die Treppen hoch und setzte sie erst vor ihrer Tür in ihren Stuhl. ”Uff… da wären wir.” Stille kehrte ein. Mit einem einfachen Aufwiedersehen werd ich mich nicht verdrücken kommen, also verschränkte ich die Arme vor meiner Brust. ”Brauchst du noch Hilfe bei irgendwas?” Eigentlich ist das eine dumme Frage, schließlich wird sie es schon selbst hinkriegen sich umzuziehen und ins Bett zu hieffen. ”Falls nicht würde ich mich nun zurückziehen… und ich würde dir empfehlen das selbe zu tun, ehe du wieder bis mittags durchpennst.” Mit zwei Fingern stubste ich ihrgegen ihre Stirn und schenkte ihr mein übliches Grinsen. ”Also dann...” Ich bückte mich zu ihr runter und gab ihr einen kleinen Schmatzer auf die Stirn. ”Ich will dich morgen wiedersehen.” Das war ein Befehl. Ohne mich noch weiter aufzuhalten ging ich dann wieder Richtung Treppe. ”Und ich werde nicht zögern, dich aus dem Bett zu schmeißen, wenn du bis dahin noch schläfst!” Über meiner Schulter hinweg grinste ich ihr zu ehe ich auf meine Zimmer verschwand.

Dort angekommen schloss ich seufzend die Tür hinter mir. Ich fackelte nicht lange, ehe ich mich bis auf meine Unterhose komplett meiner Kleidung entledigte. Ich schmiss mich unsanft aufs Bett und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf. Ich ruhte so für ein paar Sekunden ehe mir auffiel, dass etwas fehlte. ”Apophis…?” Meine Hand ging zuerst an meinen Hals, doch da war er nicht. Im Zimmer kurz umgeblickt konnte ich ihn ebenfalls nicht entdecken. Dann wird er wohl bei Misaki sein. Zunächst tendierte ich dahin, ihn einfach abzuholen, doch ich schaffte es nicht mehr aufzustehen. Auch wenn ich es unglaublich nervig fand… er wird diese Nacht bei ihr bleiben müssen. Wenn sie ihn rausschmießt wird er schon zurück zu mir finden. Ohne weitere Umschweife drehte ich mich auf die Seite und schlief auch relativ schnell ein.

tbc: Nebenstory?
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   So 12 Jun - 21:35

Von der Andeutung der Blondine schien Seth nicht gerade sehr angetan zu sein, was er ihr auch wenig versteckt mitteilte. Seine Stimmlage und der damit verbundene Ausdruck in seiner Gestik machten dies mehr als deutlich. Schade, wie sie persönlich fand. So hatte sie nun doch noch eine weitere, neue Seite, von ihm kennengelernt. Er ließ sich also doch nicht so von den Körpern anderer Leute ablenken. Eigentlich ja etwas Gutes, wenn sie so darüber nachdachte. Das würde unter anderem auch erklären warum er sie so behandelte wie er es eben tat. Aber früher oder später würde sie ihn schon noch dazu bekommen. Da war sie zuversichtlich. Immerhin hatte er, wie sie unschwer am eigenen Leib erfuhr, auch gefallen am Küssen gefunden. "Ja, das meine ich.", verlieh sie dem ganzen noch einmal verspielt klingend beiläufig Nachdruck. Ließ das Thema aber damit ebenfalls im Sand verlaufen. Schließlich kam es auch nicht ganz so romantisch und einfühlsam rüber wenn man schon kurz nach dem Gegenseitigen Geständnis über...Dinge redet. Ganze besonders bei einem störrischen Typen wie Seth, war das wohl mehr als Stimmungstötend. Obwohl sie an der Vorstellung nicht vorbei kam sich den Dschinn einmal ganz kurz ohne Kleidung vorzustellen. Ein schelmisches Grinsen bildete sich nun zur Abwechslung mal auf ihren Lippen. Der Kartoffelsack lies natürlich nicht viel Spielraum für großartige Interpretation. Aber sie hatte definitiv zu viel Fantasie, das fiel ihr selber gerade auf. Obwohl man sich jetzt darüber streiten konnte ob das nun gut, oder schlecht war. Sie selbst tendierte zu ersterem.

In den Nachfolgenden Momenten wurde sie vom Weißhaarigen allerdings mehr als nur angenehm überrascht. Ihre Zustimmung für die Rückkehr ins Waisenhaus, welche von einem kleinen "Statusbericht" über ihr Kälteempfinden ergänzt wurde stieß bei ihm anscheinend auf offene Ohren. Ein weiteres Mal wirkte er unglaublich beschwingt und ließ, auf ihre Frage nach dem Rollstuhl, auch gleich eine bessere Idee verlauten. Wie ein Lehrer hatte er gerade den Finger erhoben und ehe sich die Magierin versah, begann sie sich in ihrem sitzenden Zustand vom Boden zu heben. Erst ein wenig Konfus unter sich starrend, machte es doch noch "Klick" im Kopf der Blondine. Ahhh! Er wollte sie also einfach in ihren Stuhl schweben lassen, das leuchtete ihr natürlich ein. Obwohl sie sich eine körperliche Aktion von ihm irgendwie mehr erwünscht hätte, ja sie fast schon herbeisehnte. Jedoch konnte man wohl nicht immer genau das haben, was man sich wünschte. Selbst mit einem Dschinn als Freund. Aber gut, vielleicht war das ja auch schon zu viel Körperkontakt für ihn gewesen und er zeigte es, wie so oft, einfach nicht äußerlich. Jedoch überkam sie im nächsten Moment auch schon wieder die Skepsis. Denn sie bewegte sich kein bisschen auf den Rollstuhl zu, weder tat dieser es. Ihr Blick wandte sich fragend zu Seth. Da setzte er sich in Bewegung und ließ ihr Gefährt einfach verschwinden, einfach so. Die Verwirrung war ihr nun regelrecht ins Gesicht geschrieben. Was hatte er vor? Wollte er sie jetzt zurück kriechen lassen? Boah! Wenn er das jetzt brachte! Das wäre sein Todesurteil! In ihrer Verwirrung bemerkte sie erst jetzt effektiv, wie sich die Schlange um ihren Hals gewickelt hatte. Was sofort im Anschluss ihre Aufmerksamkeit auf das Reptil lenkte. Mit einmal war die Situation in der sie sich gerade befand, unwichtig. Sie schaute nur noch die Schlange an und war sich nicht sicher, ob sie sich nun darüber freuen sollte, oder nicht. Sie traute dem Tier noch nicht zu hundert Prozent über den Weg, da war es klar, dass sie ein klein wenig vorsichtig war.

So realisierte sie die Intention von Seth auch erst, als er sich mit dem Rücken zu ihr gestellt . und schon beinahe Huckepack genommen hatte. Noch in der Luft schwebend, bewegte sie sich so, dass es ihm leichter fiel sie richtig zu greifen und schmiegte sich auch schon im darauffolgenden Moment an ihn an. So dass sein Ratschlag im Anschluss nur noch auch ein fröhliches "Schon passiert." von ihrer Seite stoß. Die nun folgende Reise wurde von Misaki voll und ganz genossen. "Weißt du, für einen kurzen Moment dachte ich echt du willst mich krabbeln lassen.", teilte sie ihm auf dem Weg zum Waisenhaus schließlich ihre Gedanken mit, während sich ihre Arme von hinten um seinen Hals klammerten und sie ihren Kopf auf seiner rechten Schulter ablegte. Sie genoss erneut seine körperliche Nähe und versank dafür auch den Rest der Reise in Stille. Ein leises Gähnen entfuhr ihrem Mund, als sie schon das Gebäude vor sich sahen und insgeheim freute sie sich schon irgendwie auf ihr Bett. Auch wenn es, nach wie vor, unbequem für ihre Wenigkeit war.

Als die beiden schließlich im Gang des Mädchentraktes angekommen waren, erblickte die Blondine auch sogleich ihren Rollstuhl an der Tür stehen. Er hatte ihn also hierher teleportiert. Ein wirklich schlauer Schachzug. Nun dauerte es auch nur noch wenige Sekunden und Misaki  fand sich in ihrem Rollstuhl wieder. "Danke für den äußerst hingebungsvollen Transport." , bedankte sie sich noch und schenkte ihm wieder einmal ihren warmen Gesichtsausdruck und schaute ihn eine Weile stillschweigend an, bevor er sich erneut zu Wort meldete. "Ich komm schon zurecht.". Sie lächelte und musste schon fast ein klein wenig Lächeln, als er ihr Befehlsmäßig seinen Willen unterbreitete sie morgen früh wieder zu sehen. "Gute Nacht.", gab sie ihm bei seiner Bewegung in Richtung Treppe noch mit auf den Weg und schaute anschließend zur Tur ihre Zimmers, nachdem ihr Freund nach oben verschwunden war. Da vernahm sie aus dem Augenwinkel den Kopf der Schlange und erschrak kurzzeitig wieder ein bisschen. "Hat er dich wohl vergessen, was?", fragte sie das Reptil und wurde schon einige Sekunden später wieder etwas ruhiger. "Na dann bleibt mir wohl nichts anders übrig als dich mitzunehmen. Lisanna findet dich immerhin zum knuddeln toll. Von daher sollte das wohl kein Problem sein. Nur halt dich bis morgen früh von ihr fern, ja?". Mit diesen Worten öffnete sie Leise die Tür zum Zimmer, rollte zum Bett, entledigte sich ihren Klamotten und schlüpfte innerhalb von Sekunden zurück in ihr Nachthemd. Nur, um sich dann etwas mühselig ins Bett umzusetzen und kurzerhand zuzudecken. Die Schlange zusammengerollt neben ihr auf der Matratze.

tbc: Nebenplay!

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