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 Uferpromenade

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Leviathan
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BeitragThema: Uferpromenade   Di 4 Jan 2011 - 0:12

das Eingangsposting lautete :

Die Uferpromenade



Die Promenade ist am Rande der Stadt und vorallem nachts oder zu Dämmerungszeiten sehr beliebt. Der passende Ort um einen Spaziergang zu zweit oder allein zu machen.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   So 23 Aug 2015 - 18:10

Meine Mühen hatten sich anscheinend ausgezahlt, denn wirklich begeistert schien sie plötzlich nicht mehr. Schon als ich ihr meine Definition von Reichtum vermittelte verkrampfte sie sich völlig. Alles was gerade von ihr ausging stichelte mich zu noch mehr an. Mein einzigartiges Angebot ihre kaputten Beine betreffend, ließ sie dann komplett verstummen. Es ist doch immer besonders genüsslich zu beobachten, wie Sterbliche über solche Kleinigkeiten nachdenken. Mit einem Paar neuer Beine wäre die Sache erledigt, dasselbe denkt sie sich sicher auch gerade. Allerdings wird sie sich mir gegenüber netter verhalten müssen, wenn sie diesen Wunsch erfüllt haben möchte. Ihre Verhaltensweise änderte sich nach einer gefühlten Minute allerdings schlagartig. Ich sah, wie die vier Personen hinter ihr von dannen zogen und spürte wie sie sich auf mich konzentrierte. Wir beide sahen sie: Erinnerungen meiner jungen Meister und sogar meiner Elter und der Ausblick aus dem Wagen, in dem sie mich damals sperrten, mit dicken Gitterstäben, die einem die Sicht nehmen. Ich verdrängt sie, nach den wenigen Erinnerungen, denn auch ich wollte das nicht mehr sehen. Meine Bestrafung für das Eindringen in meine Privatsphäre war simpel. Eigentlich tat ich ihr sogar einen Gefallen damit, Insekten sind viel gesünder als Süßigkeiten! Sie reagierte nicht sofort auf meine Großzügigkeit und schleuderte erst später die Krabbeltiere von ihrem Schoß. "Och, hey, das sind doch auch nur Lebewesen!" meinte ich theatralisch und schüttelte einen Käfer von meinem Fuß, den ich daraufhin mit eben diesem wieder zertrat. Dieses Krabbelvieh ist mir genauso egal wie das Mädchen vor mir und alle anderen Menschen auf dieser Insel. Wenn ich Leben schaffen kann, kann ich es auch wieder nehmen und das macht mich automatisch schon zu einer Art Gott.

Jetzt öffnete das Blondchen auch wieder ihren Mund und nannte mich das Allerletzte. "Hmmm~?" ich staunte nicht schlecht über ihren Mut. Hat sie denn immer noch nicht begriffen, dass ich sie wie diesen Käfer einfach zerquetschen könnte? "Da liegst du falsch. Ich bin der erste und ich werde immer Erster bleiben." korrigierte ich sie mit stolzem Blick und erhobenem Finger. Mein verschmitztes Lächeln wich dann aber doch einem erschrockenem Gesicht, als sie handgreiflich wurde und mich recht unsanft an meiner Robe zu sich heranzog. Ich nahm an ihre Frage wäre rhetorisch, also antwortete ich mich, Apophis hingegen wetterte los und fauchte sie abermals gefährlich an. Ich denke, seine Mühen sind vergebens, dieses Mädchen macht doch vor nichts Halt. Sie warf mir eine Beleidigung nach der anderen ins Gesicht und ich sah ihr aus nächster Nähe dabei zu. Nein, eigentlich fokussierte ich ihre Augen, denn sie waren mit Magie gefüllt. Es ist als könnte ich direkt durch sie durchsehen und mir wurde etwas bewusst, was ich zuvor übersehen hatte. Kaum hatte sie fertig gesprochen bildete sich ein fasziniertes Lächeln auf meinen Lippen und ich griff mit beiden Händen nach ihrem Gesicht. "Ich weiß was es ist." verkündete ich stolz und zog sie noch näher zu mir. Ich zwang sie dazu den Augenkontakt zu mir zu halten und begann damit ihren seligsten Wunsch wahr werden zu lassen. sie konnte nur noch meine Augen sehen und das Licht der grünen Blitze, die gerade eine Verbindung zwischen uns verstellten - auf gedanklicher Ebene versteht sich.

Mir wurde bewusst, dass sie keine kaputten Beine hat, im Gegenteil, ihre sind komplett gesund. Es lastet ein Fluch auf ihr, der sie an den Rollstuhl bindet. Und diesen möchte sie loswerden. Sobald die Verbindung hergestellt war konnte ich mich frei in ihrem Kopf umsehe, während sie damit zu kämpfen hatte, sich zurecht zu finden. Sie fand sich an genau der selben Stelle wieder, an der wir uns gerade befinden, an genau dem selben Tag zur selben Uhrzeit. Es war kein Rollstuhl da, den brauchte sie nun nicht mehr. Ich war zwar nicht da, aber alleine war sie deshalb nicht. "Misaki!" ertönte eine männliche Stimme etwas weiter entfernt und es näherten sich seine schnellen Schritte von hinten. Es war ein Junger Mann etwa in meinem Alter, der nicht zögerte ihr vorsichtig an die Schultern zu fassen. "Geht's dir gut? Was ist passiert?" fragte er aus der Puste und wollte ihr dabei helfen, sie aufzurichten. Er war der perfekte durchschnitt: durchschnittlich groß, aussehend und bekleidet, eben ein Normalo, sicher ein Mensch. "Tut mir leid, dass ich so spät bin. ...muss ich mir Sorgen machen?" fragte er vorsichtig und drückte das Mädchen vorsichtig ans eine Brust. Ist wohl ihr Freund. Auf sowas steht sie?? In der realen Welt war die Blondine gerade in eine Art Koma gefallen. Sobald sie allein ist, werde ich sie wohl einweihen.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   So 23 Aug 2015 - 22:42

Immer noch machte die Magierin keine Anstalten ihren Griff von seiner Robe zu lösen. Auch das Fauchen der Schlange machte da keinen Unterschied, Misaki schaute diese nämlich nicht einmal an. Als wäre sie nicht da. Stattdessen blieb ihr Blick auf das Gesicht des Weißhaarigen gerichtet. Welcher sehr überrumpelt dreinschaute. Anscheinend hatte er nicht damit gerechnet, dass sie ihm gleich so ans Leder gehen würde. Ein selbstsicheres Lächeln bildete sich wieder auf ihren Lippen und so langsam machte sich in ihr wieder das Gefühl breit, die Situation zumindest zum Teil wieder unter Kontrolle zu haben. Womit sie aber nicht rechnete war, dass der Junge plötzlich total begeistert seine Hände an ihr Gesicht legte, fast so als ob er sie küssen wollte. Sichtlich verwirrt schaute sie ihm entgegen bevor ihr im Auge ein paar grüne Blitze entgegen flogen. Kurz darauf wurde ihr schwarz vor Augen. Es war eine Art Verbindungszauber welche der Urwaldbewohner benutzt hatte. Von einem Moment auf den anderen sackte Misaki in der echten Welt zusammen. Eine Sache die nicht folgenlos blieb. Denn sie hatte sich durch ihre vorherige Aktion soweit nach vorne gelehnt, das sie nun in genau jene Richtung aus dem Rollstuhl nach vorne kippte. Direkt in Richtung des Dämons auf der Bank. Sollte er ebenfalls so eine Reaktion an den Tag legen, so würden sie sicher gleich hinten die Bank hinunterfallen und Misaki direkt auf ihm drauf landen.

Es dauerte einen Moment bis wieder Licht in die Pupillen der Blondine eindrang. Sie befand sich an der gleichen Stelle wie zuvor auch. Selbst die Tageszeit war dieselbe. Langsam schaute sie sich um. Erst über die Promenade, dann über die Böschungen und schließlich zu der Steinbank wo ihrer Meinung nach eben gerad noch der arrogante Rotzlöffel gesessen hatte. Nichts. Nicht einmal den Hauch einer Spur war von seiner Präsenz noch vorhanden. Das einzige was Misaki auffiel war, das sich mit ihm auch ihr Rollstuhl aus dem Staub gemacht hatte. Überzeugt davon nicht aufstehen zu können blieb die Blondine sitzen. Wozu sich jetzt die Mühe machen und erbärmlich irgendwo rumkrabbeln? Den Gefallen würde sie dem Weißhaarigen von vorhin nicht tun, wenn sie nur wüsste wo dieser Typ hin war. Wieder schaute sie sich misstrauisch um. Wurde dann jedoch von einer besorgt Klingenden Stimme und schnellen Schritten davon abgehalten. Ehe sich die Blondine versah stand ein Junge hinter ihr, welcher ihr von der Stimme her mehr als nur bekannt vorkam. Ebenfalls staunte sie nicht schlecht als dieser sie dann schließlich einfach an sich hochzog. Das phänomenale was Misaki dabei auffiel, ihre Beine funktionierten wieder. Total perplex schaute sie an sich herunter während der Junge sie sanft an seine Brust drückte.
"Nein...", begann die Blondine langsam und zögerlich zu sprechen. Ihr kam das alles noch etwas zu schön vor. War alles das wirklich nur ein böser Traum gewesen? Das Krankenhaus? Das Jahr von Gott und der Welt verlassen? Die Schmerzen von den Verletzungen, welche oft noch bis in die Abendstunden höllisch brannten und gegen die es absolut kein Schmerzmittel gab? Alles das? "Mir geht es gut. Danke der Nachfrage", antwortete sie mit einer etwas leicht angehauchten, glücklichen Stimmlage und drückte sich quasi zurück an die Brust des Jungen. Sie genoss diesen Moment, sehr sogar. Aber so richtig anfreunden konnte sie sich damit nicht. Für einen Traum war das vorherige einfach zu detailliert - und die Erlebnisse in ihrem Kopf zu realistisch gewesen. "Habe ich dich hierher gerufen, Sorata?", war nun ihre Frage während sich die Magierin voll und ganz der Umarmung hingab. Nichts löste im Moment mehr Glücksgefühle aus als die pure Anwesenheit von ihm. "Ja, du hast mich angerufen. Erinnerst du dich nicht?", kam eine normale Antwort zurück. Misaki selbst holte derweil misstrauisch das Handy aus ihrer Shorts und blätterte in der Anrufliste herum. Doch dort stand sein Name nicht. Niemand stand dort. Auch in ihrer Kontaktliste, wo sie direkt danach reinschaute, war niemand eingetragen. Von einem Moment auf den nächsten verfinsterte sich ihr Blick für ein paar Sekunden. Langsam aber stetig drückte sie sich von ihm weg. So lange bis sie ihm in seine Augen schauen konnte. "Was ist?", kam nur eine weitere Frage von ihm als er ihren Blick etwas verunsichert erwiderte. "Wollen wir uns nicht setzen?", machte sie einen Vorschlag und fuhr ihm dabei, genau wie bei Seth vorher das Hemd mit ihrem Finger hinauf. Nur das sie es bei ihm bis zum Kinn hinauf durchführte und nicht schon vorher stoppte. Etwas überrascht von dieser Bitte schaute der Junge zur Bank, dann wieder zu ihr und nickte. "Klar, was gibts denn?", erklärte er sich bereit und ließ sich mit ihr in fast synchronen Tempo auf der Sitzfläche nieder.
Kaum hatten sie sich gesetzt, stieß sie ihn schon zur Seite um. Etwas was dieser sicherlich nicht erwartet hatte und ehe er sich auch wieder aufrichten - geschweige denn im Fall abfangen konnte, fand er Misaki oben auf seinem Körper aufliegen, welche ihm verführerisch und mit einem hinterhältigen Lächeln ganz knapp mit ihrem Gesicht gegenüberstand. "Misaki was soll....", weiter kam er nicht mehr bevor sein Blick leer und seine Gesicht ausdruckslos wurden. "Bleib einfach liegen.", befahl sie ihm und empfing sofort ein klares "...Verstanden..." aus seinem Mund während sie ihm verspielt über das Gesicht strich. Schon hatte sie die Marionette, welche sie brauchte um ihre Theorie zu bestätigen. Das mit dem Telefon konnte sie einfach nicht ignorieren. "Also mein lieber Ex-Freund. Was genau ist das hier, mh?", fragte sie ihre neu dazugewonnene Puppe und strich ihr dabei abermals über den Körper während sie es quasi auslebte die totale Kontrolle über den Körper zu haben. "Du weißt genau ich mag es nicht wenn man Spielchen mit mir spielt. Und wir wollen doch nicht das ich sauer werde, oder?". Als wären die Gesichter der beiden sich nun nicht schon nahe genug, so näherte sich die Blondine nun noch mehr seinen Lippen an. Praktisch gesehen hauchte sie ihm nun bei jedem Atemzug direkt ins Gesicht. "Beinahe wäre ich darauf hereingefallen.".

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mo 24 Aug 2015 - 0:06

Sie wäre mir beinahe in den Schoß geplumpst, hätte ich sie nicht aufgefangen. Eigentlich hätte ich sie fallen lassen sollen, damit es sich auch realistisch für sie anfühlt, aber das hübsche Gesicht war mir dann doch zu Schade. Ich warf sie zurück in ihren Rollstuhl und verharrte für einen Moment. Jetzt schläft sie ganz tief und fest und nur ich kann sie da wieder rausholen. "...Apophis, ich glaube du braucht eine Aromatherapie." meinte ich nachdem ich das Mädchen vor mir einmal eindringlich gemustert hatte. Mein Haustier schaute mich schräg von der Seite an. "Jetzt glotz nicht so. Du sollst dich einfach nur ein bisschen zurückhalten." Er fragte mich wieso. Immer muss dieses dumme Reptil Fragen stellen. Ein genervter Seufzer entglitt mir. "Hör zu ich hab alles im Griff." ein dreistes Grinsen bildete sich auf meinen Lippen. "Schließlich hab ich Hände!" demonstrativ fuchtelte ich mit meinen Armen herum und trieb Apophis insgeheim zur Weißglut. Er darf es nicht zeigen, sonst wird er bestraft. Das wissen wir beide, also schwieg er lieber. "Nun gut, wollen wir mal nach ihr sehen?" Er nickte mir zu und ich machte mich bereit  der Blondine ins ihr Paradies zu folgen...

Natürlich hatte ich ihr Gespräch mit dem Jungen auch mitbekommen, ich höre sie in meinem Kopf. Das kann bei mehren Opfern schon anstrengend werden, zum Glück bin ich zivilisiert genug um meine Feinde auf effektivere Art los zu werden. Sie merkte gar nicht wie ich lautlos hinter ihr erschien, als wie sich gerade diesen "Sorata" unter den Nagel riss. Für einen Moment beobachtete ich die beiden nur. Der junge Mann musste sich wohl oder übel an die Regeln hier halten, weswegen er im ersten Moment nur ein kleinlautes Glucksen hervor brachte. "Das..." begann er schließlich zögerlich. "Das ist unsere Welt. ...unser Paradies." hauchte er nun hervor und starrte leer in das Gesicht der Blonden. Und schon hatte er zu viel gesagt. Mit einem enttäuschten Seufzer machte ich mich bemerkbar. Die Arme vor meiner Brust verschränkt schüttelte ich den Kopf. "Also ehrlich, was treibt ihr zwei denn da?" beschwerte ich mich und schaute die beiden mit vorwurfsvollem Blick an. "Er wollte doch nur ein harmloses Date!" Ich deutete auf den Fremden und lief zu ihm rüber. Ganz unbeeindruckt davon, dass er durchaus menschlich ist und vielleicht Schmerzen verspüren könnte, packte ich mir seinen dunklen Haarschopf und half ihm unsanft beim Aufstehen. Er ächzte schmerzerfüllt und sobald er seine unschuldigen Äuglein wieder öffnete um mir ins Gesicht zu blicken stand er unter meinem Bann. Ich musterte ihn schnell und runzelte dann die Stirn. "Mit so einem warst du mal zusammen??" fragte ich mit einem angeekelten Blick nach hinten in das Gesicht der Blondine. Der Typ war schlichtweg langweilig! Dünne Ärmchen, Hemd, diese Netter-Junge-Frisur allein schon... "Hör zu." Begann ich und ließ ihn schließlich auch los. "Du bist ein Versager." sprach ich weiter. "Ich bin ein... Versager...?" Ich nickte verständnisvoll und fuhr fort. "Richtig. Und Versager kann ich nicht gebrauchen." Er legte den Kopf leicht schief und folgte meinem Finger als ich diesen nach links ausstreckte. "Ich möchte, dass du los schwimmst und solange weiter schwimmst, bis du nicht mehr kannst, verstanden?" Eine einfache Bitte, die selbst ein Idiot wie er nicht falsch verstehen konnte. Er brauchte ein paar Sekunden bis er verstand und mir zunickte. "Gut." mit diesen Worten trennten sich unsere Wege, ich nahm neben dem Mädchen Platz und der Junge watschelte langsam los in Richtung Meer.

Während er sich willenlos in die Wellen begab, zauberte ich mir meine Goldpfeife herbei und nahm einen ersten entspannten Zug. "Haaah~ da hätte er mir doch beinahe die Show gestohlen." seufzte ich den Rauch wieder aus meiner Lunge heraus. Apophis hatte sich derweil wieder halbwegs entspannt zusammengerollt. Hier muss ich mir keine Sorgen um mentale Schäden machen, das ist mein Reich. Schlagen kann sie mich aber trotzdem noch, wobei sie das nicht tun wird, wenn sie fähig ist zu lernen. Es roch herrlich süß um uns herum und ich stützte mich mit meiner noch freien Hand wie vorhin auf dem Gestein ab. "Misaki, richtig? Willst du nicht ein bisschen spazieren gehen solange du noch kannst?" nuschelte ich ihr mit dem Goldgestell in meinem Mund zu. Ich meine es ja nur gut, vielleicht beruhigt es sie ja ein bisschen wenn wir beide ein Stück laufen. Ihren Blick bemerkte ich natürlich. Voller Zweifel an die gesamte Menschheit - schön! "Ich mein' ja nur, dein Date ist gerade dabei sich zu ersäufen." Ich zuckte uninteressiert mit den Schultern und deutete mit einer Kopfbewegung auf den Jungen, der bereits eine ganz schöne Strecke zurückgelegt hat. Ich hielt ihr bewusst die Infos vor, die sie gerade so dringend hören will. Ist lustiger. Mein Blick fiel zurück auf das Gesicht des Mädchens. "Nicht?" Es machte den Anschein, als würde es mich wirklich etwas bedrücken. "Schade. Na dann, lass uns doch gleich mit unserer kleinen Quizrunde beginnen." Meinte ich, diesmal lächelnd und schnippste abermals. Diesmal änderte ich ihr äußerliches Auftreten: Plötzlich trug sie einen hässlichen, goldenen Smoking mit Fliege und Lackschuhen. In ihrem Schoß landeten ein paar einlaminierte Karten mit Fragen darauf, darunter "Was ist das für ein Ort?" und "Wieso kann ich wieder laufen?". Es herrschte daraufhin für einen kurzen Moment Stille und ich grinste sie dreist an. "Sag an, Showmaster!" meinte ich ehe ich hämisch auflachte. Das sah einfach zu albern aus!
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mo 24 Aug 2015 - 2:08

Es dauerte nicht lange, da bekam Misaki die Antwort welche sie sich erhofft hatte. Mit dem Kommentar aus dem Mund Soratas konnte sie auf jeden Fall etwas anfangen. Es war also keinesfalls die Realität in der sie sich gerade befand. Sie hatte nicht geträumt und in Wirklichkeit war sie immer noch genauso körperlich beschränkt wie vorher auch. Ein ernüchternder Seufzer entglitt ihr. "Wäre ja auch zu schön gewesen.", meinte sie schließlich und richtete sich wieder auf. Just in dem Moment erschien genau die Person hinter ihr, welche sie vorhin so "vermisst" hatte. Still und ohne etwas zu sagen sah sie dabei zu wie der Dämon sich seinen Weg mit ihrem ehemaligen Freund bahnte. Eigentlich war es ihr egal. Selbst er hatte sie einfach links liegen gelassen als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Spur von Loyalität und Treue? Fehlanzeige. Von daher erreichte der Weißhaarige durch seine Handelnsweise sogar einige Sympathiepunkte bei ihr. Was allerdings nichts an dem riesigen Minus auf seinem Konto änderte. Als sich ihr Ex-Freund, oder zumindest die Illusion ihres Ex-Freundes, dann ins Wasser begab um einfach drauflos zu schwimmen, konnte man sogar den Anflug eines kleinen Lächelns in Misakis Gesicht erkennen. Sie wusste das da draußen der Ozean war, von daher war es nur eine Frage der Zeit bis das unvermeidlich passieren würde.
Als nun der Junge neben ihr Platz nahm, drehte sich ihr Blick zu ihm. selbstgefällig, wie schon vor dem ganzen hier, saß er nun dort und rauchte irgendetwas in einer Pfeife. Zwar konnte die Magierin nicht deuten was es genau ist, aber normal war das Zeug in der Pfeife nicht. Ein süßer Geruch stieg ihr nämlich kurz darauf in die Nase. Obwohl sie süße Sachen mochte, widerte sie das mehr als deutlich an. Was sich in einem kurzen rümpfen ihrer Nase äußerte, Eins stand fest: Handgreiflich ihm Gegenüber würde sie auf jeden Fall nicht mehr werden. Wenn er schon einfach so erscheinen konnte, ging das bestimmt auch umgekehrt. Von daher eine reine Verschwendung von Energie wie sie persönlich fand. Als der Dämon sich aber darüber beschwerte, dass man ihm die Show stehlen würde, musste Misaki lachen. "Wie soll dir denn jemand die Show stehlen? Es gibt nur einen Menschen auf der Welt, welcher freiwillig in einem Kartoffelsack durch die Gegend läuft.", sagte sie in einem arroganten Tonfall und musterte ihn dabei ein weiteres Mal abwertend von oben bis unten. Als wenn sie das nicht schon außerhalb dieser Illusion oft genug getan hätte.
Doch der Weißhaarige Junge ließ nicht locker. Anstatt sich beirren zu lassen, Wollte er sie auf einen Spaziergang einladen. Einen Moment lang war das Gesicht der Blondine erbost, weil er den Zusatz "solange du noch laufen kannst" benutzte. Dann aber wandelte es sich in das gleiche Grinsen um, welches sie schon bei Sorata an den Tag gelegt hatte. "Zuerst schickst du meinen Ex-Freund ins Verderben, dann weißt du meinen Namen ohne mich gefragt zu haben und fragst mich dann ob ich mit dir spazieren gehe?", verspielt legte sie ihren Finger an der Unterlippe ab und schaute aufs Meer hinaus. "Du bist mir ja schon einer. Zu Schade das mir Insekten den Appetit verderben. Sonst hätte ich vielleicht ja gesagt.". Was nun folgte war ein kurzes Lachen ihrerseits, welches ein Weg über ihre Lippen fand. Schwer zu sagen ob es nun eines der hinterlistigen - oder verspielten war. Abstreiten das ihr dieser ständige Schlagabtausch mit dem Bengel Spaß machte, konnte sie innerlich aber nicht. Er war schon eine Klasse für sich. Das musste sie ihm lassen. Doch gerade als sie sich schon einigermaßen mit ihm gut gestellt hatte, machte er die nächste Dummheit. Eine die ihn bei Misaki gleich wieder nach hinten katapultierte. Dabei wollte es sich doch gerade zum besseren wenden.
Von einem Moment auf den anderen war sie in irgendeinen hässlichen Anzug eingekleidet. So einer wie aus diesen Quiz-Sendungen, welche abends immer im Fernsehen liefen. Zusätzlich hatte sie eine kleine Menge an Karten in der Hand. Wo bei genauerer Betrachtung all jene Fragen standen, die sie sich zur aktuellen Situation stellte. Verärgert schaute sei dem Pfeife rauchenden Typen ins Gesicht. Jetzt reichte es ihr, mal wieder. Auch wenn sie sich gesagt hatte, nicht mehr Handgreiflich zu werden. Er hatte es verdient, eindeutig. "Ich soll also Quizfragen stellen?", wiederholte die Blondine noch einmal prüfend und wich dabei mit ihren Augen nicht von seinen ab. "Gut.". Entschlossen erhob sie sich von der steinernen Bank und stellte sich vor den Weißhaarigen. Mit einem lauten knallen kündigte sich nur wenige Sekunden später eine Backpfeife an. Fragen tat sie trotzdem, aber nicht das auf seinen Karten. "Wie viele Gitterstäbe braucht es um jemanden von seiner Familie zu trennen?", fragte sie mit ruhiger Stimme als sie schon zur nächsten Ohrfeige ausholte. Ein weiteres Mal klatschte es laut. "Wie gehe ich mit spontanen Heimatsprüngen um?". Dann blieb die Magierin still, wollte sie ihm in ihrer Wut doch Zeit geben die gerade erhaltenen Sachen richtig zu verarbeiten. "Und kommen wir nun zur Hauptfrage.", betonte sie besonders sarkastisch und gab ihm dabei die letzte Ohrfeige. "Wie gehe ich damit um wenn ich von Zuhause verstoßen werde?", diese Frage sollte ihn besonders hart treffen. Auch wenn sie nicht ganz originalgetreu auf seinen Abschied mit den beiden Kindern bezogen war. Anhand der beiden ersteren Fragen sollte er aber ganz genau selbst wissen was damit gemeint war.
Während seiner ganzen Aktion war die Stimme der Blondine jedoch immer weiter und weiter abgesackt. Sie wurde trauriger, ihre Belastungsgrenze war erreicht. So gern es ihr auch am Arsch vorbei gehen wollte. So war es schlichtweg für sie nicht mehr möglich. Anscheinend war sie doch nicht so abgestumpft wie sie dachte. Nacheinander warf sie ihm nun erst die Karten mit den Fragen - und dann den Smoking, welchen sie extra dafür Auszog ins Gesicht. Mit der abschließenden, allseits Bekannten Bezeichnung "Freak!", ging sie dann langsam von ihm Weg die Promenade entlang. Während sei sich einen leichten Anflug von Tränen aus der unteren Augenpartie wischte.

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mo 24 Aug 2015 - 15:32

Nun gut, Sinn für Humor hatte das Blondchen wenigstens, also lachte auch ich auf als sie abermals versuchte, meinen Kleidungsstil zu kritisieren. "Also bitte Misaki, hast du's so nötig dich nur auf äußere Werte zu beschränken?" Ich schenkte ihr ein provokantes Grinsen. "Das kannst du besser. Komm schon, gib's mir!" forderte ich sie daraufhin auf und breitete einladend meine Arme aus. Die Zweideutig in meiner Aussage fiel mir zum damaligem Zeitpunkt gar nicht auf. Übung mit so etwas hatte ich ja nicht. Alles was ich an meinem Körper trage wurde mir geschenkt, weswegen ich auch daran festhalte. Ich brauche nichts anderes, das ist nichts was mich auszeichnet, aber es bedeutet mir die Welt. Alles was ich tun konnte war, gehässige Biester wie Misaki neben mir loszuwerden oder wenigstens abzulenken. Dass sie mir nach meiner Frage, ob sie nicht spazieren gehen wolle, meine Heldentaten wieder aufzählte wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Es bildete sich ein stolzes Lächeln auf meinen Lippen. "Naja, du sagtest ja... Ex-Freund." ich nahm einen weiteren Zug und ließ mir meine Zeit. "Zu eines war er wenigstens gut: Er hat deinen Namen verraten." Es bildete sich ein Lächeln auf meinen Lippen, was für einen Moment vielleicht sogar ganz charmant aussah - zu nett. Um ehrlich zu sein, genoss ich den Moment gerade sogar. Es machte mir Spaß dieses Weib an ihrer hübschen kleinen Nase herumzuführen. "Ich dachte Frauen stehen auf solchen Kitsch." begann ich dann nachdenklich, als sie den Spaziergang erwähnte. Letztendlich zuckte ich mit den Schultern. "Du weißt schon... "romantische Spaziergänge im Mondschein" und sowas...!" Theatralisch legte ich meine Hände an meine Wangen. Eigentlich hatte ich ja keine Ahnung von sowas. Es interessiert mich auch nicht besonders und ich bezweifle, dass es das jemals wird. Höhere Wesen wie ich sollten sich nicht von fleischlichen Hüllen ablenken lassen, obwohl ich theoretisch wohl jede haben könnte. Prüfend musterte ich Misaki aus dem Augenwinkel und stellte erstmals fest, dass sie ja auch gar nicht so schlecht aussieht. Befremdlich schon, nur nicht minder schräg als alle anderen Menschen auf dieser Insel.

Sie lehnte ab, natürlich, machte sich aber die Mühe sich eine Ausrede dafür auszudenken. "Gut." Abermals folgte ein Schulternzucken meinerseits. Dann ging es auch schon los mit der großen Show. Groß war sie alle Male, nur weniger so, wie ich es mit vorgestellt hatte. Sie ging mit einem derartigen Enthusiasmus an die Sache ran, dass ich mir den fasziniertesten Blick kaum zurückhalten konnte. Es wunderte mich bereits, als sie aufstand un sich direkt vor mir hinstellte. Fragend schaute ich zu ihr auf, eine unangenehme Situation - für uns beide, schätze ich. Just in dem Moment als ich merkte, dass sie etwas ganz anderes vor hatte, traf mich ihre Handfläche mit einem Klatscher, der sogar leicht zurückhallte. Entweder das, oder der Schlag war fest genug um mich halluzinieren zu lassen. Unsanft wurde mein Kopf nach rechts geworfen und meine Pfeife flog auch in diese Richtung. Vollkommen überrumpelt drehte ich meinen Kopf wieder zu dem Mädchen, doch ehe ich etwas sagen konnte, setzte sie mit Worten nach. Die Worte lähmten mich und meine zum Schutz erhobene Hand praktisch und noch ehe ich meinen Kopf senken konnte, spürte ich erneut ihre Hand auf meiner Wange. "Ugh!" Ein erschrockenes Keuchen entglitt mir diesmal und ich fing mich mit meinen Händen auf dem Stein, um nicht zur Seite zu kippen. Meine gesamte linke Gesichtshälfte brannte nun und mein Ohr piept. Ihre nächste Frage hörte ich dennoch und abermals versteinerte ich in meiner Bewegung. Das geht mir alles gerade ein bisschen zu schnell, ich kann überhaupt nicht reagieren. Abermals drehte ich meinen Kopf zu ihr, als sie "die Hauptfrage" erwähnte. Warum? ich wusste es nicht. Allerdings warf mich ihre dritte Ohrfeige fast komplett um. Sie war so fest, dass sogar Apophis seinen Halt an mir verlor und hinter mir auf dem Stein landete. Meine Hand bedeckte nun meine rote Wange und ich zuckte zusammen, als ich weitere Bewegungen von Misaki aus sah. Sie warf mir meine Requisiten direkt ins Gesicht und ich bewegte mich nicht mehr. Mein tierischer Begleiter allerdings fauchte sie abermals Lautstark an, dann hörte ich, wie sich ihre Schritte von mir entfernten... "Ich wurde nicht..." begann ich kleinlaut und verzog mein Gesicht vor Schmerz. "...verstoßen...?"

Über diese Möglichkeit hatte ich bis jetzt noch nicht nachgedacht. Ich dachte sie lieben mich, dass ich einer von ihnen bin und zu ihrer Familie gehöre. War das alles nur geschwindelt? Vielleicht hat sie ja Recht und sie wollten mich loswerden, haben wie alle anderen Menschen auch nur für sich selber gehandelt. Es war klar, dass sie damit meinen wunden Punkt getroffen hatte, das wussten wir beide. Und sobald ich mich wieder rührte merkte ich wie meine Augen wässerig wurden. Ich atmete Schwer und keuchte mehr als ich ausatmete. "...Scheiße...!" Mit ungewöhnlich zittriger Stimme fluchte ich vor mich hin. Apophis schwieg, denn auch er wusste, dass ich wieder das alte Wrack war. Ein Waise ohne Eltern oder Familie. Ich streckte rücklings eine Hand nach meinem Freund aus, während ich mich mit der anderen noch auf dem Stein abstützte. Ich spürte seine Berührung und sorgte dafür, dass wir wieder in unsere Welt kommen.
Binnen eines Wimpernschlages waren wir zurück. Mich begrüßte eine Meersbriese und ich richtete mich langsam wieder auf, nur um wieder nach vorne zusammenzusacken. Anstatt auf den Boden fiel mein Blick allerdings auf Misaki in ihrem Rollstuhl, der noch immer da Stand und sich nicht rührte. So gern ich auch wollte, ich konnte sie nicht hassen. Warum? Sie ist Schuld daran, dass mein erster Tag hier die reinste Hölle ist! Sie hat mich geschlagen! Sie hat... Ich spürte ein Brennen auf meiner linken Wange, als würde ich Feuer weinen und es wurde auch nicht besser, als ich mir diese einzelne Träne wegwischte. Ich werde sie wohl heilen müssen um morgen nicht total demoliert zum Unterricht aufzutauchen und genau das tat ich auch, Misaki immer schön im Blick behaltend. Es dauerte nicht mal eine Minute da war die Schwellung und die Röte auch schon wieder aus meinem Gesicht gewichen. Und dann saß ich nur da und starrte das Mädchen vor mir an. Sie atmete schwach, war nur noch ein funktionierender Körper ohne Bewusstsein. Ich hatte mir zuerst gesagt, ich würde sie in ihrer Welt zurücklassen, aber... Irgendwie würde es mir schwer fallen. Zumindest eine Erklärung hätte sie verdient. Vielleicht, eventuell... Ich spürte wie Apophis sich leise züngelnd über meinen Rücken wieder aufbäumte. Ohne ein Wort zu sagen, erkundigte er sich nach meinem Befinden. Ich blickte weiterhin Misaki an und hob eine Hand für meinen Freund. "Ich muss sie da wieder rausholen." setzte ich ihn in Kenntnis und klang dabei kräftiger als ich mich gerade fühlte. Die Königskobra drückte seinen Kopf an meine Hand und ich spürte seinen Körper um meinen Hals. "Ich mach das schon." Mit diesen Worten ging es abermals zurück in die andere Welt.

Die Kleidungsstücke lagen noch immer hier, genauso wie meine Pfeife, aber das kümmerte mich wenig. Ich stand sofort auf und begann in die Richtung zu laufen, in der Misaki's Schritte vorhin verschwunden waren. Ich sah sie am Ende des Weges in der Nähe eines großen Baumes. Den Laufweg ersparte ich mir indem ich mich einfach teleportierte. Ich hörte sie einmal leise schniefen, als ich hinter den Baum auf den richtigen Moment wartete und mir wurde bewusst, dass nicht nur ich gerade meine Maske hab fallen lassen. Mit einem kleinen Seufzer trat ich hervor. "Misaki." war alles, was ich zunächst herausbekam. Unsere Blicke trafen sich. "Ich bin hier um dich zurückzuholen." meinte ich daraufhin, was in erster Linie ja nicht gelogen war. Wenn ich sie so sehe, regen sich aber auch andere Gefühle in mir und das verwirrte mich gerade ungemein. "Vorausgesetzt, du willst wieder zurück." fügte ich knapp an und versuchte, so zu tun als ob es mir egal wäre, zuckte mit den Schultern und blickte aufs Meer hinaus, anstatt ihr ins Gesicht.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Di 25 Aug 2015 - 11:57

Mit langsamen Schritten trottete die Blondine die Promenade entlang. Zuerst schnaubend schnell, doch nach und nach ebbte die Geschwindigkeit ihres Gangs rapide ab. Bloß schnell weg von dem Kerl dachte sie sich, während die Magierin sich einmal mehr die leichten Ansätze von Tränen aus dem Gesicht wischte. Ihr Blick war in Richtung des Bodens gerichtet und generell konnte man an ihrer Körperhaltung erkennen, das es ihr wohl im Moment seelisch nicht annähernd so gut ging wie vor der ganzen Aktion hier. Einen kurzen Moment lang stoppte Misaki und drehte sich zu der steinernen Bank um, auf der sie zuvor mit dem Typen gesessen hatte. Doch da war niemand mehr. "Tse!", schnaubte sie und bemerkte dabei wie ihre Augen wieder einmal wässrig wurden. In Gedanken reflektierte den Moment wo sie ihm die Fragen von sich an den Kopf schmiss. Sein Gesicht und die plötzliche Starre in seinen Bewegungen. Anscheinend hatte sie seinen wunden Punkt ganz präzise getroffen. Ansonsten, da war sie sich sicher, hätte er sich anders zur Wehr gesetzt. Schließlich war das hier seine Welt. Seine Welt, gemischt mit ihren Erinnerungen. Aber trotzdem noch seine.
"Wie zu erwarten von jemandem wie ihm.", meinte Misaki zu sich selbst sprechend und schaute wieder auf das Stück Weg vor sich. Ihre Stimme war durchsetzt mit Wut und Trauer zugleich. Warum sie das gerade zu sich selbst laut sagte? Sie wusste es nicht. Wahrscheinlich um sich von dem Fakt abzulenken das er auch sie durch seine Aktionen an den Rand ihrer Verträglichkeit gebracht hatte. Seiner Art widerte ihn einfach nur an. Aber groß darüber nachdenken wollte sie jetzt auch nicht. Es erschwerte den Versuch ihren Frosch im Hals zu unterdrücken nämlich nur noch mehr. Doch aus irgendeinem Grund kam sie nicht daran vorbei, ständig landeten ihre Gedanken bei dem Freak und seinem Haustier. Warum war das so? Sie konnte ihn nicht ausstehen, da war sie sich sicher. Schließlich hatte er sich permanent, selbst hier in seiner Welt über ihre Behinderung lustig gemacht. Nein, sie musste ihn einfach hassen. Es ging nicht anders. Nur sie konnte sich nicht wirklich selbst davon überzeugen. Ihre Gedanken waren verwirrt.
Ein weiteres Mal schaute sich die Magierin nach einem kleinen zurückgelegten Stück Weg nun in ihrer Umgebung um und suchte den Weißhaarigen. Doch weiterhin keine Spur von ihm.  Weswegen sie mit gesenktem Kopf weiterhin die Promenade entlang streifte. Das die gesuchte Person aber schon längst vor ihr hinter einem Baum stand und wartete, davon wusste sie nichts. Wieder entfuhr ihr ein schniefen, mit dem sie versuchte die möglichen Vorboten eines Weinens zurück an den Ort zu ziehen aus dem sie kamen. Durch ihren immer noch gesenkten Blick bemerkte die Magierin auch im ersten Moment nicht, das der Dämon nun aus dem Schatten hervortrat. Erst, als dieser ihren Namen aussprach blieb sie stehen und schaute nach vorne. Mit einem ungläubigen Gesicht schaute sie den im Kartoffelsack steckenden Jungen- dann sein Tier an. "Ach, sieh mal einer an wer hier ist.", begrüßte ihn Misaki in einer von ihr ungewohnten, ruhigen Stimme und ohne Beleidigung. "Was willst du?" , fragte sie daraufhin direkt als sie sich einige Momente anschauten. Eigentlich wollte die Magierin ihm noch ein weiteres Mal eine scheuern, stattdessen normalisierte sich ihre Mimik wieder. Sie lächelte zwar nicht mehr, so wie die Male davor, aber traurig sah das auch nicht aus. Wortlos lauschte die Blondine dem Angebot des Weißhaarigen, dass er sie wieder zurückholen wolle. Gefolgt von einem kurzen ungläubigen Lachen als er zusätzlich die "wenn du willst"-Aussage hinten dran hängte.
"Und woher der plötzliche Sinneswandel?", fragte sie ihn und trat näher an ihn heran, bis sie direkt vor ihm zum Stehen kam. Er konnte deutlich noch ihre mit Wasser benetzten Augen wahrnehmen und auch ihr ernster Gesichtsausdruck konnte nicht verbergen was wohl gerade im inneren der Blondine vorging. "Andere Leute irgendwo hin schwimmen zu lassen macht dir doch auch nichts aus. Warum also jetzt? Wieso bei mir?". Sie schaute ihm nun eindringlich in die Augen. Es machte einfach keinen Sinn. Lässt man mal die Provokationen - und Aktionen seinerseits außer Acht. Ein schlechtes Gewissen konnte er auf jeden Fall nicht haben. "Nachdem ich dich so behandelt habe, körperlichen - sowie seelisch verletzt habe.". Nun schaute Misaki weg von ihm und auf das Meer hinaus, während eine Brise ihr Haar etwas durcheinander wirbelte. Sie musste gerade ernsthaft überlegen wie sie ihm das beibringen sollte. Aber sie fand es hier gar nicht so schlecht. Hier konnte sei gehen, laufen und war so gut es ging alleine. "Ich bin doch sowieso nur ein beschädigtes Objekt, wenn ich deine Aussagen richtig deute. Wieso also etwas kaputtes, ein Wrack, zurückholen?", sie drehte ihren Kopf wieder zu ihm, " Wenn du also nach einem Grund suchst mich nicht hier zu lassen...kann ich dir leider nicht helfen.".
Mit diesen Worten ging sie, ihn dort steht lassend, langsam die Promenade hinunter und begann sich mit angewinkelten Beinen, ihren Kopf darüber stützend ans Meer zu setzen. Erst jetzt konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten und sie begannen langsam ihr das Gesicht herunter zu laufen.

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Di 25 Aug 2015 - 19:43

Sie war also nicht sofort wieder auf mich losgegangen, eigentlich hätte ich das auch nicht erwartet. Es sah wohl so aus, dass uns beiden die Puste ausgegangen war, so "ordentlich" wie wir jetzt gerade miteinander redeten. Ich beobachtete sie Aufmerksam als sie nach meinem recht großzügigem Angebot auf mich zu kam. Sie zweifelte an meinen Intentionen, was ich ihr nicht verübeln kann. "Kein Sinneswandel, ich hatte nie vor dich hier zu lassen." Ganz nüchtern schaute ich ihr ins Gesicht, kein Lächeln, kein Anflug von Sarkasmus, denn es war die Wahrheit. "Das ist doch offensichtlich." antwortete ich selbstsicher auf ihre darauffolgenden Fragen. "Du bist zu stark für diese Welt." Mir entglitt ein Seufzen und ich schüttelte langsam meinen Kopf. "Du gehörst hier nicht hin. Und selbst wenn ich dich hier lassen würde, würdest du's nicht lange überleben." Schließlich weiß sie nicht, was genau das hier ist. Ich werde es ihr erklären müssen. Wie es aussieht, begann die Blondine nun nach Gründen zu suchen, weswegen ich sie hier lassen sollte. Klar, jemand wie sie würde niemals angekrochen kommen und um Erlösung bitten. "Misaki, bitte." Ich klang etwas gestresst. "Offensichtlich haben wir uns gegenseitig zugesetzt. Ich sehe dich. Du brauchst gar nicht versuchen, dich vor mir zu verstecken." Abermals breitete ich die Arme aus. "Sieh mich an! Ich bin komplett angreifbar, selbst wenn das hier mein Territorium ist." Das sollte sie bereits begriffen haben, als sie mir die drei Ohrfeigen gab. Sie war für einen Moment meinem Blick ausgewichen und ich schaute, wie vorhin, ebenfalls in die Richtung in die sie Blickte. Wind kam auf. Zum Glück waren meine Zotteln im Gegensatz zu ihrer Mähne deutlich leichter zu handeln. Weiterhin versuchte sie mir zu widersprechen. "Du irrst dich." antwortete ich auf ihre Aussage. Mein Lächeln war verschwunden, wir starrten uns gerade nur direkt in die Augen. Noch ehe ich etwas erwidern konnte flüchtete sie sich zum Ufer und ich folgte ihr vorsichtig.

Während sie sich hinsetzte blieb ich einige Meter zurück. Die Wolken über dem Meer sausten nur so über den Himmel und der Mond spiegelte sich bereits auf der Wasseroberfläche. Die kühle Luft ließ mich etwas frösteln, weswegen ich mit eng verschränkten Armen einfach da stand und Misaki beobachtete. Ich spürte sie in meinem Herzen, gerade jetzt und ich wusste, dass sie nicht nur so ihr Gesicht versteckte. Super, ein weinendes Mädchen. Was soll ich tun? Sie umarmen? Ihr einen Welpen herbeizaubern oder einen Haufen Süßigkeiten? Mit so etwas kenne ich mich doch gar nicht aus! Verlegen glitte mein Blick umher und ich überlegte. Ich kenne dieses Mädchen nicht gut genug um zu wissen, was sie in solchen Situationen will oder eben nicht. Langsam setzte ich mich dann aber doch in Bewegung und setzte mich neben ihr auf dem Boden. Ich sah sie für einen Moment nur an, ehe ich mich dazu verpflichtet fühlte, irgendwas zu sagen. Wieder glitt mein Blick nervös umher. Zögerlich hob ich dann eine Hand, aber wohin damit? Auf ihren Kopf? Nein. Ihr Rücken? Meine Hand bewegte sich für einen kurzen Moment in diese Richtung, ehe ich sie zurückzog. Mist. Was soll ich tun?? Ich entschied mich für die Methode "Augen zu und durch" und tat genau das: Ich sah nach vor und legte meine Hand da hin, wo ich es für richtig hielt, ihren Nacken, zwischen ihren Schulterblättern. Nun gut, die Situation war ungewohnt und ich denke man sieht es mir auch leicht an, so stur wie ich geradeaus blickte. Meine Wangen sind auch etwas rot geworden, aber das konnte ich ja schlecht wissen. Trotzdem musste ich noch etwas sagen. Bloß nicht sentimental werden, irgendwas nettes. "Jetzt heul nicht rum. Ich sagte doch gerade noch, dass du stark bist." Das war gut, denke ich. Bestimmt fühlt sie sich schon besser. Ich hab's echt drauf!

Zeit, ihr diese Welt zu erklären. "Hör zu. Dies hier ist keine Gedankenwelt." begann ich zu erklären und nahm nun auch meine Hand von ihrem Rücken. "Das hier ist eine Parallelwelt. Eine Welt, die sich eigentlich gar nicht von unserer unterscheidet." Ich warf ihr einen kurzen prüfenden Blick zu. "Der einzige Unterschied hier, bist du." sagte ich ihr ins Gesicht und blickte dann in den Wolkenbedeckten Himmel. "Ich habe in dieser Welt verhindert, dass der Fluch dich erwischt. Und es hat auch geklappt: Du hast dein Leben wie eine ganz normale junge Frau weitergelebt." Ich senkte meinen Blick und starrte ein Gänseblümchen an, welches neben mir auf dem Boden wuchs. "Die Misaki, die hier lebt ist ganz anders als du, verständlich." erklärte ich und riss die kleine Blume aus der Erde. "Sie kann noch laufen, hatte einen Freund und sicher auch viele andere Freunde." Ich klang ein wenig abwesend, wo ich mir doch gerade vorstellte wie meine Begegnung mit der Misaki aus dieser Welt abgelaufen wäre. "Trotzdem ist das meine Welt." fügte ich an und zupfte der Blume ihre Blütenblätter aus. "Und sie erfüllt einen Zweck." Die letzten Blütenblätter flogen mit dem Wind aufs Meer hinaus und ich blickte wieder zu Misaki. "Hast du dich jemals gefragt, was mit Leuten passiert, die ins Koma fallen?" fragte ich sie dann rhetorisch und warf die kahle Blume ohne hinzusehen ins Wasser. "Sie sind einfaches Futter für Dschinns." erklärte ich und winkelte eins meiner Beine an, während ich mich gemütlich mit einer Hand im Gras abstützte. "Dies ist die fleischliche Hülle der Misaki aus dieser Welt. Und sie ist auch immer noch da drin, irgendwo." Ich musterte sie auffällig ehe ich fortfuhr: "Alles was von dir noch in unserer Welt übrig ist, ist dein Körper, der langsam vor sich hin vegetiert. Er gibt mir deine Energie, bist er irgendwann nicht mehr kann und komplett eingeht." Es sollte wohl klar sein, dass ich mir das nicht ausdachte. Das ist der Grund weswegen wir Dschinns ewig leben können. Ich schwieg für einen Moment und blickte dann wieder aufs Meer. "Wenn dein Körper schwächer wird, wird auch deine Seele schwächer und dann wirst du auch hier sterben." Alles nur Mittel zum Zweck. "Du wirst sterben, wenn du hier bleibst. Selbst wenn du deinen Wunsch erfüllt bekommen hast und in dem glauben stirbst, dass es dir gut geht..." Ich sah ihre Beine an und dann glitt mein Blick langsam zu ihrem Gesicht. "...ist es das wirklich wert?" Mit dieser frage verharrte ich, ehe ein starker Wind uns erfasste. Die Wellen platschten ans Ufer und die Bäume raschelten während unsere Haare hin und her gerissen wurden.

"Misaki. Ich möchte dir etwas zeigen." murmelte ich ihr etwas leiser zu und wandte meinen Körper zu ihr. Während eine Hand sie an der Schulter hielt, griff die andere nach ihrer Wange. Ich zog sie zu mir, kam ihr allerdings auch entgegen. Die Hand an ihrer Schulter legte sich nun auch um die andere und gezwungenermaßen legte ich meine Stirn an ihre. Das habe ich noch nie außerhalb meine Trainings getan. Es ist 10 Jahre her, seit ich diese Technik das letzte mal angewandt habe, dementsprechend konzentriert ging ich auch an die Sache heran. Es war, als würde sich die Welt um uns verzerren, man konnte gedämpfte Stimme und Geräusche hören bis sich alles mit einem Ruck wieder einrenkte. Ich ließ von Misaki ab, relativ fix, da mir diese immense Nähe selbst nicht wirklich geheuer war und drehte meinen Kopf in die Richtung, in der die Bank nicht befand auf der wir beide vorher noch saßen. "Schau, da ist sie." meinte ich ohne Misaki noch weiter anzusehen. Ich bin rot geworden und mir wäre lieb, wenn sie das nicht sieht. Misaki saß brav wartend auf der Steinbank ehe dieselbe Jungenstimme von vorhin wieder ertönte. Wir waren zu weit weg um jedes Wort mitzuhören, aber das war auch nicht nötig gewesen. Wir sahen Sorata die Treppe runter hopsen, während Misaki ein wirklich hübsches Lächeln aufgesetzt hatte. Sie stand auf und ließ ihn zu sich kommen, wo sie sich liebevoll begrüßten. Er umarmte sie und küsste ihren Kopf, während sie sich an ihn schmiegte. Ein seltsames Gefühl machte sich in mir breit und ich richtete meinen Blick wieder aufs Meer, als die beiden Turteltauben Hand in Hand los liefen, in unsere Richtung. Sie werden uns eh nicht sehen können, dafür hatte ich gesorgt. Allerdings will ich die beiden auch nicht sehen, warum auch immer. Ich gab Misaki neben mir Zeit, die beiden weiter zu beobachten, sogar als sie schon an uns vorbei gegangen waren. Wir hörten sie reden über andere Personen und den schönen Abend, er nutzte die Chance um ihr ein Kompliment zumachen. Es kam anscheinend ganz gut bei ihr an. Ich hätte diese Chance gar nicht wahrgenommen und so schenkte sie ihm ein melodisches Lachen. Eines, was überhaupt nicht so klang wie das von der Misaki, die gerade neben mir sitzt. Es klang glücklich. Es erinnerte mich an das meiner jungen Meisterin. Auch wenn ich mir nicht sicher sein kann, ich denke, sie waren glücklich mit mir. Aber Wert hat das jetzt eh nicht mehr.

Mein Blick fiel auf Misaki neben mir und ich fragte mich, was aus uns wird. Ich schätze, wir werden uns noch einige Male über den Weg laufen. Würde sie mich grüßen, ignorieren oder mir irgendeine Bemerkung an den Kopf werfen, wenn wir und mal begegnen? Komischer Weise, gäbe es nur eine der drei Möglichkeiten, die mir gefallen würde. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr verwirrte es mich und ich starrte die ganze Zeit über Misaki an. Ob sie jetzt verstanden hat, dass ihr Platz nicht hier ist?
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Mi 26 Aug 2015 - 18:13

Leise, mit dem Kopf auf ihren Knien liegend, saß Misaki nun dort am Ufer. Die Tränen liefen wie ein Fluss ihre Wangen hinunter und generell fühlte sie sich gerade so mies wie schon lange nicht mehr. Sie war fertig, mit sich und der Welt. Immer lauter begann sie zu schluchzen. Ein weiteres Mal begann sie ihre Beine zu mustern. Eine Sache die ihr angesichts der verschwommenen Sicht nicht gerade sehr leicht fiel. Aber es kam ja auch nicht auf die Einzelheiten an. Langsam bewegte sie ihren Fuß, dann das Bein einmal kurz hin und her. Sie wollte hier nicht weg. Nein, sie wollte hier bleiben. Egal wie lange sie hier überleben würde. Hier war sie kein "beschädigtes Objekt" mehr. In diesem Moment spürte sie auf einmal eine Hand an ihrem Rücken und ein ungewohntes Gefühl von Wärme durchströmte sie in diesem Moment. Langsam aber sicher erhob sich ihr Kopf aus der "Versenkung". Mit einem verheulten Gesicht schaute die Blondine den Dämon an. Keine Spur von Arroganz, oder Aggression, die Magierin war vollkommen frei von diesen Gefühlen in diesem Moment. Keine harte Hülle die sie mehr schützte oder andere davon abhielt in sie hinein zu schauen. Nun war die Magierin empfindlich, angreifbar wenn man so will.  
Für einen Moment lang hörte sie mit dem erbitterten Weinen auf und musterte ihn. Seine Backen waren leicht errötet, doch sein Blick ging geradeaus aufs Meer. Einen Moment lang überlegte die Blondine, während sie ihn so betrachtete, ob sie ihn etwas fragen sollte. Doch bevor sie etwas aus ihrem salzig schmeckenden Mund herausbekam, schmiss ihr der Typ einen sehr ruppigen Kommentar entgegen. Sogleich dieser auch als Aufmunterung gemeint war. Für den jetzigen Zustand Misakis war sie pures Gift. Ohne etwas weiteres zu sagen ging ihr Kopf wieder in die vorherige Position zurück und sie begann unerbittlich weiter zu weinen. Einen weiteren Versuch unternahm der weißhaarige Junge danach nicht mehr, stattdessen ging er gleich ins Sachliche über. Ohne darauf zu achten, ob die Magierin ihm überhaupt einen Funken zuhörte. Wie ein Geschichtenerzähler, welcher die Welt kurz erklärte, begann er nun ihr die Umstände genauer zu erläutern. Schniefend richtete die Blondine ihren Blick wieder auf. Wie zuvor unterdrückte sie die Tränen wieder einmal. Ein Versuch der ihr nur begrenzt gelang. Statt das der Wasserfall von ihren Augen nun vollständig versiegte, rannten nur noch langsam vereinzelte Tropfen ihrer Wangen herunter.
Doch diesen Zustand so beizubehalten wurde mit den Aussagen des Weißhaarigen immer und immer schwieriger. "Was soll das heißen, du hast verhindert das der Fluch mich erwischt?" , fragte sie mit wackeliger Stimme und schaute ihn eine Antwort erwartend an, welche auch sogleich folgte. Etwas ungläubig schaute sie ihm ins Gesicht als er ihr erzählte das dies der Körper einer anderen Misaki war. Aber die Erklärung leuchtete ihr durchaus ein. Aufmerksam folgte sie nun den Ausführungen des Dschinns, als welcher er sich nun zu erkennen gegeben hatte. Ganz besonders nachdem seine Erklärung beendet war, dauerte es einen Moment bevor sie sich wieder zu Wort meldete. "Ob es das Wert ist?", fragte sie ihn und klang dabei schon etwas beruhigter als vorher. Natürlich war es das Wert. Sie hatte ihre Beine wieder. Besser konnte es doch gar nicht kommen. "Und wie es das ist." , meinte die Blondine und wischte sich kurz die restliche Feuchtigkeit aus den Augen. Was aber nichts an der Sichtbarkeit der Tränensäcke und geschwollenen Augen änderte. Der Dschinn allerdings war mit der Antwort wohl nicht zufrieden. Spontan und ohne Vorwarnung zog sie der Weißhaarige an sich heran. Eine Aktion, welche die Magierin wohl leicht missverstand. Denn für einen Moment lang dachte sie allen Ernstes er wollte sie jetzt küssen. Die Position und alles passten. Selbst der Augenkontakt war vorhanden. Als sich jedoch die Umgebung um sie herum verzerrte wurde ihr klar, dass eine solche Aktion weitab von seinem Interesse lag. Auch, wenn sie sich damit durchaus hätte anfreunden können. Ein Gedanke der sie gehörig durcheinander brachte, vor allem weil er gerade überhaupt nicht ins Bild passte.
Als sich die Welt um sie herum wieder normalisierte, schaute Misaki ihm immer noch tief in die Augen. Sie spürte seinen Atem auf ihrem Gesicht, genauso wie es wohl umgekehrt der Fall sein musste. Doch dieser Moment hielt nicht lange an. Von einem Moment auf den nächsten rückte der Dämon wieder von ihr Weg und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Steinbank, wo sie sich zuvor befanden. Misaki glaubte nicht was sie dort zu sehen bekam. Es war sie selbst, nur irgendwie glücklicher. Exakt danach kam auch schon ihr Ex-Freund angelaufen. "Ich bin noch mit ihm zusammen?", fragte sie selbst laut und ungläubig als sie das treiben der beiden an der Promenade betrachtete. Das Pärchen schien glücklich zu sein. Sie schien glücklich zu sein. Doch aus irgendeinem Grund war sie kein bisschen neidisch, oder wollte ausgerechnet an der Stelle ihres "Double" sein. Sie wusste es besser. Sobald es ernst werden würde, wären ihre Freunde nicht mehr da. Ihr Freund würde sich einfach nicht mehr zeigen und dann wäre auch sie ganz alleine. Im Grunde genommen war es genau das gleiche. Nur hatte diese Misaki ihren Absturz noch vor sich. Langsam verfolgte sie die beiden noch ein bisschen. "Schaff dir ein dickes Fell an.", sagte die Blonden nun als könnte die andere sie hören, "Und verlasse ihn solange du noch kannst. Für ihn bist du nur eine Trophäe zum Vorzeigen.".
Als die beiden Turteltauben aus ihrem Blickfeld verschwunden waren, senkte Misaki nachdenklich ihren Kopf. "Ich verstehe worauf du hinaus willst." , sagte die Magierin und gestand sich selbst somit auf indirekte Weise ein, das sie Unrecht hatte. "Also?", gab sie fragend von sich während ihr Kopf sich zum Gesicht des Dämons drehte. Statt aber weiter zu reden blieb sie im Ansatz ihrer nächsten Aussage kurz hängen, weil sie sah wie rot im Gesicht der Dschinn geworden ist und ein warmes, wenn auch kleines Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht. "Wie siehts aus?". Provokant stupste ihn an der Schulter an. Anlehnen ging ja aufgrund der Tatsache, dass er ein bisschen weiter weggerutscht war, nicht mehr. "Willst du mit mir noch einmal spazieren gehen?".

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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Do 27 Aug 2015 - 16:58

Okay, meine Aufmunterung hatte wohl nicht so ganz geklappt. Ich hatte sogar das Gefühl als hätte ich es nur noch schlimmer gemacht und ich fühlte mich richtig mies deswegen. Wenigstens einer von uns sollte stark bleiben! Ich versuchte es nicht nochmal, sondern begann ihr die ganze Situation zu erklären und es schien mir so, als würde sie sich jedes Wort zu Herzen nehmen. Gut, schließlich ist sie kein kleines Kind mehr. Sie unterbrach mich sogar einmal um eine Frage zu stellen. Nur dieses eine Mal ließ ich es sogar durchgehen! "Tch. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich dir meine Tricks verrate!" Arrogant hob ich meine Nase und blickte stur zur Seite weg. Normalerweise würde ich auch so blieben, wenn ich nicht die Sorge hätte, sie sofort wieder zum weinen zu bringen. "Ich... habe die Möglichkeit die Naturgesetze in dieser Welt zu brechen. Es genügte, dich um ein Paar Schritte zur Seite zu bewegen." murmelte ich dann doch noch hervor. Noch weiter ins Detail gehen werde ich aber nicht! Das ist mein Geheimnis. Ich fuhr fort und sie schenkte mir ihr Gehör. Eigentlich ist sie ganz erträglich wenn sie ruhig ist. Es ist schon fast ganz angenehm hier mit ihr zu sitzen. Allerdings geht mir ihre ewige Negativität auf die Nerven. Sie war der festen Meinung, dass es sich lohnen würde, hier zu bleiben. Ich seufzte und drehte ihr dabei meinen Kopf zu. "Nein nein, ist es nicht!" widersprach ich, ein wenig aufgebracht klingend. Mein Blick war toternst, sie sollte wissen, dass ich nicht scherze. "Du zerstörst zwei Leben und wirst niemals die Möglichkeit kriegen dich heilen zu lassen!" Ich wurde etwas Lauter. Ist ihr wirklich nicht bewusst, dass sie das Leben der Misaki in dieser Welt zu sehr auf den Kopf stellen wird? Außerdem lebt sie auf einer Insel voller Magier, es wird doch bestimmt irgendwo einen geben, der den Fluch brechen kann! Ich seufzte und schüttelte meinen Kopf. Das kann ich nicht zulassen!

Ich zeigte ihr was ohne unser Zutun passiert wäre. Misaki hatte ihr Leben im Griff, einen Freund und sie war glücklich. Misaki fing sogar an, mit sich selbst zu sprechen, wortwörtlich. Verstand sie, dass sie uns weder sehen noch hören konnten? Ich wollte sie nicht unterbrechen, umso erstaunter schaute ich sie an, als sie meinte sie wisse worauf ich hinaus wolle. Mein Blick sprach Bände, ich selber war mir nicht sicher ob sie es wirklich verstand. Unsere Augen trafen sich dann für einen Moment, ehe ich stur meinen Kopf zur Seite drehte. "Was ist?" fragte ich leicht energisch. Sie hatte gesehen, dass ich rot geworden war und sie hat mich angelächelt. Hätte ich sie weiter angesehen hätte sie mich sicher ausgelacht. Als nächstes hörte ich ein "Wie sieht's aus?" und spürte wie sie mich anstupste. Was soll das denn schon wieder? "Hm?" Ich schielte unbeeindruckt zu ihr herüber. Ihre nächste Frage war dann aber wieder wie ein Schlag ins Gesicht. Ob ich mit ihr Spazieren gehen will? So überraschend wie ihre Frage kam blickte ich ihr für einen Moment lang ins Gesicht. Plötzlich wurde mir klar, wie albern ich mich aufführte. Was auch immer das ist, was mich gerade so verwirrte, ich muss dagegen ankämpfen. Ich räusperte mich leise und machte mich daran aufzustehen. "Ich hätte nichts dagegen mir mal die Beine zu vertreten." Ich versuchte, Augenkontakt zu vermeiden und reichte ihr so blindlings meine Hand als Aufstehhilfe, auch, wenn sie das in dieser Welt wohl kaum brauchte. Kaum stand sie vor mir setzte ich mich in Bewegung. "Wo soll's denn hingehen?" vom weitem war es gar nicht so schlimm sie anzusehen. Oder lag es daran, dass ich auf einer Erhöhung stand und sie nicht? Als ich den Mond hinter ihr so sah, fragte ich mich wie spät es denn wäre. Wahrscheinlich nicht spät genug um schon zurück zu kehren.
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BeitragThema: Re: Uferpromenade   Do 27 Aug 2015 - 19:05

Misaki beobachtete den Dämon still weiter nachdem sie ihre Frage ihm gegenüber geäußert hatte. Die Art wie er reagierte, wie er sich verhielt, brachte sie insgeheim zum Kichern. Wie ein Vierzehnjähriger der zum aller ersten mal etwas mit einem Mädchen zu tun hatte. Total schüchtern und nicht wirklich sehr Selbstbewusst. Komisch wie sie persönlich fand. Laut ihrem Eindruck von ihm passte das gar nicht ins Bild. Vorher ein knallharter Typ dem alles egal ist und nun bekam er bei eben dem Mädchen, welches ihn vorhin so blöde angefahren hatte, rote Wangen. War er vielleicht gar nicht so ein harter Kerl? Sie schaute ihn noch einmal musternd an. Als der Weißhaarige dann plötzlich aufstand und ihr mit abgewendetem Blick die Hand reichte. Ein kichern entglitt ihr, während sie langsam und sanft ihre Hand in die seine legte. Sie machte es mit Absicht so "genüsslich". Wenn ihm ihr bloßer Anblick schon rote Wangen herbeizauberte, müsste er doch damit eigentlich an die Decke fliegen. So gesehen spielte sie wieder mit ihm, aber nur ein bisschen und mit einem eher nicht böse gemeinten Hintergrund. Sie fand ihn eigentlich ganz niedlich so wie er gerade war.
Nachdem sich die Magierin an seiner Hand dann hochgezogen hatte, ging er sofort wieder auf Abstand. Langsam vorauslaufend und den Blickkontakt vermeidend ging er das Ufer der Promenade ein Stückchen nach oben. Wo er sich dann anschließend umdrehte und sie betrachtete. Misaki hingegen hatte sich noch keinen Schritt bewegt. Zu faszinierend war sein Verhalten für die Blondine. Mit der Hand vor dem Mund und einem kleinen Lachen schaute sie ihn an. "Wo es hingehen soll?", fragte sie und folgte ihm das Ufer hinauf. "Wie wäre es einfach mit diesem Weg hier?", sagte sie in einem eher gemütlichen Tonfall zu ihm und deutete auf die Richtung des Weges, welche entgegengesetzt der von ihrem anderen Ich saß. "Schauen wir mal, wo er uns hinführt.", meinte sie anschließend noch und zwinkerte ihm mit dem linken Auge zu. Während sie sich ohne ihn überhaupt um Erlaubnis zu fragen bei ihm am Arm einhakte und langsam mit ihm in Bewegung setzte. Ja, sie stichelte ihn nun noch ein wenig mehr. Aber wie schon zuvor auf einem eher guten Weg. Während sie nun ein paar Schritte gingen, wanderte auch Misakis Blick nun zum Mond. Ein schöner Anblick wie sie fand. Er erinnerte sie an damals, als sie schon vier Monate alleine in dem Krankenzimmer lag. Immer wenn der Mond durchs Fenster schien löste er in der Magierin ein beruhigendes und besänftigendes Gefühl aus. Sie fühlte sich dadurch nicht mehr alleine. Während die Tageszeit für sie die Hölle war. Doch das war jetzt Vergangenheit.
Mit einem kleinen Kopfschütteln entfernte sie den Gedanken aus ihrem Kopf und schaute zum Weißhaarigen neben ihr, der wohlgemerkt immer noch versuchte jeglichen Augenkontakt zu vermeiden. Mit einer kleinen Beugung ihres Oberkörpers nach vorne versuchte sie sich somit seitlich in sein Blickfeld zu bewegen. "Wie rot willst du eigentlich noch werden und mich nicht anschauen?", fragte sie und schaute dabei mit einem neckischen Grinsen in seine Richtung. Erst im Nachhinein kam ihr das auch etwas gemein vor. Wenn sie daran zurückdacht als sie das allererste mal jemanden richtig, richtig toll fand war sie auch nicht besser. Mit einer Hand kniff sie ihm nun kurz in den Nacken. "Hey!", meinte sie und zwang ihn gleichzeitig mit ihr stehen zu bleiben. Dann stellte sich die Magierin vor ihn. "Sehe ich ohne meine Klamotten denn so blöd aus? Die hier hast du mir immerhin angezogen.". Nun schaute sie ihm in die Augen. Sie wusste, dass sie gerade nicht wirklich sie selbst war. Aber aus irgendeinem Grund war es einfach nicht mehr notwendig harsch zu ihm zu sein. Er hatte sie weinen sehen und sie hatte seine Vergangenheit kennengelernt. Sie beide hatten ähnliches durchgemacht, auch, wenn seines wohl schlimmer war. Alles was jetzt noch fehlte war das er ihre schlimmen Zeiten kennen lernte. Doch das wollte sie nicht, noch nicht. Als Ebenbürtig sah sie ihn auf jeden Fall an. Aber ob sie allein deswegen so zu ihm war? Misaki bezweifelte es. "Du brauchst echt eine Modeberatung.", meinte sie nur leise und musterte ihn. Ihre Mundwinkel ein klein wenig nach Oben gezogen.


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