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 Das Gelände vor dem Wohnheim

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Leviathan
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BeitragThema: Das Gelände vor dem Wohnheim   Mo 16 Apr 2018 - 18:38

das Eingangsposting lautete :



Das Gelände vor dem Wohnheim






Das gesamte Gelände des Wohnheims mitsamt seinen Freiflächen wird von einem Mauerzaun umfasst. Das Eingangstor zum Areal ist unter Tags stets geöffnet und wird in den nächtlichen Stunden in der Regel verschlossen, wobei jeder Bewohner sowohl einen Schlüssel für das Eingangstor und die Haustüre, als auch einen für sein eigenes Zimmer besitzt. Nach einem kurzen Marsch spaltet sich die Zufahrt um ein kleines mit Bäumen bepflanztes Areal in zwei Wege auf, welche nach Besagtem direkt vor dem Anwesen wieder zusammenführt. Das Yanega-Anwesen aus den 1920ern verfügt im ersten, sowie im zweiten Stockwerk über einen Haupt-, einen West- und einen Ostflügel. An der Rückseite des Gebäudes erstreckt sich ein riesiger Garten, den man von vorne betrachtet oft gar nicht vermuten möchte. Im unteren Stockwerk befinden sich allgemeine Räumlichkeiten, sowie die Apartments der Erzieher, während die Bewohner im ersten Stock in zwei Trakte aufgeteilt sind. Vom Prestigebalkon aus hat man einen guten Ausblick über das Gelände vor dem Wohnheim, der bis zum Eingangstor zurückreicht und bietet eine gewisse Überwachungssicherheit - eine Gewissheit, die den Isolanern seit der Angriffe der Lykantropen wichtiger zu sein scheint.






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Lucina Bloom
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Sa 19 Mai 2018 - 16:22

Shiina antwortete auf die Frage nach ihren Eltern damit, dass sie diese gar nicht kannte. Lucinas Mimik wurde direkt ein wenig trauriger und Lucy entschuldigte sich auch für diese Frage. Shiinas Blick richtete sich weg von Lulu. Sie wirkte sehr nachdenklich. Habe ich was falsches gesagt? Lucina versuchte den Blickkontakt wieder zu erlangen und musterte die Blondine, während sie etwas über ihre neue Bekanntschaft nachdachte. Shiina war ein ziemlich besonderes Mädchen. Sie war sehr eigen und manchmal auch sehr verwirrend. Im einem Moment bewegte sie sich wie eine Puppe und im nächsten war sie ein normales Mädchen. Doch trotz alldem wirkt Shiina sehr sympathisch auf Lucy. Irgendwie fand Lucina die Art von der Blondine süß. Ihre Art zu sprechen und ihre engelsgleiche Stimme, welche bei ihren außergewöhnlichen Fragen zum Einsatz kam, fand Lucy sehr sympathisch. Und das wurde auch bei der nächsten Frage unter Beweis gestellt, denn sie fragte für was Lucina sich entschuldigte. Für Lucina war es klar, für was sie sich entschuldigte. Sie wollte nicht, dass Shiina traurig wurde. „Naja, ich dachte, dass es dich ...“ Lulu machte eine Pause, um ihre Worte noch einmal zu bedenken. „… traurig macht an deine Eltern zu denke“, fügte die Orangehaarige mit ihrer ruhigen Stimme hinzu. Lucinas Blick war dabei auf Shiina gerichtet. Sie beobachtete ihre Reaktion und eventuell auch ihre Emotion, denn sie wollte wirklich nicht, dass Shiina wegen Lucys Frage traurig wird.
Während dem Gespräch der beiden verließen mehr und mehr Schüler den Bus. Als Lucina mitbekam, wie sich der Bus immer weiter leerte, schaute sie sich doch etwas um. Ihr Blick ging dabei direkt aus dem Fenster, denn sie sah, wie sich die Schüler bei einer Frau versammelten. Das könnte eine Lehrerin sein. Sie konnte ohne ihre Wolfsohren leider nicht in so eine Ferne hören und vor Shiina wollte sie ihre Wolfsgestalt nicht zeigen. Auch wenn es dafür wahrscheinlich schon zu spät war.
Nachdem die Orangehaarige Shiina erklärt hatte, dass sie ihre Eltern gar nicht so sehr vermissen würde, da sie ja immer noch in Kontakt stehen würden, hackte Lucina noch einmal bei der zweiten Frage von Shiina nach. Dies beantwortete sie mit einem simplem „Ja“. „Das ist schwer. Wie beschreibt man am besten das Gefühl vermissen“, sagte Lucy, während sie sehr nachdenklich nach vorne Blickte. „Wenn etwas einem sehr wichtig ist und man das verliert oder es kaputt geht, dann fühlt man das einem etwas fehlt.“ Lucina dachte noch ein wenig nach, bevor sie weiter sprach. „Ja so ungefähr würde ich das Gefühl beschreiben“, fügte Lulu mit einem Lächeln hinzu. Während sie das erzählte schaute sie Shiina in die Augen und versuchte den Blickkontakt zu halten, als sie eine kurze Denkpause eingelegt hatte, schaute sie weg. Das ist ziemlich schwer das Gefühl etwas zu vermissen zu beschreiben. Lucina dachte noch einmal kurz nach, ob sie dies einfach so stehen lassen konnte oder ob sie noch etwas hinzufügen wollte. Da fiel ihr auch direkt etwas ein, was man auf jeden Fall noch dazu sagen sollte. „Das ist natürlich nicht nur auf Gegenstände bezogen. Man kann natürlich auch Personen oder Haustiere vermissen, wenn diese dir am Herzen liegen.“
Die Wölfin frage auch direkt nach ihrer Erklärung nach, ob die Blondine denn noch nie jemanden oder etwas vermisst hatte. Die Antwort des blonden Mädchens war wie zu erwarten sehr außergewöhnlich, denn sie sagte, dass sie es nicht wissen würde, da sie das Gefühl nicht kannte. Bei der Antwort von Shiina musste Lucy schmunzeln. Lucina fand Shiinas Art sehr süß und ihre Unwissenheit bei diesem Thema erinnerte Lulu an ein Kind, welches immer alle möglichen Fragen stellte. Dies fand die Wölfin aber in gar keinen Fall unsympathisch oder nervig, eher machte es ihr Spaß mit Shiina über solche Themen zu sprechen.
„Hast irgendwas was dir am Herzen liegt? Ein Gegenstand, der dir sehr wichtig ist, der dich an eine schöne Zeit erinnert, den du niemals wegwerfen würdest? Oder eine beste Freundin oder einen besten Freund, welcher dir immer bestehen und egal in welcher Situation bei dir ist?“, vielleicht gab es etwas in Shiinas Leben, was ihr sehr am Herzen lag und mit welchem Lucy das Gefühl besser beschreiben konnte. Nein, nicht vielleicht, natürlich hatte Shiina etwas. Jeder Mensch hatte doch eine Person oder einen Gegenstand, welchen man niemals verlieren möchte, egal was passieren würde. Oder?
Während Lucina nach etwas suchte, das Shiina am Herzen lag, waren die beiden schon auf dem Weg nach draußen. Erst als die beiden den Bus verlassen hatten, sah Lucina was für ein großes und schönes Anwesen, das war in dem sie jetzt leben durften. Es war komplett umzäunt und hatte eine große Eingangstür. Lucy fühlte sich wie eine Adlige, während sie vor diesem Gebäude stand. Die Orangehaarige schaute sich etwas weiter um. Dabei bemerkte sie, dass die Lehrerin, welche vorhin von Schülern umringt war, nun weg war und ein Teil der Schüler auch. Hatten die beiden jetzt was Wichtiges verpasst? Während Lulu immer noch am Staunen war, sagte das blonde Mädchen etwas, was Lucinas Aufmerksamkeit wieder zu Shiina widmen ließ. Sie sagte, dass sich jeder ein Zimmer aussuchen dürfte und zeigte auf das große Anwesen, über welches Lucina gerade eben erst gestaunt hatte. Lucina wusste noch überhaupt nicht, mit wem sie in ein Zimmer gehen wollte, aber sie wollte unbedingt in dieses Gebäude hinein. Wie ein Kind freute sie sich darauf, dass sie das Gebäude betreten konnte. „Wollen wir schon rein?“, fragte sie ihre Begleitung mit einer sehr aufgeregten Stimme. Voller Vorfreude wartete sie auf die Antwort. Doch bevor Lucina eine bekam, hörte sie ein Mädchen aufstöhnen. Sie drehte sich direkt um. Vielleicht hatte sich ja jemand verletzt? Doch genau als sie sich umdrehte, sah sie ein Mädchen auf Shiina zu stolpern. Gerade wollte die Wölfin zur Hilfe eilen, da blieb das Mädchen auch schon stehen. Sie begrüßte Shiina freundlich und entschuldigte sich danach. Lucina sagte zuerst nichts, denn sie wusste nicht, wer dies war. Vielleicht war es ja eine Freundin von Shiina?
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Ayumi
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   So 20 Mai 2018 - 20:52

cf: McDonalds | mit Evangeline

Als hätte ich einen Geist gesehen lief ich neben meiner Geliebten her. Ich hatte immernoch Gänsehaut und es lief mir immernoch eiskalt den Rücken herunter. Doch ich hatte den vermeintlichen Geist us den Augen verloren. Auch Evas Frage schwirrte an meinem Gehört vorbei. Es rauschte in meinen Ohren, mein Blut kochte. Doch ich schüttelte das ungute Gefühl sofort ab und sah zu der Blonden die begeistert durch die Gegend hüpfte und mir um den Hals fiel. Ein Kichern glitt aus meinen Mund. Wahrscheinlich war ich nie eine gute Schauspielerin gewesen. Auch der Enthusiasmus blieb mir in der Kehle stecken. Ich hatte keine Freude daran, zwar freute es mich im Inneren das Eva mit mir in einem Zimmer wohnen würde, aber es machte mir auch Angst. Es war ein komplett neues Gebiet für mich. Ich tätschelte Evas Kopf und lächelte. "Ja, scheint wohl so, hm?" Ich legte meinen Kopf schräg. Ich war diese Aufmerksamkeit definitv nicht gewohnt.

Rasch sah ich mich um und lauschte bei anderen Mitschülern mit. Man müsse wohl in das Büro der Heimleitung und seinen Wunsch auf das Zimmer angeben. Eifrig ging ich wieder zu Eva, die wartend immer noch auf der selben Stelle stand. Ich musste aus dieser Menschenmenge raus. Das Ohrenrauschen wurde Lauter und langsam aber sicher wurde ein Durst in meiner Kehle spürbar. Ich sah zu Evangeline und lächelte sie an, um meine Gefühle zu überspielen. "Ich gehe schnell und schaue wegen unser Zimmer ja?" Eigentlich bereute ich meine Tat sofort indem ich meiner Geliebten einen Kuss auf die Wange gab, doch es spielte in diesem Moment weniger eine Rolle. Meine Beine trugen mich eigenständig in das riesen Haus, in dem wir nun fortan leben würden. Ich folgte den Schülern die den Weg zum Büro anstrebten. Meine Gedanken jedoch kreisten um etwas anderes. Hatte ich meine Schwester wirklich gesehen? Oder war es nur eine Halluzination?

TBC: Büro der Heimleitung
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Lisanna
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Mo 21 Mai 2018 - 1:05

Auf @Pick's Aussage hin das es auf meinem Kopf eigentlich recht gemütlich war konnte ich mir ein amüsiertes Kichern nicht verkneifen. Nur zu doof für die kleine Elfe das es auf meinem Kopf nicht so sicher war wie auf meiner Schulter. Wobei, mein Sturz vorhin hat ja gezeigt das man im Prinzip nirgends sicher auf mir sitzen konnte. Aber egal, so oft falle ich ja nicht hin. Naja, nicht mehr. Nach meiner Entschuldigung das ich Pick einfach zurückgelassen hatte wechselte diese auch schnell das Thema und fragte mich ob es wohl auch einen Schlüssel in ihrer Größe gäbe. Nun, das war völlig unmöglich und würde überhaupt nicht funktionieren. Auch eine für sie eingebaute Klappe konnte ich mir nicht vorstellen und was sie jetzt so lustig fand verstand ich auch nicht. Aber eine Lösung für das Türproblem hatte ich. "Wir werden für dich einfach immer ein Fenster angekippt lassen. Dann kannst du jederzeit rein und raus." schlug ich meine Idee auch gleich vor. Und wo wir schon mal beim Thema Zimmer waren könnte ich mir ja auch gleich einen Schlüssel holen und Pick mit mir in die Liste eintragen.

So zumindest der Plan, allerdings kam erst mal etwas dazwischen. Beziehungsweise jemand, dann plötzlich stand @Helena Chevalier wieder bei uns. Es überraschte mich etwas das sie so schnell wieder da war. Ich hatte eigentlich damit gerechnet das sie mit den Jungs das Wohnheim besichtigen würde. Tja, da hatte ich wohl falsch gedacht. Allem Anschein nach war die kleine Pick wohl interessanter als das Wohnheim, denn sofort nachdem sie sich zurück gemeldet hatte fragte die junge Französin mich wen ich ihr da verschwiegen hatte. Es war irgendwie süß wie sie so tat als wäre sie beleidigt das ich ihr diese niedliche Geschöpf verschwiegen hatte. Aber das sollte sich jetzt auch ändern. "Das ist meine neue Freundin Pick. Ich hab sie vorhin am Strand kennen gelernt indem ich mich auf sie drauf gelegt hab." Irgendwie war diese Art jemanden kennen zu lernen wohl typisch für mich. Immerhin hatte ich Helena damals auch kennen gelernt nachdem ich ihr erst mal aufgrund meine Schussligkeit zu Füßen lag. Wen ich wohl noch alles auf diese Weise kennen lernen würde? Hoffentlich lerne ich bald mal jemanden normal kennen.










 
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Caiwen
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BeitragThema:    Di 22 Mai 2018 - 16:27

Ich musste lachen, als @Kazuya Kouya erwähnte, dass Levi ständig nur am Rennen war. Mir war das bisher gar nicht wirklich aufgefallen. Aber wenn ich genauer nachdachte, hatte er völlig recht. Ständig springt er von A nach B und zudem ein Hirn wie ein Nudelsieb.
"Oh ja, wie du recht hast." meinte ich kichernd und versuchte mich wieder einzukriegen. "Weg isser..." dachte ich mir nur und schaute Kazu's Blick nach, welcher bestätigte, dass der Engel wirklich nicht mehr anwesend war.

Auf meine Frage hin, meinte der Junge mir gegenüber einfach nur "Kannst du das?". Ich schmunzelte nur ganz leicht genervt. Neckend nahm er dann aber doch mein Handy entgegen und wartete nicht auf eine Antwort auf diese rethorische Frage. Da war ich froh, denn wie sollte man denn auf solch eine Gegenfrage reagieren?
Ich konnte vernehmen, dass er meine Frage wohl als Niedlich abstempelte, doch dies ließ ich unkommentiert. So beobachtete ich ihn, wie er die Nummer eintippte und mir das Handy wieder entgegennahm. Ich tippte noch rasch auf >Speichern<, ehe er auch etwas aus seiner Tasche rauskramte. Benötigte er etwa ein Taschentuch?
Doch er nahm auch sein Telefon heraus und gab es mir. Ich nahm es entgegen und schaute ihn an, wartete sehnsüchtig darauf, dass auch er mich fragte. Doch er erklärte nur seine Situation und dass ich ihn ja immer nerven könnte.
"Na, das klingt ja mal nach was." meinte ich eher abwesend, da ich gerade meine eigene Nummer in das Handy des Jungen eintippte. Ich fügte bei meinem Namen noch ein lächelndes Emoticon :) hinzu und tippte sofort auf speichern, sodass er es nicht gleich sehen würde und eine kleine Überraschung haben würde, wenn ich ihm dann mal schreibe oder anrufe. Oder wenn er im Telefonbuch nach meinem Namen suchte. So sperrte ich sein Handy gleich mit der Tastatur-Sperre-Taste und gab es dem Jungen zurück. "Naja, ich erwarte dann auch noch eine Mitteilung oder einen Anruf von dir, wenn du dich dann mal auf den Weg machst zu deinem Frühsport. Verstanden?" mahnte ich ihn nur und grinste.

Ich versorgte mein eigenes Telefon wieder in meiner Umhängetasche und schaute mich erneut um. Es leerte sich allmählich und da war ich froh darüber. Ganz langsam fühlte ich mich doch wohl hier und es war gar nicht so übel. "Och, ja... schaut schon besser aus hier." kommentierte ich, ehe ich kurz zusammen zuckte. Ich hatte nicht bemerkt, wie sich mir jemand von hinten genähert hatte. Doch ich roch den stinkenden Geruch des Vampires, hatte meine Aufmerksamkeit jedoch nicht darauf gerichtet. Als ich mich umdrehte, sah ich in das Gesicht eines eigenartigen Mädchens (@Aleksandra S. k'Hel). Ihre Begrüßung war nicht sonderlich fröhlich oder nett, es fühlte sich auch nicht sehr warm oder herzlich an. Sie fragte mich, wo die Zimmeranmeldung sei und ich hob meine Augenbrauen. Sie war nur ein kleines Stück größer als sich, jedoch ließ ich mich von dem erstmals nicht einschüchtern. Ich verzog das Gesicht und zeigte in Richtung des Gebäudes. "Naja, ich nehme mal an drinnen?"
Als ich ihre Begleitung ansah, merkte ich, dass sie gar nicht so schlimm sein konnte. Schließlich gab sie sich mit scheinbar normalen Leuten auch ab. Ich änderte meinen Blick und wurde wieder etwas freundlicher und sicherer. Somit erklärte ich dem zweiten Mädchen (@Luana), welche wunderschöne blauen Augen hatte: "Wenn ihr durch die Eingangstüre dort geht, werdet ihr sicher das Büro gleich finden. Da sind gerade ganz viele Leute drinnen..." meinte ich nur und zeigte auf die Eingangstüre. Ich schmunzelte. "Womöglich müsst ihr dort eh noch ein wenig warten, man kann sich nämlich ein Zimmer aussuchen und muss es im Büro anmelden." erklärte ich freundlich, sah die Vampirin jedoch nicht an und gestaltete meine Erklärung so, als wäre sie gar nicht erst hier. Schließlich musste ich mich ja bemühen bei dem Gestank nicht erbrechen zu müssen.
"Naja, möchtest du dann auch mal rein? Oder..." Ich würde noch eine Weile hier draußen verbringen und mich etwas umsehen, da ich ungern hinein gehen wollte. Vermutlich würde es dann zu real, dass das alte Zuhause gerade weg war. Man musste das Zimmer einrichten, musste sich umsehen und alles abchecken... "Alles Sachen, die ich gerade nicht machen möchte..."










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Shiina Mashiro
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Di 22 Mai 2018 - 21:15



Während der Erklärung ihrer Begegnung vom alten Waisenhaus, hielt die Blondine einfach nur inne. lies sich von ihrer Ausführung berieseln und versuchte sich die ganze Erläuterung einmal greifbar zu machen. Ein paar Sachen leuchteten ihrem Kopf tatsächlich ein. Andere wiederrum nicht. Alles in allem musste das exzentrische Köpfchen der Blondine erst einmal in Gang kommen. Was es ziemlich selten tat. Doch es war wohl den guten Beispielen der Orangehaarigen zu verdanken, das sich die Künstlerin ein Bild von dem Sachverhalt machen konnte. Mit ihrem Paar aus orange-roten Augen schaute sie in das Gesicht von Lucina. Doch, jetzt verstand sie es, oder doch nicht? Wenn man einen Gegenstand verliert der einem dann fehlt, weil man ihn sehr gebraucht hat. Doch, da war etwas. Baumkuchen! Jeder Baumkuchen den die Siebzehnjährige verspeiste, der fehlte ihr am Ende und das machte sie traurig. So ein Gefühl meinte sie also. Dennoch definierte es Shiina wohl komplett falsch. Bei ihr war es so etwas wie Verlust. Auch, wenn das wahrscheinlich zum Teil mit zum Vermissen gehörte, so war es doch nur die Halbe Wahrheit. „…Ich verstehe es…“, gab sie sanft sprechend von sich und lenkte den Blick von ihrer Begleitung hinab auf den Boden. Mehr gab es laut der Engelin auch nicht dazu zu sagen. Aber da war noch etwas, wenn sie so über das Wort „Verlust“ nachdachte. Kazuya zum Beispiel. Ihn wollte sie auch nicht verlieren. Shiina sah wieder auf. Baumkuchen und Kazuya, das war die Antwort.

Eine Erkenntnis die sich bis zum Aussteigen und vor dem Waisenhaus stehen auch zu halten vermochte. Allerdings dann schon wieder in den gedanklichen Tiefen ihres Kopfs verschwand. Immerhin gab es gerade mehr zu tun als über Gefühle zu grübeln. Es war die Ausstrahlung des Gebäudes, die Symmetrie der Architektur, die Umgebung drumherum. Jede Farbe wollte von der Engelin aufgesaugt und zu einem farbigen Erlebnis umgewandelt werden. So viel auch momentan unsicher war, dass sie hier viel Malen würde stand fest wie die Schutzmauer der Mona Lisa. Eine Realisation die sich kurz in einem kleinen Anflug von hochgezogenen Mundwinkeln sammelte, während ihre Augen noch einmal die Szenerie abtasteten. Wie Lucina neben ihr aus allen Nähten platzte und schon im Erkundungsdrang gefangen war, das bemerkte die exzentrische Künstlerin überhaupt nicht. Nur die aufgeregte Stimmlage signalisierte Shiina ihren Blick letzten Endes doch zu ihrer Freundin über zu schwenken. Eine kurze Musterung folgte, dann nickte die Blondine der Aussage eindeutig zu. Was sollte schon passieren? Viele Gedanken machte sich das Mädchen in jedem Falle nicht darüber. Immerhin waren im Innenraum bestimmt noch weitere, anregende Eindrücke vorhanden, die ihrem Kunstgeist sicherlich Aufschwung verleihen würden.

Das Schicksal jedoch hatte noch eine andere Sache in der Hinterhand um diesen Weg noch einmal zusätzlich zu erschweren. In einem beinahe schon bedrohlichen Bewegungsablauf stolperte ein weißhaariges Mädchen auf die Siebzehnjährige zu. Was Shiina ohne weiteres in ihrem Blickfeld realisierte, die Zeit jedoch nicht gereicht haben würde, um dieser Gefahr dann aus dem Weg zu gehen. Zum Glück fing sich das Wesen vorher noch rechtzeitig gefangen. Ging sogar unmittelbar nach Erlangung des Gleichgewichtes zurück und entschuldigte sich. Was ihr von Seiten Shiinas den typischen Blick einbrachte. Geradezu stechend bohrten sich die Augen in den oberen Teil der Frisur des Mädchens, ihr Kopf legte sich schief. „…Hallo…“, erwiderte sie mit ihrer Engelsgleichen Stimme und einem monotonen Gesicht. Auch ihre Wenigkeit wurde genaustens abgetastet und jedes Detail in ihrer Erinnerung vermerkt. „…Du…“, begann sie dann erneut, „…Wer bist du…?“. Dann schaute sie zu der Orangehaarigen hinüber, anschließend wieder zu der Neuen in der Gruppe. Dabei ahnte wohl keiner der beiden Mädchen, was i, Kopf des exzentrischen Engels gerade vor sich ging. Sie überlegte gerade tatsächlich, erinnerte sich spontan an die Rede der Direktorin zurück und fügte alles in einem Mosaik aus Ideen vor Ort zusammen. „…Wir könnten uns zusammen ein Zimmer nehmen…“, prustete sie nun einfach unverblümt und monoton direkt aus, während ihre stechenden Blicke immer abwechselnd zwischen ihren beiden Begleiterinnen wechselten. Auch wenn man es in ihrer starren Mimik nicht erkennen konnte. Ihre Gefühle äußerten sich nicht selten in Taten. Wenn sie also vorschlug mit jemandem ein Zimmer zu beziehen, so hatte das seine Begründung. Auch wenn sie wohl nicht ganz nachvollziehbar für andere war. Die jetzige Aktion war aber, so zumindest auch Shiinas Gedanke, nicht gerade schwer zu verstehen.











Hey,  what color do you want to be?
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Alexandra Chevalier
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Do 24 Mai 2018 - 0:45

Diese Augen – diese großen, runden, leeren Augen. Dieser Blick – dieser stumpfe, unterwürfige, flehende Blick. Aleksandra war sich im ersten Moment sicher, dass sie in das Gesicht einer niederen Promenadenmischung blickte. Werwölfe – das waren diese Wesen, welche sich die russischen Vampire zur Belustigung hielten. Man warf sie zusammen in den Käfig, damit sie sich gegenseitig zerrissen und wettete dabei auf den Sieger. Man setzte sie Qualen und Folgern aus und wettete darauf, wann er den Löffel abgab. Werwölfe – das waren Spielzeuge, die nur dazu erschaffen wurden, um ihre Herren und Meister, die Vampire, zu unterhalten.
Innerlich lachend, äußerlich höhnisch grinsend, blickte sie auf das arme Geschöpf hinab.

Doch lange gab es nichts zum Grinsen. Wie zu erwarten war, enttäuschte die Flohbeule seine Herrin.
»Naja, ich nehme mal an drinnen?«, wiederholte Alix die Worte entsetzt und zog dabei die Augenbrauen zusammen. »Das ist alles?« Sie seufzte. »Typisch Hund.«
Mit so was wollte sie sich gar nicht weiter abgeben, ansonsten würde sie noch an ihren Seufzern ertrinken. Den Kopf schüttelnd wandte sich Alix schließlich ab. Ihre Schritte führten sie von dem Werwolf weg und Richtung des Eingangs. Hinter sich hörte sie, wie die Töle zu Luana sprach. Plötzlich konnte sie sogar lange Sätze aufsagen. Nur gewannen diese nicht wirklich an Nutzbarkeit. Natürlich würden sie das Büro finden, wenn sie die Eingangstür da nahmen. Es war ja auch nicht zu übersehen, dass man so in das Haus gelangte. Für wen hielt das Tier sie eigentlich? Sie war eine Vampirin. Das musste es doch riechen, wie Alix das ungewaschene Streunerfell riechen konnte. Todfeinde erkannten sich gegenseitig so gut wie es Rassenbrüder und -schwestern untereinander ebenfalls konnten. Nur standen die Sympathien auf ganz anderen Weichen.
Ob da nun viele Leute auf die k’Hel warten würden oder nicht, konnte ihr ziemlich egal sein. Wer ihr im Weg stand, wurde beiseitegeschoben. Wichtig war, dass sie ihre eigene Residenz bekam. Ihr war besonders nach dem jüngsten Aufeinandertreffen nicht mehr danach, das Glückslos entscheiden zu lassen, was ihre Mitbewohnerinnen anbelangte. Alix wollte sich gar nicht ausmalen, wie es wäre, in einer Hundehütte zu landen, wo alles nach diesen Klohbürsten roch. Unerträglich. Unverstellbar. Unzumutbar.

Aleksandra blieb vor der Pforte stehen und schaute sich halb zu Luana rum. »Ich gehe schon mal vor. Mein Wunsch ist es ohnehin nicht, Gefahr zu laufen, mit einem dieser Flohmagneten in einen Raum geworfen zu werden. Besser, du passt auch auf dich auf.« Ihr Blick machte deutlich, dass sie keinen Scherz machte. Sie meinte es todernst. Fast schon konnte man meinen, sie war tatsächlich besorgt um ihre blauäugige Bekanntschaft.
Den Kopf wieder nach vorne führend, nickte sie sachte zur Tür und öffnete diese dann dank der schwarzen Pranke von Garm, welche emporstieg und den Eingang für sein Frauchen aufschob.


tbc: erst mal wusch











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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Do 24 Mai 2018 - 19:01


Cf:Das Büro der Heimleitung | Abends!

[out: Dieser Postist schon am Abend vor dem Waisenhaus und somit nicht relevant für eure Postreihenfolge, welche noch am Nachmittag spielt. Ihr könnt die Geschehnisse hier also getrost ignorieren. ;D]

Die Direktorin verschloss die Tür und ging los, die Absätze ihrer Schuhe ein dominantes Hallen durch die Gänge verbreitend. Gemeinsam waren die beiden Dämonen aus dem edlen Büro der Heimleitung herausgestapft. Eine Räumlichkeit, welche die Bardera in diesem Moment eigentlich zu gerne mitgenommen hätte. Konnten sie nicht einfach das Büro mit dem in der Schule tauschen? Oder zumindest nur das Büro des Direktors baufällig werden lassen? Solche Gedanken schwirrten Julia gerade im Kopf herum, während sie sich den Gang hinunter zum Parterre bewegte um das große Anwesen zu verlassen. Unterwegs kamen den beiden zwar immer noch Schüler entgegen. Aber sollten diese nun auch noch eine Zimmereintragung zum Ziel haben, so wurden sie wohl oder übel enttäuscht. Denn ihr Ticket für individuelle Zimmerauswahl stolzierte gerade in rothaariger Begleitung aus dem Gebäude. Schon ein lustiger Gedanke, wenn sie so noch einmal in den Gang zurückblickte. Immerhin würden sie nun vor verschlossener Tür stehen. Tja, so war das Leben nun einmal. Sie hatte es in Gedanken ja auch schon einmal vor sich selbst ausgesprochen. Sie war doch nicht der Sklave der brav bis Mitternacht hier wartete, für eine Arbeit die ihr keiner Anrechnen, oder bezahlen würde. Dementsprechend entspannte sich ihre Körperhaltung auch auf dem Weg nach draußen. Ihr Gemüt machte sich bereit dazu, in heimische Gefilde aufzubrechen und den Abend noch zu genießen. Auch, wenn sie für ihren Schützling und seinen Kollegen noch kochen würde. Das war aber eher unter Vergnügen zu verbuchen, wenn man bedenkt, was sie sonst so machte.

Mit einem kräftigen Schwung an der Türklinke der großen Tür, machte sich die Blondine auf in die kühle Nacht der Insel. Es war schön dämmerig und würde wohl bald vollends Nacht werden. Gut das sie bald in ihren eigenen vier Wänden sitzen würde. Zusammen mit ihrem Essen, Gesellschaft und einem schönen Glas Wein. Was gab es besseres? Für Julia in diesem Moment wohl nichts. Dementsprechend froh wirkte sie auch in diesem Moment und ihre Füße glitten quasi über die gepflasterte Einfahrt. „Ich muss gleich noch Leviathan bescheid sagen.“, gab sie dem Rothaarigen zu verstehen, während sie sich mit ihm zu ihrem Auto bewegte. Durch einen gekonnten Druck auf den Knopf ihres Schlüssels, blinkten die Richtungsindikatoren zweimal in schneller Folge auf und Julia packte ihre Tasche vorne in den „Kofferraum“ hinein, wobei sie sich einmal kurz verführerisch biegen musste. Immerhin hatte sie nun mindestens einen Beifahrer, was sie wieder zu der Problematik von vorhin brachte. Nachdenklich schaute sie in die Augen des Tristams, als sie langsam zu ihm ging und sich seitlich ans Auto anlehnte. „Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir das logistische klären. Ich denke nämlich nicht, das einer von euch zu Fuß gehen will.“, äußerte sie leicht abwesend ihren Gedankengang, während ihre Hände in ihrem Telefon eine Nachricht an Levi schickten. Ohne ihn würde sie in jedem Falle nicht wegfahren. So viel stand schon einmal fest. Aber vielleicht und nur vielleicht, war ihm ja etwas dazwischengekommen. Immerhin, so ihre Überlegungen, konnte der Engel ja auch fliegen.  Bei ihrem Assistenten war sie sich sicher, das er diese Fähigkeit wohl nicht so gut beherrschen würde. Von fliegenden Dämonen hatte sie sicherlich schon einmal gehört, kannte wohl auch ein paar, aber der Tristam wirkte nicht so als gehöre er zu dieser Kategorie. Dafür war sein Antlitz zu…talentiert, begabt. Es passte einfach nicht in das Bild, welches sich die Dämonin von ihm gemacht hatte. „Hoffen wir das er es Rechtzeitig sieht und antwortet.“. Julia entglitt dabei ein amüsiertes Lachen. „Bis heute Nacht will ich nämlich nicht hier stehen. Dann fahren wir ohne ihn.“. Das dies eher nur ein sporadischer Witz war, das konnte man sich sicherlich denken. Aber die Direktorin meinte es durchaus ernst. Immerhin ging es hier nicht nur um ihren Schützling, sondern auch um andere Personen. Da musste sie eben auch einmal konsequent sein.

Um der Langeweile des Wartens entgegenzuwirken, begann Julia erneut ein Gespräch. Ein wenig Licht in das alltägliche Leben von Mathéo wollte sie gewinnen, weswegen sie auch schon vorher ab und an über seinen Alltag nachgedacht hatte. Ihr war nämlich nicht entgangen, das er sich nicht in die Liste eingetragen hatte. Demzufolge wohl auch kein Zimmer beziehen wollte, konnte, oder sogar musste. „Hast du eigentlich im Wohnheim oder dem früheren Waisenhaus gewohnt?“, fragte sie nun einfach heraus und schaute dabei im Schatten der Abendsonne zum Rothaarigen hinüber, während eine leichte Brise ihnen entgegen wehte und die Mähne der jungen Frau in Bewegung versetzte. „Ich kann mich nämlich nicht daran erinnern, dass du dich in die Liste eingetragen hast.“, fügte sie noch warm lächelnd und mit ruhiger Stimme hinzu. Im Gegensatz zum Büro vorhin war ihre Stimme noch einmal sanfter geworden. Eine Tatsache die unterbewusst bei der Bardera passierte. Jedoch umso deutlich machte, dass es Dimensionen zwischen ihrem heimischen Dasein – und dem Geschäftlichen gab. Dabei verschränkte die Dämonin erneut ihre Arme unter ihrer Brust und begutachtete einen kurzen Moment den grünen Gartenbereich der Einfahrt vor sich. „Es sei denn, du magst den Reiz der Zufallszuweisungen.“, scherzte sie kurz lachend und ihr interessiert Blick der saphirblauen Augen fokussierte sich nun wieder auf dem Dämon. Im Moment waren nur sie beide hier. Sie beide und ihr Auto, welches selbstverständlich auch ab und an ein paar Blicke erntete. Der Hauptfokus aber, lag auf Mathéo.

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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Do 24 Mai 2018 - 20:36

Der Vorschlag, für Pick einfach immer ein Fenster angekippt zu lassen, war auch in Ordnung. Sie konnte eigentlich recht gut damit leben. „Ok soll mir recht sein, so lange ich ins Zimmer kommen kann!“ kicherte Pick und schaukelte weiter mit den Beinen, während @Lisanna sie in der Hand hatte. Sie war ja schon gespannt auf das Zimmer. Viel Platz würde sie ja nicht brauchen, das stand schon einmal fest. Ein Puppenhaus würde im Grunde auch genügen. Irgendwie freute sie sich ja schon auf alles Kommende. Sogar auf die Klasse. Zumindest in ihrer Vorstellung ging es immer ziemlich freundlich zu. Genau genommen würde sie das erste Mal in eine Klasse gehen um was zu lernen. Davor hatten das ja ihre Eltern übernommen. Gut es gab ja auch im Grunde nicht viel, was zu lernen war.

Als @Helena Chevalier wieder zu ihnen trat, sah Pick weiterhin schaukelnd zu ihr. Auf ihre Frage, warum Lis nichts von Pick erzählt hatte, lächelte Pick nur. Lisanna übernahm ja dann auch schon die Erklärung, wie es zu dem Treffen kam. Pick war sich nur noch nicht ganz klar, ob es für sie peinlich sein sollte oder für Lisanna. Genau genommen konnte Pick ja nichts dafür. Oder doch? Bevor sich aber Pick darüber näher Gedanken machen würde, winkte sie Helena zu. Ob Pick sie noch öfter antreffen würde? Wenn dem so wäre, so wollte sie zumindest von Anfang an freundlich sein. Nicht das Pick jemals nachtragend oder unfreundlich gewesen wäre, aber es würde zumindest einen besseren Eindruck hinterlassen. Und irgendwie war sie auch gespannt darauf, was Helena konnte. Ob es auch Magie ist? Das was Lis bisher ja schon gezeigt hatte, war für Pick ja schon beeindruckend. Am ersten Tag gleich zwei kennengelernt. Lief bei Pick, was sie durchaus positiver stimmte. Wenn man bedenkt, dass sie dachte die ersten Tage Schwierigkeiten zu haben irgendwen kennen zu lernen.
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Jubilee Taylor
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Fr 25 Mai 2018 - 0:40


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Es verging eine ganze Weile bis die kleine Gruppe bestehend aus Frau Mikoto und Semiramis als auch das Tiermädchen und Jubilee endlich langsam am Wohnheim ankamen. Inzwischen war es sogar schon recht spät geworden. Während des ganzen Weges hatte sich der junge Engel stark bedeckt gehalten. Normalerweise viel es ihr recht leicht eine kommunikative Mine zu ihrer eigentlich eher abblockenden Art an den tag zu legen. Doch seit Frau Mikoto von ihrer Tochter gesprochen hatte, war Jubilee dafür einfach viel zu angespannt. Sie hatte damit gerechnet hier niemanden zu kennen und einen Haufen platonischer Freundschaften zu verwalten, ja...aber wenn die Tochter der Lehrerin tatsächlich die selbe "Firehawk" war - wie jene, die der Engel online kennen gelernt hatte - dann handelte es sich hier um eine enorme Krise.

Jubilee hatte seit ihrer jüngeren Kindheit keine Freunde in der realen Welt mehr gehabt. Etwas, womit sie eigentlich recht zufrieden war. Je weniger Menschen sie an sich heranließ - und online war dies aufgrund des fehlenden physischen Kontaktes ohnehin sehr schwer - desto gefahrenloser war das Leben ihrer Meinung nach.
Das war eine der wenigen, wirklich wichtigen Regeln in ihrem Leben: Außerhalb der virtuellen Welt jegliche Freundschaften vortäuschen um ihnen direkt jegliche tiefgründige Basis zu rauben und zum Ausgleich dafür lediglich online tieferen Kontakt zulassen, da es dort ohnehin niemals zu tiefgründiger, "wirklicher" Freundschaft werden kann. Genau diese Regel drohte Jubilee nun einen Strick um den Hals zu legen. Das 18 jährige Mädchen, welches sich online Firehawk nannte - das war alles was Jubilee über sie wusste - war in den letzten Jahren zu einer ziemlich guten online-Freundin des Engels geworden. Auf dieser Basis können normale Leute sehr schnell tiefere Verbindungen eingehen, sollte es zu persönlichen Treffen kommen. Sie war jedoch alles andere als normal...und damit war nicht ihre Existenz als Halb-Engel gemeint.

Jubilee waren die Hände gebunden. Sie hasste sich nun mehr als je zuvor dafür sich dazu entschlossen zu haben ihre emotionale Verteidigung im Internet etwas gesenkt zu haben. Alles was sie nun noch machen konnte, war es insgeheim dafür zu beten, dass die Tochter von Frau Mikoto, diese Lisanna nicht die selbe Person wie Jubilees "Firehawk" war.
Die kleine, vierköpfige Gruppe war nun endlich auf dem Grundstück des Wohnheimes angekommen. Die Tatsache, dass sich auch schon einige ihrer künftigen Mitschüler vor dem Gebäude befanden, brachte Jubilee beinahe dazu umzudrehen und wegzurennen. Sie hatte eine unfassbare Angst, welche nun langsam aber sicher immer mehr und mehr ihr äußeres Auftreten bestimmte.
//Hier sind so viele Leute...zu viele Leute...! Papa, wieso musste ich hier her kommen? Ich habe Angst...ich will zurück...ich will zurück! Ich schaffe das nicht...! Ich muss hier weg...ich muss hier weg!!//, diese Gedanken schossen der inzwischen sichtbar zittrigen Jubilee durch den Kopf als sie immer mehr und mehr hinter ihrer Gruppe zurückfiel. Obwohl sie sich so sehr bemühte irgendwie ruhig zu bleiben, brach auf einmal jegliche Zuversicht in ihr - ähnlich einem zusammenstürzenden Kartenhauses - auf einen Schlag ein.
//Das geht nicht!! Ich muss weg! Ich muss weg!!//, das Mädchen ließ den inzwischen sehr leise rollenden Koffer los und flüchtete auf leisen aber dennoch schnellen Sohlen in die Richtung des nächstbesten Busches. An die logischen Schlusfolgerungen, dass man sie ohnehin finden würde und diese Aktion nur noch mehr Fragen über sie aufwerfen würde, konnte sie in diesem Moment einfach nicht mehr denken.

"Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht,-, wiederholte Jubilee immer wieder leise verstört als sie sich hinter einen der nahen Buschformationen auf dem Boden zusammenkauerte. Es war alles viel zu viel. Dabei hatte sie sich alles so einfach vorgestellt. Einfach gestellt interessiert in alle Unterhaltungen einsteigen, hier und da ein nettes Lächeln von sich geben und sich emotional von alles und jedem distanzieren. Das beherrschte sie doch sonst so gut. Das war genau das was sie seit Jahren immer wieder tat. Sie hatte die Situation unterschätzt. Sie hatte auf der Schifffahrt hier her so viel zeit gehabt sich mental auf alles vorzubereiten...und verdammt, das war sie eigentlich auch! Aber diese Unterhaltung mit Frau Mikoto hatte Jubilee jeglicher Basis beraubt. Alles was sie im Kopf durchgegangen ist, alle vorkehrungen auf die sie sich so intensiv vorbereitet hatte...alles war eingebrochen.
"N...Nein...nein...! Das darf nicht wahr sein...! Wo sind-...scheiße...-nein...! Der K...Koffer..! Nein, nein, nein...!", Jubilee begann völlig aufgelöst damit ihre kleine Umhängetasche zu durchwühlen. Genau für derartige Notfälle hatte ihr damaliger Arzt ihr spezielle und äußerst potente Benzodiazepin-Tabletten verschrieben. Auch wenn derartig intensive Angstgefühle bei ihr sehr selten geworden sind, so war es im Interesse aller Beteiligten, dass Jubilee neben ihren normalen Anti-Depressiva außerdem noch spezielle Tabletten gegen Panikattacken mit auf ihre Reise nahm. Das Problem war nun jedoch, dass eben diese Tabletten in ihrem Koffer waren...und dorthin konnte sie nun unmöglich zurück.

Jubilee legte die Arme um ihre Beine und zog diese fest an sich, während sie aufgeregt vor- und zurück wippte. Sich nun aufzuregen brachte sie auch nicht weiter. Sie musste sich beruhigen...egal wie....egal wie...egal wie! Wenn man sie in diesem Zustand finden würde, würde man sie mit absoluter Sicherheit nur aufs Korn nehmen...und das vermutlich für ihre ganze Zeit auf Isola. Sie war nichts weiter als ein Freak. Sie wusste es. Sie hatte es immer gewusst. Und nun sollten alle anderen das ebenfalls herausfinden? Direkt am Tag ihrer Ankunft? Wieso hatte sie sich nur breit schlagen lassen hier her zu kommen?! Sie hätte zuhause bleiben sollen!
//Beruhig dich, beruhig dich, beruhig dich, beruhig dich,-//, es half alles nichts. Es war nur eine Frage von Augenblicken bis man ihr - sehr eindeutiges Verschwinden - bemerken und hier finden würde. Bis dahin musste sie sich beruhigen. Komme was wolle....und sie wusste auch wie. Genau so wie sie es auch zuvor immer geschafft hatte.
Langsam wanderten die Hände des Engels unter ihre Ärmel, wo sie sich aggressiv festkrallte und ihre Fingernägel mit ganzer Kraft über ihr Fleisch riss. Gerade schwach genug um keine Blutungen auszulösen aber fest genug um starke Schmerzen zu empfinden. Jubilee wusste nur zu gut wie viel Kraft sie dafür einsetzen musste. Sie würde verdammt nochmal wieder runterkommen, bevor man sie hier finden oder vermissen würde. Sie wusste wie sie mit ihrem kranken Kopf umgehen musste um sich wieder unter Kontrolle zu bekommen.











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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Das Gelände vor dem Wohnheim   Fr 25 Mai 2018 - 8:28

[OUT: Genauso wie bei Julia findet auch dieser Post bereits am Abend statt und hat somit keinen Einfluss auf die Schülermasse vom Nachmittag.]


cf: Parterre | Ostflügel | Büro der Heimleitung


Mathéo hatte früher mal amerikanische High-School-Teenager-Filme gesehen, wo es immer eine Szene gab, bei der einer der Schüler vom Lehrer durch das Schulgebäude geschleift wurde, weil dieser irgendetwas angestellt oder man ihm etwas in die Schuhe geschoben hatte. Die Gesichter der Typen sahen selten glücklich aus. Warum also grinste Mathéo breit, während er von einer Lehrerin durch die Gänge geführt wurde? Natürlich. Der Grund war, er hatte nichts ausgefressen. Auch von früher kannte er solche Momente nicht, hatte der Tristam doch stets Privatunterricht ertragen müssen. Da wartete er stets in seinem Studierzimmer oder der Bibliothek auf das Eintreffen des Lehrers und verabschiedete ihn dort auch wieder. Mit Julia durch die Gänge des Wohnheims zu stolzieren, hatte mehr etwas vom Folgen einer guten Freundin. Wobei … es war mehr als das; oder zumindest war es um einiges anders. Das Klackern ihrer hohen Schuhe hallte förmlich und kündete die beiden schon vor der nächsten Kurve an. Da fühlte man sich glatt wie auf dem Präsentierteller, so auffällig wie die beiden waren. Nicht davon zu sprechen, dass Julia selbst ein ganz schöner Blickfänger war, war die Kombination mit dem Rothaarigen sicher ein Anblick, nach dem man sich sofort umschaute. Für den Tristam war dies kein ungewohntes oder unangenehmes Gefühl. Aber ganz so exzessiv musste er es auch nicht ertragen. Man brauchte nur auf die Uhr zu schauen und wusste, dass keine Masse an Schülern in den Gängen zu erwarten war. Die Letzten, die wohl noch ihre Zimmer suchten, eilten lediglich an dem auffälligen Paar vorbei.

Julia schien wohl gerne die Führung zu übernehmen. Nicht nur dass sie immer als erste durch die Pforten schritt, sie gab auch das strenge Tempo vor, welches zwar kein Laufschritt war, aber für ein gehendes Tempo als sportlich zu betrachten war. Mathéos Blick schwenkte unweigerlich zu ihren Füßen hinab, die in diesen klackernden Schuhen steckten. Ein Mysterium bewegte sich da unten. Für den Dämon war es immer noch eine ungeklärte Frage, warum sich Frauen und sogar schon junge Mädels solche Qualen antaten. Warum liefen sie nicht in bequemen Sportschuhen herum? Natürlich weil sie adrett aussehen wollten, vornehm und von hohem Stand. Für eine Geschäftsfrau war es zur Norm geworden, so zur Arbeit zu kommen. Und da die Vermutung nach wie vor beschrieb, dass Julia eine solche Geschäftsfrau früher war, wunderte sich Mathéo nur für einen kurzen Moment. Schnell beschwichtigte er sich.

Es dämmerte draußen. Der ferne Horizont übergoss sich mit einer warmen Farbe nach der anderen. Von Gelb über Orange und Rotorange kündigte sich die Nacht schrittweise an. Es mochte gerade stillzustehen, doch ehe man sich versah, würden die warmen Töne von einem dunklen Blau bis zum Nachtschwarz eingeholt werden. Die Strahlen der Sonne hatten schon keinen Einfluss mehr auf die bodennahe Atmosphäre. Ein laues Lüftchen konnte man suchen gehen, fand aber in den meisten Fällen ein kühles stattdessen. Mit der schwindenden Einstrahlung konnte sich die Ausstrahlung breitmachen. Der erwärmte Boden gab nun seine Energie ab und sorgte für einen abrupt schwankenden Temperaturunterschied auf Augenhöhe. Dadurch kamen die Dämmerungswinde zustande.

Julias liebliche, aber auch zielstrebige Stimme holte den Tristam aus seinen physikalischen Philosophien zurück. Sie kündigte ihm an, Levi eben zu kontaktieren. Ein Nicken war zu sehen, schaute man den Tristam an, welches Julias Aussage galt. Still wartete er neben ihr, während er darauf wartete, dass sie ihr Handy wie angekündigt herausholte. Doch stattdessen brachte sie etwas anderes zum Vorschein.
Mindestens vier Lampen leuchteten plötzlich auf. Die dämmernde Dunkelheit war unterbrochen, als Julias per Tastenklick die Zentralverriegelung ihres Sportwagens löste. Mathéos Augenbrauen schoben sich langsam nach oben, je mehr er das Auto musterte. Am Nachmittag war es ihm gar nicht wirklich aufgefallen, aber nun wurde es ihm umso bewusster. Da hatte wohl jemand gut verdient bei seinem letzten Job. Als Direktorin verdiente man sicher nicht genug. Das konnte sich Mathéo nicht vorstellen. Dafür jammerten die Leute dieses Berufszweiges in England zu sehr. Es konnte ja kaum verkehrte Welt in Japan herrschen.
Ob er das Auto loben sollte? Mathéo musterte die Züge der Karosserie weiter, ordnete die Marke zu, ordnete das Modell zu. Was sagte man da? Noch nie zuvor hatte er versucht, das Auto einer Person zu loben. Einfach nur zu sagen, dass es schick aussah, klang viel zu schlicht für ihn. Das waren die Worte, die man sprach, wenn man keine Ahnung hatte, aber trotzdem was Nettes sagen wollte. Mathéo würde etwas sagen müssen, was verdeutlichte, dass er eine positive kritische Meinung von …
Schluss mit nachdenken. Mathéos Augen zuckten blitzartig hinüber, als Julia sich auf Kofferraumhöhe beugte und ihre Tasche verstaute. Das machte sie doch absichtlich, oder? Für einen kurzen Moment wollte der Puls wieder hochschießen, doch dieses Mal schaffte es der Tristam, mit kühner Taktik das eigene Aufbrausen zu überspielen. Stattdessen tischte er einen professionell musternden Blick auf und beäugte die wundervolle Aussicht, als wolle er den Verkaufswert eines Modells einschätzen. Eins stand fest: Julia überzeugte auf ganzer Linie. Der Schliff war einfach phänomenal. Die Züge der Karosserie waren schlank aber schwungvoll gehalten. Besonders an den markanten Stellen wurde mit Schwüngen nicht gespart. Das Heck – ein Traum. Dazu brauchte er kaum ein gedankliches Wort verlieren. Jeder Sessel würde vor Freude weinen, der dieses Gesäß bedienen würde. Wenn Mathéo ein Gestaltwandler wäre, er würde darüber nachdenken, ob er sich in einen Sessel verwandeln konnte.

Mathéo schaute auch noch seriös, als Julia vom Kofferraum, der man vorne statt üblicherweise hinten war, zu ihm zurückkehrte. Seitlich ans Auto lehnend wurde dem Tristam dann doch etwas mulmig. Diese Pose war fast schon verführerisch. Doch er konnte sich nicht vorstellen, dass sie von ihm erwartete, sie fester an das Auto zu drücken. Stattdessen blieb er standhaft und lockerte lediglich seine Gesichtszüge. Erwartungsvoll lagen die Augen des Dämons auf der Dämonin.
Julia sprach ein logistisches Problem an, welches sich um die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze in ihrem eisernen Gefährt drehte. Für einen Zweisitzer waren drei Hintern einer zu viel. Und auf seinen Schoß würde er Levi ganz sicher nicht nehmen – auch umgekehrt war ausgeschlossen. Aber Mathéo könnte sich ja auch eine Wolke schnappen und stilvoll neben dem Auto her fliegen; oder er würde ein Seil an der Anhängerkupplung befestigen, den Reibungswiderstand an seinen Schuhsohlen auf fast Null drehen und schon könnte er in Manier eines Wasserskifahrers hinter dem Auto her surfen. Ein kurzer Blick zum Heck des Wagens zerstörte jedoch die zweite Idee, da dort keine Anhängerkupplung vorhanden war.
Kurz nachdem Julia das Problem angesprochen hatte, war ihr Handy aufgetaucht, welches Mathéo schon früher erwartet hatte. Dabei fragte er sich, ob sie seine Nummer auf dem Füllfederhalter gesehen hatte. Aufgefallen war ihm nicht, dass sie diese abgetippt hatte. Die Wahrscheinlichkeit war also hoch, dass es ihr nicht aufgefallen war oder sie diese sogar ignoriert hatte. Ganz undenkbar war es nicht. Aber seit der Stiftübergabe war viel vergangen. Viele Worte waren gefallen und sicher auch ein paar Zentimeter Vertrauen waren gegangen. Vielleicht würde sie sich wieder daran erinnern und seine Nummer doch noch speichern. Ob sie ihm seine einfach geben würde? Ob er fragen sollte? Jetzt? Nachher? Ob sie ihm böse wäre, wenn er ihr in jeder seiner freien Minuten eine Nachricht schicken würde? Das Wichtigste würde dabei sein, dass er nicht während des Unterrichts schrieb. Mathéo lachte über sich selbst innerlich.

Der Rotschopf nickte zustimmend, als Julia meinte, dass sie nicht die ganze Nacht auf Levi warten wollte. Grundsätzlich sah Mathéo das genauso, doch wenn er sich vorstellte, die ganze Zeit hier zusammen mit Julia zu stehen, sich mit ihr unterhalten zu können und ihrer Silhouette im müden Licht der Straßenlaterne lauschen zu dürfen, klang die Sache gar nicht mehr so schlimm. Wenn ihr kalt werden würde, würde er sie mit seinen Armen wärmen … oder einfach nur per Fingerschnipsen die Umgebungstemperatur hochdrehen.
Da sie nun aber dazu gezwungen waren, auf den Engel zu warten, kam Mathéo der Gedanke, das Gespräch von vorhin wieder aufzunehmen. Er könnte jetzt eine Frag an Julia wenden, um mehr über sie zu erfahren; oder … er würde ihre neue Frage beantworten.
Mathéos Augenbrauen zuckten nur für einen kurzen Moment als Zeichen seiner Aufmerksamkeit für Julias Worte. Zum Glück hatte sich der Dämon mittlerweile zumindest ein wenig besser unter Kontrolle – vor allem seine Fantasie. Daher interpretierte er die Frage der Bardera nicht auf der Stelle als Anmachspruch und Hinweis darauf, dass sie zu ihm wollte, um seine Matratze auszuprobieren. Dass sie ihn so fokussiert betrachtete, lies sein dämonisches Herz dennoch in schnellerer Frequenz pochen. Julia erklärte sogar noch, warum ihr diese Frage in den Sinn geschossen war. Klar, Mathéo hatte sich nicht in die Liste eingetragen. Da lag es nicht fern, dass er wohl außerhalb wohnen musste. Für den Dämon war dies zugleich ein deutliches Zeichen, dass sie sich Gedanken über ihn machte. Er war nicht mehr ein Irgendwer. Er war nun ein Jemand. Und er war jemand, der das Interesse der blonden, jungen Frau erhascht hatte. Sie dachte über ihn nach und stieß dabei auf Löcher, die sie gerne stopfen wollte. Also stellte sie Fragen, fand mehr über ihn heraus. Sogar ein kleiner Scherz kam noch über ihre Lippen gefolgt von einem so zuckersüßen Lachen, dass Mathéo nicht anders konnte, als innerlich zu schnalzen. Zwar stimmte er beim Lachen nicht ein, doch lag ein anerkennendes breites Grinsen auf seinen Lippen.
»Eher nicht; aber viel dagegen tun kann man leider auch nicht.« Er dachte kurz nach. Die neuen Schüler werden ja scheinbar zufällig auf die Zimmer aufgeteilt. Als ich anfangs noch im Waisenhaus gewohnt hatte, durfte ich meine Mitbewohner fast häufiger wechseln als meine Unterhosen – und die waren teilweise auch bunter als meine Hosen. Das wurde mir dann irgendwann zu hektisch. Man konnte sich nie auf jemanden einschießen.« Mathéo blickte zum Wohnheim, als stände es stellvertretend für das alte Waisenhaus. »Ich habe grundsätzlich nichts gegen ein Wohnheim. Ist sicher lustig, mit den anderen allen zusammenzuwohnen. Man hat immer jemanden zum Reden und wenn einer verschläft, weckt ihn der andere.« Nun schaute er wieder zu Julia. Sein Lächeln war etwas verträumter geworden. »Irgendwie hatte ich Lust auf einen Rückzugsort. Deshalb hab‘ ich mir das Haus im Park gekauft.« Für Mathéo war das zwar keine Kunst, ein Haus zu kaufen, aber ihm war bewusst, dass es ein seltsamer Satz für einen Schüler war. »Dort lebt es sich sehr angenehm. Ist zwar meist sehr einsam, aber Levi schaut ja ab und an vorbei. Ich muss zugeben: Ein wenig vermisse ich den Trubel hier, aber ich schätze es höher, dass ich meine Ruhe haben kann, sobald ich sie möchte.« Wieder schaute er kurz zum Wohnheim, wechselte jedoch hastig zurück zu Julia. »Und in seinem eigenen Haus hat man auch auf dem Klo seine Ruhe.« Mathéo schaute sie erst todernst an, als wäre es das wichtigste der Welt, lachte dann aber plötzlich los und legte ein verzeihendes Gesicht auf. »Tut mir leid, das war jetzt ziemlich stumpf, aber das war so das erste, was mir damals auffiel.«
Sich wieder beruhigend rieb er kurz mit dem Rücken seines Zeigefingers unter seiner Nasenspitze, inspizierte dabei die Spitzen von Julias Schuhe. Wieder aufblickend sagte er: »Vielleicht wäre ein WG die perfekte Zwischenlösung. Man ist nicht ganz alleine, hat aber auch mehr seine Ruhe und seine eigenen vier Wände.«










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