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 Es werden Wunder wahr!

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BeitragThema: Es werden Wunder wahr!   So 12 Jun 2016 - 22:15

Es werden Wunder wahr!


- Bild folgt irgendwann (hoffentlich xD) -

Teilnehmer: Seth & Misaki
Startort: Ägypten
Zeitpunkt: 03. Mai bis auf unbestimmte Zeit



Als wäre der gestrige Abend nicht schon ereignisreich genug gewesen erscheint nun ein alter Bekannter auf Isola und er verheißt nichts Gutes.
Diesmal liegt es an dem Mädchen im Rollstuhl den jungen Prinzen aus der Gefangenschaft zu befreien - eventuell nicht die vielversprechenste Situation!

It's time for drama!
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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Mo 13 Jun 2016 - 0:03

Ich hatte zwar eine ordentliche Portion Schlaf abbekommen, jedoch wachte ich am nächsten Morgen trotzdem vollkommen ausgelaugt auf. Ich brauchte wieder ein bisschen Energie... Jedes Bisschen Magie, was ich gestern noch verschwendete schlug sich heute auf mein Wohlbefinden nieder. Ich litt unter tierischen Kopfschmerzen, Übelkeit und den üblichen Schwindelanfällen. Hätte ich Apophis gestern nicht bei Misaki vergessen, hätte er mir etwas Energie spenden können, doch ich fürchtete ich muss mich jetzt mal wieder auf dem Weg in die Stadt zu machen. Ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin? Wahrscheinlich nicht, ich denke ich werde es nicht mal so weit schaffen - jedenfalls nicht zu Fuß. Um 7 Uhr morgens war es doch noch relativ früh. Das einzige gute daran ist die Tatsache, dass ich jetzt erstmal ein oder zwei Stunden mit mir selber verbringen kann, da Misaki ja eh noch schläft. Doch um 7 Uhr morgens fuhr bereits der Bus! Das war zwar nicht meine bevorzugte Art des Reisens, aber weitaus energiesparender als den ganzen Weg zu laufen.

Ich trödelte, hatte ich ohne Apophis doch niemanden an meiner Seite, der mich von meine Schandtaten ablenken könnte. Ich hatte ein Bad genommen, ausgiebig gefrühstückt und zu viel Zeit vor dem Spiegel verbracht und trotzdem ist so gut wie keine Zeit vergangen, sodass ich letztendlich mit grimmigem Blick auf der Bank bei der Haltestelle saß und rauchte. Der Weihrauchduft beruhigte mich recht wenig. Schade, denn das war mein absoluter Lieblingsduft. Gerade in der Pfeife wirkt er für gewöhnlich nervenberuhigend. Eine Böe erfasste mich und brachte mich zum schaudern, obwohl ich heute sogar eine Art Mantel über meine gewöhnliche Robe trug. Es ist seit gestern Mittag so rapide kalt geworden, dass ich mir jetzt schon keine Hoffnung auf späteren Sonnenschein mehr vorherzusagen vermochte. Und irgendwann, das war meinem Hirn momentan präsenter als je zuvor, musste ich Misaki davon wissen lassen. Ich hatte sogar eine Idee wie wir einen Kompromiss finden könnten, doch zunächst müsste ich ihr von meiner Art zu überleben erzählen. Wirklich einschätzen konnte ich sie noch immer nicht. Würde sie mir den Kopf abreißen oder es mir verzeihen? Das kann ich nicht sagen. Mein Gedankengang an sie wurde augenblicklich von einer Männerstimme direkt neben mir unterbrochen. Ich war so vertieft in meine Gedanken, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wie sich jemand angeschlichen hatte. Umso interessanter für mich war, dass derjenige mich mit meinem Namen angesprochen hatte. Ich habe hier keine männlichen Freunde, mal abgesehen vom bekloppten Magier, aber der ist schon seit Monaten verschwunden.

Nach meinen anfänglichen schrecken musterte ich also den Jungen, der da vor mir stand und seine Hände so seltsam verkrampft an seinem Körper hielt. Er war komplett verhüllt, trug eine dunkle Hose und einen Hoodie. Es dauerte einen Moment bis ich wirklich realisierte wer da vor mir stand. Und ehe ich es mir vor Augen geführt hatte, weiteten sich meine Augen, begleitet von einem überraschten Schnappen nach Luft. "Fenuku." druckste ich und der junge Kerl vor mir setzte ein Grinsen auf. "Kyhan!" Ohne zu zögern stürzte er sich auf mich. Er war wie immer nicht sonderlich schwer, jedoch war ich zu überrumpelt um seine Umarmung zu erwidern. "Ich bin so froh dich endlich gefunden zu haben! Wie ist es dir ergangen?" Er hielt meine eine Hand und hatte mir meine Pfeife aus der anderen geklaut, aus der er nach seiner Frage auch einen tiefen Zug nahm. "Ich, äh-" Vollkommen verdattert blickte ich ihn an ehe meinen Kopf schüttelte, als würde ich meine Verwirrtheit einfach abschütteln wollen. "Was machst DU hier??" Schließlich schaffte ich es, ein Lächeln aufzusetzen und richtete mich vor ihm auf. "Da ist man mal ein Jahr weg und schon sprießt du, wie Unkraut!" Ein Lachen entglitt uns beiden. Als ich mich vor einem Jahr von ihm verabschiedete war er ganze drei Köpfe kleiner als ich, nun ist es lediglich ein Kopf, der uns den Umgang auf Augenhöhe verwehrt. Wieder lachten wir. "Langsam wird's, Bruderherz!" Mein schelmisches Lächeln schmückte sein Gesicht und es erfüllte mich mit einer derartigen Freude, dass ich ihn nochmals umarmen musste. "Oh, hey!" begann er danach und verlor sein Lächeln kurzzeitig. "Wo ist denn Apepi?" Ich wusste genau was er dachte. Ich beschloss, dass es eine gute Chance war ein wenig mit meinen neuesten Errungenschaften anzugeben. "Apophis ist wohlauf. Er hat bei meiner Freundin übernachtet." "Freundin?" noch immer erhellte sich sein Blick nicht, was mich ein wenig wunderlich zurückließ. Ganz im gegenteil, er blickte jetzt sogar ein bisschen panisch drein. "Kyhan! Du hast dich doch nicht etwa gebunden, oder?" Verdutzt sah ich in sein Gesicht und schüttelte langsam den Kopf, was in ihm Erleichterung hervorrief. "Noch nicht... ehrlich gesagt habe ich das aber schon in Erwägung gezogen." Da spannte er sich wieder an. "Oh... aber warum das denn?" Er setzte ein relativ erzwungenes Lächeln auf. "Du hast doch deine lang ersehnte Freiheit bekommen, willst du das etwa wieder wegschmeißen?" Eine Frage, die mich grübeln lies. "Wie lange kennt ihr euch denn schon? Sicher noch nicht sonderlich lange, oder? Was, wenn sie nicht diejenige ist, die sie zu sein scheint? Du hast ihr doch sicherlich gesagt dass du ein Dschinn bist, oder? Hast du ihr Wünsche erfüllt? Was, wenn sie dich nur ausnutzen will?" "Wah, entspann dich. So ist es ganz bestimmt nicht!" Ich hob meine Hände vor meinen Körper und hörte in der kurz weilenden Stille darauf, wie der Bus von hinter mir angerauscht kam. "Wir sollten uns woanders hinsetzen, folge mir."

Der Weg zu den Holzbänken vor dem Waisenhaus war nicht sonderlich weit, doch er ließ mir genügend Zeit um über das seltsame Verhalten meines ehemaligen Meisters nachzudenken. Er würde mich nicht von Misaki trennen wollen, was hätte er denn für einen Grund dafür? Wahrscheinlich machte er sich nur Sorgen um mich. Das verstand ich sogar irgendwie, denn in Zusammenarbeit mit Menschen stellte ich mich manchmal etwas zu gutgläubig an. Ich unterschätzte sie allesamt, doch bei Misaki war es anders. Ich hatte gedacht, dass ich ihm das irgendwie verklickern müsste, doch er blieb ganz ruhig nachdem wir uns gesetzt hatten, fast schon nachdenklich, doch dann lächelte er mich wieder an. "Also... hier lebst du jetzt, was?" er musterte das Gebäude hinter uns recht beiläufig und nahm dann abermals einen Zug aus meiner Pfeife, ehe er sie mir wieder zurückreichte. Ich nickte, ebenfalls mit einem Lächeln. "Es ist bei weitem nicht so komfortabel wie bei euch damals..." Auch ich nahm einen Zug. "...aber es reicht fürs erste." Der letzte Zug bekam mir bei weitem nicht so gut wie erhofft. Vielleicht war es meine Aufregung gerade, die mir den Schmerz pulsierend ins Gehirn drückte. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, doch Fenuku konnte ich anscheinend nichts vormachen. Der Schwarzhaarige starrte mich an, als könnte er meine Innereien sehen, dann lehnte er sich zu mir und legte seine Hand auf meine Stirn. "Kyhan..." Plötzlich klang er ein wenig bedrohlich und ich nahm seine Hand vorsichtig in meine. "Mir geht's gut." Sein wertender Blick deutete an, dass er mir kein Wörtchen glaubte. "Alles ist okay! Mir geht's wirklich gut!" Jetzt hob sich noch seine andere Augenbraue und ich konnte seinem Blick nicht länger stand halten. "E-es ist gar nichts. Mach dir keine Sorgen." Er seufzte und wiederholte meinen Namen abermals. "Ist ja gut, ist ja gut... vielleicht hab ich ein ganz kleines Problem. Wenn nicht gar winzig. Nichts, was sich nicht mit Apophis lösen lassen würde!" Das war gelogen und Fenuku wusste das. Er neigte seinen Kopf in meine Richtung und warf mir den vorwurfvollsten Blick zu den es überhaupt gab. "Bei den Göttern! Okay, ich hab ein großen Problem! Kannst du jetzt aufhören mich so anzugucken??" Er verschränkte die Arme vor seiner Brust und schüttelte enttäuscht den Kopf, während ich störrisch zur Seite blickte. "Ich hätte es wissen müssen, du elender Pazifist. Dass du bis jetzt überlebt hast, bedeutet dass Apophis ganze Arbeit geleistet hat." Ich gab nicht zu, dass er Recht damit hatte, mein schmollendes Gesicht sprach genug Bände. Fenuku's blaue Augen fokussierten mich für einen Moment, ehe er wieder ein Lächeln aufsetzte. "Weißt du, eigentlich trifft sich das gut." Ich blickte ihm leicht fragend ins Gesicht, da rückte er auch schon mit der Antwort heraus. "Ich wollte dich um einen kleinen gefallen Bitten und hatte schon Angst, dass ich mich nie Revanchieren könnte." "Bruder..." begann ich und hatte mittlerweile eine leicht besorgte Mine aufgesetzt. "Ich erfülle dir jeden Wunsch auch ohne eine Bindung." erklärte ich und er schüttelte abermals den Kopf. "Das kommt aber so schmarotzer-haft rüber..." "tut es nicht! Für dich würde ich alles tun, das weißt du!" "Kyhan, in dieser Verfassung bist du doch niemandem eine große Hilfe." Damit... hatte er Recht, so ungern ich das auch zugebe. Mein Blick senkte sich ein wenig niedergeschlagen. "Es wäre das Beste wenn wir beide eine Bindung eingehen." Es überraschte anscheinend nicht nur mich selber, dass ich ihn so zögerlich ansah. "Komm schon. Du weißt doch, dass du bei mir nichts zu befürchten hast." Er strahlte so sehr, dass ich für einen Moment verdutzt zurückblieb. Nun hob er seine Hand und hielt sie mir entgegen. "Na, was sagst du? Lass es uns wie früher machen!" Früher. Eigentlich hatte er ja Recht. Ich müsste niemanden töten und er bekommt seine Wünsche erfüllt. Wir haben nichts zu verlieren! Auch auf meinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus und ich ergriff seien Hand. "Einverstanden. Mein Herr." Fenuku's Mine änderte sich ein wenig. Es war als wäre er unterschwellig sehr erleichtert über diesen neuen Pakt. "Bitte, ich bin dein Bruder!" Er ergriff meine Hand mit seine beiden Händen und lächelte mir überglücklich ins Gesicht. "Hehe, ich verspreche, gut auf dich acht zu geben!" Ein kleiner Schauer überkam mich und ich spürte, wie ich zu neuer Energie kam. Es war ein altbekanntes Gefühl von wohliger Wärme die mich sehr langsam ausfüllte. Bis ich wieder meine volle Stärke erreicht habe wird es noch ein paar Stunden dauern, doch mir fiel ein riesiger Stein vom herzen. Richtig, es ist besser für uns beide!
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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Mo 13 Jun 2016 - 22:17

Es war sieben Uhr am Morgen. Genau Sieben Uhr als die Magierin ihr Zimmer verließ und, man mochte es kaum glauben, geschniegelt und gestriegelt in ihrem Gefährt saß. Die gleiche Kleidung wie am gestrigen Tag tragend. Bereit etwas zu Frühstücken und generell den Tag zu beginnen. Das duschen hatte sie nämlich wie so oft vor den ganzen anderen Leuten hier erledigt. Selbst nach diesem einen Jahr wollte auch sie noch immer den blöden Blicken mancher Leute entgehen, die sich immer noch nicht an ihren Anblick gewöhnen konnten. Es musste nicht gesagt werden, dass sie dies mehr hasste als alles andere. Aber sei's drum. Sie schloss die Zimmertür hinter sich und machte sich sogleich auf den Weg in den Speisesaal. Immerhin hatte sie nun doch schon ein wenig Hunger und sie hatte die Hoffnung Seth genau an diesem Ort über den Weg zu laufen. Obwohl sie natürlich auch einfach an seiner Zimmertür vorbeischauen konnte. Aber in diesem Fall dachte sie nicht, dass er schon wach sein würde. Immerhin waren sie beide am gestrigen Tag sehr spät nach Hause gekommen. Plus! Apophis war ja auch noch bei ihr. Früher oder später würde er sie deswegen sowieso aufsuchen. Immerhin waren die beiden eigentlich unzertrennlich. Die Schlange hatte sich nun, wie am gestrigen Mittag auf ihrem Schoss zusammengerollt, nachdem die Magierin ihm klar gemacht hatte, dass Halskrausen nicht so wirklich in ihrem Interessenbereich lagen. So oder so machte die Schlange aber nicht den Eindruck, als ob sie das wirklich stören würde. An seiner Stelle wäre es aber auch nicht ratsam gewesen sich in seiner Situation wie dieser der Anweisung zu wiedersetzen. Allein schon der Sympathie wegen. Immerhin fand die Blondine ihn heute morgen an dem Ort wieder, wo sie ihn ziemlich ungern zugegen hatte und es kostete sie einiges an Überwindung dem Reptil nicht den Hals umzudrehen. So lieb gemeint die Geste auch war. Einen Schlangenkopf beim Aufwachen vor sich zu sehen ist nicht jedermanns Sache.

Im Speisesaal angekommen schaute sich Misaki dann erst einmal ausgiebig um. Ein störrischer Weißhaariger mit dunkler Haut war sowieso nicht schwer unter den ganzen Leuten hier zu erkennen. Doch, da war keiner. Nicht mal in den entlegensten Winkeln der Cafeteria war er zu finden. "Seltsam..."  , gab sie nur bedenklich von sich und schaute Apophis fragend ins Gesicht. "Dein Freund und Meister scheint wohl noch nicht wach zu sein.". Die Schlange züngelte daraufhin nur kurz und nickte leicht. Die Blondine zuckte aber im nächsten Moment schon mit den Schultern. "In diesem Fall werden wir beide uns erst einmal stärken und danach hole ich ihn zur Abwechslung mal früh aus den Federn.". Großartig Gedanken machte sie sich immerhin nicht. Wusste sie weder von seinem Energieproblem, was er gerade hatte, noch von seinem Plan diese wieder aufzufüllen. Die Schlange auf jeden Fall hielt dicht, falls sie überhaupt mit Misaki redete. Die beiden machten es sich auf jeden Fall erst einmal an einem der Tische gemütlich. Die Blondine mit einem Teller, plus Kaffee für sich und - ja auch wenn man es nicht glaubt - eine kleine Untertasse für das Reptil. Beides natürlich ausgiebig mit Essen belegt. Eine Mahlzeit die schon etwas an Zeit in Anspruch nahm und zumindest das Mädchen im Rollstuhl gesättigt stimmte. "Fertig?", fragte sie nur beiläufig und schaute zu Apophis hinüber. Welcher mit einem fröhlichen Nicken und energiegeladenen Bewegungen antwortete. "Gut, dann gehen wir ihn mal wecken.", kündigte sie an und wartete bis sich das Reptil wieder vom Tisch auf ihren Schoss fallen ließ. Anschließend machte sie sich auf den Weg den Speisesaal in Richtung Parterre zu verlassen. Das Tablett räumte sie, in diesem Fall, nicht weg. Ein wenig Asozial konnte man ja doch mal sein. Wenn sie sich schon die ganze Zeit mit solchen Sachen mehr als zurückhielt.

Doch, die Magierin wurde erneut enttäuscht. Denn auch nach dem fünften Klopfen an seine Tür machte niemand auf. Es war nicht einmal eine Bewegung aus dem Zimmer zu hören, geschweige denn ein Schnarchen. Was die Blondine, doch in gewisser Weise von ihm erwartet hatte. Allerdings war das doch mehr eine Stereotypische Erwartung ihrerseits als wirkliches wissen. Schließlich hatte sie ihn noch nie beim Schlafen gesehen, geschweige denn gehört. Aber vielleicht verstand es der Dschinn auch einfach nur elegant durch sein Zimmer zu schleichen. In der Hoffnung wartete Misaki noch einmal zehn Minuten vor der Tür, bevor sie dann nichtssagend und kopfschüttelnd sich wieder auf den Weg ins Erdgeschoss machte. "Wo ist der Kerl denn?" , fragte sie sich unterschwellig fluchend als sie sich am Haupteingang vorbeibewegte und im ersten Moment, nur aus dem Augenwinkel, zwei Personen draußen sitzen sah. Innerhalb von Bruchteilen stoppte der Rollstuhl und die Blondine schaute sich das Spektakel noch einmal genauer an. Tatsache. Der eine sah wirklich aus wie Seth...aber da war ja noch jemand. Sie wurde nachdenklich. Hatte der Dschinn überhaupt noch andere Freunde auf der Insel? Es würde sei wundern wenn und - abseits davon - hatte er nie ein Wort über andere Freunde verloren. Apophios zumindest schien sich ziemlich sicher zu sein seinen Meister gefunden zu haben, so wie auch er in die Richtung starrte. Ohne auch nur ein Wort von sich zu geben drehte sie sich in ihrem Gefährt und verließ das Gebäude. Mit dem stetigen ziel sich den beiden Gestalten auf dem Gelände zu nähern. Sie machte sich nicht einmal Ansatzweise Gedanken darüber was passieren würde, wenn es nicht Seth war. Es kam ihr praktisch nicht in den Sinn und je näher sie kam, umso unberechtigter wurde dieser Zweifel. Jedoch staunte sie nicht schlecht über das sich ihr eröffnende Schauspiel.

Sie sah ihren Freund mit einem anderen jungen Kerl. Händchen haltend und mit einem Gesichtsausdruck der nur so vor Freude strahlte. Noch hatten sie die beiden nicht bemerkt. Aber es war wohl höchstens an der Zeit das es soweit war. "Da steht man einmal um sieben auf und darf dich direkt überall im Gebäude suchen.", kam es gespielt vorwurfsvoll aus ihrem Mund. "Deine Schlange zumindest, das kann ich dir sagen, hat seltsame Vorlieben und du...anscheinend auch.". Sie schaute einmal mit kritischer Miene zum Reptil in ihrem Schoss hinunter und nun wieder zu den beiden und musste sich das prusten verkneifen. Zwei Männer vor dem Waisenhaus waren dort und hielten Händchen. Wenn es wenigstens nur eine wäre. Nein, es waren beide. Das kannte sie bis jetzt nur von verliebten Pärchen, wenn diese im Park oder sonst wo spazieren gingen. Aber das bei Seth und jemand anderem zu sehen...unbezahlbar. Damit, das stand fest, würde sie ihn später noch so richtig aufziehen können. Nur, weil sie seine Freundin war, hieß das noch lange nicht Immunität zu genießen. Dementsprechend war ihr die Amüsiertheit sichtlich ins Gesicht geschrieben. Erst jetzt begann sie den anderen Typen genauer zu Mustern. Falls bei seiner Kleidung überhaupt etwas zu mustern gab. Es kam so rüber als wolle er am liebsten gar nicht beobachtet - geschweige denn angesehen werden. Sie setzte auf jeden Fall ihr altbewährtes Lächeln auf und versuchte sich mit Äußerungen über das Verhalten der beiden soweit wie möglich zurück zu halten. "Du hättest mir trotzdem sagen können das du heute Besuch erwartest. Dann hätte ich dich heute allein gelassen. Aber Naja~". Ihr Blick wanderte zum verhüllten Typen zurück. Die beiden wirkten irgendwie gleich groß bei erneuter Betrachtung. "Misaki, freut mich.", sie hielt ihm die Hand entgegen. Wobei sie gleichzeitig versuchte so viel von seinen Reaktionen mitzubekommen wie nur möglich. Wie immer bei jeder Begegnung. Nur ein falscher Blick auf sie und ihren Rollstuhl und es würde Minuspunkte hageln. Immerhin bewertete sie ihn auch nicht mit ihrem Blick für seinen schlechten Kleidungsgeschmack.

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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Di 14 Jun 2016 - 1:47

Fenuku’s Blick über meine Schulter hätte mich schon verwarnen müssen, dennoch drehte ich mich leicht erschrocken um, nur um meine Freundin mit Apophis auf dem Schoß vorzufinden. Kaum hatte dieser den Schwarzhaarigen hinter mir entdeckt bäumte er sich auf, zischelte und züngelte, eher er sich übermütig von Misaki’s Beinen schmiss und auf Fenuku zuschlängelte. Dieser sprang in dem Moment ebenfalls auf. "Apophis!" Er streckte Apophis seine Arme entgegen, die die Schlange so schnell wie noch nie zuvor erklomm. Er wickelte sich direkt um seinen Hals und war sichtlich aufgeregt. Ein niedlicher Anblick, der mir ein breites Lächeln ins Gesicht trieb. Meinen kleinen Bruder so lachen zu sehen brachte mich ebenfalls zum kichern und ich nutzte den Moment um Misaki zu begrüßen. Natürlich bekam ich ihre gehässige Bemerkung noch mit, jedoch war ich grad viel zu glücklich um sie in der Art an mich heranzulassen. "Hey~" begrüßte ich sie und ergriff ihre beiden Hände. "Ich bin so froh, dass du schon wach bist! Lass mich dir meinen Bruder vorstellen!" An ihren Händen zog ich sie mitsamt ihrer Karre ein paar Zentimeter in meine Richtung ehe ich mich zu Fenuku umdrehte und so seine Aufmerksamkeit fing. "Bruder, das ist Misaki, meine Gefährtin." Ich spürte wie ich beim sprechen ein wenig wuschig im Kopf wurde. Meine roten Wangen verkörperten das auch nur zu gut. Der 13-Jährige musterte sie mit leicht gerümpfter Nase, eher er wieder ein Grinsen aufsetzte. Es sah so aus wie meines nur irgendwie… dunkler? Vielleicht ist das der falsche Ausdruck, ich machte mir außerdem nicht allzu große Sorgen drum und wechselte recht schnell die Seite. "Fenuku Al Nahyan, meine Dame." klaute der Junge mir meine Vorstellung und schritt auf Misaki zu, nur um vor ihr niederzuknien und ihre Hand zu küssen, mit dem selben schakalhaften Grinsen wie eben noch. "Ich danke dir, dass du auf meinen Diener aufgepasst hast." sprach er so laut dass ich es hörte und mein eh schon verlorenes Lächeln wurde zu einer fragenden Mine. Plötzlich bin ich wieder sein Diener, wo er doch vorher noch darauf bestanden hat, dass ich ihn Bruder nenne? Nun, eigentlich ist es ja egal, wo ist da der Unterschied? Ein unsicheres Lächeln mitsamt Schulternzucken offenbarte ich Misaki, dann erhob sich Fenuku wieder. "Aber du hast dir einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht, meine Liebe." Moment, seine Liebe? War das nur so daher gesagt oder gehört das in die Sparte “Flirt”? So oder so ließ mich diese Aussage genervt Luft ausstoßen und reflexartig verschränkten sich meine Arme vor der Brust. Fenuku drehte sich grinsend zu mit um und ich versteckte meine beleidigte Mine schnell. "Ich wollte mir gerade einen kleinen Rundgang auf der Insel wünschen!" Abermals blickte ich ihn etwas verdutzt an. "Kyhan! Eine nette Bitte reicht doch sicher auch, oder?" Er hatte einen seltsam verspielten Ton in seiner Stimmte während er an Misaki vorbei lief. "Äh… warte mal kurz!" Und er wartete. Der Blick, den er mir nun über Misaki’s Schulter zuwarf sah ein wenig finster aus. "Kann sie nicht mitkommen?" Ich lächelte im Angesicht seiner grimmigen Mine und deutete auf Misaki. "Immerhin kennt sie diese Insel schon seit ihrer Geb-" "Nein!" Unterbrach seine unsanfte Stimme mein vernarrt klingendes Geschwafel. Das war so ungewöhnlich, dass ich ihn für einen Moment mit einer Mischung aus Misstrauen und Verwirrung musterte. Ich dachte er verhielt sich ganz seltsam, bis er wieder sein übliches sanftmütiges Lächeln aufsetzte. "Nehm’s mir nicht übel, aber ich will erstmal ein bisschen Zeit allein mit meinem Bruder verbringen!" Ich war mir nicht sicher ob er mit mir oder Misaki sprach, doch schließlich fixierte er mein Gesicht. "Ich hab dich fast zwei Jahre lang nicht mehr gesehen. Ich will reden und über unsere Familie reden!" Er lächelte so voller Vorfreude, dass ich meien vorhergegangenen Zweifel schon wieder vergaß. Dennoch blickte ich Misaki andächtig ins Gesicht. Ich lasse sie ungern einfach so stehen, aber Fenuku hat schon recht. Es würde sie doch sicherlich nur langweilen wenn wir über Amarna und die Hausherren redeten, darüber was alles in Ägypten passiert war und in Erinnerungen schwelgten. Allerdings sitzt sie hier vor mir und ich würde mit niemandem lieber meine Zeit verschwenden als mit ihr. In der anderen Hand habe ich meinen Bruder allerdings wirklich seit langer Zeit nicht mehr gesehen… wer weiß, wann ich ihn das nächste mal wiedersehen würde? Fenuku’s Stimme holte mich aus meinen Gedanken. "Dschini, das ist ein offizieller Befehl!" Er lachte verspielt und lief einfach weiter. "J-jawohl, mein Heer!" Macht der gewohnheit, ließ mich ein wenig zusammenzucken bei dem Klang seiner Stimme.

Bevor ich folgte bückte ich mich zu Misaki herunter und ergriff abermals ihre Hände. "Es tut mir… SO leid." entschuldigte ich mich im Flüsterton. "Aber ich kann ihm diesen Wunsch nicht ausschlagen." Es gab wirklich keine Chance wie ich ihm widersprechen konnte. Würde ich als sein Diener nicht gehorchen würde ich bestraft werden. Nicht von ihm sondern von… wer auch immer dafür verantwortlich war. Ich hatte es noch nie drauf angelegt, doch ich hörte dass göttliche Mächte ungehorsame Dschinns in Sekundenbruchteilen pulverisierten. Es war mein Vater, der mir diese Gesichten erzählte! "Ich verspreche dir bei allem was mir heilig ist, dass ich dannach für dich da bin!" Dieses Versprechen konnte ich unmöglich halten, solange Fenuku in der Nähe ist, doch das muss sie ja nicht wissen. "Geb mir eine Stunde, dann bin ich wieder für dich da, okay?" Ich setzte ein unsicheres Lächeln auf, da ertönte Fenuku’s Stimme erneut. "Kyhan!" "Ich komme schon!" rief ich zurück, dann warf ich Misaki abermals ein kleines Lächeln zu. Mit einem kleinen Schmatzer auf die Stirn erhob ich mich. "Bis später!" Ich trabte daraufhin so lange meinem kleinen Bruder hinterher, bis ich ihn eingeholt hatte.

Seltsamerweise schlug er den Schulweg B ein, der, der durch den Wald führte. Ich schlussfolgerte, dass er sich eh nicht hier auskannte und einfach irgendwo hin lief. "Ich hätte niemals erwartet, dass du so ein Gefühlsmensch bist." sagte er ein wenig spöttisch als ich bei ihm angekommen war. "Verliebst dich in eine Behinderte? Wo ist dein Stolz geblieben, Seth?" An Ort und stelle stellte ich das Laufen ein und blickte ihm ungläubig entgegen.  "Was ist eigentlich dein Problem?" platzte wenig manierlich aus mir heraus, begleitet von einer grimmigen Mine. "Deinen Pakt kannst du vergessen wenn das deine Art und Weise ist Eifersucht zu bewältigen… Bruder." Mein Fauchen zog nun auch Apophis Aufmerksamkeit auf mich. Mir war bewusst, dass das was ich hier tue alles andere als gut für meine Gesundheit ist. Er kann über mich und Apophis so sehr herziehen wie er will, doch bei Misaki hört für mich der Spaß auf. "Eifersucht?" Stark betont drehte er sich an Ort und Stelle zu mir um. "Du gehörst mir bis ich mir deine Freiheit wünsche!" Ein grässlich fieses Grinsen erschien auf seinen Lippen. "Und wenn ich wünsche, dass du vor mir auf die Knie fällst, Dreck frisst und deine Rollstuhl-Hure von der Klippe stößt, dann hast du gar keine andere Wahl!" Mir gefror das Blut in meinen Adern als er mir all dies vor Augen führte. Er hatte Recht mit allem, was er sagte. "Was… ist nur in dich gefahren, Bruder…?" Fassungslos blickte ich ihn an, begleitet von einem Kopfschütteln. "Was hab ich dir angetan um das zu verdienen?" Fenuku’s Grinsen wurde allmählich etwas angespannter als er merkte, wie ich langsam weiter von ihm wich. "Schweig." orderte er an und klang als würde er jeden Moment explodieren. So bedrohlich hatte ich ihn nie erlebt. Er behandelte mich stets mit Respekt und Achtung. "Wie kannst du es wagen, meine Zurechnungsfähigkeit zu bewerten?" Starrer Blickkontakt meinerseits. Der Junge vor mir machte eine seltsame unsichtbare Verwandlung durch. "Dreckiger Sklave, es hat lang genug gedauert bis ich dich endlich gefunden hab- HALT. STILL!" Seine Stimme ließ mich in meiner Bewegung einfrieren und jegliches Leben aus unserer Nähe entfliehen. "Ich hab dich so lange gesucht, du… du..." Er kam mir langsam entgegen. "Ich bin nur gekommen um dich abzuholen… mein alter Freund." Sein Lächeln, seine Augen… als er mit seinen Händen nach meinen Armen griff wurde mir bewusst wie mitgenommen und… verrückt er eigentlich aussah. Ich wusste mich nicht zu wehren. Normalerweise könnte ich ihn mit einem Faustschlag ausknocken, das erlaubte seine Statur, doch das kann ich unmöglich tun! Ich sträubte mich vor seinen Berührungen, doch es half alles nichts. Er tat nichts schlimmes, schmiegte sich lediglich an meine Brust, was an sich allerdings schon unbehaglich genug war. "Ich kann's immer noch nicht glauben, dass du wieder bei mir bist… ich werd dich nie mehr gehen lassen, ya Helo" Das war mir zu viel, schwungvoll stieß ich ihn von mir und nahm ein paar Schritte Abstand, was ihn zunächst einmal mit fragendem Blick zurückließ. "Du bist des Wahnsinns… besinne dich, Bruder." Meine Arme gehoben als würde ich vor einem störrischen Pferd stehen versuchte ich meinen Abstand zu halten. "Das ist kein Wahnsinn… Bruder." er flüsterte plötzlich und sein Blick durchbohrte mich komplett. Dann allerdings setzte er sein übliches freudiges Lächeln auf. "Das ist Liebe. Das kennst du doch?" "Du bist verrückt." flüsterte ich ungläubig und angewidert zugleich zu ihm zurück, was ihm das Lächeln vom Gesicht wischte. Erst blickte er fassungslos drein, dann traurig, seine Augen wurden wässerig, dann allerdings konnte ich seine Zähne knirschen hören und seine Hände zu Fäusten ballen sehen. "Und wenn schon! Du kommst mit mir, ob du willst oder nicht!" Er machte einen kleinen Satz auf mich zu und hob demonstrativ seinen Finger. Mit seinem Grinsen auf den Lippen schnippte er einmal mit den Fingern. "Ergreift ihn!" Das war mein Stichwort zu Laufen! Wenn ich ihn schon nicht von mir fern halten kann, dann kann es Misaki! Ich drehte mich um und rannte los, allerdings kam ich nicht sonderlich weit. Wie aus dem Nichts standen da plötzlich ein paar prollige Typen vor mir - einem von ihnen bin ich direkt gegen die Brust gelaufen. Als sie mich in meinem kleinen Schockzustand bei meinen Gelenken griffen und ich sie angreifen wollte, es allerdings nicht funktionierte… wusste ich, dass das andere Dschinns waren, die da vor mir standen. Meine Handgelenke zierten außerdem transparente lila-farbene Reifen aus Energie, die mir jeglich Möglichkeit mich magisch zu verteidigen nahmen. Ich fackelte nicht lange und schlug mit meiner Faust zu, doch das richtete bei mir viel mehr Schaden an als bei diesen Dschinns! Ein ekelerregendes Knacken ging von meinen Fingerknöcheln aus ehe ich unter Schmerz meine Augen zusammenkniff. Das fühlte sich an wie ein Schlag gegen Metall! Es dauerte nicht lange da holte einer der Dschinns vor mir ebenfalls zum Schlag aus, welcher mich direkt ins Jenseits beförderte. Als ich zu Boden ging hörte ich Schritte, das metallische Klirren meines Haarreifes auf den Schotterboden, knisterndes Laub und das Zischeln Apophis’, dann wurde vor meinen Augen alles schwarz.

Es müsste nicht viel Zeit vergangen sein, denn ich befand mich noch in den Händen des Typens, der mich gerade geschlagen hatte. Er hatte mich so gefesselt und geschultert, dass ich lediglich nur noch meinen Körper hin und ehr bewegen konnte. Schreien konnte ich auch nicht, dazu fiel mir das Atmen zu schwer. Wann immer ich versuchte ein Wort zu sagen verschwamm meine Sicht und ich drohte abermals das Gedächtnis zu verlieren. Nach einigen Sekunden schon beruhigte ich mich zwangsläufig und ich fühlte mich hoffnungslos verloren und orientierungslos. Überall war nur Wald, grün, grau und die schwarzen Stoffroben der Männer um mich herum. Da ich lediglich den Rücken des Mannes der mich geschultert hatte zu sehen bekam wusste ich auch nicht wie mir geschah als wir plötzlich durch Welten shifteten. Aus Kälte wurde Hitze und aus grau wurde blau, aus grün wurde gold und aus Wind wurden heiße Sandkörner, die mein Gesicht trafen als sich das Portal - so sah es aus - hinter mir schloss. Ich war so geblendet von der plötzlichen Helligkeit, dass ich meine Augen stark zusammenkniff, doch da erschien eine dunkle Gestalt vor mir. "Keine Angst, Kyhan!" es war Fenuku’s Stimme die so unglaublich fröhlich klang, dass sich mir der Magen umdrehte. "Gleich haben wir’s geschafft! Heheh, man du siehst echt komisch aus, wenn du so benommen guckst!" Ich konnte sein Lachen nicht teilen. Von da ab verging die Zeit irgendwie schneller. Sobald wir wieder im schatten eines Gebäudes waren konnten sich meine Augen entspannen. Ich wurde auf den Boden gesetzt und kippte sofort wieder um. Da meine Hände nun nicht mehr festgehalten wurden konnte ich was auch immer meinen Mund bedeckte entfernen und mich übergeben. Das Schamgefühl wurde nurnoch von Unwohlsein und Schmerz übertüncht. Ich spürte eine Hand sanft auf meinen Rücken klopfen und hörte Fenuku’s Stimme neben mir. "Hmmm… du warst schon immer ziemlich anfällig für plötzlichen Wetterumschwung und Bewegunskrankheit." Für einen Moment klang er bemitleidend, dann kicherte er, während ich versuchte mich auf allen Vieren zu halten. "Oha, da hat einer wohl ein bisschen zu fest zugeschlagen… kannst du deine Nase selber wieder richten?" Neben meinem Frühstück erkannte ich Blut auf dem Boden vor mir. Ich antwortete nicht, keuchte nur solange bis Fenuku aufstand und mich an meinem Haarschopf auf die Beine zog. Noch immer war ich wackelig auf den Beinen, doch ich wurde gezwungen zu laufen. Wohin die Reise ging, das wusste ich nicht wirklich, ich wurde mal hier hin geschubst und mal da hin. Mal fiel ich, dann wurde ich wieder hochgezogen. dann irgendwann würde eine schwere, quietschende Eisentür für mich geöffnet und ich wurde hereingeschubst. Ohne weitere Umschweife ging ich zu Boden und ich wählte liegen zu bleiben. "Ich hab mir ein ganz besonderes Plätzchen für dich ausgesucht! Ruh dich erstmal aus, Hayati." Ich hörte, wie die Tür hinter mir zuschlug. "Ich bring dir später was zu Essen, wenn sich dein Magen beruhigt hat." Wieder kicherte er und dann entfernten sich seine Schritte. Ich blieb einfach liegen...
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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Di 14 Jun 2016 - 17:22

Wieder einmal bekam die Schlange deutlich mehr Aufmerksamkeit als alle anderen beteiligten Personen. Warum allerdings, war Misaki in dem Moment mehr als nur ein Rätsel. Wusste sie doch im Moment noch nicht, was Seth und der andere Junge für eine gemeinsame Vergangenheit teilten. Sie war an sich schon total verwirrt, dass er so mir nichts dir nichts auf einmal gute Kontakte hatte die sich sogar freuten ihn zu sehen. Wenn sie nämlich so an das letzte Jahr dachte, war nur sie sein Anlaufpunkt gewesen. Der Weißhaarige schien auf jeden Fall genauso beflügelt und euphorisch wie am gestrigen Abend. Was in Anbetracht der Umstände irgendwie seltsam für sie war. Immerhin ging es beim anderen Mal um ein Liebesbekenntnis und hier war es nur ein simples Treffen. Wie sich nun aber herausstellte - und wie es von Seth erläutert wurde - war dies sein...Bruder? "Dein Bruder?", entgegnete sie nur kritisch und etwas ungläubig, als sie am Dschinn vorbei den anderen Jungen nochmal musterte und wie er sich mit Apophis beschäftigte. "Du hast mir nie von einem Bruder erzählt.". Doch darauf ging der Weißhaarige schon gar nicht mehr ein. Zu sehr war er wohl in der Euphorie versunken. So versunken, dass er sie als sein "Gefährtin" darstellte. Etwas das der Blondine mal so überhaupt nicht in den Kram passte. Das klang immerhin so als ob sie ihm total Untergeben hinterher dackeln würde und das war weder bei ihr - noch bei ihm der Fall. Demzufolge eine mehr als ungeschickte Wortwahl. Aber nicht so ungeschickt wie die daraufhin an den Tag gelegte Gestik seines Kumpanen. Die Art, wie er kurzzeitig seine Nase rümpfte und dann auch noch ein Grinsen auflegte, als er sie übertrieben freundlich begrüßte. Das Misstrauens Barometer schoss nur gerade so in die Höhe und aus dem oberen Ende der Skala hinaus und es wurde nicht besser.

Nur wenige Sekunden danach bezeichnete er Seth als "sein Diener" und das schlimme dran, es schien ihn nicht einmal zu stören! Ganz so als ob es ihm gleich war zuckte der Junge mit den Schultern und tat so, als ob die Welt in Ordnung wäre. Vor allem der Zusatz mit "aufgepasst" war nun mehr als nur alarmierend. Je mehr er sagte, umso mehr wollte ihn die Magierin von ihrem Freund eigentlich fernhalten. Eine Art übertriebener Beschützerinstinkt wenn man so will. Doch so viel Zeit blieb ihr nicht mehr, genauer darüber nachzudenken. Denn sein "Bruder" wollte nun unbedingt ein wenig mit ihm über die Insel laufen. Eine Sache mit der sie kein Problem gehabt hatte, verstand sie doch das man mit altbekannten gerne mal unter vier Augen ist. Aber aufgrund der gezeigten Mimik von ihm - und Misaki war gut im erkennen falscher Mimiken - gefiel ihr das so gar nicht. Trotzdem machte sie keine Anstalten mitzukommen. Es bestand immerhin noch die Chance, dass sie sich in ihm irrte. War die Chance dafür auch noch so klein. Aber so sehr sie auch versuchte sich dafür zu überzeugen. So richtig klappen wollte es nicht. Insbesondere seine Herrischen Ansagen machten es ihr schwer zu glauben, dass sie wirklich so etwas wie eine hierarchisch gleiche soziale Stellung in ihrer Bekanntschaft pflegten. Zumindest baute der andere Junge jetzt etwas mehr Druck auf das Weite zu suchen und Seth folgte ihm, beziehungsweise wollte im schon folgen, da blieb er vor der Blondine noch einmal stehen und beteuerte wie leid es ihm doch täte. "Kein Problem.", äußerte sie sich ruhig auf seinen ersten Kommentar. Hielt sich bei den weiteren Aussagen von ihm allerdings mehr als nur bedeckt mit Aussagen und verständigte sich nur über Blicke mit ihm. Sie lächelte als er sagte, er würde sich später noch um sie kümmern und schüttelte den Kopf. "Nein, genieße deine Zeit, wenn dein Bruder schon einmal hier ist. Aber versprich mir das du auf dich aufpasst, ja?" und ihr Blick wurde ein wenig besorgt während sie das sagte. Zum Glück würde sie trotzdem nichts dem Zufall überlassen. Sie hatte, als der jüngere von den beiden sie passierte, ihre Magie benutzt um eine kleine Wanze in seinem Kopf zu Platzieren. Eine Gedankenwanze um genau zu sein. Sie hörte nun alles was er dachte, was er sagte und vor allem, was er hörte. Allerdings aktivierte sie diese im Moment noch nicht. Ein glücklicher Zufall, wie sie in wenigen Minuten selbst feststellen würde.

Seth verabschiedete sich letzten Endes auf erneuten Nachdruck seines Kollegen von ihr und drückte ihr noch einen kleinen Kuss auf die Stirn, bevor er dann endgültig aufbrach. Nun wartet Misaki ein - bis zwei Minuten. Erst nach Ablauf dieser Zeit, schloss sie ihre Augen und aktivierte ihre vorher eingerichtete Spionagehilfe. Was ihr von einem Moment auf den anderen Zugriff auf den kleinen Bengel gewährte und sie erst einmal mit Reizen und Gedanken überflutete, welche ihr bahnbrechende Kopfschmerzen bereiteten. Wie konnte in einem kleinen Bengel bitteschön so viel los sein? Es dauerte bis sie ihren Fokus auf die wirklich relevanten Dinge ins seinem Kopf lenken konnte, aber sie brachte es unter enormem Aufwand irgendwie fertig. Nun hörte sie die Konversation der beiden und wurde als allererstes Starr vor Schock. Die Art wie der Bengel über sie redete, was er über sie dachte, wie er mit Seth gerade umsprang und was dieser als Reaktion sagte. Der Schock saß tief über die ganzen Ausdrücke mit denen er sie beschrieb und dieser wandelte sich innerhalb von Bruchteilen zu tiefstem, purem Hass. Jeder der so etwas über sie sagte war sofort unten durch. Egal ob es nur ein Versehen war und hier war es das zu hundert Prozent nicht. Gleichzeitig aber bemerkte sie auch wie der Ton zwischen ihm und Seth immer ernster wurde. Keine Freundschaft oder Brüderlichkeit. Sie hörte den Schock von Seths Seite aus und den Wahn von Seiten des kleinen Bengels. Bis es dann irgendwann "Ergreift ihn" schallte. Instant schaltete sie sich aus dem Kopf des Jungen raus und rollte sich in die Richtung, in welche sie beide vorhin verschwunden waren. Viele Wege gäbe es nicht, welche sie hätten nehmen können und da der kleine Bengel kurz über Bambus nachdachte, gab es laut ihrem Gedächtnis auch nur einen Ort, wo sie diesen vorfinden konnten. Der Schulweg durch den Wald.

Allerdings war das Mädchen nicht so schnell wie geplant. Es war immerhin ein Waldweg und diese vertrugen sich nicht unbedingt gut mit Rollstühlen. Inzwischen kochte die gesamte Wut aus der Magierin raus. Sie war richtig wütend auf sich, weil sie doch gutgläubig geblieben ist, auf Seth weil er so unterwürfig dumm war und auf den kleinen Jungen, welcher den Tot in ihren Augen mehr als nur verdient hatte. Sie schwor sich, wenn sie den in die Finger kriegen würde. Das würde kein gutes Ende für ihn nehmen. Ganz und gar nicht. Doch als sie dort ankam, wie sie dachte, dass es dort stattgefunden hatte, fand sie niemandem. Auch bei erneutem aktivieren ihrer Mentalen Fähigkeiten hörte sie nichts mehr. So, als ob die beiden einfach vom Erdboden verschwunden waren. Sie atmete verzweifelt. Das konnte doch jetzt nicht wirklich wahr sein. Warum musste es ausgerechnet wieder einmal sie treffen? Warum? War das auch noch der Fluch? Sie schaute an sich herunter und ihr ungebändigter Selbsthass kam wieder zum Vorschein. Da sah sie, im Dreck liegend, einen goldenen Haar Reif. Genau genommen den Haar Reif von Seth. Langsam aber stetig beugte sie sich vorsichtig nach vorne und nahm den Gegenstand schließlich in die Hand. Es strömte Magie hindurch, das spürte sie ganz deutlich. Plus, sie war irgendwie mit dem Weißhaarigen verknüpft, das spürte sie auch. Vielleicht eine Verbindung zu ihm?

Ohne großartig darüber nachzudenken aktivierte sie diesen Gegenstand mit ihrer eigenen Magie. Beziehungsweise sie versuchte es und irgendwie, sie wusste selbst nicht genau wie, funktionierte es und es wurde auf einmal unglaublich warm und sonnig. So sonnig das sie die Augen zusammenkneifen musste und die plötzliche Hitze erst einmal ihren Körper durcheinanderbrachte. Dann öffnete sie langsam ihre Augen....

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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Di 14 Jun 2016 - 21:55

Ich war für eine ganze Weile weggetreten, wie es schien, denn als ich erwachte befand ich mich nicht mehr auf dem Boden, sondern in der Senkrechten. An meinen Handgelenken aufgehängt baumelte mein Oberkörper leblos an der Wand, meine Beine lagen geknickt am Boden. Als ich zu mir kam, war ich für einen Moment einmal vollkommen orientierungslos. "Ah, du bist wach!" Kaum hatte ich Fenuku's Stimme vernommen wollte ich um mich schlagen, doch meine Hände waren über meinem Kopf an der Wand befestigt. Verdutzt beäugte ich die Stahlketten mit denen ich gefesselt wurde. Die Schellen an meinen Hand- und Fußgelenken schimmerten lila. "Ganz ruhig, mein Freund!" Mit einer hastigen Kopfdrehung erblickte ich Fenuku an der Wand vor mir Hocken. Er lächelte mich optimistisch an. "Du hast echt lange geschlafen, Kyhan. Ich hab die Zeit genutzt und deine Nase gerichtet. Ich hoffe echt es tut jetzt nicht mehr so weh." ließ er mich wissen und stand dann auf, um einen Beutel voll Wasser von der eisernen Eingangstüre zu holen. "Warum tust du mir das an...?" meine Stimme klang heiser als erwartet. Meine Kehle brannte. Eine drückende Hitze befand sich in diesem steinernen Raum, und das obwohl der Großteil des Raumes in Schatten getaucht und lediglich die Mitte des Raumes mit ein paar Sonnenstrahlen erhellt wurde. "Eheheh, naja ich hatte Angst, dass du auf mich losgehst wenn ich dich nicht festbinde..." Der schwarzhaarige warf mir ein peinlich berührtes Lächeln zu ehe er mir entgegen kam. "Ich wollte nicht, dass du einen Hitzschlag bekommst also hab ich dir deine Robe abgenommen." Seine Stimme klang sanft als er sich neben mir auf den Boden setzte. Erst als er das sagte blickte ich an mir herunter und tatsächlich, alles was ich am Leibe trug war ein leichter, schwarzer Baumwollkilt. Fenuku trug nicht mehr am Leibe als ich, jedoch war sein Beinkleid mit Gold verziert. Er reichte mir den Beutel mit einem Lächeln. "Trink, bevor du wieder das Bewusstsein verlierst." Es klang ganz normal, wenn er es so unbeeindruckt sagte. Zugegeben, ich traute ihm keinen Zentimeter mehr über den Weg, doch ich war wirklich am verdursten. Ich näherte mich dem Wasserbeutel vorsichtig mit sehnsüchtigen Augen und er half mir beim Trinken. Ich spürte wie sich das lederne Behältnis weiter leerte, ehe ich meinen Mund von der Öffnung entfernte und den letzten Schluck auf mein Gesicht laufen ließ. Fenuku schien das zu amüsieren. Er kicherte fröhlich und beobachtete mich, wie ich daraufhin meinen Kopf schüttelte, keuchend vom Leeren des Beutels.

"Du bist so süß!" Sein Grinsen schien irgendwie… stolz? Er legte den Beutel nach einer Weile beiseite und musterte mich gemächlich. Ich kann es nicht leiden wenn er mich so anstarrt… es hat etwas perverses an sich. "Fenuku..." zog ich seine Aufmerksamkeit auf mein Gesicht und er legte nach einem Moment lächelnd seinen Kopf schief. "Hayati?" Ich blickte eh schon nicht sonderlich begeistert drein, nurn verdunkelte sich meine Mine noch ein wenig. "Ich bin nicht dein Hayati..." "Mhhhh~?" ähnlich wie Misaki es immer tat, legte er verspielt einen Finger an seine Lippen. "Warum tust du das…?" Begleitet von einem ungläubigem Kopfschütteln runzelte ich die Stirn. "Hm? Das hab ich doch schon gesagt. Damit du mich nicht schlä-" "Das meine ich doch garnicht. Hälst du das hier für ein verdammtes Spiel??" meine Stimme wurde ein wenig lauter und Fenuku’s Grinsen breiter. "Ich hab dich hier her geholt, damit wir wieder zusammen sein können." Er klang in wenig benommen und fixierte meine Fußfläche, die zu ihm geneigt offen lag. Während er redete strich er sachte mit seinem Finger darüber und ich zog mein Bein reflexartig weg. Mal abgesehen davon, dass seine Spielereien mich anwiederten, kitzelte das unglaublich. "Das ist alles? Dafür musstest du mir die Nase brechen?" Ein kräftiger Schwall Wut schwang in meinen Worten mit und Fenuku entgegnete ihm mit einem Kichern. "Nicht nur, nein. Ich will, dass wir wieder eine Familie werden. Du, ich, Amarna, Apophis..." Ich wurde hellhörig als er den Namen seiner Schwester erwähnte. "Amarna? Ist sie etwa auch hier?? Sie ist mit alledem hier doch nicht etwa einverstanden??" Fenuku verlor sein Lächeln nicht, allerdings senkte er etwas niedergeschlagen seinen Kopf. "Naja... " Fassungslos bäumte ich mich so sehr vor ihm auf, wie es eben ging. "Was hast du mit ihr gemacht…?" Fenuku blickte zunächst ein bisschen verängstigt zu mir auf, ehe er abermals seinen Kopf senkte. "Ihr geht es gut, wirklich. Ich sorge dafür, dass sie stets genug Wasser und Essen bekommt und dass sie nachts ein warmes Plätzchen zum Schlafen hat, aber..." Sein Mund verzog sich ein wenig, als würde er jeden Moment in Tränen ausbrechen. Seine Augen konnte ich nicht wirklich sehen. "Sie weint ständig ganz bitterlich! Das ist kaum auszuhalten!" Als er diese Worte sprach zerriss mein Herz in tausend Einzelteile, ich ließ mich wieder auf den Boden hinab und wartete darauf, dass Fenuku mehr Informationen herausrückte. "Und deshalb!" Er blickte mir plötzlich mit einer Art stiller Begeisterung ins Gesicht. "Das ist ein anderer Grund weswegen ich dich hierher geholt habe!" Seine Stimme hallte und er hielt für einen Moment inne. "Dann bring mich zu ihr." orderte ich an und lehnte mich leicht in seine Richtung. Seine Mimik wurde lockerer und er wich meinem Blick zur Seite aus. "Das… geht jetzt noch nicht..." "Was?? Warum nicht?? Fenuku!" Ich hätte ihm unglaublich gern ins Gesicht geschlagen. "Ich bin jetzt dran! Lass uns nicht mehr über Amarna reden!" Er benahm sich gerade unglaublich kindisch, wie er schmollte und seine Hände in die Hüften stämmte. "Häh!?" ich fuhr zurück und blickte ihm mehr als verwirrt ins Gesicht.

Bevor mir etwas einfiel stand er auf und ließ sich abermals vormir nieder, diesmal direkt vor mir, auf allen Vieren. "Konzentrier dich gefälligst auf mich." befahl er mir schroff und krabbelte mir recht fix entgegen. Ich hatte kaum Platz zum Ausweichen da sich direkt hinter mir die Wand befand. Ich denke, ich muss nicht betonen wie unwohl ich mich fühlte, das konnte man auch deutlich auf meinem Gesicht ablesen. Dennoch er setzte sich unmittelbarvor mir auf dem Boden und robbte dann so nah es ging an mich heran, nur damit erseine Arme um mich legen konnte. Mit meinem Rücken and er Wand gepresst und meinen Händen ind er Luft fixiert konnte ich mich kein Bisschen wehren. Wieder war sein Ziel meine Brust. Mir war fast als wolle er meinen Herzschlag abhören, so wie er sich an mich drückte. "Ahhh, du riechst so gut." flüsterte er und ich schluckte, den Blick durch den Raum schweifen lassend. "Und deine Haut ist so makellos und weich..." Ich spürte für einen Moment seine Lippen auf meiner Haut und wurde von einer unglaublichen Gänsehaut heimgesucht. Meine Atmung wurde ein wenig schneller, was keiensfalls auf Erregung zurückzuführen war! Nein, eher auf Panik und Angst. In meinem Kopf spielten sich viele ekelerregende Szenarien ab, was das kleine Menschenkind mit einem gehorsamen, gefesselten Dschinn alles anstellen konnte. "Oh!" reflexartig fixierten meine Augen seinen schwarzen Schopf an meiner Brust, als er plötzlich verblüfft aufschrie. "Dein Herz schlägt wahnsinnig schnell!" sein Blick richtete sich zu mir nach oben und er strahlte mich sehr aufgeregt an. Ich blickte vergleichsweise teilnahmslos auf ihn hinab und so erfüllte Schweigen für einen Moment den gesamten Raum. Kein Mucks drang vorn außen zu uns hindurch. Dann, ganz langsam hob er seine Hände und verfrachtete sie sanft in mein Gesicht. Ich wusste genau, was er nun vorhatte und ich versuchte meinen Kopf abzuwenden, den Fenuku allerdings festhielt. "Ich wünsche mir, dass du das erwiederst." sprach der Junge fix und ich fror für einen Moment ein, ehe ich meinen Blick wieder in seine Richtung lenkte. Er war komplett blankgewischt, keinerlei Emotion, keine Regung jeglicher Art und kein Protest. Ich muss ihm gehorchen, also wehrte ich auch nicht als er daraufhin leidenschaftlich seine Lippen auf meine presste. Ich habe mich gerantiert noch nie in meinem Leben so erniedrigt gefühlt, so entmachtet und schwach. Ein 13-Jähriger Junge hatte mir zum zweiten Mal in meinem gesamten Leben jegliches Vertrauen in die menschliche Rasse genommen. Es gibt lediglich eine einzige Person, der ich noch vertraute. Mein Leben liegt in ihren Händen - Misaki. Ich hatte keine Ahnung, wie sie mich finden sollte aber ich vertraute darauf. Allein der Gedanke daran, sie niemals wiederzusehen ohne dass ich ihr so richtig meine Liebe gestehen konnte bringt mich noch um. Ich betete still für mich, das Tat ich nie zuvor, doch ich hoffte auf höhere Mächte, denn etwas anderes könnte Misaki nicht zu mir führen.

Ich betete noch lange nachdem Fenuku sich zurückgezogen hatte. Er schien enttäuscht und ließ nach kurzer Zeit von mir ab. Die Sonne war inzwischen gewandert und strahlte mir nun mitten ins Gesicht. Ich war immernoch an die Wand gekettet und mein Magen schmerzte vor Hunger. Es ist Abendszeit in Ägypten. Dahinter war ich bereits gestiegen. Ich lauschte dem Wind mit geschlossenen Augen und hoffte darauf eine kühle Brise abzubekommen, die Fenuku’s Berührungen auf meiner Haut davon wehten. Ich fühlte mich… ziemlich vergewaltigt....
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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Mi 15 Jun 2016 - 22:32

Die Sonnenstrahlen schienen sich in die Netzhaut der Blondine zu brennen. Es war wirklich richtig intensiv und es dauerte einige Zeit bis sie ihren Augen langsam öffnete. Sie fand sich in einer gelb-sandigen Umgebung wieder. Jedoch kein Strand, wie man zuerst vielleicht denken könnte. Dafür war es eindeutig zu viel und Wasser war auch nicht zu hören. Außerdem brannte die Sonne, trotz ihrer niedrigen Position, erbarmungslos auf die Magierin herab und schenkte dem Mädchen, welches sonst immer normale Temperaturen gewöhnt war, einen Hitzeschlag vom feinsten. "Was zum...", brachte sie nur verwirrt hervor und ließ ihre Augen langsam über die Umgebung streifen. Weit und breit nur Sand. Sand und ein halb eingestürztes Gebäude. Ansonsten erblickte sie nichts in der Umgebung. "Was ist das hier?" . Sie schaute auf den Haar Reif in ihrer Hand und packte ihn sich in die Tasche ihrer Jeans. Es war einer der Moment in denen sie wirklich froh war keine langen Klamotten am Leib zu tragen, sondern lediglich in kurzärmlige Bluse und Shorts dort saß. Was jedoch nichts daran änderte, dass auch ihr ganz schnell übermenschlich warm wurde. Sie war es einfach nicht gewöhnt. Was sie sehr schnell auf den Entschluss brachte, in dem zerfallenen Gebäude vor ihr Schutz vor den Erbarmungslosen Strahlen zu suchen.

Doch, bevor sie das tat, kam in ihr eine sehr üble Vermutung auf und sie sah an sich herunter. Was wenn sie mit ihrem Stuhl mitten im Sand war? An ein vorankommen war dann nicht im Geringsten zu denken. Doch, so wie es der Zufall wollte, war dort so etwas wie Stein ein kleines bisschen unter einer dünnen Schicht Sand vorhanden. Perfekt, um darauf zu fahren. Was sie sich auch nicht zweimal überlegte. Zügig, bewegte sei sich auf das Steinerne Gebilde zu und stoppte erst im Schatten der Steine, um einen weiteren, prüfenden Blick nach draußen zu werfen. "Wo zur Hölle bin ich?", kam nun die erste halbwegs brauchbare Frage aus ihrem Mund heraus, während sie bereits von dieser geringen Anstrengung leicht anfing zu Schwitzen und symbolisch wischte sie sich in diesem Moment mit dem Handrücken über die Stirn. Jetzt war sie hier...und jetzt? Sie war in einem Menschenfeindlichen Terrain, in einer unbekannten Gegend und suchte jemanden, dessen Position sie nicht wusste. Verzweiflung begann sich für einen kurzen Moment in ihr auszubreiten. Da ertönte in ihrem Kopf ein ganz leiser Gedankengang. Ein Gedanke der definitiv nicht ihrer sein konnte. Kurz danach noch einmal und als sie noch weitere fünf Minuten im Schatten des Eingangs stand und den leisen Worten lauschte, kam ihr diese Art des Denkens doch sehr bekannt vor. Der kleine Bengel musste hier in der Nähe sein! Symbolisch ließ sie in diesem Moment ihre Finger knacken. Doch, wo sollte der Kerl sein? Sie schaute sich nun zum ersten Mal im Inneren des Gebäudes um. Da war eine Treppe nach unten. Eine breite Treppe. Vorsichtig schob sie sich in ihrem Gefährt an den Rand des Ganzen. Dort ging es hinunter...konnte es sein das dieses kleine verlogene Kind da unten war? Und wenn er da unten war, dass Seth dort auch war? Sie dachte nicht einmal darüber nach und wollte sich schon auf den Weg machen. Doch, wie sollte das Klappen? Treppen und Rollstühle vertrugen sich nie wirklich gut miteinander. Allerdings fiel ihr bei genauerem Hinsehen auf, wei flach die Treppenstufen hinab führten. Mit etwas Geschick, wäre die Blondine also durchaus in der Lage sich dort hinab zu begeben. Entweder das, oder aber sie müsste gehen. Also ihren Fluch mit ihrer Magie unterdrücken. Was, in Anbetracht der Umstände, eine mehr als törichte und dumme Idee war. Das wusste sie selbst ganz genau. Für einen Moment blieb sie still und starrte die Stufen hinab. Wenn sie eine reale Chance haben wollte, dieses verdammte Kind zu finden und Seth wieder zurückzuholen, dann musste sie da runter.

"Also gut...", meinte sie schließlich etwas unschlüssig klingend zu sich selbst und versuchte mit dieser Art von Selbstgespräch ihren eigenen Unmut zu unterdrücken. Was in dem Moment alles andere als gelang. Nichts desto trotz bewegte sie sich an die Kante der Stufen und atmete dann einmal tief durch. "Ich hasse mich...", äußerte sie sich nur noch und gab sich selbst den letzten Schub die Treppe herunter. Es war holprig, wackelig und sie rechnete damit jeden Moment nach vorne über zu kippen und eine schmerzvolle Reise nach unten zu haben. Doch, nach einigen Stufen hatte sie es irgendwie raus der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen und fand sich nach einem langen und mit Konzentration geprägten Abstieg in einer riesigen Höhle wieder. Nein, es war keine Höhle. Die Art und Weise wie es hier unten roch und wie der Stein die Wände vorgab, konnten es auch Katakomben sein. Die Gedanken, welche sie vernahmen wurden mittlerweile langsam stärker. Misaki lächelte kurz triumphierend. sie musste auf dem richtigen Weg sein. Blieb nur zu hoffen, dass ihr das Glück weiterhin treu blieb. Die Blondine bewegte sich nun langsam und vorsichtig durch den ersten Gang, welcher sich ihr eröffnete. Dabei schaute sie sich geradezu akribisch um und schon wenige Meter nach der Treppe zeichnete sich ihr ein Bild des Grauens ab. Hunderte von Glassärgen und Personen, welche darin gefangen waren standen überall herum. Fast so, als würde man sie sich als Trophäen ausstellen wollen und immerzu betrachten. "Das ist doch pervers...", flüsterte sie leise, da kamen Schritte in ihre Richtung. Schnelle Schritte und ehe sie sich versah kam eine Große, mit weißen Haaren bespickte Person durch die Katakomben gerannt. Schaute orientierungslos umher und erstarrte plötzlich, als zwei tiefe Stimmen laut "Halt!" riefen. Er stellte die Bewegungen in ihre Richtung ein und drehte sich um. Es musste nicht gesagt sein, dass Misakis Aufmerksamkeit ebenfalls nun darauf gerichtet war. Ganz besonders nach dem Namen der Person, welche sie hier zu finden versuchte. Es erschienen drei Gestalten, welche alle die gleiche Art von Kleidung trugen. Wachen? Ging es Misaki durch den Kopf und sie fragte sich, ob sie gerade in einem schlechten Film gelandet war. Was war hier nur los?

Dennoch fackelte sie nicht lange, als sie ebenfalls die Ähnlichkeit zu ihrem Freund in der Person erkannte und ohne auch nur einen Funken darüber nachzudenken, versuchte sie Besitz von allen Anwesenden Personen zu ergreifen. Gefolgt von den Befehlen sich nicht mehr zu rühren, geschweige denn etwas zu sagen. Sie war sich ganz gut im Klaren wo das enden würde, wenn sie nun doch nicht alle dieser Leute unter Kontrolle hatte. Allerdings sahen die Zeichen sehr gut aus und so bewegte sie sich auf die Gruppe von fünf Personen zu, welche nun starr dort stehen bleiben sollten. Sie musterte das Mädchen zuerst, dann die Wachen und schaute schließlich die, so schien es, erwachsenere Version von Seth an. "Wenn hier jemand stehen bleibt, seid das ihr.", antwortete sie kühl und trocken während sie jeden einzelnen der Wachen musterte. Ihr Blick mit einer Mischung aus Hass und Kaltblütigkeit. War sie doch aufgrund ihres Aussehens und der Kleidung sicherlich auch eine der obersten Personen hier. "Aber so eine Pause bei der Arbeit hat noch keinem geschadet. Wie fühlt sich das denn an, nicht mehr Herr seines eigenen Körpers zu sein?". Sie grinste fies und legte theatralisch ihre Hand an die Stirn. "Ach~ ich vergaß ja, ihr könnt ja gar nicht mehr reden." Sie schaute zu ihm herüber. "Du kannst dich wieder bewegen.", verklickerte sie dem Typen an und erließ ihm ihre Übernahme. Sollte er jetzt weiter wegrennen, war klar, dass sie ihn wieder übernehmen müsste.[/b]. In ihren Händen hielt sie dabei den Haar Reif von ihrem Freund. Sichtbar für alle, aber dennoch fest umschlossen. Klar, wer zeigte sich schon gerne so offen, wenn er nicht einmal wusste ob man eventuell gleich ebenfalls in einem dieser Glassärge liegen würde.

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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Do 16 Jun 2016 - 0:22


Ich vergaß, wie schnell hier die Temperatur fällt wenn es Nacht wird. Kaum war die Sonne aus meiner Zelle verschwunden wurde es kälter. Ich wünschte Fenuku hätte mir meine Robe nicht weggenommen, hatte ich doch nicht mal die Möglichkeit mich mit meinen Armen zu wärmen. Der Mond war noch nicht ganz aufgegangen doch ich scuhte nach einer angemessenen Pose zum Schlafen. Egal was ich versuchte, mein Nacken fing jedes Mal an zu schmerzen. Und der Hunger hielt mich ebenfalls wach. Ich fühlte mich eigentlich granicht müde, doch ich spürte wie meine Kraft langsam wieder schwand. Unerklärlich, denn ich hatte den Pakt mit Fenuku geschlossen. Ich erfülle ihm Wünsche während er mir im Gegenzug seine Energie gibt. Ob wohl die magischen Fesseln etwas damit zu tun haben? Ich betrachtete im Stillen die Fesseln an meinen Füßen und es brachte mir… nichts. Ist das ein Zauber den Fenuku entwickelt hat? Wenn ja, wie? Es wäre mir neu zu erfahren, dass ein Menschenkind wie er plötzlich über magische Fähigkeiten verfügt. Just in dem Moment spürte ich es erneut! Viel stärker als vorher, als würde mir ein Schwall Energie entzogen. Es war zunächst nur sehr unangenehm doch dann fing es an, richtig weh zu tun. Ein schmerzerfülltes Stöhnen entglitt meiner Kehle, während ich meinen Körper anspannte und es irgedwie aufzuhalten versuchte. Doch es half nichts, ich musste es aussitzen. Nach einer Weile verging der Schmerz dann wirklich, allerdings ließ er mich ziemlich benommen zurück. Ich döste vor mich hin, bis ich ein Geräusch vond er Eisentüre hörte und hochzuckte. "Kyhan?" Meinen Blick zur Tür gerichtet, konnte ich Bewegungen hinter dem kleinen Gitterfenster erkennen. Dunkelblaue Augen unter schwarzen Zotteln musterten mich, ehe sich die Tür öffnete und Fenuku wieder im Raum stand. Ich blickte ihm finster entgegen, war schon bereit ihm ins Gesicht zu spucken sollte er mir wieder zu nahe kommen, doch dann sah ich, dass er etwas in seinen Händen trug. "Ich dachte, dir wäre vielleicht kalt." Er lächelte zwar, hatte allerdings einen bitteren Ausdruck auf seinem Gesicht. Irgendwas schien passiert zu sein. Er kam zu mir rüber und legte das, was er in den Händen hielt - eine dünne Decke - auf dem Boden ab ehe er mich zögerlich von oben hinab betrachtete. "Hör zu, es tut mir leid wenn du Schmerzen hast." begann er schließlich und ich blickte zu ihm auf. "Ich… wünsche mir, dass du mir nicht wehtust..." murmelte ermir dann schließlich entgegen und zückte einen Schlüssel, mit welchem er meine Hände aus den Fesseln befreite. Verwundert beobachtete ich das Spektakel und beäugte meine bleichen Hände. Allein, sie wieder zu senken schmerzte ein wenig. Fenuku ließ sich auf Knien vor mir nieder und schnappte sich die Decke, die er mir kurzerhand über die Schultern schmiss. Seine äußerst ernste Mine ließ mich etwas verdutzt zurück. Dass er sich so um mich kümmert, obwohl ich sein Gefangener bin… das ist vielleicht wirklich Liebe. Für einen Moment schien er zu überlegen, dann stieß er ein überraschtes "Achja!" aus und lief nochmal zurück zur Tür, nur um mit einer kleinen Schüssel und dem Wasserbeutel von vorhin wieder zu mir zurück zu kommen. "Umm Ali." sprach er als er mir die beiden Dinge vorlegte. "Süßes ist zwar nicht so deine Sache, aber ich will nicht, dass du verhungerst." Neugierig beäugte ich den Inhalt der Schale. Ich kenne dieses Gericht nur zu gut. Das ist Blätterteig mit Zucker und Nüssen, ich durfte das früher ständig für Fenuku und Amarna machen. "Warum..." begann ich mit leicht vertrockneter Kehle. "Warum behandelst du mich so als wäre nichts passiert?" fragte ich mit schwächelnder Stimme und blickte ihn dabei leicht verbittert ins Gesicht. Das ist Quälerei, nicht nur für mich. "Heh, wovon redest du? Ich wollte nur nicht, dass du-" "Warum quälst du dich und deine Schwester so sehr?" "Eh?" Sein gespieltes Lächeln verging. "Du wagst es nicht, die Vergangenheit loszulassen, desswegen hälst du mich und Amarna hier gefangen." "Wa… ach, sei doch ruhig." "Du dachtest wir hätten dich verlassen, dabei waren wir nie weg. Fenuku, merkst du nicht, dass es dich selbst kaputt macht, wenn du so weiter machst? Du wirst nicht nur mich und Amarna töten, sondern auch dich selber!" "Sei still!!" Mit einer schallenden Ohrfeige brachte er mich zum schweigen und ehe ich mich wieder besinnen konnte war er schon aufgestanden und hatte den Raum verlassen. Alles was ich noch hörte war lediglich seine tränenerstickte Stimme: "Du hast doch keine Ahnung..." Und so saß ich immernoch an Ort und Stelle in der stillen Dunkelheit. Vor mir sein Essen und seine Decke über meinen Schultern, meine Wange die brannte vor Schmerz. Ich fühlte mich plötzlich so… verlassen. Genau das, was auch er gerade fühlte. Und trotz alledem erkannte ich immernoch meinen kleinen Bruder und Schützling in ihm…



Wie konnte das passieren? Ein falscher Schritt und gleich drei von ihnen hatten sich an meine Fersen gehängt, wie hungrige Wölfe. Ich erkannte, dass ich im Falle eines Kampfes den kürzeren ziehen würde, also floh ich. Wahrlich erniedrigend, vor einfachen Dschinns wegzurennen. Hätte ich meinen Bogen dabei oder wenigstens ein Messer, ja, selbst Hapi würde mir eine große Hilfe sein. Ich hätte nichts zu befürchten, doch Fäuste gegen Schwerter zu benutzen schien mir wie ein dummer Schachzug. Ganz planlos wandelte ich allerdings nich umher. Ich verfügte über etwas, was diese niederen Diener wohl kaum besitzen: Ausdauer. Vielleicht war “rumlaufen bis sie aufgeben” nicht die edelste Art und Weise diesen Konflikt zu lösen, doch solange ich mit meinem Leben davonkomme bin ich heilfroh. Meine Mutter würde den Verlust eines weiteren Sohnes sicher nicht verkraften. Ich dachte für einen Moment, ich hätte sie abgehängt, also beschloss ich mich an der nächsten Wegeskreuzung kurz zu orientieren. Weit gefehlt. Schon bald hörte ich ihre lästigen Stimmen wieder hinter mir, doch meine Beine wollten mir plötzlich nicht mehr gehorchen. Mir war, als würde mein Verstand an die Seite gedrängt und mein Körper von was auch immer mich infiltrierte gesteuert. Nur wenig später entlarvte sich auch der Übeltäter. Ich beobachtete die Ausländerin dabei, wie sie sich über die Wachen lustig machte, dann sorgte sie dafür, dass ich mich wieder bewegen konnte. Nun... begann ich mit ruhiger, sanfter Stimme und schloss meine Augen, während ich meine Arme vor meiner Brust verschränkte. Das war unnötig. Ich hatte alles im Griff. erklärte ich anschließend und seufzte leise. Ich danke euch dennoch für eure Hilfe. Ich nickte mit meinem Kopf, ehe ich auf der Stelle kehrt machte. Lebt wohl. grüßte ich höflich zum Abschied und machte mich auf den Weg, den nächsten Gang runter. Es wäre besser wenn ich meine Waffe, Kukulcan und Hapi finden könnte, bevor ich den Rest meiner Familie befreie. Schließlich Wollen wir hier so schnell und sicher wie möglich wieder raus!
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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Fr 17 Jun 2016 - 23:10

Sie ließ die größere und irgendwie auch ältere Kopie von Seth aus ihrer Kontrolle entfliehen. Nur, damit diese sich mit ganz einfachen Worten von ihr mit einer Danksagung entfernte und weiter seines Weges ging. Dabei folgte sie wortlos mit ihrem Blick der Gestalt, wie sie einfach weiter mir nichts dir nichts um die Ecke lief und verschwand. Sollte er doch verschwinden, sie würde ihm jetzt garantiert nicht hinterherjagen. Es gab eindeutig besseres zu tun. Der Typ tickt doch nicht mehr richtig! Ganz nach dem Motto: "Hey, ich laufe vor Wachen weg, aber ich lauf einfach mal weiter, bedanke mich nur kurz und eventuell werde ich drei - bis vier Ecken später erneut in der gleichen Situation sein." Sie schüttelte nur den Kopf und wendete sich ihren drei neu gewonnen Freunden zu. Welche, noch immer, regungslos vor ihr standen und nichts dergleichen machen konnten. Weder schreien, noch sich bewegen. Ihre Miene verfinsterte sich und es war ein Ausdruck unmenschlicher kälte auf dem Gesicht der Blondine zu finden. So orderte sie die anderen drei dazu an, ohne etwas zu sagen, sich vor ihr den Gang entlang zu bewegen. Sie selbst folgte mit ihrem Rollstuhl unmittelbar danach und je mehr sie sich in diesen Katakomben umschaute, umso Abstrakter wurde es in ihren Augen. Wer ist so gestört und macht mitten im Nichts eine Lagerstätte für Glassärge auf? Vor allem noch in einem so alten Gemäuer. Sie wollte hier auf jeden Fall so schnell wie möglich raus. Zurück nach Hause, zurück nach Isola. Aber da würde sie garantiert nicht ohne Seth auftauchen. Aber, ob ihm das auch klar war? Wo auch immer er gerade zugegen war. Sie betete nur, dass auch er mittlerweile nicht auch schon in Frankensteins-Gruselkabinett gelandet ist und das Leben durch eine Glasscheibe beobachten konnte.

Sie stockte. Ein Gedankenblitz durchfuhr ihren Kopf. Sie wendete sich an einen ihrer neuen "Freunde". "Du gehst zurück und befreist so viele dieser Leute wie möglich aus den Glaskästen.", dabei klang sie so emotionslos wie selten nicht mehr. Aber wenn sie Seth finden wollte, dann wäre das verursachte Chaos, was hoffentlich entstehen würde, sehr nützlich bei der Suche und Flucht von den beiden. Sie wusste ja nicht, wie viele dieser Gestalten hier noch rumliefen. "Ihr beide bleibt hier und folgt mir weiterhin.". Sie machte eine nach vorne deutende Handbewegung und rollte weiter. Natürlich würde es schwer werden die eine Wache separiert von den anderen zu kontrollieren. Aber hatte sie eine andere Wahl? Nein, wohl eher nicht. Früher oder später musste sie die Leute sowieso laufen lassen. Sie schweifte kurz mit ein paar Überlegungen ab. Was, wenn sie erwischt werden würde. Was würde mit ihr passieren und ein Schauer lief ihr dabei kalt den Rücken hinunter. Die Signale ihrer Wanze in dem Jungen waren nun auf jeden Fall klar verständlich. Was auf eine mittlere und nicht mehr so weite Entfernung deutete. Doch, bei dem Gewirr von Gängen konnte es noch ewig dauern bis sie genau die Tür fand, welche sie zu dem Objekt ihres Begehrs führte damit sie endlich von hier verschwinden könnten. Plus, wer sagte das sich dieser kleine Rotzlöffel genau bei Seth aufhielt. Eigentlich gar nichts. Vermutlich würde sie dieses Balg umlegen noch bevor sie dazu kommen würde ihn etwas zu fragen. Diese Person war für sie einfach innerhalb von den wenigen Minuten Bekanntschaft zur perfekten Manifestierung von Hass geworden.

Ein Luftzug erfasste die Magierin und ihr bildete sich eine Gänsehaut. Es war kalt, sehr kalt. Aber warum? Sie versuchte einen Blick nach draußen zu erhaschen, aber sie konnte nichts geeignetes finden. Keine Fenster, keine Öffnungen nach draußen. Weswegen sie es auf die unterirdische Lage dieses Ortes schob. Allerdings hatte ihr Umschauen einen Vorteil mit sich gebracht. Eine Tür, welche wie die einer Zelle aussah, zumindest auf den ersten Blick. Der Blick von Misaki schaute sich noch etwas explizierter um. Keine Wachen vor der Tür, merkwürdig. Aber irgendwelche rufe wegen den Glassärgen hatte sie auch noch nicht vernommen. Eine Falle? Sie schüttelte einen Augenblick danach den Kopf. Nein, das war unmöglich. Nicht, wenn der Rest hier genauso professionell war wie ihre drei Leibeigenen Wachen hier. "Mitkommen. Jetzt könnt ihr eure Nützlichkeit für mich beweisen.", meinte sie ziemlich verbittert andeutend und die beiden setzten sich in Bewegung. Es war sowieso eine Art Ironie an sich, eigentlich musste sie es ja nicht einmal ansagen, sondern einfach nur den Befehl gedanklich geben. Es hatte wohl damit zu tun, das Misaki generell gerade sehr aufgeregt und unter Druck gesetzt war. Sie näherten sich der Tür, an der zwei Fackeln links und rechts licht in den Gang warfen. "Aufmachen!" . Klar un deutlich waren ihre Worte gerade zu verstehen. Was bedeutete, wer auch immer auf der anderen Seite der Tür war, vernahm eindeutig ihre Stimme. Dennoch schaute dei Blondine weder nach dem Insassen, noch nach irgendetwas anderem. Eine der Wachen schloss nun die Tür auf und öffnete diese. Davor hatte sich Misaki in der Tür so positioniere, dass sie direkt hineinschauen konnte. Hatte ihre Suche vielleicht schon ein Ende? Wahrscheinlich nicht, es war bis jetzt immerhin viel zu einfach gewesen. Aber, das war vielleicht auch nur ihre Einschätzung des Ganzen.

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BeitragThema: Re: Es werden Wunder wahr!   Sa 18 Jun 2016 - 16:31


Wieder einmal bereute ich meinen Körperbau. Zwar konnten wir uns mit gemeinsamen Kräften aus unseren eisernen Gefängnissen befreien, doch ohne Arme kamen wir nicht aus dem Raum heraus. Selbst zu viert und mit unserer Körperkraft vereint konnten wir nicht mal eine Delle in die Tür drücken - und wir waren nicht schwach! Kukulcan versuchte die Tür mit Tacklen zu vernichten, Hapi suchte nach Schlupflöchern und Tarweret… nun, er hatte die Hoffnung bereits aufgegeben. Meine Wenigkeit versuchte die Bande im Zaum zu halten, Kukulcan dazu zu bringen sich nicht das Genick zu brechen und Taweret irgendwie dazu zu bewegen, mit dem Brüllen aufzuhören. Hapi war mir keine große Hilfe, er hatte von Anfang an klar gestellt dass er nur zurück zu seinem Meister wolle und - ich zitiere - “müßige, beinlose Reptilien wie wir ihm nur im Weg stehen würden”. Ich kontemplierte gerade die gesamte Situation und war schon kurz davor auszuflippen wie alle anderen, da brachte eine Stimme auf der anderen Seite der Tür uns augenblicklich zum Schweigen. “Aufmachen!” ertönte eine mir allzu bekannte Stimme und wir stürmten alle zur Tür. Und tatsächlich: Wir hörten wie der Schlüssel in das Schlüsselloch gesteckt und umgedreht wurde und dann öffnete sich die Tür. Wir alle erwartete etwas anderes, das hatten mir die Reaktionen meienr tierischen Mitstreiter verraten. Während Hapi sofort knapp über die Köpfe unserer Retter davonflog, Teweret sich versteckte und Kukulcan einen Satz auf die drei Personen zu machte blieb ich an Ort und stelle stehen und ließ die Situation auf mich wirken. Der große Protzer zischelte gefährlich und zeigte seine riesigen Giftzähne. Zugegeben, ich bin ein wenig eifersüchtig auf seine Größe, doch dann fiel mir ein, dass ich keine Schlange aus Heliohapt bin. Wenn ich mir Teweret so ansehe ist Kukulcan wahrscheinlich wirklich nur eine Ausnahme, denn Ersterer ist sogar ein wenig kleiner als ich.

Zu meiner Überraschung erblickte ich neben zwei Wachen die hübsche Misaki! Natürlich freute ich mich, hätte die Situation für mich wohl kaum besser ausgehen können! Ich sprach ihren Namen - außer einem Zischeln wird sie wohl kaum ein Wort aus meinem Mund verstehen, doch ich gab die Hoffnung nicht auf. Ich hatte durchaus verstanden, dass sie in der Lage ist, telepathisch mit anderen Menschen zu kommunizieren, warum dann nicht auch mit mir? Natürlich, sie wird immer noch denken, ich sei eine gewöhnliche Kobra, aber es wird wohl nichts schaden, sie weiter dazu zu bringen es zu versuchen. Jetzt, wo ich wieder mit ein wenig Magie erfüllt bin, könnte ich es vielleicht sogar schaffen selbstständig eine Verbindung zu ihr herzustellen. "Misaki! Misaki!" versuchte ich zunächst ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Ich bewegte mich auf sie zu und erklomm ihre Beine abermals, bis ich mich auf ihrem weichen Schoß befand. Zunächst sollte ich sie wohl in Kenntniss setzen, dass das,w as sie gerade mit den Wachen macht der langsame Tod für alle Dschinns in diesem Gebäude ist. "Kannst du mich hören? Du musst die Wachen gehen lassen." Eine Erklärung wollte ich ihr nicht vorbehalten. "Je mehr du versuchst sie unter deinem Bann zu behalten, desto mehr versuchen sie sich zu wehren. Siehst du die leuchtenden Fesseln?" Mit meiner Schnauze deutete ich auf den nächstbesten Arm, der die Fessel an sich trug. "Sie versorgen die Wachen mit der Energie der anderen Dschinns." Woher ich das wusste? Fenuku hat es mir erzählt. Die Grünschnäbeligkeit dieses Jungen ist uns ein großer Segen. Ich kann ihn aber verstehen: Was sollte eine Schlange mit dieser Information schon anfangen? Der einzige der jemals bemerkt hat, dass ich mehr bin als nur das ist Kyhan und selbst er hat keine Ahnung was wirklich hinter meinem zierlichen, weichen Körper steckt! "Seth trägt auch solche Fesseln." Das sollte ihr Grund genug geben diese Dschinns zu töten. Mit unbegrenzter Energie würde es wahrscheinlich nichts bringen sie einzusperren. Kukulcan hinter mir hatte sich mittlerweile wieder beruhigt, stand allerdings immer noch aufgebäumt da und sogar Teweret hatte sich mittlerweile herausgetraut. "Dies sind Teweret und Kukulcan. Sie sagen sie gehören zur königlichen Familie Heliohapts." Viel wird sie darüber nicht wissen also schaute ich zu dir auf. "Das heißt, sie kennen Seth und werden uns helfen ihn zu finden." Ein Anflug von Fröhlichkeit zog in meiner Stimme mit. Ich kann es kaum erwarten hier raus zu kommen!

Nun ertönte der Schrei des Falken Hapi, der geflohen zu sein schien. Er kam wieder auf uns zu, den selben Weg zurück und flog knapp über unseren Köpfen vorbei. Er kam allerdings nicht allein, er hatte einen Jungen an seiner Seite, der Seth verblüffend ähnlich sah. Mit einem Bogen auf dem Rücken und einer Machete an seiner Hüfte stieß er letztendlich zu uns und ließ Hapi auf seinem Arm landen. "Das muss ein Mitglied der Königsfamilie sein..." ließ ich Misaki wissen und beäugte den jungen Mann kritisch. Ein älterer Bruder von Seth? Er hatte nie irgendwelche Brüder erwähnt. "Kukulcan!" sprach der Mann recht keuchend und die Riesenkobra vor Misaki reagierte freudig. Er machte es wie ich und wickelte sich um den Körper seines Besitzers. Nun, für seinen Hals war die Schlange eindeutig zu groß. Dem Jungen schien er jedenfalls nicht zu schwer zu sein. "Ihr seid ja immer noch hier." sprach er nun schließlich Misaki an und machte anstalten seinen geschuppten Kameraden von sich zu streifen. Verständlich, denn er schien in seinen Bewegungen sehr eingeschränkt wenn Kukulcan um seinen gesamten Körper gewickelt ist. "Lasst mich euch vorstellen." sprach der Weißhaarige und trat näher an uns heran. "Ich bin Tothqen Haroeris Bakari-Yamara Nebti Ankhkare-Shemai, dritter Sohn des Pharaohs aus dem Königreich Heliohapts." Mit einer adretten Verbeugung und seiner Hand geballt auf seiner Brust stellte er sich vor. "Ihr seid wahrlich begabt. Ich schlage vor wir suchen gemeinsam nach einem Ausweg." mit diesen kargen Worten reichte er ihr seine Hand. "Ich werde euch dabei unterstützen eure Ziele zu erreichen, wenn ihr mir helft meine Familie zu befreien." Wahrlich, der Junge hatte erfasst, dass es besser wäre zusammen zu bleiben. Blieb nur zu hoffen, dass auch Misaki das so sieht. Da fiel mir auf, dass er gar keine Fesseln trug. Überhaupt, wie war er geflohen? Ich könnte ihn schlecht fragen, also blickte ich erwartungsvoll zu Misaki auf. Der Junge ist unsere beste Verbindung zu Seth, vielleicht merkt sie das ja auch. "Falls ihr Waffen benötigt kann ich euch zu dem Raum führen in dem sie gelagert werden." bot der Großgewachsene nun ebenfalls an. Er hatte sich mittlerweile ein wenig zu der schönen Misaki hinuntergebeugt und ich konnte seine Augen erkennen. Der einzige Unterschied zu Seth: seine Augen leuchteten Saphirblau anstatt Smaragdgrün. Die schwarzen Zeichnungen unter seinen Augen waren sonderbar, ich bin mir sicher sein zerzaustes Haar sollte von goldenem Schmuck zurückgehalten werden, genau wie bei meinem besten Freund. Allerdings hatte dieser Junge eine geflochtene Strähne. Der dritte Sohn, sagte er wäre er. Es gibt jetzt schon genügen Redebedarf mit Seth!
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