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 Alter Bahnhof

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Leviathan
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BeitragThema: Alter Bahnhof   Mo 3 Jan 2011 - 22:28

das Eingangsposting lautete :

Alter Bahnhof




Der alte Bahnhof befindet sich am äussersten Rand der Stadt; Jahrzehnte ist es her, als dieser Bahnhof noch in Betrieb war. Einst führten die Schienen durch die ganze Insel und man konnte sogar auf einer Brücke die Insel verlassen - warum das wohl alles zerstört wurde? Wer im Inselkundeunterricht aufgepasst hat, mag vielleicht auf eine Antwort kommen...
Heute ist der Bahnhof nur mehr eine Ruine... einige Zugwracks befinden sich auch noch hier.



Zuletzt von Takeru am Fr 4 Feb 2011 - 14:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Alexandra Chevalier
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   So 26 Feb 2012 - 23:17

[Teile von Bernardos Handeln werden in diesem Post zusätzlich ausgeführt.]

Was soll denn das jetzt? Aleksandra wurde tatsächlich als einfaches Glied in ein Team gestopft, ohne die Führung zu übernehmen. War dieser Koloss der nächste, der nicht erkannte, welch Talent in ihr ruhte? Erst war es ihre eigene Klasse, welche der Russin in den Rücken fiel und nun dieser Scharlatan. Ob er was draufhatte, wusste sie immer noch nicht und das machte sie wütend. Ihre Brauen wollten sich am liebsten verbinden, so eng saßen sie zueinander. Ihre Augen strahlten den Frust wie Scheinwerfer aus. Ihre Mimik war ein Sinnbild für die schlechte Laune. Ein tiefes Grummeln rollte ihre Kehle hinab. Aber Bernardo, so schimpfte er sich doch, ließ das kalt; er schien es nicht mal zu registrieren.
Die anderen Gruppen formierten sich und machten sich auf den Weg. Alix‘ Team sollte hierbleiben und auf irgendetwas warten. Oder aber der Kerl brauchte seine eigenen Bodyguards, weil er nun mal ein Schlappschwanz war. Das Beste wäre wohl, ihn zu töten. Das der Schulleitung erklären, wollte Aleksandra jedoch nicht, also schob sie den Gedanken vorerst beiseite. Yuki war doch auch in ihrem Team. Das war das Mädchen, welches Aleksandra im Klassenraum getroffen hatte oder? Egal. „Hey, Yuki, komm her!“, mahnte sie ihre Mitschülerin mit immer noch zorniger Stimmung. Die k’Hel nahm keinerlei Rücksicht, an wem sie ihren Frust auslassen würde. Ihr nächstes Opfer würde eh dieser Panther sein. Vielleicht sah er ganz putzig aus, ihr aber wie dieser Lucas die Führungsrolle wegzunehmen, war total schlecht. Am liebsten würde sie beide an eine Stelle platzieren und den Kreml drauf werfen. Allerdings hing sie sehr an dem Bauwerk. Kamen die beiden also nochmal davon.
Bernardo, der derweil mit seinem technischen Kram herumfummelte, nahm weiterhin wenig Notiz von Team 3. Allerdings schaute er aufmerksam auf, als sich eine neue Schülerin am alten Bahnhof anmeldete. Sie stellte sich als Roxy vor, was nicht Grund dafür war, dass Alix nahezu die Augen aus dem Gesicht fielen. Nein, das lag daran, weil die Russin dieses Gesicht wiedererkannte. Ihren Namen kannte sie bis eben immerhin nicht. Aber nun, nun kannte sie ihn. Roxy, wiederholte sie das Wort in Gedanken. Der Lehrer schaute noch recht verdutzt, als das Mädchen fröhlich vor sich hinplapperte. Aleksandra, die nähergetreten war, lauschte aufmerksam. Ihr Gesicht war immer noch kein fröhliches. Schwarze Materie, was will man schon damit? Meine Fantasie kann ich auch ohne das Gelump ausfüllen, dazu brauch ich nur ihren Körper. Beim Thema Nahkampf war die k’Hel auch ausgesprochen misstrauisch. Gesehen hatte sie noch nichts von. Die letzte Information war jedenfalls ziemlich aufschlussreich und ließ Aleksandra innerlich wie äußerlich stoppen. Endlich war der Frust aus ihrer Miene verschwunden, der pure Schock war eingekehrt. Ihr wurde klar, dass Roxy die ganze Zeit hatte lesen können, was Aleksandra über sie gedacht hatte. War sie also nicht mal mehr in ihrem Kopf für sich alleine?
Bernardo schien nur ein Grinsen dafür übrig zu haben. Der freute sich anscheinend sogar. Sofort schickte er sie ins dritte Team und gab ihr die Rolle der Anführerin. Also langsam ist auch das zweite Fass übergelaufen. Irgendwas schien die k’Hel falsch zu machen. Grummelnd schaute sie den beiden zu. „Team 3 ist hier“, sagte sie schließlich zu Roxy. Sie versuchte, ihre Gedanken ruhig zu halten, schaute einfach nur das endlich bekannte Mädchen an, sodass sie auch nur an dieses Bild dachte.











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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Mo 27 Feb 2012 - 0:04

Ein wenig überrascht blickte sie in die Augen des Mannes, als er ihr kurzerhand die Leitung eines Teams überließ, und auch wenn dieses gerade einmal aus drei anderen Mädchen bestand, war sie dessen Tatsache doch relativ verdutzt. Kommentarlos wand sie sich zu der k'Hel herum, welche anscheinend mitbekommen hatte, was für Kräfte die Dämonin hatte, und irgendwie gefiel es dieser gar nicht, dass nun auch sie um ihre Fähigkeiten wusste. Doch im Krieg gab es keine Zeit für solch Klauseln, weshalb sie ohne etwas zu sagen vom etwas seltsam gelaunten Lehrer weg ging, hinüber zu ihrem Team, auf welchem sie auch ohne den Aufruf der Vampiress aufmerksam wurde. Ihre Gedanken vorhin waren niedlich, glaubte sie doch nicht an die kämpferischen Stärken, aber das war ihr gleich. Sollte sie jemals versuchen ihre Beißer in ihr Fleisch zu rammen, würde sie nicht mal echtes Blut schmecken. Eigentlich Schade, sie hätte gern das verdutzte Gesicht gesehen wenn ihr die schwarze Flüssigkeit durch die Zähne quoll, und sie fest stellte, dass dieses Mädchen nicht mal menschlich gewesen war. Es entlockte ihr ein Grinsen, welches sich zu einem Lachen ausbreitete als sie bei ihrer Mitschülerin ankam, die sich auf biegen und brechen darauf konzentrierte, nichts mehr zu denken, nur um der Nakamura nichts mehr zu sagen. Es war niedlich, dennoch vergeblichst, konnte sie nicht nur die Gedanken lesen, nein, sondern auch die tiefsten Gefühle ihrer Seele spüren, und jede noch so kleine Erinnerungen abrufen. Doch diese kleinen Infos hatten nichts mit dem Kampf zu tun, weshalb sie diese lieber vorerst für sich behielt. „Hey Aleks.“, begrüßte sie das Mädchen, ehe sich ihr Blick den anderen zu wand, und sie diese auch begrüßte. „Hey. Ich bin Roxy. Und keine Sorge, ich pass' auf.“ Sie würde es spüren können, sobald sich einer der Werwölfe ihnen näherte, und sie hatte auch die Möglichkeit ihr Vorhaben zu sehen, bevor diese sie in eine Tat umwandeln können, weshalb sie wohl eine gute Maßnahme der Prävention gefunden hatte. Doch nun wand' sie sich wieder an ihre alte Freundin. „Und ja, ich konnte alles hören, Aleks, auch, das du mich nicht leiden kannst. Und streng dich nicht an, irgendwann wirst du wieder anfangen zu denken, glaub' mir.“, scherzte sie ein wenig und musste dabei Lachen, ehe sie sich zwischen die drei stellte, einen kurzen Blick auf jede warf und ihn knapp die Hand schüttelte, jedoch nicht, um sich vor zu stellen, sondern eine Seelenverbindung zu ihnen her zu stellen. So wusste sie auf Anhieb war sie konnten, und hatte sich das lästige Fragen erspart, und so war es ihr später auch möglich, via Seelensprache mit ihnen in Gedanken sprechen zu können, weshalb sie auch dieses dämliche Gerät nicht brauchte, die hier scheinbar umher gereicht wurden wie kostenlose Drinks auf einer Party. „Also gut. Gammeln wir hier rum, ehe man uns eine Aufgabe gibt. Supi.“, seufzte sie, während ihr Blick umher schweifte. Toll. Jetzt hatte sie einen Vampir die sie hasste, ein schüchternes, ängstliches Mädchen und eine unsichere Gestaltwandlerin. Warum also nicht gleich in den Tod stürzen? Jups, das würde eine super Nacht werden, und das, obwohl der Mond doch auch ihre diese wunderbaren Fähigkeiten gab, und ihre dunkle Aura immer heftiger zu pochen begann, die Augen dunkel wurden, und sie bald zum zerplatzen angespannt war. Lange, würde sie nicht warten..


Edit:

TBC: Den Heilern helfen .D Sorry, aber keine Lust hier rum zu gammeln, die brauchen Hilfe !
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Do 1 März 2012 - 18:01

Verwundert schaute Yuki sich um als sie bemerckte das sie nur noch zu Fünft (Miharu mitgezählt) auf dem alten Bahnhof waren. Alle anderen waren weg und sie schien ein wenig unbeholfen zu sein, immerhin dachte sie es gäbe so etwas wie ein Angriff oder ähnliches. Stattdessen standen sie nur rum und warteten. Allerdings auf was? Auf die Wölfe oder vielleicht doch auf den Tod? Yuki dreht sich und sah sich kurz genauer um. Ihr Blick fiel auf ein Mädchen welches im Letzten Moment noch in die kleine Runde mit eingeteilt wurde. Sie stellte sich mit dem Namen Roxy vor und prompt wurde sie von dem Lehrer als neue Gruppenführerin ausgewählt. Yuki störte das nicht im geringsten. Allerdings fühlte sie sich ein wenig verarscht. Sie standen nur da und taten nichts, als seien sie das kleine Abendmahl bestehend aus mehreren Schafen auf einer Weide die jeden Moment aufgefressen werden würden. Ein undbehagliches Gefühl überbrachte Yuki und sie schien für einen kurzen Moment wie ausgewechselt. Dieses lange wraten macht sie so nervös, dass sie die Aggression spürte die sich allmählich in ihrem Körper verteilte. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten und ihre Augen färbten sich zu einem Rot als hätte man sie in Blut getränk. Yuki umklammerte ihr Katana und spielte damit herum. Sie zog es ein kleines Stück heraus und steckte es wieder zurück in die Schwertscheide. Sie weiderholte es einige Male in der Hoffnung darauf das ihre Nervösität zurück ging, doch ihr Versuch war vergebens. Sie achtete auf noch so jedes kleinstes Geräusch in der Hoffnung darauf das endlich eines dieser Gott verdammten Viecher aus ihrem Versteck krochen. Aber nichts passierte. Es schien als wäre die Welt verstummt. Aleksandra rief sie im nächsten Moment zu sich herbei und Yuki ging gemächlich auf sie zu und stellte sich vor ihr hin. "Was ist denn?", brachte sie in einem genervten Ton heraus. Am liebsten wäre sie schon längst in den Wald hinein gerannt auf der Suche nach einem Wolf. Sie wurde immer Blutrünstiger und wollte etwas töten. Oh Gott, wie sie diese Seite an sich hasste, sie konnte ihre "schlimme Seite" kontrollieren, aber dennoch wirkte sie immer wie eine völlig andere Person. Sie war nun nicht mehr das kleine schüchterne Vorstadt Mädchen wie sie normalerweise war, sondern ebenfalls wie diese Werwölfe eine Bestie. Es würde nicht mehr lange dauern ehe sie sich in ihr Tiergestalt verwandeln würde, sie wollte die ersten Momente eines Kampfes genüsslich mit ihrem ach so geliebten Katana verbringen, anstelle einen direkten Frontal Angriff zu vollführen.
Kurz darauf verschwand Roxy die eben noch zur Gruppenanführerin gewält wurde. Kurz darauf wandte sie sich an den Lehrer "Ganz ehrlich was bringt den das hier noch? Wir wären nur noch zu dritt in einem Team und die Frage ist ob wir das mit zwei verschiedenen Fähigkeiten überhaupt noch zu etwas bringen können. Mittlerweile sind welche schon am kämpfen und wir stehen nur blöd rum und warten auf diese kleine dreckigen Hunde die sowieso nicht im Stande sind hier mal vorbei zu schauen. Teilen sie und doch einfahc in die anderen Angriffstruppen auf, dann erfüllen wir wenigstens noch unseren Zweck." Erklärte Yuki den Lehrer mmit einem genervten Nachton. Sie merckte das es keinen Zweck hat noch weiter hier rum zu meckern und die anderen brauchten Hilfe. "Ich mach mich auf den Weg und schau mal wo ich helfen kann." Langsam jedoch aber auch zögernd ging sie vom alten Bahnhof weg.

tbc: Stadtbibliothek
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Mi 27 Jun 2012 - 18:48

~ cf. "Das Parterre" ~

Ich hatte wirklich eine Weile lang laufen müssen, bis ich endlich hier angekommen war, aber letzten Endes war dann ja doch alles glatt gegangen. Ich streckte mich einmal und fing wieder an zu gähnen. Ach verdammt, ich hätte wirklich besser schlafen sollen, dachte ich und verschränkte meine Arme hinter meinem Kopf, während ich mit kleinen, hüpfenden Schritten über die Gleise spazierte, die schon seit vielen Jahren stillgelegt waren. Viele Pflanzen bahnten sich den Weg zwischen den Metallstangen hervor, aber ich ließ mich nicht davon beirren. Was ich hier wollte? Nun ja, eigentlich nichts Spezielles um ehrlich zu sein, mir hatte das Laufen einfach gut getan, denn so war ich zumindest etwas wacher geworden. Nach und nach würde es mir bestimmt besser gehen, das war keine Frage. Ich hatte keine Ahnung warum ich ausgerechnet zu dem alten Bahnhof gegangen war, aber irgendwie hatten mich meine Füße hierher geführt, nachdem ich eine Weile lang ratlos durch die Gegend gelaufen war.
Da ich nicht in die Stadt hatte gehen wollen und mir an anderen Orten zu viele Leute waren, hatte ich mir eben ein ruhiges Fleckchen Land gesucht. Nicht dass ich ungern in Gesellschaft anderer war, das stimmte ja nun ganz und gar nicht. Aber ich hatte gerade eben einfach keine Lust darauf mich mit zehn oder zwanzig Personen herumzuschlagen, denen mein Gesichtsausdruck nicht gefiel. Ich hatte immer noch ein leichtes Lächeln aufgesetzt und schloss langsam meine Augen, während ich auf den Schienen balancierte.
Ich hätte auch viel schneller hier sein können. Wenn ich von meinen Fähigkeiten Gebrauch gemacht hätte, dann wäre ich innerhalb kurzer Zeit schon hier angekommen. Aber irgendwie hatte ich auch darauf keinen Bock gehabt. Ich hatte ja nicht wissen können, ob ich auf dem Weg hierher nicht vielleicht doch noch irgendjemanden getroffen hätte, der interessant für mich gewesen wäre. Aber zu meinem Leidwesen hatte ich das ja nun nicht. Nun ja, ich machte mir eben einfach nichts daraus. Man konnte im Leben eben nicht alles haben. Auch wenn das für mich in den meisten Fällen natürlich nicht galt. Dafür war ich viel zu toll und einzigartig. Ich fragte mich sowieso, warum mir nicht alle Leute auf der Welt zu Füßen lagen und mich als neuen Gott anbeteten. Das wäre doch schließlich nur gerecht und absolut logisch gewesen.
Als ich schließlich eine heruntergekommene Bank erblickte, kratzte ich mich ein wenig nachdenklich am Kinn und stellte mich vor diese hin. Sollte ich es einfach einmal ausprobieren? Ich konnte nicht wirklich sagen, ob sie mein Gewicht aushalten würde. Nun gut, allzu groß und schwer war ich dann ja auch wieder nicht, aber die Bank hatte ihre besten Jahre schon seit einiger Zeit hinter sich gelassen. Dennoch zuckte ich nun einfach mit den Schultern und legte mich mit dem Rücken auf die Sitzfläche. Ich seufzte einmal leise und schloss dann meine Augen. Ich döste sogar für einen kurzen Moment weg, als ich plötzlich das Knacken hörte. Ich wollte schon aufspringen und mich noch retten, aber das hatte auch keinen Zweck mehr. Das alte und morsche Holz gab unter mir nach und ich fiel durch den Metallrahmen der Bank auf den Boden. Dabei schrammte ich mir zu meinem Unglück auch noch den gesamten linken Ärmel und damit auch meinen linken Arm, auf und erhielt eine lange und brennende Schramme. Genervt blickte ich auf meinen verwundeten Arm und versuchte mich dann ein wenig unbeholfen aufzurichten, was sich als ziemlich schwierig herausstellte, da ich inmitten einer ausgedienten Bank lag. Dennoch schaffte ich es nach einer Weile mich aus dem Holz und herauszuziehen und ich ließ mich daraufhin einfach auf den Boden sinken und fuhr einmal mit beiden Händen über mein Gesicht, ehe ich aus meinen verschiedenfarbigen Augen in den taghellen Himmel hinauf blickte.
"Irgendwie war das nicht ganz so verlaufen wie geplant", murmelte ich leise und schloss erneut meine Augen. Dann fing ich an ganz leise eine Melodie zu summen und wippte im Takt mit meinem Zeigefinder der rechten Hand. Vielleicht war das angesichts der Situation ein wenig unpassend, aber nun ja. Die Schramme würde sowieso in spätestens zwei Tagen nicht mehr zu sehen sein. Außerdem hätte ich mir nicht nur eine Schramme geholt, sondern mir wahrscheinlich den gesamten Arm aufgespießt, wenn ich ein einfacher Mensch gewesen wäre. Es hatte eben doch seine eindeutigen Vorteile, wenn man zur Hälfte ein Engel war, auch wenn diese Art von Wesen irgendwie so überhaupt nicht zu mir passen wollte.
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Mi 27 Jun 2012 - 19:36

    cf.: Speisesaal


Die Elfe hatte sich rasch aus dem Speisesaal entfernt und das Weite gesucht. Nicht, weil ihr die Gesellschaft dort nicht passte oder ihr der Rummel dort einfach zu viel geworden war, daran lag es nicht. Nur hatte sie ihr Frühstück wohl gesättigt beendet und für sich entschieden einen anderen Ort aufzusuchen. Die Zeit stand bekannterweise nicht still und die Zeiger bewegten sich unaufhörlich, sodass man nicht allzu lange trödeln durfte, da sich immer wieder Aufgaben fanden, die es zu erledigen gab. Cami konnte zwar getrost behaupten noch ein langes Leben vor sich zu haben – schließlich betrug die Lebensspanne einer Sonnenelfe nicht gerade wenige Jahre -, aber sie wollte dennoch möglichst jede Minute nutzen und nicht auf der faulen Haut liegen. Eine merkwürdige Einstellung, vor allem an einem Sonntag, aber so war sie nun einmal, was nicht zuletzt daran lag, dass sie schnell von ein und der selben Tätigkeit gelangweilt war.
Ein fast schon schlechtes Gewissen plagte das Mädchen als sie ihren Kater erst so spät abgeholt hatte. Sie wusste genau, wie sehr dieser es hasste länger als eine halbe Stunde auf Cami zu warten und doch konnte sie ihm nicht den Gefallen tun und ihn heute mit in die Stadt nehmen. Sein klägliches Miauen hatte ihr Herz beinahe entzwei gerissen, doch in manchen Situationen hieß es einfach hart durchgreifen. So schnappte sie sich einfach ihre Kamera, verpackte diese in eine dazu gehörige Gürteltasche und huschte aus dem Zimmer, bevor ihr der freche Kater durch den Türspalt hinaus in die Freiheit folgen konnte. Tut mir Leid, Dickerchen, aber heute musst du wohl den Wachkater spielen, dachte sie resigniert seufzend.

Ihr Weg führte das Mädchen abermals in das Städtchen der Insel, Mangetsu no Yoru. Das Zentrum lag belebt vor ihr, wie eigentlich immer zur Mittagsstunde. Denn egal, ob die Geschäfte geöffnet waren oder nicht, viele Leute befanden sich dennoch auf den Weg zum wunderschönen Strand oder zur Eisdiele. Die Brünette konnte es ihnen nicht verübeln, da das Wetter mitspielte und es heute nicht nach Regen aussah. Zwar war das Gewitter am gestrigen Tag ebenfalls aus heiterem Himmel herein gebrochen, aber es verschwand nicht ein graues Wölkchen am Horizont, sodass sie dem Tag ganz optimistisch entgegen sah. Lächelnd ging sie an der Uferpromenade entlang und warf einen nachdenklichen Blick auf die ruhige Wasseroberfläche. Hier war es zwar wunderschön, aber ein ausdrucksvolles Foto bekäme sie hier zu dieser Tageszeit nicht zu Stande. Während der Dämmerung sähe es schon anders aus, aber stundenlang wollte sie hier auch nicht hocken, also ging das Mädchen einfach weiter über den gepflasterten Weg.
Schließlich erreichte sie unfreiwillig den alten Bahnhof der Insel. Ob hier jemals Züge gefahren sind, konnte sie nicht sagen, denn obwohl Camena schon seit über zehn Jahren im Waisenhaus lebte, hatte sie nie auch nur einen einzigen Zug entlang dieser Gleise fahren sehen. Schön war mit Sicherheit etwas anderes, aber irgendwie faszinierte sie dieser verlassener Ort abseits des Trubels. Kein Inselbewohner verirrte sich hierher, gerade weil der Bahnhof eher außerhalb lag. Aber was wollte sie dann hier? Gute Schnappschüsse konnte sie unmöglich bei diesen Verhältnissen machen und ansonsten rottete dieser Platz auch nur so vor sich hin. Sie näherte sich der Ruine; vollkommene Stille war eingekehrt. Weder das fröhliche Zwitschern der Vögel, noch das Brausen der Wellen war hier zu hören. Es schien als wäre der alte Bahnhof von der Außenwelt abgeschnitten. Einige Pflanzen vegetierten noch vor sich hin, doch unter diesen Verhältnissen würde es nicht lange dauern, bis sie komplett eingingen. Traurig strich sie über die vor langer Zeit weiß gewesenen Sitzmöglichkeiten und betrachtete darauf ihre Fingerspitzen. Eine dicke Dreckschicht. Cami wischte sich den Schmutz an ihrer Hose ab und ging weiter. Es war wirklich schade, wie alles in sich zusammen fiel. Das Mädchen schloss die Augen, ließ die Stille auf sich wirken. In Gedanken stellte sie sich diesen Ort vor vielen Jahren vor: Menschen hasteten von einem Gleis zum anderen, Durchsagen ertönten durch die Sprechanlage und Züge fuhren mit quietschenden Bremsen ein, alles im sanften Schein der Nachmittagssonne.
WUMM! Die Elfe riss abrupt die Augen auf und legte sich die Hand ans Herz. Für einen Moment glaubte sie schon das Krachen läge an ihr, doch wenige Sekunden später vernahmen ihre Ohren weitere Geräusche und darauf eine Melodie, die ganz leise den Bahnhof ausfüllte. Der Stimme folgend, wechselte sie die Seite und kam mit langsamen Schritten einer zerstörten Bank näher, neben welcher ein Junge saß, der das Summen von sich gab. Komisch, wo man überall auf Menschen traf. Sie war sich so sicher gewesen hier alleine zu sein und ausgerechnet an einem derart verfallenen Ort traf sie jemanden. Verdutzt, dennoch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen trat sie auf den Fremden zu und hob zum Gruß flüchtig die Hand. »Hallo«, richtete Cami ihre Worte an ihn und blieb etwa zwei Meter vor ihm stehen. »Hast du hier gerade diesen Radau veranstaltet?« Grinsend senkte sie für einen Moment die Lider, öffnete diese jedoch rasch wieder. Seine Verletzung sah sie noch nicht, da ihr Blick eher auf der Bank lag – oder eher dem Haufen Holz samt Metallgestell.
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Mi 27 Jun 2012 - 21:25

Ich war eine Weile lang nur mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt gewesen, die ja immerhin auch wichtig genug waren und hatte dabei weiterhin vor mich hin gesummt. Doch dann hatte ich Schritte vernehmen können und eins meiner geschlossen Augenlider ganz leicht angehoben um nachzusehen wer sich dort befand. Doch erst als sie mich ansprach, öffnete ich beide Augen und zeigte damit außerdem auch, dass sie eben nicht, wie sonst normal, die gleiche Farbe hatten. Ich neigte meinen Kopf leicht zur Seite und betrachtete sie für eine kurze Weile lang. Wenn sie schon einmal hier war, dann konnte ich ja auch austesten, ob sie mir vielleicht ein wenig mehr Abwechslung versprach, als irgendeine andere mögliche Option. Ich legte meinen Kopf in meine Hand und blickte zu ihr hoch, während ich mein übliches und für mich völlig typisches süffisantes Grinsen auf meine Züge legte. Meine Augen blitzten leicht erwartungsvoll.
"Wenn du mit Radau die Tatsache meinst, dass ich für eine alte und morsche Bank wohl doch zu fett war, dann könntest du damit Recht haben. Ich weiß nicht genau. Aber wenn ich mich hier so umsehe, dann denke ich nicht, dass die Vögel solch schlimme Schufte sind wie ich", meinte ich fröhlich und zwinkerte ihr einmal zu. Na ja, dass ich fett war, das war natürlich gelogen. Ich war absolut und vollkommen perfekt, sowohl innerlich als auch äußerlich. Eigentlich sollte man mir ein Denkmal errichten, ich hätte es ja schließlich auch verdient. Vielleicht würde sie ja interessant werden, wenn ich sie erst zumindest ganz leicht in Sicherheit wiegte und ihr dann zeigte wie ich wirklich war. Nun ja, das kam allerdings auch wieder ganz darauf an, wie sie auf mich reagierte. Vielleicht würden meine nächsten Worte auch schon wieder beleidigend und schneidend sarkastisch sein. Je nachdem was mir mehr Spaß bereitete.
Ich sah kurz auf den Boden und überlegte für einen kurzen Moment, ob ich mich nicht doch lieber erheben wollte, doch dann zuckte ich bloß mit den Schultern. Was sollte es. Es konnte mir ja eigentlich auch egal sein, wenn meine Kleidung nachher total verdreckt war, schließlich musste nicht ich, sondern die Waschmaschine später die Arbeit erledigen. Außerdem hatte ich auch noch genug Hosen in meinem Besitz, sodass es nicht einmal schade gewesen wäre, wenn diese hier irgendwie zerrissen wäre. Zumal man den Dreck sowieso nicht so gut auf ihr sah, da sie mit einem Tarnmuster versehen war und auch die entsprechenden Farben trug. Das war für mich eigentlich stets ziemlich praktisch. Der Großteil meiner Hosen sah so aus, ich hatte auch einige passende Jacken dazu. Unter anderem stammten sie sogar noch aus Italien von meiner Zeit in der Einrichtung dort. Eigentlich sollte man meinen, dass ich am liebsten jeden Gedanken daran auslöschen würde, aber nun gut, es war eben wie es war. Kleidung war Kleidung, nicht mehr und nicht weniger. Sie erfüllte ihren Zweck und zu mehr war sie für mich eben auch nicht gut. Außer vielleicht als Putzlappen, wenn ich putzen würde. Aber da ich das auch nicht tat, konnte mir Klamotten ansonsten einfach nur gestohlen bleiben, ich machte mir nicht sonderlich viel aus ihnen.
Deswegen blieb ich also auch sitzen. Und nun fing ich an das Mädchen ganz offen zu mustern. Ich starrte andere immer ganz offen an, ich hatte damit noch nie sonderliche Probleme gehabt. Wen ich anschauen wollte, den schaute ich auch an, es konnte mir doch egal sein was diese Person davon hielt. Ich sah es nicht ein meinen Blick zu senken oder anderweitig abzuwenden, nur weil jemand herausgefunden hatte, dass ich ihn anstarrte. Das wäre ja auch noch schöner gewesen, wenn ich mich so herumscheuchen ließe. Nein, nein. Ich tat immer genau das, was mir gefiel und da gab es für mich auch kein wenn und kein aber bei.
Sie war relativ sommerlich gekleidet, aber nun gut, es war schließlich auch relativ warm, der Jahreszeit also angemessen. Außerdem hatte sie lange braune Haare und eine ziemlich leuchtende Augenfarbe. Noch dazu grinste sie mich an. Sie war schon die zweite innerhalb kürzester Zeit, die mich so offen ansprach und augenscheinlich kein Ahnung hatte, was ich in meiner Freizeit so trieb. Denn ich hatte alleine mit einem einzigen Blick auf sie sagen können, dass sie es bestimmt nicht unbedingt gut heißen würde, dass ich gerne zusah wenn andere Schmerzen erlitten. Na ja. Eigentlich hieß das fast niemand gut, also war das auch kein wirkliches Wunder, dass ich schon ahnte, dass es bei ihr so sein dürfte. Ich neigte meinen Kopf leicht zur Seite. Vielleicht ließ sie sich ja provozieren? Das wäre auch wieder witzig. Ich hatte eigentlich ein wenig netter sein wollen. Aber eventuell konnte ich ja nicht ganz so scharf zu ihr sein und trotzdem noch auf einer gewissen Ebene freundlich bleiben. Hach, ich liebte es so herumzuspielen, das heiterte mich doch immer wieder auf.
"Und? Was machst du hier? Lass mich raten: Du hast deine rote Kappe verloren, als du fast vom großen bösen Wolf angegriffen wurdest? Du siehst mir nämlich nicht aus wie jemand, der sich gerne in dem Dreck herumwälzen würde, der hier überall herumliegt und ich frage mich was jemand wie du sonst hier sucht. Ist ja ziemlich verkommen hier ... Eigentlich schade, der Ort war bestimmt mal recht nett ..." Ja, nett um sich zu verstecken und neue Opfer auszugucken. An einem Bahnhof war immer viel los, da wäre es einfach für mich gewesen jemand interessantes herauszusuchen. Ich war nicht unbedingt wirklich fies zu ihr gewesen, ich war überrascht von mir selbst. Sicherlich hatte ich ziemlich sarkastisch geklungen, aber so war ich eben. Ich gähnte einmal vollkommen ungeniert und legte meinen Kopf in den Nacken. Gott war ich müde. Das war doch langsam nicht mehr normal, auch wenn ich nicht geschlafen hatte. Ich spürte ein leichtes Pochen in meinem Arm und hob diesen kurz an, blickte auf die Schramme und ließ den Arm wieder sinken. Konnte mir ja auch egal sein, wenn das sowieso bald wieder heilte.
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Mi 27 Jun 2012 - 23:09

Cami wand den Blick von der übel zugerichteten Bank ab und hefteten diesen nun auf den Jungen vor ihr. Sie fragte sich, warum er noch auf dem Boden kauerte, obwohl er genau so gut einen der Stühle wenige Meter weit entfernt nehmen könnte. Andererseits hatte er offensichtlich keine allzu guten Erfahrungen mit den Sitzgelegenheiten hier am Bahnhof gemacht, weshalb ihm die Elfe nicht verübeln konnte, dass er sich letztlich für den mehr als unbequem wirkenden Asphalt entschieden hatte. Doch dieser machte zumindest einen sicheren Eindruck und durch den Erdboden hindurch in irgendein Loch würde er wohl nicht fallen, dies schien einfach viel zu abwegig. Nun, diese Insel bestand praktisch aus kuriosen Begebenheiten, daher wäre es nicht besonders verwunderlich, wenn unter dem alten Bahnhof eine Welt voller Zuckerwatte und Schokolade auf die beiden wartete. Apropos Essen, irgendwie bekam sie schon wieder Hunger, obwohl ihr Frühstück gerade einmal eine Stunde her war. Entweder sie verbrauchte in letzter Zeit zu viel Energie oder fraß sich Speck für den Winter an, der allerdings erst in einigen Monaten kam und in dieser klimatischen Zone überhaupt keinen Speck benötigte.
Unentschlossen, ob sie also einen Schokoriegel aus ihrer Gürteltasche fischen sollte oder nicht, horchte das Mädchen einen Moment und konnte schwache Vogelrufe aus dem Südwesten vernehmen. Ganz leise und undeutlich, doch sie hörte die Bewohner des Himmels ihre Lieder singen und fühlte sich augenblicklich heimischer und auch wohler als noch vor einigen Sekunden. Überall dort, wo Tiere und Pflanzen ihr Heim einrichteten, konnte auch die Sonnenelfe überleben. Sie konnte nicht genau sagen warum, aber sie hatte sich schon immer nah zu Tieren gefühlt und konnte deren Gefühle und Gedanken in einer gewissen Hinsicht sogar nachvollziehen. Hätte sie mehr Informationen über ihre Art, könnte sie bestimmt auch sagen, woher diese Verbundenheit mit der Natur kam. Aber ohne nähere Bezugspunkte waren Recherchen schlicht weg nutzlos. »Tja, das ging wohl ins Auge. Aber mach dir keine Sorgen, so was kann jedem passieren, der für einen Moment sein Gehirn ausschaltet, um den Vogelgesängen zu lauschen. Du bist nicht der einzige auf der Welt«, gab sie grinsend zurück und verspürte das Bedürfnis ihm durch seine grünen Haare zu fahren. Eine seltsame Farbe, aber durchaus interessant. Hier liefen die unterschiedlichsten Gestalten umher – rosafarbenes Haar, blaues, violettes und knallrotes. Da war sie mit ihrer braunen Mähne noch vollkommen normal und beinahe zu gewöhnlich. Aber Camena störte es sich in dieser Hinsicht der Norm zu entsprechen. Manchmal war es auch schön mit dem Strom zu schwimmen und sich der Masse anzupassen, anstatt ständig den Rebell zu spielen.
Da sie es ebenfalls nicht vermied ihn anzusehen, konnte sie seinen Blick deutlich auf ihr liegen spüren. Es war ihr schon etwas unangenehm so offen gemustert zu werden, vor allem, da sie sich kritisiert und ausgelacht von dem Fremden fühlte. Starrte er etwa auf ihre kaum vorhandene Brust oder betrachtete er ihre Kleidung, womöglich ihre dünnen Beinchen? Sie hasste dieses Gefühl der Unwissenheit uns hätte am liebsten die Arme um ihren Körper geschlungen. Wenn Miko sie in einem Cosplay beäugte, war es ein ganz anderes Gefühl, als würde man sie bewundern und wertschätzen. Aber im Moment war es dem Mädchen einfach nur unangenehm. Wie als stiller Protest machte sie einige Schritte zur Seite auf das Gleis zu, um sich scheinbar seinem Blick zu entreißen und die Position zu wechseln. Die Tatsache, dass er zwei verschiedene Augenfarben besaß und beide so ungewohnt stechend waren wie Kontaktlinsen, erleichterte ihr die Flucht nicht gerade. Seine Worte ließen sie flüchtig nach Luft schnappen und schlucken. Er erinnerte Cami an die Jungen aus ihrer Kindheit, die sie aufgezogen und geärgert hatten. Tag für Tag machten sie ihr Leben ein wenig grausamer. Es hatte sie abgehärtet gegen solche Kommentare und doch verletzte es sie heute noch, mehr als fünf Jahre später. »Nun, da magst du recht haben. Im Gegensatz zu dir bevorzuge ich weniger verrottete Orte, die mir mehr bieten als brüchige Bänke und modrige Böden. Aber anders als du gilt meine Vorliebe auch nicht dem Sitzen im Schmutz, wie ein Landstreicher.« Ihre Worte klangen kaum boshaft, sondern eher eine Mischung aus amüsiert und bemüht darum eine coole Fassade aufzubauen. Es war nicht ihre Art andere Leute zu beleidigen oder runter zu machen, aber noch viel weniger wollte sie in den gleichen Mist wie damals abrutschen.
Als er für einen kurzen Moment seinen Arm hob, weiteten sich ihre Augen und sie konnte nicht anders als näher an ihn heran zu treten und sich kurzerhand zu ihm hinunter zu bücken. »Zumindest werde ich nicht von verkommenen, bösen Bahnhofsbänken angegriffen.« Ein leises Lachen entwich ihrer Kehle, trotz der Besorgnis, die ihre blauen Augen in der nächsten Sekunde ausstrahlten. Wieso sagte er denn nichts, obwohl er sich ganz offensichtlich eine ernstere Verletzung zugezogen hatte? Für Cami wäre es ein Problem diese innerhalb von zehn Minuten zu behandeln. »Lass mich mal sehen«, forderte sie ihn nun auf und kniete sich auf den blanken Boden. Ihre Knie schmerzten zwar etwas wegen dem unebenen Untergrund, doch nichts, was sich nicht verkraften ließe. »Oh nein, konntest du dich etwa nicht gegen ein paar lose Holzscheite behaupten?« Während sie dies sagte, schob sie vorsichtig den Ärmel seines Pullovers nach oben, oder das was von diesem übrig geblieben war (zumindedst, wenn er es erlaubte). Hoffentlich würd er sich nicht allzu bockig anstellen und sich stattdessen von ihr helfen lassen.


Zuletzt von Camena am Do 28 Jun 2012 - 18:58 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Do 28 Jun 2012 - 18:46

Sie versuchte zu kontern, das war irgendwie amüsant. Dennoch entging es meinen scharfen Augen nicht, dass sie vor mir zurückwich und nach Luft schnappte, als sie meinen Kommentar hörte. Mein Grinsen wurde noch ein wenig breiter und ich musste ganz leise auflachen. Vielleicht klang es ein wenig verrückt, aber das war ich schließlich auch. Ich machte da auch kein wirkliches Geheimnis draus. Nur weil ich nicht ganz so gemein zu ihr wie zu Scipyo zuvor gewesen war, sollte nicht bedeuten, dass ich mein eigentliches Ich vollkommen verstecken wollte. Auf gar keinen Fall. Dazu machte es mir einfach viel zu großen Spaß ich selbst zu sein. Es war ja auch für einen Vogel nicht schön, wenn man ihn in einen zu engen Käfig sperrte.
Dennoch versuchte sie mir Kontra zu geben. Nun gut, dann würde ich eben mitspielen. Aber sie sollte bloß nicht damit rechnen, dass ich harmlos sein würde. Das war ich nie. Ich war brandgefährlich, das sagte allein mein Gesichtsausdruck. Nicht dass ich etwa unsterblich gewesen wäre oder so. Aber ich war berechnend und eben verdammt noch einmal unglaublich sadistisch. Außerdem fing ich an ein wenig Interesse dafür zu zeigen, dass sie trotzdem versuchte etwas zurückzugeben, dass mit meinen Worten mithalten konnte. Na ja, außerdem war mir immer noch unsterblich langweilig und ich brauchte eben eine Ablenkung. Scipyo hätte mir auch gereicht, aber dafür hätte ich eine vernünftige Reaktion von ihm haben wollen. Nun ja, jetzt konnte ich mich ja vielleicht mit jemand anderem beschäftigen.
Ich war noch vollkommen mit meinen Gedanken und dadurch auch damit beschäftigt, wie ich sie am besten verletzen konnte, als sie plötzlich auf mich zutrat und sich neben mich hinhockte. Ihre Worte beachtete ich zunächst einmal nicht. Ich wandte mein Gesicht wieder ihr zu und zog dann ungläubig eine Augenbraue in die Höhe. Wollte mich dieses Mädchen etwa veralbern? Ich dachte, dass sie noch vor wenigen Sekunden vor mir zurückgewichen war und nun kam sie wieder ohne jegliche Vorsichtsmaßnahmen auf mich zu. Irgendwie verstand ich die Leute in letzter Zeit nicht mehr wirklich. Ich seufzte ganz leise und fuhr mir dann mit der anderen Hand durch die Haare, ehe ich den Kopf schüttelte und dann mein ernstes Gesicht wieder zu einem Lächeln wandelte. Nun gut. Das sollte nicht mein Problem sein. Ich konnte ja nichts dafür, wenn sie sich von selbst dazu entschied auf mich zuzugehen.
Als sie dann den Ärmel meines Pullovers hochkrempelte und dabei auf mich einredete, blickte ich noch eine Weile lang in ihre blauen Augen, ehe ich mit den Schultern zuckte und mich ganz auf den Boden sinken ließ, sodass ich nun auf dem Rücken lag. Meinen Arm zog ich ihr allerdings nicht weg, sondern ließ ihn an Ort und Stelle. Es war mir eigentlich ziemlich egal ob ich diesen verletzt hatte oder nicht. "Das heilt sowieso wieder schnell, also wozu sich großartig darüber aufregen? Viel interessanter ist doch die Tatsache, dass du offensichtlich noch immer nicht begriffen hast, dass ich nicht gerade eine ... nun ja, sagen wir mal umgängliche Person bin", meinte ich dann lauernd und öffnete eines meiner kurz zuvor geschlossenen Augen. Es war das mit der leuchtend gelben Iris und ich blickte sie undurchdringlich an. Dennoch schloss ich mein Augenlid nach einer Weile wieder und blieb für einige Zeit einfach nur stumm liegen und gab wohl irgendwie vor eingedöst zu sein. Aber das war ich nicht. Ich war genau so hellwach, wie eine Eule bei Nacht und ich hörte auch immer noch jedes Geräusch. Aber ich bewegte mich vorerst nicht. Doch auch nur vorerst.
Nach einer geraumen Zeit dann bewegte ich mich wieder einmal so schnell, dass man es nicht hatte sehen können. Ich hatte sie zuerst ein wenig in Sicherheit wiegen wollen, das hatte ich mir ja vorgenommen. Aber ich hatte von Anfang an nicht vorgehabt harmlos zu bleiben. Ich stand nun plötzlich hinter ihr und brachte mein Gesicht dann ganz nah an ihre Wange heran, sodass sie meinen Atem an ihrem Ohr spüren musste. "Weißt du ... ich suche schon die ganze Zeit lang nach einer Ablenkung. Mir ist so unglaublich langweilig, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Ich denke so ein dahergelaufenes und naives Prinzesschen wie du könnte zumindest ein recht interessanter Zeitvertreib sein. Was meinst du denn? Ich bin mir nicht ganz sicher ... Dennoch frage ich mich, wie du dich wohl anhörst, wenn du vor Schmerz schreist", sagte ich leise und meine Stimme hatte etwas schleichendes und drohendes. Ich überlegte noch einen Moment lang, was ich nun machen sollte, beschloss aber zunächst einmal bloß auf ihre Reaktion zu warten. Ich pustete ihr noch einmal ins Ohr und richtete mich dann ruckartig wieder auf. Ein lautes Lachen wich aus meiner Kehle und ich legte den Kopf in den Nacken. Herrlich. Ich liebte es so mit anderen umzugehen, jetzt fehlte mir nur noch die passende Reaktion. Ich wartete stets interessante Momente ab, um Leute einschätzen zu können.
Ich verschränkte nun wieder meine Hände in meinem Nacken und drehte mich einmal um mich selbst, während ich in den Himmel hinaufblickte. Ob ich noch ganz klar im Kopf war? Nein, um ehrlich zu sein glaubte ich das nicht. Aber genau das machte die Sache doch so spannend. Dennoch war mir irgendwie komisch. Es war ein etwas unterschwelliges Gefühl, aber irgendwie war ich nicht nur einfach müde, sondern regelrecht erschöpft. Irgendwie konnte ich das nicht richtig zuordnen und machte mir gerade ein wenig Gedanken darüber. Doch der Großteil meiner Aufmerksamkeit lag ohnehin auf der Brünetten.
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Do 28 Jun 2012 - 19:35

Nachdem sie erfolgreich seine Verletzung frei gelegt hatte, machte sie sich zunächst daran diese mit geschultem Auge zu inspizieren. Die Tatsache, dass er dabei langsam auf den Rücken rutschte, war ihr genau genommen ganz recht, denn dadurch konnte sie seinen Arm auf dem Boden platzieren und vorsichtig mit dem Zeigefinger über die blutige Wunde fahren. Diese war nicht sehr tief und sah vermutlich schlimmer aus, als tatsächlich der Fall war, dennoch wollte sie nicht riskieren, dass eine lange Narbe zurück blieb. Eigentlich ging sie irgend ein Kerl, der aussah wie ein Obdachloser und sich vollkommen rücksichtslos verhielt, gar nichts an, aber es musste wohl in ihren Genen liegen, dass sie einen Verwundeten nicht einfach vor sich hin bluten ließ. In einigen Situationen waren ihre Fähigkeiten wirklich ein Segen und Cami war sehr stolz auf sich, als sie im Kampf gegen die Werwölfe als Heilerin eine bedeutsame Rolle gespielt hatte. Auf der anderen Seiten allerdings musste sie dazu sagen, dass es anstrengend war sich um die Wunden anderer zu kümmern und sie dafür gewissermaßen ihre eigene Gesundheit opferte. Zwar nicht mit einem Mal, sondern als stetigen Prozess. Inzwischen erkrankte die Elfe schon viel öfter als früher und langsam fragte sie sich, wie es wohl in fünf oder zehn Jahren aussähe.
Ihr Blick fiel flüchtig von seinem Arm zu der gelben Iris, die ihr einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Rasch wand sie den Blick wieder ab, konnte jedoch ohnehin aus den Augenwinkeln beobachten, wie er das Lid glücklicherweise wieder senkte. »Bis so eine Wunde vollständig verheilt, kann es Wochen dauern. Ich hingegen kann sie in fünfzehn Minuten verschließen und vielleicht sogar verhindern, dass sich eine Narbe bildet, wenn du mir die Zeit gibst«, erwiderte sie und bemerkte, wie der Junge langsam in einen Zustand verfiel, der dem eines Dösen zum Verwechseln ähnelte. Dass er wirklich ein nickte, konnte sie sich nicht vorstellen und machte sich auch darauf gefasst, dass er seinen Arm ruckartig bewegen könnte. »Ein kleiner Rebell, wie?«, murmelte sie, während Cami bereits in sich ging und tief durch atmete. Mit geschlossenen Augen legte sie ihre Handflächen mit wenigen Zentimetern Abstand über die Wunde des Grünhaarigen und begann damit ein helles, weißes Licht um ihre Hände herum entstehen zu lassen. Die Energie, welche sie freisetzte, wärmte ihre abgekühlten Beine ein wenig und musste wohl auch ihren Wangen einen zarten rötlichen Ton verleihen. Ihr Atem verlief ruhig und regelmäßig als wäre sie in Trance, doch mit den Gedanken war sie zu hundert Prozent im Hier und Jetzt. Konzentriert auf das nun immer goldener werdende Licht, wagte sie es nicht verstohlen in sein Gesicht zu blicken. Die Elfe hatte die Wunde bereits vom tiefer eingedrungenem Schmutz und sogar einigen kleinen Holzspänen befreit und angefangen neue Zellen zu bilden, die sein Fleisch regenerierten und in der letzten Phase die Haut wieder verschließen würden. Wahrscheinlich bin ich deswegen so krankheitsanfällig. Indem ich neue Zellen herstelle, wird die Produktion meiner eigenen gehemmt und damit auch mein Immunsystem geschwächt. Oh man, das klingt gar nicht gut, wenn man mal darüber nachdenkt.
Cami war noch nicht dazu gekommen den letzten Schritt einzuleiten, als ihr Patient plötzlich vor ihren Augen verschwand und sich das goldene Licht auflöste. Sie keuchte einmal – teils aus Erstaunen und teils vor Erschöpfung. Irritiert wollte sie gerade herum wirbeln und einen fragenden Laut ausstoßen, als sie einen warmen Atem an ihrer Wange spürte und augenblicklich zu einer Salzsäule erstarrte. Die Luft anhaltend, wagte sie es nicht sich auch nur einen Millimeter zu rühren. Warum tat er das? Zwar hatte er sie gewarnt, er sei nicht die umgänglichste Person, aber wieso schlich er sich nun hinter sie? Und die Frage, welche sie am meisten beschäftigte war, wie er das so schnell angestellt hatte. Allein schon das Wort „Prinzesschen“ weckte in ihr den Wunsch ihm ins Gesicht zu schlagen. Vielleicht war sie wirklich oft zu naiv und glaubte einfach an das Gute im Menschen, allerdings gab es da auch Situationen in denen sie sich durchaus zu wehren wusste. Dummerweise gehörte diese nicht dazu, denn als er plötzlich von Schmerzen sprach, stieß das Mädchen geschockt stoßartig Luft aus. Hätte sie doch bloß Kalzifer mit genommen und ihn nicht im Waisenhaus gelassen. Niemanden wünschte sie sich nun sehnlicher an ihrer Seite als den treuen Kater, der immer auf sie aufpasste. Nachdem er sich letztlich von ihr abgewandt hatte, brachte Cami es nervös über sich sich aufzurichten und sich sogar mit dem Oberkörper zu ihm umzudrehen. Ihre Finger zitterten genauso wie ihre Knie und die Brünette konnte nicht verheimlichen, dass sie im Moment einen Anflug der Furcht vor ihm verspürte. Wer wusste schon, was er mit ihr anstellen würde. Sicher, sie beherrschte Aikaido und dies nicht einmal schlecht, aber gegen jemanden, der sich womöglich teleportieren konnte, vermochte sie nichts anzustellen. »D-das sind doch n-nur leere Worte«, gab sie zurück und konnte ein leichtes Zittern in ihrer Stimme nicht verhindern. »Du würdest mir n-niemals etwas tun.« Selbstsicherheit war etwas anderes und auch sonst würde sie dem Jungen so einiges zu trauen, dennoch versuchte sie vor ihm zu verstecken, das sie im Moment Unsicherheit empfand. Es fiel ihr schwer einzuschätzen, wie weit er gehen würde und wo er sich selbst Grenzen setzte. Notfalls würde sie sich eben in eine Elfe verwandeln, auch wenn dies bedeutete hinterher als solche zurück zum Waisenhaus fliegen zu müssen. Denn sollte sie sich an Ort und Stelle zurück verwandeln, stünde sie nackt vor ihm und darauf konnte sie auch gut verzichten.
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BeitragThema: Re: Alter Bahnhof   Fr 29 Jun 2012 - 18:20

Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass sie meine Wunde wirklich heilen würde. Die war ja noch naiver als ich eigentlich angenommen hatte. Aber das war kein Problem für mich. Eher im Gegenteil. Es erleichterte meine Arbeit. Nicht dass ich sonderlich faul gewesen wäre, oder besser gesagt: Ich war es nicht in dieser Hinsicht. Ansonsten machte ich ja sowieso generell nur das, was mir selbst in den Kram passte. Warum sollte ich auch etwas machen wozu ich keine Lust hatte? Das ergab keinen Sinn für mich. Na ja manche Sachen musste ich schon gegen meinen Willen machen, aber nun gut, das sollte dann ja auch nicht allzu schlimm sein, solange sich das noch in Grenzen hielt. Ich war nun einmal niemand, der alles mit sich machen ließ. Ich gehörte zu denen, die andere benutzten um sich die Langeweile zu vertreiben.
Und genau das machte ich ja gerade auch. Es funktionierte wirklich ausgezeichnet. Diese leichte Furcht, die ich am Klang ihrer Stimme erkennen konnte stachelte mich um ehrlich zu sein nur noch mehr an. Ich bemerkte, dass sie versuchte diese Emotion vor mir zu verstecken. Sie wollte nicht allzu unsicher wirken. Aber ich kannte mich mittlerweile viel zu sehr mit den Reaktionen von anderen auf meine Aktionen aus, als dass ich mich von so etwas blenden ließ. Das hatten schon viel zu viele versucht. Außerdem war ich ein erstaunlich guter Beobachter, auch wenn man das vielleicht nicht unbedingt von mir dachte. Ich war im Grunde genommen eine ziemlich berechnende Person, ich war eben sehr listig. Ich schlug nicht einfach so um mich. Ich wartete einen passenden Moment ab und setzte dann gezielt Drohungen oder aber Gewalt ein um meine und die Position meines Opfers zu verdeutlichen und eben dieses unter anderem auch zu verängstigen und einzuschüchtern.
Ich musste aufgrund ihrer Worte abermals laut auflachen. Das glaubte sie doch nicht wirklich oder? Ich meine, sie stotterte sogar ein wenig und dennoch versuchte sie sich einzureden, dass das nur leere Worte sein würden? Dass ich ihr niemals etwas antun würde? Tja, manche Leute waren eben doch begriffsstutzig. Wieder bewegte ich mich so, dass meine Bewegungen verschwammen und ich nicht mehr zu sehen war. Das war erstaunlich praktisch, wenn man andere Personen einschüchtern wollte. Nun stand ich allerdings vor ihr. Ich blickte eine Weile lang eindeutig arrogant zu ihr hinab. Aber ich hatte ja auch ein Recht darauf arrogant zu sein. Ich war einfach der Perfektionismus in Person. Da war es doch kein Wunder, dass man überheblich wurde.
Ich brachte mein Gesicht so nah an ihres heran, dass unsere Nasenspitzen nur wenige Millimeter voneinander getrennt waren. Die meisten schüchterte alleine das schon so ein, dass sie wie Espenlaub zu zittern anfingen. Noch dazu kam das breite Grinsen, dass ich stets zeigte und das nun beinahe mein Gesicht gesprengt hätte. Hach ja, ich war schon ziemlich gemein, aber genau das fand ich ja so hervorragend an mir selbst. Wenn ich einmal ganz ehrlich war, dann musste ich schon sagen, dass ich meine sadistische Veranlagung einfach absolut hervorragend fand. Ich konnte nicht sagen, dass es mich irgendwie ... anmachte, wenn andere vor Schmerzen schrien, es war halt einfach interessant und eine Ablenkung. Ich quälte gerne irgendwelche Leute, die mir nicht allzu langweilig erschienen. Einfach weil es mir Spaß machte.
"Rebell, Sadist, Psychopath ... Nenn es meinetwegen wie du willst, aber sei dir bei einer Sache ganz sicher. Ich würde, ich kann und ich will dir auf jeden Fall etwas antun, keine Sorge. Ich bin nicht gerade bekannt dafür, dass ich in dieser Hinsicht irgendwelche Witze mache. Es interessiert mich eben einfach, wie sich jemand vor Schmerzen am Boden windet und sich nur noch wünscht zu sterben. Aber genau diesen Wunsch darf man ihm nicht erfüllen. Denn das lustigste von allem ist immer noch, wenn die Seele einer Person langsam verkümmert. Physische Schmerzen vergehen irgendwann wieder, aber psychische Qualen sind die Kirschen auf einem riesigen Eisbecher. Die Krönung schlechthin." Warum ich ihr das erzählte? Na das war doch ganz klar: Das sollte sie definitiv verschrecken. Außerdem hatte ich mich da auch irgendwie reingesteigert und hatte nicht mehr aufhören können weiter davon zu schwärmen, aber nun gut, das musste sie ja auch wieder nicht unbedingt erfahren. Das war ja auch vollkommen uninteressant.
Wichtig war die Tatsache, dass ich blitzschnell eine Hand ausstreckte und eine längere Haarsträhne ihrer braunen Haare zwischen meine Finger nahm und sie langsam einmal durchfuhr, ehe ich sie wieder fallen ließ. Dann schob ich eine Hand in eine der Taschen meiner Hose und zog dann ein kleines Messer heraus. Ich hielt es ihr unter die Nase und ließ die Klinge einmal spielerisch im Sonnenlicht aufblitzen. "Na? Was tue ich dir als erstes an? Ich frage mich ob du an deinen Haaren hängst. Oder an deiner Nase ...", meinte ich, richtete mich dann wieder auf und fing an schallend zu lachen. Ich legte eine Hand an meine Stirn und schloss für einen Moment meine Augen, ehe ich dann wieder aus den Blickwinkeln zu ihr hinabblickte und sie schief angrinste. Ob ich Spaß hier dran hatte? Oh ja und wie! Dennoch steckte ich das Messer nun wieder weg. Das hatte, zumindest im Moment noch, nur dazu gedient sie ein wenig zu schocken.
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