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 An der Küste

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Bürgermeister Koji

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BeitragThema: An der Küste   Mo 3 Jan 2011 - 20:41

das Eingangsposting lautete :



An der Küste



Die Westküste der Insel verfügt anders als die Ostküste, die zu einem großen Teil aus steilen Klippen besteht, über eine gute Infrastruktur. Über eine gepflegte Küstenstraße gelangt man vom Süden der Insel, wo sich die belebten Badestrände befinden entlang der Westküste auf etwa halber Höhe zum Hafen. Auf dieser Strecke des Weges sind entlang der Straße noch die ein oder anderen Läden und Restaurants an der Straßen- sowie an der Meeresseite. Fährt man die Uferstraße noch einige Kilometer weiter, so erreicht man nach einigen verlassenen Buchten und kleineren Anhöhen mit verwilderten Wiesen bald die Höhe des Areals der Shima no Koji Oberschule sowie das Schülerwohnheim. Die Straße führt in etwa bis zum nördlichsten Punkt der Insel, wo sich der Strand des alten Waisenhauses einst befand.



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Sky Love
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BeitragThema: Re: An der Küste   So 24 Jun 2018 - 17:37

Sky Love

Nachdem meine Kopfhörer endlich aus meinen Ohren draußen waren, hörte ich auch das aufbrausende Meer und wie es gegen die Küste krachte. Wäre ich da vorne am Rand sitzen geblieben, wäre ich nun vermutlich von oben bis unten nass. Noch mal Glück gehabt. Ich sah wieder zu dem Fremden hoch und seine nächsten Worte verstand ich dann auch und sie brachten mich zum Grinsen. “Und vielleicht sollte es mir ein bisschen Angst machen, dass du genau weißt, was du für eine Entführung brauchst.“ Mein Grinsen verlor etwas an Kraft, als er mit mir Blickkontakt aufnahm und meine Augen von seinen Roten in beschlage genommen wurden. Seine Augenfarbe standen in einem starken Kontrast zu seinen dunklen Haaren und ich bekam leichte komplexe wegen meiner langweiligen dunkelbraunen Augen. Komplett fokussiert und fast sogar im Bann von seinen Augen, brach er dann den Blickkontakt ab und sah weg. Mehr mals blinzelte ich und brauchte einen kurzen Moment um mich wieder zu fangen. Dann betrachtete ich ihn etwas genauer. Er trug Kleidung, die eindeutig nichts mit der heutigen Mode aus dieser Gegend zu tun hatte und mit seinen langen Haaren merkte man deutlich, dass er nicht von hier kam. Ich konnte sein alter nicht einschätzen, vielleicht war ja auch ein Schüler hier oder aber einfach ein Bewohner der Insel. Auf jeden Fall sah er gut aus aber die meisten Männer, die ich hier getroffen hatte, sahen gut aus. Selbst @Leviathan sah gut aus.
Etwas irritiert sah ich zu, wie er sich erst umdrehte und wohl weggehen wollte, aber dann drehte er sich wieder zu mir um. Er schien nicht sehr entschlossen zu sein, dabei hätte er ruhig gehen können aber anscheinend hatte er noch was zu sagen. Seine Erklärung warum er mich getragen hatte, klang einerseits sinnvoll, aber trotzdem war ich der Meinung, dass ich ruhig hätte Laufen können. “Dann sollte ich dich wohl als meinen Lebensretter ansehen, hm?“ Ich lächelte ihn wieder an, so wie ich immer Lächle. “Aber trotzdem, wäre ich lieber gelaufen, weil meine Beine sind gesund, ich habe gerne festen Boden unter meinen Füßen und du weißt ja gar nicht, wie schnell ich sein kann.“ Immerhin war ich ein Vampir und somit doch etwas schneller als normale Menschen. “Aber trotzdem danke. Ich bin Sky Love.“ Keine Ahnung warum ich mich immer mit meinem vollen Namen vorstellte. Es kam schon häufiger vor, dass sich Leute über ihn lustig gemacht hatten aber ich mochte ihn. Aus ganz vielen Gründen, einer davon ist Mason, der meinen Namen immer sehr mochte.
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Marik
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BeitragThema: Re: An der Küste   Sa 30 Jun 2018 - 14:34


Wieder lag dem Ägypter ein Schmunzeln auf den Lippen. Er hatte niemals die Absichten eine Entführung durch zuführen, doch wenn es das Mädchen so sehr wollte, könnte man das sicherlich einrichten. Er stand dort, auf seiner Stelle, einige Meter entfernt und doch konnte er immer noch ihren Duft auf seiner Haut spüren, ihr Haar auf seiner Brust und unweigerlich musste er den Kloß in seinem Hals herunter schlucken. Er bemerkte ihre Blicke und hielt jedoch dem Blickkontakt nicht stand. Er konnte nicht. Es war wie eine Krankheit Anderen in die Augen zu schauen. Es war wie die in eine Seele zu sehen und er wollte sich nicht hier an Ort und Stelle binden. Seelen waren wertvoll, soviel hatte er in seiner Runologieexpedition erfahren. In jedem einzelnem Geschöpf lebte eine Seele und die Augen waren das Tor zu inneren Welt. Marik war nicht derjenige der solchen Unfug glaubte, doch sicher war an dieser Geschichte ein Fünkchen Wahrheit und so ließ er sich vom Wind verwöhnen und sah den Wellen zu, wie sie weiter gegen die Felswand bretterte. Er schloss die Augen und ließ ihre Worte zu sich tragen. "Nun, Lebensretter würde ich es nicht nennen." Vielleicht wollte er bloß keine streuende Katze nass machen? Er zog die Augenbrauen zusammen und ließ sein Blick dann wieder genüsslich zu der Fremden  wandern. Ja, vielleicht war sie schneller. Es verwirrte ihn ohnehin genug, wieso er diese Tat vollbracht hätte und doch hatte er es getan. Seine innere Ruhe war in Wallung geraten. Vielleicht brannte sein Verstand mit ihm durch. Warum also? Was hatte dieses Mädchen an sich, das ihn so in Aufregung versetzte? Der innere Dämon sträubte sich, Antworten preiszugeben. Also ließ er die Geschichte ruhen. Er würde noch später genug Zeit zum grübeln haben. Er zuckte mit dem Schultern, ließ dabei ein Seufzen entgleiten und wollte seinen Gedanken frei tun, als Sie ihren Namen verriet. "Sky." Es war wie ein Windhauch, so leicht und beflügelt. Wahrscheinlich hatte bloß sein innerer Dämon etwas an ihr gefallen gefunden. Ihre Jugend. Ihre Einsamkeit.

In Sekunden stand er wieder vor Ihr. Seine roten Augen fixierten Sie und eine Hand fuhr ihr spielerisch durch die Haare, bis er ihre Hand griff und ein Abschiedskuss draufhauchte. "Nun, Sky Love...." Ihr sprach ihren Vornamen mit einer sanften Intensität aus. Sie würde definitv noch eine Weile in seinen Gedanken herumspuken. Er hoffte inständig, das sie keine seiner neuen Schülerin ist. Wahrscheinlich hatte er in diesem Moment dem Mädchen erneut einen Schrecken eingejagt. Doch es war ihm zu diesem Zeitpunkt egal. Vielleicht würden sie sich eh nie wieder sehen. Er ließ ihre Hand fallen, zog seine Hand zurück und sah ihr kurz in die Augen. Er fand die richtigen Abschiedsworte nicht und doch sprach er mit einer leisen Stimme weiter. "Vielleicht sehen wir uns wieder...kleiner Vampir." Wann er es erraten hatte? Er hatte es gar nicht erraten. Ihre kleinen Vampirzähnchen an der Seite hatten es förmlich verraten. Außerdem hatte sie eine niedrige Körpertemperatur. Für einen normal Sterblichen vielleicht unnormal, doch ein Vampir...war es mehr als Gesund. Und so schnell, wie Marik erschienen war, geriet er aus der Sichtweite des Mädchens. Seine innere Unruhe fand zwar immer noch statt, doch er wusste, sie würden sich wieder sehen. Er hatte die Ahnung, das sie eine Schülerin war.

TBC: Krankenzimmer im Wohnheim


Zuletzt von Marik am So 22 Jul 2018 - 21:19 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sky Love
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BeitragThema: Re: An der Küste   Fr 20 Jul 2018 - 10:35

Sky Love

Eindeutig war mein neuer Bekannter nicht sehr gesprächig. Geduldig ließ ich meinen Blick auf ihn Ruhen, wartete ab, ob und was er noch sagen würde und spürte dabei deutlich, wer seine Augen über mich gleiten ließ. Es war irgendwie eine komische und intime Situation. Keine Ahnung wie ich es anderes Beschreiben sollte, aber so wie wir da gerade standen, umgeben von dem tosenden Geräusch des Meeres und den kreischenden Möwen und sich unsere Blicke immer wieder trafen. Es war irgendwie ganz eigenartig.
Eben sagte wiederholte er noch meinen Namen und in der nächsten Sekunde, stand er wieder vor mir und strich mir durch meine Haare. Ich sah ihn mit meinen großen Augen an und wollte etwas sagen, doch da nahm er schon meine Hand und hauchte mir einen Kuss drauf. Überrascht blinzelte ich mehr mals hinter einander und fragte mich, wo plötzlich meine Schlagfertigkeit geblieben war. Normalerweise würde ich mich niemals von einem Fremden in so eine Situation bringen lassen. Nachdem er meine Hand wieder loslies wollte ich wirklich etwas sagen, drückte meine Lippen dann aber wieder aufeinander, weil er schneller war. Er verabschiedete sich von mir und ehe ich noch ein Wort rausbringen konnte, war er auch schon verschwunden. “Du hättest mir ja wenigstens deinen Namen verraten können!“ rief ich trotzdem noch hinterher, weil er zwar anscheinend wusste, dass ich ein Vampir war aber nicht, was Höflichkeit bedeutet, obwohl er ja schon ganz nett war. Zwar etwas übereifrig immerhin hatte er mich einfach hoch gehoben aber naja.
Ich stand noch für einige Minuten einfach so da, sah auf meine Hand, die er nur ganz leicht geküsst hatte, aber ich glaubte immer noch seine warmen Lippen drauf zu spüren. Leise lachte ich und schüttelte meinen Kopf. Die ganze Situation sollte ich lieber so schnell wie möglich vergessen. Wahrscheinlich würde ich diesen Mann eh nie wieder treffen. Kurz entschlossen drehte ich mich um und trat meinen Rückweg zum Wohnheim an.

Tbc.: Garten des Anwesens
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Leviathan
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BeitragThema: Re: An der Küste   Di 4 Sep 2018 - 22:31


cf: Wohnung 12 (Julia Bardera)

Der Nephilim staunte nicht schlecht. Instinktiv hatte er schon damit gerechnet, gleiche eine fette Ohrfeige zu kassieren oder eine Faust direkt ins Gesicht, die ihn davon abhielt, das Prachtexemplar eines Autos an der Fahrerseite zu betreten. Doch nichts passierte, als sich Leviathan seelenruhig in den tiefen Sitz fallen ließ und das Auto noch ein klein wenig mehr nachgab, auch, als Julia es sich auf der Beifahrerseite bequem gemacht hatte. „Anschnallen.“ – „Bitte was?“
Verdutzt drehte der Engel seinen Kopf zur Seite und musterte Julias gefährlich stilles Antlitz. Einige Sekunden verharrte der Schüler, die eine Hand am Lenkrad, in der anderen hielt er immernoch den Autoschlüssel und seine Kinnlade war nach wie vor leicht nach unten gekippt. Julia schien sich ein Herz gefasst zu haben und als Leviathan realisierte, dass sie nun tatsächlich ihre heiß geliebte Blecherotik in seiner Obhut überließ, grinste der Schüler nicht schlecht und versuchte, sich keine seiner hundert Gefühl- und Gedankengänge anmerken zu lassen. „Ich bin doch kein Anfänger“, erklärte er ihr mit vorgeschobener Brust und wackelte zielsicher mit seinem Zeigefinger vor ihrer Nase herum, bevor er sich doch endlich den Gurt umschnallte.
Dass Leviathan doch ein blühender Anfänger war, konnte man sich alsbald zusammen reimen. Spätestens nach den ersten kläglichen Versuchen, Zündung und Motor in Einklang zu bringen. Nach dem dritten Anlauf klappte es aber doch und der Engel brauchte vier weitere Anläufe, um das Fahrzeug rückwärts aus der Parklücke zu bekommen, ließ sich seine Ruhe jedoch nicht nehmen und schien sich voll und ganz auf das Fahren zu konzentrieren. Eine Sache, die ihm ansonsten immer sehr schwer fiel. Sei es im Unterricht oder im Fußballtraining – seine Konzentrationsschwierigkeiten verfolgten ihn schier auf Schritt und Tritt. Anders schien das in Julias Auto der Fall zu sein. Angestrengt, als müsste er die Karre mit eigener Kraft antreiben streckte der Engel die Zungenspitze heraus und biss sich leicht darauf, als er anfing, mit dem zweiten Gang – den er halt gerade erwischt hatte – langsam vorwärts zu trotten.
Nach einiger Zeit befanden sich die beiden dann aber doch auf der Küstenstraße, die für eine solche Spritztour mehr als geeignet war. Es herrschte wenig Gegenverkehr, man konnte mit angemessener Geschwindigkeit fahren, und „wenn wir einen Unfall bauen, fallen wir eh nur direkt ins Meer!“.
Das einzige, was vielleicht nicht ganz so förderlich gewesen war, war das Dämmerungslicht. Die Sonne verschwand gerade hinter den glatten Horizont des Ozeans und die Stimmung war eine angenehm gute. Beide Fenster waren weit geöffnet und Julias Musik laut aufgedreht – hin und wieder sang der Engel fröhlich aber doch ganz falsch mit und lachte herzhaft mit seiner Begleitung auf der Beifahrerseite darüber.
„Hast du dich heute mit Matti getroffen?“
Völlig aus dem Nichts knallte der Engel der Dämonin durch die Klänge der Musik die Frage hin und dachte darüber nach, wie alle 3 am vergangenen Abend beisammen saßen – auch wenn es für Leviathan etwas ungewohnt war, eine weitere Person in seinem und Julias Kreise zu begrüßen. Sein Gesichtsausdruck blieb jedoch neutral, auch drehte er seinen Kopf nicht zu ihr, sondern blickte starr gerade aus und bewegte einzig und allein seinen Kopf zum Takt der Musik. Wie er jedoch auf die absurde Idee kam, bei Julia und Matti konnte eventuell etwas laufen, wusste er jedoch nicht. Es war auch das erste Mal gewesen, dass der Engel die Direktorin mit einem Mann an ihrer Seite im Kopf hatte. Auch, ob in seiner Stimme nun Neid oder gar Eifersucht lag, wusste der Engel nicht. Wie er bei dem Gedanken an Julia mit einem Mann an ihrer Seite dann aber auf @Kaede kam, wusste er unter Umständen.












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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: An der Küste   Mi 5 Sep 2018 - 18:26



cf: Stadt | Wohnviertel | Wohung Nr.12 | Julia Bardera

Julia tat sich schwer damit, den jungen Engel mit ihrem Auto umspringen zu lassen. Wie schwer allerdings, dass wollte sie ihm jetzt nicht zumuten zu wissen. Sie versuchte sich einfach mit anderen Gedanken abzulenken, während der Nephilim es immer wieder aufs Neue fertigbrachte, das Auto beim Starten abzuwürgen. Dass er kein Anfänger war, lies sie dabei gepflegt unkommentiert. Es war nicht ihre Art nett zu jemandem zu sein, wenn er gerade ihr Auto benutzte. Dabei war die größte Sorge der Dämonin noch gar nicht eingetreten. Immerhin brauchte er nur den ersten Gang einlegen und sie würden nach vorne in Richtung Grünzeug, anstatt hinten aus der Parklücke herausfahren. Allein deswegen hatte die Direktorin ihre magischen Reserven so fokussiert, dass sie den Wagen im Notfall einfach zum Stehen bringen konnte. Interdimensionale Reisen in einem Sportwagen waren schließlich eine Kleinigkeit für die Blondine, auch, wenn sie das nur mit sehr vielen, geöffneten, Barrieren schaffen würden. Aber das der Schwarzhaarige im erspüren von Magie wohl sowieso nicht sehr gut war, würde er womöglich nur eine minimale, von Julia ausgehende, Schwingung wahrnehmen. Wenn er die Kraft nach dem glorreichen Trick, um ihren Autoschlüssel zu klauen, denn noch hatte.

Doch ihr Schützling überraschte sie in einer gewissen Weise. Auch, wenn er etwas träge beim fahren war und an sich noch sehr viele Probleme in der Flüssigkeit seiner Bewegungen zu finden waren, so stellte er sich sehr ordentlich bei der Bedienung des Fahrzeugs an. Beinahe schon amüsiert beobachtete ihn die Direktorin bei seinen Fahrversuchen. Besonders die Zunge hatte es ihr irgendwie angetan. Es erinnerte sie an die früheren Tage, wo sie noch nicht weg war. Immer wenn etwas kompliziert oder schwierig gewesen war, hatte er dieses Verhalten an den Tag gelegt. Damals fand sie es liebenswürdig und süß. Was sie ihm auch damals immer mal wieder gesagt hatte. Aber er erinnerte sich wohl nicht mehr daran und selbst wenn sich ihre Meinung dazu immer noch nicht geändert hatte, so erwähnte es die heutige Julia nicht mehr, sie dachte es nur noch und versteckte es hinter einem warmen Lächeln. Dann wanderte ihr Blick wieder vorne aus der Windschutzscheibe heraus, um den Verkehr im Auge zu behalten.

Das der Nephilim die Küste ansteuert, störte sie in dem Punkt dann doch eher weniger. Im ersteren war hier weniger Verkehr und außerdem war es hier eindeutig sicherer, würde er den Wagen in den Sand setzen. Ihr Schützling fasste es in wenigen Worten sehr präzise zusammen. „Mhm, auf jeden Fall.“, kommentierte sie seine Aussage in einer unnormal freundlichen und entspannten Stimme, als sie ihren Blick aus dem Seitenfenster hinauswandte, „Und wenn ich dich danach erwische wirst du sehr schnell zum Ausdauersportler, das verspreche ich dir.“. Ein Grinsen machte sich auf ihrem Mund breit. Das der Schwarzhaarige danach die Musik anstellte, störte sie dabei eher weniger. Da waren sie nun. Sie und Levi, die Fenster unten und laut spielte zum Sonnenuntergang das unverkennbare Lied von Tom Petty and the Heartbreakers – Won’t back down. Wobei ihr Fahrer sich beim mitsingen sehr schräg anstellte und einer Direktorin damit unverkennbar mehrere Male das Lachen hochtrieb. Wann waren die beiden das letzte Mal so gelassen beieinander gewesen? Sie wusste es nicht. Aber sie genoss die lockere Stimmung und die Zeit generell mit ihrem Schützling gerade jetzt in diesem Moment. Bis der Engel sie völlig aus diesem Zustand herausriss.

„Ob ich bei Mathéo war?“, fragte sie noch einmal zur Sicherheit, obgleich sie die Frage voll und ganz verstanden hatte. Der Gesichtsausdruck der Dämonin war etwas irritiert. Wie kam er denn jetzt auf diese Thematik? Ihre blauen Augen wandten sich dem Gesicht des Engels zu. „Ich war heute den ganzen Tag schulisch eingespannt. Da hatte ich keine Zeit für private Besuche.“, gab sie ihm eine Antwort, kam jedoch nicht über den etwas irritierten Ton in ihrer Stimme hinweg. „Außerdem, hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich dich aus dem Bett gejagt.“, fuhr sie weiter fort. Machte er sich Sorgen? Hatte sie vielleicht einen Eindruck gemacht, welchen der Engel so aufgefasst hatte? In Gedanken reflektierte sie den gestrigen Abend noch einmal. Aber alles was in besagter Küche passiert war, hatte der Engel doch gar nicht mitbekommen. Ein kurzer Moment des Schweigens trat ein. Das der Engel überhaupt plötzlich über so etwas nachdachte und es auch zum Ausdruck brachte, war schon sehr mysteriös. Irgendetwas musste ihn diesbezüglich beschäftigen. Außerdem, mal davon abgesehen das er es nicht mitbekommen haben dürfte. Selbst er musste doch wissen das sie nicht die Art Frau für Beziehungen war. Sie bekam es einfach nicht auf die Reihe. Ihr Charme glich dem eines Bergarbeiters. Zumindest in ihren eigenen Augen. Von ihren eigenen Gedanken mal abgesehen, wo sie sich innerlich ständig Niedermachte nicht gut genug zu sein um auf jemanden wie Leviathan aufzupassen. Wenn ihr Schützling manchmal ihre Gedanken lesen könnte, würde er sie wahrscheinlich nicht mehr als so kühl betrachten. Nein, ganz im Gegenteil. Die Blondine war ein Meister darin, sich ihre Fehler immer wieder vorzuhalten…leider. „Wieso? Wie kommst du darauf? Was sollte ich denn bei Mathéo?“, fragte sie ihn und fokussierte sich dabei wieder auf die Straße.

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Leviathan
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BeitragThema: Re: An der Küste   Do 6 Sep 2018 - 10:05


Die Frage des Engels hatte die Direktorin wohl so sehr aus der Bahn gerissen, wie der unerwartete Gefühlseinfall den jungen Schüler selbst. Nur für den Bruchteil einer Sekunde drehte er seinen Kopf etwas in die Richtung seiner Beifahrerin, als sie seine Frage unglaubwürdig wiederholte. Stierte mit seinen Augen aber recht bald doch wieder nach vorne durch die Scheibe. „Ja.“, hatte er seine Frage lediglich nochmal bestätigt. Bei der Lautstärke der Musik konnte es zumindest sein, dass Julia die Frage nicht richtig verstehen hätte können – dem war jedoch nicht so.
Nach wie vor konzentrierte sich Leviathan auf die Fahrt im gelben Schlitten und auf die Straße, weshalb er seine Augenbrauen leicht zusammenkniff, seine Mimik aber dennoch über warme, freundliche Züge verfügte, auch wenn es in seinem Kopf ziemlich zu rattern begann, was man sich als Außenstehender beim Engel wahrscheinlich nie denken würde. Julias Antwort überraschte ihn nicht. Sie klang kühl und erklärte lediglich, dass sie keine Zeit für „private Besuche“ hatte und versuchte die Sache mit dem Nachfolgenden noch etwas aufzulockern, was den Engel kurz über beide Ohren grinsen ließ, während er immer noch locker mit dem Kopf zum Takt der Musik wippte, während ihm eine seiner vielen, mittlerweile langen Haarsträhnen ins Gesicht fielen. Ein Friseurtermin war bitter notwendig. Bis auf das breite Grinsen zeigte der Schüler keine Reaktion mehr und beäugte weiterhin die Straße vor sich, die etwas kurviger zu werden schien. Inzwischen waren sie bestimmt schon 20 Minuten unterwegs – in dieser Konstellation dauerte es ja wohlgemerkt etwas länger – und hatten vor wenigen Minuten den Hafen passiert, an dem gerade das wohl letzte Boot für heute anlegen und Passagiere auf Isola bringen würde. Ob sich darunter auch neue Schüler oder alte Gesichter befanden?
Im Kopf des chaotischen Engels ging es gerade rund, als er nun auch noch an Cruel und Misu denken musste, die sich vor mehreren Tagen mit genau solchem Boot verpisst hatten. Missmutig versuchte er, seinen Blick vom Hafen abzuwenden und trat unbewusst fester aufs Gaspedal und beschleunigte deutlich. „Es war einfach etwas strange.“, brachte er schließlich zur Kenntnis. Unterdessen hatte sich das Haupt des roten Himmelskörpers gänzlich zur Ruhe gelegt und es wurde immer lichtloser. „Du hast ja schon ein paar mal deine Arbeitskollegen mit nach Hause genommen, aber ein Schüler war echt noch nie dabei gewesen.“ Sich selbst ausgenommen. „Also … zum Essen oder Trinken oder so.“, wollte der Junge noch nachkorrigieren, für den Fall, dass es anders rüberkommen würde als geplant. Seine Stimme klang neutral und es war wohl alles anderes als leicht, herauszufinden, welche Emotionen den Engel bei seinem Gesagten begleiteten. „Und er hat gestern doch fast den ganzen Tag an dir gehangen, was dir oft schnell auf den Sender geht. Also scheinst du dich wohl gut mit ihm zu verstehen, oder?“ Seine Vorgehensweise um herauszubekommen, ob zwischen den beiden was lief, verwunderte sogar den Engel selbst. „Und so weit auseinander seid ihr ja auch nicht.“, fuhr er fort, während der momentane Song „I won’t back down“ langsam seinen Ausklang fand und man den immer lauter werdenden Motor aufgrund der hohen Geschwindigkeitsbeschleunigung durch des Engel Bleifußes deutlich vernehmen konnte.











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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: An der Küste   Do 6 Sep 2018 - 17:18



Ein bisschen unvorbereitet wurde die Direktorin von der Aktion des Nephilims getroffen, als dieser etwas verstärk auf das Gaspedal ihrer Karosse trat. Sie hatten gerade den Hafen passiert und hatten nun mehr oder weniger nur noch die Straße vor sich. Ihr Blick wandte sich Levi zu. Er selber merkte es wahrscheinlich nicht aber seine Gesichtszüge sprachen in diesem einen Moment regelrechte Bände. Irgendetwas bei dem Anblick schien ihn zu bedrücken. Aber was genau, das vermochte Julia nicht zu erraten. Das wohl schlüssigste was ihr in den Sinn kam war, dass es in unmittelbarer Verbindung mit den Ereignissen der letzten Woche zusammenhing. Viele hatten seitdem die Insel verlassen. Verständlich, wenn man so wollte, aber trotzdem nicht das Wahre. Zumindest nicht in den Augen der Dämonin. Ganz kurz kam in ihr der Gedanke auf, das vielleicht einmal anzusprechen. Aber einen vernünftigen Ansatzpunkt hatte die Direktorin gerade einfach nicht, weswegen sie still blieb und Levi das Feld einräumte.
Er dieses Vakuum auch nutzte. Wobei die Antwort ihres Schützlings nicht gerade befriedigend für die Blondine war. „Strange“, das konnte bei ihm tausende Bedeutungen haben. Außerdem, da war sie sich sicher, stellte man solche fragen doch nicht einfach so. Sie beäugte ihn musternd von ihrer seitlichen Position. Versuchte in seinen Gesichtszügen zu lesen. Doch das gestaltete sich im nun fehlenden Tageslicht etwas schwieriger als sonst. Stattdessen hatte die Stille dafür gesorgt, das der Engel sich noch einmal genauer erklärte. Erwartungsvoll lauschte die Dämonin seiner Ausführung. Ahhh! Er fragte sich warum ausgerechnet Mathéo an diesem Abend bei ihnen im Haus zu Gast war. Auch wenn das nur wie die Spitze des Eisbergs wirkte. Oder, um es in den Worten Julias noch einmal auszuführen: Es war ein zu simpler Gedanke als das er ihm genau jetzt in den Sinn kommen würde. So tickte der Engel nicht, das wusste sie. Viel erstaunlicher war die Kombinations – und Beobachtungsgabe, welcher der Schwarzhaarige gerade durchsickern ließ. Das letzte Argument allerdings machte den analytischen Ansatz ein wenig kaputt.

Julia grübelte kurz, versuchte er ihr gerade etwas unterzuschieben? „Nun…“, begann sie zu sprechen und versuchte sich noch die richtigen Worte zurechtzulegen, „…ich dachte es wäre eine angemessene Form ihm zu danken.“. Ein kurzer Blick huschte aus dem Seitenfenster. „Ich meine, er hat dir seine Kleidung gegeben und dich sogar an seinem Frühstückstisch verköstigt.“. Die Dämonin bemühe sich dabei möglichst freundlich zu klingen. Immerhin wollte sie keine Serie von Vorwürfen starten, sondern einfach nur erklären, warum der Freund des Nephilims an besagten Abend vor Ort gewesen war. „Ich ging deswegen davon aus, dass ihr eigentlich sehr gute Freunde seid und wollte ihn deswegen schon besser kennenlernen. Sonst kriege ich ja nicht immer viel von deinen Freunden mit.“, erklärte sich die Direktorin weiter. Das es teilweise auch ihre Schuld war, weil sie immer etwas in ihrer Arbeit vertieft war, musste sie hier nicht erwähnen. Auch wenn sie sich gerade innerlich darauf vorbereitete genau so eine Gegenantwort zu bekommen.  Das sich die beiden Dämonen an besagtem Abend etwas besser kennenlernten als eigentlich von Julia geplant, ließ sie hier einmal außen vor. Es hatte die Blondine ja selbst sehr verwirrt und darüber musste sie sich erst einmal im Klaren sein. Wenn es auch einen kurzen Moment von…Hingebung? So konnte man es vielleicht nennen, geben hat. Sie fand ihn nämlich wirklich nett, wenn sie jetzt noch einmal darüber reflektierte und das nicht als „Vormund“ ihres Schützlings, sondern als Frau.
„Mach mal ein bisschen langsamer, ja?“, ermahnte sie ihn dann einfach zwischendurch, weil ihr der Motor langsam zu laut wurde. Was vermutlich auch daran lag, dass der Engel den nächsten Gang einfach nicht einlegen wollte. Aber sollte auch nicht zu schnell fahren. Allerdings, bevor sie das Thema wieder verloren. „Nur wie du jetzt auf den Wohnort kommst, das frage ich mich.“, äußerte sie ihre Irritation und versuchte einen Blickkontakt aufzubauen, wenn er denn kurz zur Seite schauen würde. In ihr steigerte sich so langsam die Neugier, aber auch ein Gedanke machte sich breit. Was ist, wenn er Angst hatte, dass sie am Ende auch wieder verschwand. Genauso wie es vermutlich ein paar Freunde und enge Freunde schon getan hatten. Wenn er an denen so hing wie an ihr damals, war das mehr als nur Schmerzhaft. „Ist das wirklich alles? Was willst du wirklich wissen Levi?", fragte sie in einem gewagten Vorstoß nun einfach gerade heraus und fixierte dabei ihren Blick auf die Straße.

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Leviathan
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BeitragThema: Re: An der Küste   Fr 7 Sep 2018 - 17:52


Der Engel ließ seine Beifahrerin zu Wort kommen, die ihrem Schützling klipp und klar darüber aufklärte, wieso sie seinen Freund zu sich nach Hause eingeladen hatte. 100%ige Einsicht zeigte jener jedoch nicht. Nach einer kurzen Pause nach Julias Gesagtem öffnete der Junge wieder den Schnabel und wollte gerade loslegen, als die Dämonin schließlich noch was ergänzte, was Leviathan nur noch stutziger werden ließ. Mit unglaubwürdigem Blick neigte er seinen Kopf in Julias Richtung und leicht nach unten, hob dann beinahe abwertend eine Braue nach oben und konnte im selben Moment froh darüber sein, keinen Gegenverkehr und keine Kurven vor sich zu haben. Der Nephilim hatte noch kein Gefühl für den Wagen bekommen und kam recht schnell von der Spur ab, wenn er denn mal nicht durch die Frontscheibe nach draußen blickte. Bevor er noch was sagen konnte, merkte er selbst, dass sich das Auto fast schon auf der Gegenfahrbahn befand und lenkte das Gefährt ruckartig wieder auf die eigene Fahrspur, sodass es auch leicht passieren konnte, dass Julia sich ihren Kopf stieß. „Sorry“, entschuldigte sich der Junge im jeden Fall für seinen Nachlass an Konzentration – ob sie sich weh getan hatte, das konnte er nicht feststellen. Seinen Blick nun wieder nach vor gerichtet – vom Gaspedal war er nur für einen kurzen Moment gegangen, beschleunigte also schon wieder kräftig – antwortete er ihr: „Hä, um Cruel hast du dich auch nie wirklich bemüht.“, beschwerte sich der Engel, auch wenn es nicht verwunderlich war, dass man sich um einen solchen Typ Engel nicht bemühte. „Und Misu, und Caiwen, … „, zählte er noch weiterhin auf. Misu hatte zwar einen ähnlichen Arschlochcharakter wie Cruel aber @Caiwen war in Bezug auf Höflichkeit ein Engel auf Erden – manchmal. Und im Vergleich zu den beiden genannten. Was der Engel damit jedoch sagen wollte, sollte klar auf der Hand liegen: Zweifelsohne war er mit Mathéo befreundet – aber er war sein erster Freund, für den sich auch Julia interessierte. Weshalb dieser Punkt – Levis Meinung nach – nicht an Julia ging. Auch, dass es eigentlich er hätte sein sollen, der sich bei Mathéo bedanken sollte, ließ er außen vor. Auch weil er keinen Streit provozieren wollte – im Gegenteil. Schweigen trat ein.
Erst die Direktorin, die ihren Schützling ermahnte etwas langsamer zu fahren durchbrach die Stille. „Jaaa…“, kommentierte Leviathan nur und verringerte sein Tempo um etwa 10 bis 15 km/h. Das Fahrzeug war inzwischen wohl ca. auf der Höhe des alten Waisenhauses. Ein guter Zeitpunkt und ein guter Ort, um erstmal anzuhalten, fand der Engel. Viel weiter gen Norden ging es dann sowieso nicht mehr. Mit Mühe schaffte er es, Julias Goldstück in eine kleine Abzweigung Richtung Meer zu lenken und fuhr noch einige Meter weiter, bis der Beton an einem kleinen Platz inmitten einer Bucht endete. Es war außerordentlich still, während der Wind durch die Bäume fegte und nachdem Leviathan den Motor des Wagens abstellte. Aufgrund der etwas höher gelegenen Küstenstraßen im Norden hatte man durch die Windschutzscheibe einen wunderbaren Ausblick auf die Weiten des Meeres und die angrenzenden Nachbarsinseln. Zwar drehte Leviathan den Motor ab, ließ die Musik von Tom Petty – „into the gread wide open“ aber weiter laufen, verringerte jedoch die Lautstärke etwas. „Ich will nichts weiter wissen.“, log er und sein Blick war auf das Meer vor ihnen gerichtet, während sein linker Arm schlaff neben seinem Körper herabhing, er mit dem rechten aber noch das Lenkrad hielt. Auf die Idee, die Handbremse anzuziehen kam er jedoch nicht. „Matti steigt nur alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Er ist viel abseits der Insel unterwegs.“ „Und versauert nicht wie ich hier“. "Und..." Der Schwarzhaarige atmete tief ein, neigte seinen Kopf etwas nach vor, sodass ihm seine Haarsträhnen abermals ins Gesicht fielen und man so schnell nicht mehr aus seinem Gesicht lesen konnte. „Du gehst so schnell nicht wieder, oder?“, fragte er leise und die Unsicherheit, die in seiner Stimme lang, verblüffte den Jungen selbst. Es war nicht von der Hand zu weisen, dass sich der Engel mit Verlustängsten rumprügeln musste.











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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: An der Küste   So 9 Sep 2018 - 1:17



So Wasserdicht schien ihre Erläuterung wohl nicht zu sein. Der Engel zerpflückte sie regelrecht, zumindest in seiner Ansicht und beschwerte sich indirekt darüber, warum es nun ausgerechnet Mathéo sein musste, mit dem sie sich als allererstes Abgegeben hatte. Allerdings wurden diese Gedankengänge gerade sehr harsch unterbrochen, als der Engel plötzlich den Wagen mit so einem Ruck zurück auf die andere Straßenseite zerrte, das wahrscheinlich jeder Spitfire-Pilot bei diesen G-Kräften neidisch geworden wäre. Ein bisschen perplex schaute die Blondine zu ihrem Fahrer hinüber. Da war eindeutig das erste und letzte Mal.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Levis Freunde. Sie konnte sich ja schlecht mit diesen Auseinandersetzten, wenn er nicht selbst ankam und sie anschleppte. Das hatte der Engel nämlich nie gemacht. Immerhin waren es seine Freunde und nicht ihre. So die Ansichtsweise der Direktorin in diesem Moment. Hinzu kam auch noch der Fakt, das es wohl sehr seltsam geworden wäre, wenn die Direktorin von selbst auf die Nahestehenden des Engels zugegangen wäre. Immerhin waren sie noch an dieser Schule gewesen und nicht schon draußen, was die Hierarchie unter ihnen auf eine Ebene hätte setzen können. Aber das ganze in Irgendeiner Weise zu kommentieren brachte wohl in diesem Moment einfach nichts. Außerdem bezweifelte die Dämonin, das ihr Schützling so weit gedacht, geschweige denn das Szenario soweit aufgesponnen hatte. Tatsache war, wenn es jetzt nicht zum Gespräch kam, würde es das bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt. Aber im Moment war wohl keiner der beiden auf eine direkte Konfrontation aus. Weder sie, noch Leviathan.

Dementsprechend fand sie das die Zeit angemessen war, seinen Fahrstil zu regulieren um wenigstens etwas gesagt zu haben. Stille, so ihre Meinung, konnten die beiden jetzt nicht so wirklich gebrauchen. Sie war der „Killer“ dieser Situation und das letzte was Julia an sich bezwecken wollte, war neben ihrem Schützling zu sitzen und ihn anzuschweigen. Da hätte sie auch, ihrer Ansicht nach, wegbleiben können. Allerdings erwies sich die weitere Suche nach einem geeigneten Thema nun als extrem schwierig. Hier gab es schließlich kein Fernseher, keine Chips oder ähnliches was man als Ausflucht Nutzen könnte. Da überraschte sie der Engel, indem er auf die eine Parkbucht einbog. Sie kannte diesen Ausblick nur zu gut und er rief Erinnerungen wach. Positive, aber auch sehr wohl negativ behaftete. Letzteres verdrängte die Blondine aber sogleich wieder. Ein Seufzer entglitt ihr, als der Motor seinen Dienst einstellte und nun nicht mehr gegen die Stille der Natur anging. Aber Worte wollten nicht die Lippen der Direktorin verlassen. Erst, als der Schwarzhaarige wieder das Wort ergriff, wandte sich ihr Blick, welcher bis Dato aus dem Seitenfenster glitt, überrascht dem jungen Mann auf der Fahrerseite zu. Er beendete das Thema von sich aus. Eine Angewohnheit die sie auch oft bei sich entdeckte, aber dieses Mal war es irgendwie…anders. Immerhin setzte der Engel gleich danach erneut mit einem weiteren Kommentar über seinen „Kollegen“ an und die Miene Julias verzog sich ein kleines bisschen in Richtung der Neutralität. Er stockte im Ansatz…dann schien seine wahre Sorge an die Oberfläche zu schleichen.

„Ach Levi…“, war das Einzige was sie herausbekam bevor ihr die Worte fehlten. Wie sollte sie ihm das jetzt erzählen? Die Direktorin überlegte scharf, während sich ihre Gesichtszüge entspannten und ihre Mimik wieder in ein warmes Antlitz verwandelten. „Ich werde dich natürlich nicht alleine lassen.“, tat sie seine Aussage ab und ihre linke Hand machte sich daran, ihm den Hinterkopf zu streicheln. „Ich habe dir versprochen, dass ich dich immer für dich da sein werde und an diesem Versprechen werde ich auch nichts rütteln.“. Ein kurzes Schweigen trat ein und Julia nutzte diese Stille, um den Knopf für die noch fehlende Handbremse zu betätigen. „Hey, sieh mich mal bitte an…“, unterbrach sie das Stimmenvakuum und würde er nun zu ihr sehen, so wäre es wahrscheinlich, das sie ihm die Haare etwas aus dem Gesicht streifen würde um ihm danach mit einem Lächeln etwas seelischen Komfort zu schenken. Sie war nie sonderloch gut in solchen Themen, das wusste sie selber. Emotionalität war in vielen Gebieten einfach noch eine neue Entdeckung für die Blondine. Aber sie versuchte es. Ihrem Umfeld zuliebe, Levi zuliebe und vor allem - sollte es dazu kommen – vielleicht einem zukünftigen Partner zuliebe. „Ich weiß das es hart ist Levi…alles im Moment ist schwierig…und das ist noch harmlos ausgedrückt.“, ein kleines Seufzten entwich ihren Lippen. „Aber ich habe nicht vor dich allein dort hindurchgehen zu lassen, nicht noch einmal. Dieses Mal bin ich hier.“, setzte sie mit einem fürsorglichen Ton nach und versuchte wärme mit in ihre Stimme hineinfließen zu lassen, bevor ein kleines Lachen aus ihrer Kehle entwich. Ein Notwendiges, wenn man bedachte was sie gleich sagen würde. „Deswegen bitte ich dich, geduldig mit mir zu sein. Ich weiß, dass ich nicht die Beste in meiner Rolle bin und meine Fehler besitze. Bestimmt bin auch ich nicht einfach. Aber ich bin der Überzeugung, dass es langsam werden wird. Wir schaffen das...“. Ihre Hand wanderte zurück an ihren Körper und nur ihr warmes Lächeln blieb in der dunklen Atmosphäre im Auto. Vielmehr wollte sie nicht sagen. Es war auch gerade schwierig für sie das alles auf einen Punkt zu bringen, es zu verdichten. Dafür schwirrten auch ihr zu viele Gedanken im Kopf herum. Allein deswegen hoffte sie schon, dass der Engel sie verstehen würde. Allerdings war im Moment nicht einmal das garantiert…



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