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 Zimmer 111 - [unbewohnt]

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BeitragThema: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Mi 2 Nov 2011 - 20:22

das Eingangsposting lautete :

Zimmer 111
Hier wohnen: ???




Das Zimmer ist auf der Fensterseite mit zwei Betten an der linken und rechten Wand, den dazugehörigen Nachtkästchen und einem kleinen Regal, das von beiden Mitbewohnern benützt werden darf, ausgestattet. Auf der Türseite befinden sich zwei Schreibtische mit Lampen und ein Kleiderschrank, um die Klamotten der Schüler aufzubewahren. An besonders heissen Tagen sorgt die im Zimmer eingebaute Klimaanlage für ausreichend Abkühlung. Die kürzlich neu gestrichenen, weissen Wände lassen den Raum besonders freundlich wirken.

Zustand des Zimmers: -
Dekoration: -
Lage des Zimmers


Zuletzt von Leviathan am Mo 28 Sep 2015 - 12:42 bearbeitet; insgesamt 24-mal bearbeitet
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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Do 7 Jun 2012 - 15:43

cf: Außerhalb | Beachvolleyballplatz

Als sie abschätzend zu ihm herüberschaute, während Mathéo den Regenschirm schützend über das Paar hielt und sich mit der Ausrede verteidigte, nur die Tasche trocken halten zu wollen, konnte er abermals nicht anders, als zu feixen. Es stand ihr ins Gesicht gezeichnet, was sie dachte – dass sie ihm seine Worte nicht abkaufte. Ja, vielleicht ist das nicht alles, aber nur vielleicht. Innerlich streckte er ihr die Zunge entgegen und wäre wie ein kleine Bube davon gehüpft trällernd und lachend. Den Schabernack sparte er sich aber. Selbst der Gedanke war nur Schauspiel.
Die Idee mit den Schuhen im Parterre war gar nicht mal so schlecht, für den Tristam gab es jedoch eine bessere Lösung. Es war nur die Tat eines Schnipsens und schon war alle Feuchtigkeit und jeder Schmutz von den Sohlen verschwunden und wanderte eigenständig aus dem Haus wieder heraus. Theatralisch winkte der Rotschopf mit einem Taschentuch hinterher, schnäuzte sich die Trauer aus der Nase und folgte dann wieder schnurstracks der violetthaarigen Schönheit.
Feuchtfröhlich wackelte er durch den Gang im Mädchentrakt, verharrte kurz hinter Rosiel, während sie die Tür öffnete und sprang ihr dann hinterher. Das Innere des Zimmers 111 bot dem Tristam eine Gegenüberstellung von warm und kalt, von schwarz und weiß, von Gabel und Messer. Auf der einen Seite herrschte die Ordnung, auf der anderen lebte das Chaos. Mathéo wollte jetzt nicht darüber philosophieren, inwieweit er übertrieb, aber feststand, dass ein gewisser Unterschied festzumachen war. Er drehte sich nicht wirklich instinktiv zu der ungeordneten Seite des Zimmers um, aber es sollte so aussehen, als würde er. Als Rosiel sich jedoch auf der anderen Seite zu schaffen machte, drehte er sich ruckartig um und meinte mit aufgesetzter überraschter Miene: „Oh, achso, das ist deine Hälfte.“ Wie ein unschuldiges Lamm lächelte er sie an, bis auch sein Blick auf die kaputte Vase fiel. Während das Mädchen ihren Arm betrachtete, was Mathéo gar nicht mitbekam, war dieser nämlich schon am Bruchstück angelangt und beäugte das Desaster. Glücklicherweise war sie an genau den richtigen Dämon geraten. Wie der war es nur ein Schnipsen wert, damit die Einzelteile der Vase sich in Staub auflösten und kurz darauf wieder die gewohnte, vollständige Vasenform annahmen. Als wäre nie ein Riss gewesen, stand das gute Kunstwerk auf dem Nachttisch. Mathéo hoffte nur, dass er die Form nicht verunstaltet hatte. Ehe er sein Kunststück vollzog, musterte er die einzelnen Bruchstücke und musste vermuten, wie das Original aussah. Irrte er sich, musste ihm das Rosiel sagen und zusammen könnten sie die nötigen Änderungen machen. Noch in der Hocke spähte er zu ihr herüber. Die Gute stand vor ihrem Schrank und streifte sich gerade das nasse, weiße Shirt vom Körper. In genau diesem Moment wurden die Füße des Tristams weich und er musste mit den Armen wackeln, um das Gleichgewicht zu halten. Doch der Schock wirkte nur kurz. Schnell stand er auf und schaute sie perplex an. Wenn er so an andere Mädchen dachte, hatten diese bei weitem mehr Schamgefühl als Rosiel ihm hier bewies. Aber Mathéo war kein Schüchterling. Die Farbe stieg ihm nicht knallig ins Gesicht, die Wangen bekamen maximal einen seichten Rotton. Seine Hände begannen dafür nicht zu schwitzen, seine Stirn blieb … okay, trocken war sie von vornherein nicht, aber seine kommenden Worte wären nicht dem Zittern der Stimme erlegen sondern weiterhin ruhig. Und trotzdem: Während sich Rosiel weiter entkleidete und ihre Sachen zum trocknen aufhängte, konnten Mathéos Gedanken nicht aufhören, zu zappeln. Es war fast so, als würden ihn alte Sitten einholen. Zugegeben, seit dem er auf Isola war, hatte er sich verändert und ganz neue Gedankengänge in seinem Kopf gefunden. An dieser Stelle hier aber fühlte es sich zwischen seinen Gehirnfalten so an, als würde ihn etwas Vertrautes einholen. Immer mehr fühlte er sich wie in einem Schafspelz einpackt. Unheimlich. Aber Geschmack hat sie. Die letzten Gedanken galten ihrer Unterwäsche. Das Erste war an ihn selbst gerichtet. Und der dritte Gedankengang: Sehr schön, galt dem Zusammenbinden der Haare. Das Stirnband, welches sie ihm zuwarf, fing er auf, setzte es allerdings nicht auf, sondern behielt es in der Hand.
Mittlerweile verstand er, warum seine Fantasie ihn davon abgehalten hatte, die Feuchtigkeit viel früher zu verbannen. Man stelle sich nur vor, Rosiel wäre trocken gewesen, als sie hier hereinkam, dann hätte sie sich nicht vor seiner Nase entkleidet und Mathéos inneres Belohnungssystem hätte ihm keine Horde an Glückshormonen geschickt. Aber konnte er jetzt endlich agieren? Kurz prüfte er seine innere Stimme, doch diese schwieg. Also ging der Dämon zu den Sachen auf der Heizung herüber, stupste sie mit dem Zeigefinger an und saugte ihnen jegliche Feuchtigkeit in Form von Tröpfchen aus. Alle zusammen jonglierte er sie vor sich und überlegte, was er mit ihnen machen sollte. Da stand Rosiel, die ein gutes Ziel abgab, aber sie war eh noch feucht. An wenigen Stellen rannen noch die letzten Tropfen ihre Kurven entlang. Also doch lieber mit der freien Hand das Fenster öffnen und das Wasser zu seiner Familie nach draußen verbannen. „So“, notierte er die Tat. Als Mathéo dann trotzdem das Handtuch zugeworfen bekam, schaute er erst verdutzt, bedankte sich dann aber knapp und ging sich ordentlich durchs Haar damit. Man mochte meinen, dass es absurd aussah, sich abzutrocknen, wenn man dasselbe viel schneller und mit weniger Aufwand hinbekam.
Mit dem Rubbelstoff in der Hand kam er Rosiel wieder näher, aber er nutzte nicht das Tuch, um den Tropfen an ihrem Hals zu killen, sondern langte mit dem bloßen Zeigefinger. Selbst mit den Augen hatte er nur diesen Tropfen fixiert. Ihr Gesicht geriet total ins Abseits. Den eigenen Kopf legte er schief, lugte an ihrem Kinn vorbei an ihren Hals. Wie auch der Rest ihres Körpers hatte er eine sehr attraktive Form. Ordentlich beschreiben konnte er ihn nicht. Auch wenn sich der Tristam von diesem Körperteil der weiblichen Front angezogen fühlte, war er ein Nichtsnutz, wenn es darum ging, es zu beschreiben. Es war einfach so. Und in diesem Moment ging es nur um diesen kleinen wässrigen Schlawiner, der es sich traute, an ihr entlang zu gleiten. Mit der Rückseite seines Fingers setzte er auf ihrer Haut auf und ließ den Tropfen aufsetzen. Dann zog er leicht nach oben, um ihn mitzunehmen und Rosiel wie auch ihm vor die Nase zu halten. Nah genug war er ihr gekommen, damit dies möglich war. „Einen schönen Hals hast du da. Du solltest weniger deine Haare offen tragen. Das verdeckt ihn nur unnötig.“ Halb verträumt und halb ernst schaute er sie bei diesen Worten an, bis er sich wieder abwandte, einen Schritt zurückwich und grinsend nach unten schauen musste. Was sie nicht wusste, es war ein Monsterakt für ihn gewesen, diesen Schritt zu gehen. Dieses alte Ich, welches ihn gerade heimsuchte, war der Mathéo, welchen er in England gelassen hatte, der sich außerhalb der eigenen vier Wände mit seinen Freunden traf und auf Schürzenjagd ging. Wäre ihm Rosiel dort über den Weg gelaufen, hätte er keine Sekunde verstreichen lassen. Wie lange er hier aber die Finger von ihr ließ, war wirklich beachtenswert. Ja, er konnte stolz auf sich sein und sich gleichzeitig verachten. Es half nichts, er musste sich auf die Unterlippe beißen, um sich zu zügeln. Zum Glück stellte sie ihm eine Frage, auf welche er sich stürzen konnte, um sich abzulenken. „Etwas Süßes.“ Eigentlich wollte er ja nicht zu viel verraten, aber da er mittlerweile nicht mehr warten konnte, es endlich zuzubereiten, konnte er auch nicht anders, als ihr genau zu sagen, was er plante. „Schon mal ein Soufflé zubereitet? Ich persönlich noch nicht so oft, aber ich würde gerne wieder und war ja zuletzt auch extra dafür einkaufen.“ Mathéo grinste, nickte ihr kurz zu. „Also? Lust auf was zu naschen?“ Wobei er auch hätte fragen können, wann sie überhaupt Lust dazu bekommen würde. Es war noch Mittag herum. Vielleicht war es eine unpassende Zeit, ein Soufflé zuzubereiten bzw. es danach auch zu verspeisen. Aber wenn dem wirklich so war, würde ihn die Dame an seiner Seite sicher darauf hinweisen. Die gutaussehende Dame. Hoffentlich würde sie schnell wieder etwas sagen, was ihn ablenkte, sonst würde das kommende Kocherlebnis sehr anstrengend für ihn werden. „Aber vielleicht wäre es für den Abend am besten geeignet, oder was meinst du?“ Schlussendlich gab er den Vorschlag selbst. Wenn sich das Wetter besserte, wäre es wirklich sehr angenehm, bei angenehmen Temperaturen unter klarem Sternenhimmel ein Stückchen süße Verführung zu genießen.

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Do 7 Jun 2012 - 19:41

Rosiel kniff die mandelförmigen Augen leicht zusammen, als der Rotschopf näher an sie heran trat und seine Hand an ihren Hals bewegte. Für einen kurzen Moment war sie unfähig überhaupt darauf zu reagieren. Teilnahmslos stand sie inmitten ihres Zimmers und spürte die Berührung des Engländers an ihrem Hals. Wäre sie zuhause, dann hätte sie demjenigen schon längst die Hand fort geschlagen – doch sie war nicht in ihrer Heimat. Zu lange war es her gewesen, dass sich überhaupt jemand getraut hatte sie außerhalb der gewohnten körperlichen Kontakte zu berühren, wie dem Händeschütteln oder der Aufforderung zum Tanz. Aus Argusaugen betrachtete sie das Treiben des Rotschopfes, während sich ihr die Härchen im Nacken aufstellten. Sie reagierte wirklich ungewohnt ruhig gegenüber ihrem sonstigen Verhalten. Lasse ich mich jetzt wirklich schon von solchen Lappalien aus der Bahn werfen? Reiß dich mal zusammen, Mädchen! Hatte er ihr eben wirklich ein Kompliment entgegen gebracht? Irritiert neigte sie leicht den Kopf zur Seite und war im Inbegriff vor ihm zurück zu weichen, als er dies schon selbst in die Hand nahm was die Dunkelhaarige etwas beruhigte. Sie wurde mit so vielen Situationen fertig, stellte sich mehreren Problemen auf einmal und doch konnte sie soll eine Kleinigkeit völlig aus der Bahn werfen. Deshalb hasse ich zwischenmenschliche Beziehungen. Das sie die Zähne aufeinander biss blieb dem Tristam verborgen und das war auch gut so.
Soufflé? Die Engländerin hatte ihre Gedanken noch nicht ganz geordnet und es fiel ihr zugegebenermaßen anfänglich schwer seinen Gedankengängen zu folgen. Seine Frage klang wie ein schlechter Werbeslogan und ohne es zu wollen begann die junge Magierin zu lachen, als sich in ihrem Kopf ein Bild zusammensetze in dem der Tristam in Kochschürze vor ihr stand, das Soufflé in den Händen haltend, während er von verschnörkelten Buchstaben eingerahmt wurde, die die Aufschrift Lust auf was zu naschen? bildeten. Für einen kurzen Moment erfüllte wirklich ein Lachen dieses Zimmer, ein Lachen, das von Rosiel aus ging und gar nicht mal so schlecht klang. Vermutlich würden sie die Bewohner der anliegenden Zimmer für krank erklären, denn ein Lachen hatten sie von ihr noch nie vernommen. Dagegen war ihre laute, aufgebrachte Stimme doch schon beinahe zur Gewohnheit geworden. Als ihr Lachen verklang atmete sie stieß sie schließlich die Luft zwischen den Lippen hervor und blickte wieder zu dem Tristam auf, der ihr auch so gleich einen Termin für das gemeinsame Kochen vorschlug. „Wenn du mir verrätst was ich in der Zwischenzeit tun soll.“ Ja, mit einem halb vergangenen Tag und einer schwammig formulierten Planung des Abends ließ sich dort recht wenig anfangen. Er würde sie ja doch einen ganzen Tag ihres Lebens kosten, den sie eigentlich zum Lernen eingeplant hatte, da konnte er sich auch ruhig Gedanken darüber machen, wie er die Lücken sinnvoll füllen würde.
Der jungen Midford war es nicht entgangen, dass der Rotschopf ihre Kleidung von ihrer Nässe befreit hatte und die Tropfen nach draußen verbannt hatte, doch erst jetzt fiel ihr Blick auf die Vase, die wieder fein säuberlich zusammen gesetzt an ihrem alten Platz stand, als wäre nie etwas vorgefallen. Aus irgendwelchen Gründen verärgerte sie dieser Anblick und ihre Fäuste gruben sich leicht in den festen Jeansstoff des Kleides. Dinge, die einmal zerbrochen sind können nicht einfach wieder zusammengesetzt werden, als sei nie etwas gewesen. Was einmal zerstört wurde wird für immer Narben tragen. Diese Vase kam ihr wie eine Lüge vor, eine perfektionierte Imitation des Originals und als die Dunkelhaarige den Blick auf das Gefäß intensivierte zersprang wurde diese augenblicklich von einer kleinen Druckwelle erfasst und zersprang wieder in tausend Einzelteile. Sie spürte die warme Flüssigkeit an ihrem Arm. Die Schnittwunden waren durch diese Aktion wieder aufgeplatzt und Rosiel bemühte sich die Wunden mit der freien Hand unauffällig zu verstecken, als sie schließlich auf ihrem Bett Platz nahm und zu dem Fremden empor sah. „Halte dich mit deinen Fähigkeiten von meinen Sachen fern.“ Es war nicht nur die Tatsache, dass er ihr ins Handwerk fuschte, sondern viel eher so, dass sie ihn als Konkurrenten sah, wenn er das tat. Er schien solche Dinge mit einer Leichtigkeit auszuüben, für die sie mehrere Wochen benötigte. Das Gefühl zu Versagen zerrte an ihr und sie fühlte sich in gewisser weise dadurch abgewertet. Als würde er mich verspotten... Ihr Blick war auf den Boden gewandert und das Violett ihrer Iris flackerte unruhig. Das der Rotschopf wohlmöglich aus Freundlichkeit handelte kam ihr nicht in den Sinn. Sie dachte immer das Schlechteste von anderen, weil sie es nicht anders erfahren hatte. Sie kannte es nicht anders und ihr launisches Wesen trug nicht gerade dazu bei, dass man besser mit diesem Verhalten ihrerseits umgehen konnte. Ja, die junge Midford war wohl ein Pulverfass, das in jedem Moment explodieren konnte.
Sie sollte sich wohl ablenken, auf andere Gedanken kommen, um diese Situation durch eine neue zu begraben. Mit einer eleganten Bewegung erhob sich die dunkelhaarige Engländerin wieder und nahm dem Rotschopf sein Stirnband ab, das er immer noch nicht wieder umgelegt hatte. Vorsichtig trat sie näher an den Jungen heran, der wohl gute zehn Zentimeter größer war. Es blieb der Engländerin nichts anderes übrig, als sich auf die Zehenspitzen zu stellen, um ihm das Stirnband wieder umbinden zu können. „Ich kann es nicht leiden, wenn ich den Leuten nicht in die Augen sehen kann, weil sie von Haaren verdeckt werden.“ Ein Grund, weshalb sie darauf achtete, dass ihr Pony nie zu lang wurde und immer seine gerade Form behielt. Ihre Körper berührten sich leicht, als sie an seinen Hinterkopf langte, um das Stirnband zu fixieren. Rosiel hatte die Schnittwunden bereits wieder völlig vergessen und sie kamen dem Mädchen erst wieder in den Sinn, als sie die dunkelrote Flüssigkeit auf ihrer blassen Haut erspähte. Mist! Konzentriert ließ sie den Blick in die Augen des Tristam wandern, um sich nicht länger auf das Blut zu konzentrieren.
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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Do 7 Jun 2012 - 20:43

Für den Moment wusste Mathéo wirklich nicht, was so lustig war, dass Rosiel ihn mit ihrem herzhaften Lachen überraschte. Er lächelte einfach verlegen und wartete mit diesem Gesichtsausdruck auf ihre Beruhigung. Was hatte er denn gesagt? Mathéo hatte nur vom Soufflé gesprochen gehabt, aber da steckte kein Witz drin. Es musste also ihre hinterhältige Fantasie sein, welche ihr den Gag ins Hirn gesetzt hatte und sie nun zum lachen brachte. Irgendwie fühlte sich der Tristam verarscht. Immerhin war er die andere Hälfte der Anwesenden, welche den Witz nicht kannte und daher nicht verstand. Aber Rosiel schaffte es schließlich, sich zu beruhigen und kam dem Dämon sofort mit einer Ansage. Mit der abendlichen Zeit zum kochen bzw. backen schien sie kein Problem zu haben, allerdings würde er in dem Fall für sorgen müssen, dass sie nicht vorher an Langeweile starb. Aber ihn zu fragen, was sie in der Zwischenzeit tun sollte, war wirklich ein fataler Fehler. Mathéo würde ihr sicher nicht geradeaus antworten – ganz sicher nicht. Was ihm derzeit im Hirn herumschwebte, sollte sie nicht erreichen. Daher lächelte er wieder verlegen, ehe er seine Worte suchte. „Ach, da findet sich sicher was.“ Was genau, wusste er selbst noch nicht, aber da Rosiel ihre Aufmerksamkeit schon wieder weiterreichte, blieb ihm auch kein Moment übrig, weiter darüber nachzudenken. Mathéo spürte ihre Anspannung. Ihr Blick lag auf der Vase und dieser war wirklich kein fröhlicher. Also doch die falsche Form – verdammt. Er ärgerte sich, es verhauen zu haben. Was ihn aber auch ärgerte, dass sie nichts dazu sagte. Sie zeigte nur äußerlich ihren Frust, dachte allerdings nicht daran, den Tristam auch in ihr Inneres schauen zu lassen, um zu wissen, wie er es besser machen konnte. Gut, kurz darauf sagte sie etwas. Rosiel sagte, er sollte sich mit seinen Fähigkeiten fernhalten. Und was soll das jetzt heißen? Ich mein, außer dass ich mich menschlicher verhalten soll. War sie so enttäuscht von seiner Bemühung, dass sie ihm ganz und gar sein Geschick verbot oder störte es sie, dass er es überhaupt tat? Hm. Die letzte Überlegung ließ ihn nicht los. Es schien etwas dran zu sein, dass sie seine Fähigkeiten nicht mochte. Wenn Mathéo zurückdache, hatte er nicht ein einziges Mal eine positive Reaktion von ihr gesehen, wenn er gezaubert hatte. Aber warum sollte sie so denken? Was brachte sie dazu? Der Tristam versuchte, sich vorstellen, dass er an ihrer Stelle war und besagte Gedanken in seinen Kopf führte. Was wäre, wenn er jemanden um sich herum hätte, der derartige Künste vollzog. Vielleicht kam man sich als etwas mindereres vor, wenn jemand anderes so glänzte. Dass Rosiel kein Dämon und kein Mensch war, stand für Mathéo schon fest. Was sie aber wirklich war und welche Fähigkeiten sie damit verband, wusste er nicht. Er hatte noch nichts gesehen. Ob es daran lag, dass er durchgängig seine Fähigkeiten zur Show stellte? Hm. Der Dämon blieb wachsam. Er wollte nicht gleich Vermutungen durchbrechen lassen, sondern auf Nummer Sicher gehen.
Rosiel hatte vor ihrer Ansage noch dafür gesorgt, die Vase wieder zerspringen zu lassen. Aus Vorsicht streckte der Tristam seine flache Hand ruckartig dem Kunstwerk entgegen, um mögliche Splitter abzuwehren. Da wusste er ja noch nicht, dass sie seine Fähigkeiten nicht mehr sehen wollte. Auch fiel ihm die Wunde an ihrem Arm auf. Hatte sie diese beim ersten Unfall schon bekommen oder war das noch von den Werwölfen? Konnte es sein, dass sie bei der Nutzung ihrer Fähigkeiten solche Verletzungen einstecken musste? Mathéo stellte es sich grässlich vor, wenn sie nicht nur Fremdkörper zerbersten lassen konnte, sondern auch sich selbst. Das wäre wirklich ein sehr gefährliches Talent.
Mathéo wollte sich nicht rühren, wollte sie nicht weiter verärgern. Er wusste gar nicht mehr, was er tun sollte bzw. tun durfte. Sie schmiss ihn förmlich auf. Augenkontakt konnte er auch nicht suchen. Rosiel wandte ihre Blicke von ihm ab, musterte lieber den Boden als ihn. Stille trat zwischen den beiden ein, die sich für Mathéo sehr beklemmend anfühlte. Umso plötzlicher war ihre Aktion, ihm das Stirnband wieder abzunehmen. Eben noch hatte sie es ihm zurückgegeben und nun war es wieder in ihrem Besitz. Was hat sie vor?, schoss es ihm sofort in den Sinn. Rosiel lag mehr daran, sein Haar geordnet zu sehen, als seine Augen zwischen den Strähnen suchen zu müssen. Die beiden näherten sich wieder und die Luft zwischen ihnen wurde wärmer. Vielleicht lag es auch einfach an Mathéo, der unbewusst die Temperatur um wenige Kelvin ansteigen ließ. Jedenfalls wurde es immer angenehmer. Sie berührten sich, wenn auch nur sachte. Mathéo musste grinsen, als sie sich auf ihre Zehenspitzen stellte, um hoch genug zu kommen. Sie strengte sich extra dafür an. Genauso gut hätte sie ihn anweisen können, sich um seine Haare zu kümmern – aber sie tat es nicht. Wollte sie sich auf diese Weise bei ihm entschuldigen oder versuchte sie, etwas wiedergutzumachen? Es musste doch mehr dahinter stecken, wenn Rosiel Midford sich die Mühe bereitete, Mathéo Tristam das Stirnband ordentlich anzulegen. Laut ihrer Aussage ging es ihr wirklich um den Augenkontakt. Dabei hatte sie bis eben noch auf den Boden gestarrt. Merkwürdiges Mädchen, aber der Gedanke war ja kein unbekannter. Die Wunde fiel wieder auf und Mathéo musterte sie aus der Nähe. Es war weder amüsant, dorthin zu schauen, noch war es beruhigend. Rosiel kümmerte sich nicht darum und Mathéo konnte es nicht, selbst wenn er seine Fähigkeiten benutzen durfte. Über die Biologie hatte er keine Macht. Dennoch griff er mit seiner Hand nach ihren Arm. Sofort spürte er die weiche Haut unter seinen Fingern. Aber davon ließ er sich nicht ablenken. Mathéo erwiderte nun wieder Rosiels eindringlichen Blick. Ein gleißender Gedanke erhellte seinen Grips und erzeugte ein keckes Grinsen auf seinen Lippen. Die Augen wanderten auf Rosiels Lippen und warteten dort, damit sie mitbekam, worauf er sich fixierte. Und dann – relativ ruckartig – kam er ihr viel näher, bis nur noch wenige Millimeter die beiden trennten. Es geschah – wie gesagt – schnell und genauso schnell zog er seinen Kopf wieder zurück. Er hatte wirklich nur angetäuscht. Ein Kichern entkam ihm auf Grund Rosiels Reaktion.

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Fr 8 Jun 2012 - 0:44

Sein Griff, der sich um ihren Arm schloss lenkte die junge Magierin für einen Moment ab und ihr Blick huschte kurz auf seine Hand, ehe ihre gesamte Aufmerksamkeit wieder dem Rotschopf vor sich galt. Das Grinsen auf seinen Lippen rief ein unterschwelliges Gefühl von Unbehagen in der Engländerin hervor und ihre Augenbrauen hoben sich fragend an. Was hast du vor? Mit misstrauisch verengten Augen folgte sie seinen Augen, die den Blick auf ihre Lippen hinab lenkten. Er hat doch nicht etwa vor... Sie schaffte es nicht ihren Gedanken zu ende zu führen. Binnen jener Sekunden, in denen sich seine Lippen den ihren beträchtlich näherten weiteten sich die violetten Augen der Dunkelhaarigen und sie konnte den Luftzug auf ihren Lippen spüren, als der Rotschopf seinen Kopf auch schon wieder zurück zog, ohne ihre Lippen berührt zu haben. Ungläubig sah sie ihm entgegen, starrte ihn regelrecht an, während sich die blasse Haut ihrer Wagen allmählich in einem seichten Rosa färbten. Ja, der Tristam hatte es geschafft. Er hatte es wirklich geschafft, dass sie – Rosiel Midford – sprachlos war. Wie in Trance stand sie vor ihm und versuchte ihre Gedanken zu sortieren. Er hatte es nicht getan. Er hatte den Abstand genau abgepasst. Wenn sie bis eben noch geglaubt hatte, dass sie die Lage beherrschte, so bewies ihr der Engländer doch gerade genau das Gegenteil. Kam es ihr nur so vor oder war es im Raum wärmer geworden? Ob es nun Einbildung war oder nicht ; ein Zittern überließ ihren gesamten Körper, das selbst der Rotschopf spüren musste, denn er hielt schließlich immer noch ihren Arm umschlossen.
Als sie es schließlich schaffte ihren entsetzten Blick von seinem Gesicht zu lösen wanderte er zu seiner Hand, die derweilen nicht von den blutenden Schnittwunden verschont geblieben waren. Dieser Anblick schien schließlich wieder Leben in ihren Körper zu bringen und die junge Midford riss ihre Hand hinab, um sich aus dem Griff des Tristam zu befreien. Wie kam er nur auf die Idee sich solch ein Recht heraus zu nehmen? Rosiel war so geschockt von seiner Aktion, dass sie immer noch nicht die passenden Worte fand und ihn mit eisernem Schweigen strafte. Vermutlich brach er gerade innerlich in schallendes Gelächter aus und amüsierte sich herrlich über ihre Unbeholfenheit. So etwas hatte noch niemand gewagt. Für gewöhnlich war es doch so, dass sich andere Personen wohler fühlten, je größer der Abstand zu diesem Mädchen war. Schließlich hatten sich ihre Augenbrauen verärgert zusammen gezogen und der Violettton ihrer Iris schien aufzublitzen, als sie die Hände zu Fäusten ballte und sich auf die Zehenspitzen stellte, ihm mit ihrem Gesicht so nahe kam, dass sich ihre Nasen berührten und sie ihr eigenes Spiegelbild in seinen Augen erkennen konnte, die wütende Engländerin sah, mit der sicherlich momentan nicht gut Kirschen-essen war. Die junge Magierin hatte die Zähne so fest aufeinander gepresst, dass ihre Kiefer bereits schmerzten. Ja, es kostete sie immense Kraft nicht auszurasten, ihn zu Ohrfeigen oder hochkant aus dem Zimmer zu werfen und dennoch konnte sie sich das eine nicht erklären. Wieso schlug ihr Herz so schnell? Sie sollte wütend sein, sollte ihn abgrundtief hassen, trotz der Tatsache, dass er sie ja nicht einmal geküsst hatte und dennoch schien sich ihr Herz beinahe zu überschlagen. Aus dieser winzigen Distanz war sie sich beinahe sicher, dass der Rotschopf es auch hören konnte.
Rosiels Ärger über diese Situation entlud sich schließlich auf andere Weise. Die Luft um sie herum geriet ins schwanken, begann leicht zu vibrieren, ehe die Temperatur im Zimmer allmählich in den Keller wanderte und kleine Eiskristalle im unteren Rand der Fensterscheibe erzeugte. Ja, die Temperatur war drastisch gesunken und hatte sich ihrer Laune angepasst, indem sie den Gefrierpunkt erreichte. Gerade in solchen Momenten schaffte sie es nicht die Magie zu kontrollieren, die ihr inne wohnte. Genau das war es, vor dem sie ihr Lehrer damals immer gewarnt hatte, doch mehr als üben konnte sie nicht. Es dauerte einen weiteren Moment, den sie benötigte, um ihre Konzentration zu sammeln und die Worte hervor zu bringen, die sie sich zurecht legte. „Denk nicht einmal dran, dass wirklich zu tun, sonst... Ja, was war denn dann? Eigentlich hätte ihre Stimme schneidend und selbstsicher klingen sollen. Ersteres traf auch zu ihm Gegenteil zu letzterem. Die Engländerin ertappte sich sogar dabei, wie ihr Blick für einen winzigen Moment nach unten glitt, dort hin, wo seine Lippen waren. Es war nicht mehr als ein Augenaufschlag gewesen, doch der Moment war da gewesen. Während sie sprach hatte sie ihren Finger auf seine Brust gelegt, ihn förmlich drohend hinein gedrückt. Ja Miss Midford trug in diesem Moment einen Kampf mit sich selbst aus. Was wollte sie denn wirklich?
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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Fr 8 Jun 2012 - 2:25

Es war wirklich ein wundervoller Moment, den der Tristam mit größtem Genuss auskostete. Auch wenn seine Lippen nichts serviert bekamen, formten sie sich trotzdem sie einem höchst zufriedenen Grinsen. Und dieses konnte ihm niemand aus dem Gesicht putzen. Es war wie fest verankert, festgefroren oder sogar eingebrannt. Wenn er nur an ihre Augen zurückdachte, als er kurz vor seinem Antäuschen war und dann, wie die Farbe in ihre Wangen schoss, als er es getan hatte. Zu amüsant. Andererseits war es auch schön mit anzusehen, als der rosa Pfirsichsaft in ihren Bäckchen pulsierte. Er passte sehr zu ihren Augen. Für diesen Moment war der Tristam auch sprachlos geworden. Sowohl die Freude über den Spaß als auch der Genuss des Anblickes faszinierten ihn, sodass er die Zeit zu vergessen drohte. Und all die Zeit war es der kleine Mathéo in ihm drin, der seinen Spaß suchte, der ihn leitete. Es kamen ihm weder Gewissensbisse noch Sorgen. Er war frei – frei von jeglichen Problemen und lebte diese Unabhängigkeit wie in alten Tagen aus. Nur noch der letzte Tick fehlte, um sich als Produkt der Nostalgie bezeichnen zu können. Da war es der große Mathéo, der noch immer standhaft bleiben wollte und den kleinen von seinen Untaten abhielt. Aber wie lange würde es dauern, bis einer von ihnen gewann oder bis plötzlich weder ein kleiner noch ein großer Mathéo übrig war?
Durch das ruckartige Wegziehen ihres Armes, regte sich auch der Tristam wieder. Seine Hand schwebte immer noch in der Höhe, nur war Rosiels Arm nicht mehr in seinem Griff. Stattdessen hatte sich Blut um seine Finger gesammelt, welches von ihrer Wunde stammen musste. Ein kranker Kerl hätte jetzt angefangen, sich die Finger zu lecken oder ein Vampir sicher auch. Der Tristam jedoch dachte sich, dass es besser für sein Image war, besagtes nicht zu tun. Das Grinsen hing immer noch an seinen Zügen. Es war einfach nicht wegzubekommen.
Langsam nahm er seine Hand wieder herunter, sorgte sich jedoch nicht um das Blut. Um ehrlich zu sein, stand die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er es bereits vergessen hatte. Es war ruhig – zu ruhig. Aber Mathéo dachte sich schon, warum es so ruhig war. Allerdings hätte er damit gerechnet gehabt, dass sie mehr aus sich rauskam. Statt diesem lieblichen Rot unter ihrer Haut hätte er mit einer exzentrischen Artikulation gerechnet. Aber nichts da. Rosiel schwieg. Sie war tatsächlich sprachlos. Rosiel Midford brachte keinen Ton heraus. Das bedeutete dann wohl, dass der Sieg der Schlacht an Mathéo ging. Aber sie brauchte sich nicht allzu lange grämen. Der Krieg war immerhin noch nicht entschieden. Nur würde er ihr das nie und nimmer unter die Nase halten. Einzig seinen Sieg würde er zur Welt hinausschreien, wenn er tief genug im Rausch steckte.
Aber was würde Mathéo denn als nächstes von ihr erwarten? Eine Ohrfeige hatte er noch nicht bekommen. Die Betonung lag auf noch nicht. Mit den immer verärgerter wirkenden Augenbrauen schien sich die nötige Aggressivität in ihr auch anzusammeln, aber die Gewalttat ließ immer noch auf sich warten. Irgendwas stimmte da nicht. Hm. Was geht wohl in ihr vor? Ganz so gesprächig war sie ja den ganzen Vormittag noch nicht gewesen, aber das, was sie jetzt von sich gab, war auf alle Fälle ein neuer Schweigsamkeitsrekord für Rosiel. Man könnte auch vermuten, dass sie gerade emsig Rachepläne schmiedete und sie in kürzeste Zeit umsetzen würde oder man ging davon aus, dass sie auf den Überraschungsmoment wartete. Vielleicht wollte sie ihn auch zum Einschlafen langweilen und dann rigoros über seinen wehrlosen Leib herfallen. Wer wusste das schon? Rosiel kam ihm näher, die Anspannung stieg, das Grinsen blieb konstant. Die Engländerin kam ihm sogar so nahe, dass sich ihre Nasenspitzen berührten. Mathéo rümpfte kurz seinen Zinken, als würde ihn etwas jucken, aber eigentlich wollte er nur ein wenig Reibung zwischen seiner und Rosiels Haut erzeugen. Er wollte bewusst spüren, dass sie sich berührten. Die Lage war sehr interessant für den Tristam. Er fragte sich, was jetzt kommen würde. In den typischen Fällen würde sie mit ihrer Nase auf seine drücken und ihn so nach hinten zwingen. Zusätzlich müsste sie mit dem Zeigefinger auf seine Brust einstechen wollen und ihn mit wüsten Worten belagern. Den Zeigefinger schien sie wirklich in seine Brust bohren zu wollen und Worte kamen auch endlich aus ihr heraus, nur waren sie nicht so wüst und massig, wie er erwartet hatte. Was ihm aber auch auffiel, war der rasche Temperaturumschwung. Zuerst dachte er, er wäre schuld, doch dann musste er feststellen, dass er immer noch auf Wärme-Kurs war. Jemand anderes war nicht im Zimmer und über solch eine kräftige Klimaanlage verfügten die Räume nicht. Es konnte also nur Rosiel sein, die schuldig zu sprechen war. Rosiel? Sich selbst fragend, ob es sein konnte, mutete er ihr ähnliche Fähigkeiten zu wie die seinen. Doch das konnte eigentlich nicht sein. Das Geschlecht der Tristams war einzigartig und durch kein anderes zu kopieren. Vielleicht verfügte sie einzig über die Fähigkeit, die Temperatur zu manipulieren. Frostblumen zeigten sich an der Fensterscheibe, welche der Tristam natürlich nicht sehen konnte, da Rosiel ihm sein Blickfeld stahl, aber würde man es ihm beschreiben, hätte er keine Zweifel dran. Am liebsten hätte er nun die Temperatur wieder normalisiert und für den Bruchteil einer Sekunde versuchte er es auch schon, aber dann schossen ihm wieder die Worte Rosiels in den Kopf, dass er ihr mit seinen Fähigkeiten fernbleiben sollte. Gut, eigentlich ging es nur um ihr Hab und Gut, aber darunter sollte ihr Zimmer wohl auch zählen. So viel Respekt brachte er also entgegen – aber nur für diesen einen Befehl. Anderorts sah es dagegen anders aus.
Oh, sie droht! An dieser Stelle mangelte es an Respekt seitens des Dämons. Es gab aber auch nichts, was man gut reden konnte. Da war absolut keine Achtung vorhanden und sein Grinsen hielt weiterhin Stand. Mit dieser Miene schaute er ihr in die bösartig funkelnden, violetten Augen. Wirklich oft sah man zwei solche Iris nicht und Mathéo erst recht nicht, war sein eines sichtbares Auge doch recht normal. Nur mit dem anderen, welches sich unter der Augenklappe verdeckte, konnte sie es nicht aufnehmen. Sowieso: Es war erstaunlich, dass sie ihn noch nicht darauf angesprochen hatte. Auch kam es ihm nicht so vor, als würde sie öfters auf seine Augenklappe blicken. Mathéo musste gestehen, dass das sehr angenehm war. Sein Grinsen verschwand, als ihm dies auffiel. Seine Mimik wurde träumerisch und er vergaß beinahe, dass Rosiel noch vor ihm war. Aber zu ihrem Glück dauerte die Trance nicht lange an und so kehrte ebenso sein Grinsen zurück. Hi, sprach er in Gedanken zu ihr. Was war es eigentlich, was sonst passieren würde, wenn er es tat? Würde sie ihm dann wirklich eine über die Rübe ziehen? Andererseits könnte es auch ein Lockmittel sein. Bei kleinen Kindern brachte es doch meist den gegenteiligen Effekt, wenn man ihnen was verbot. Sagte Vater: Geh nicht in die Ruinen, ging der Knabe doch erst recht dorthin. Die Frage dabei war, was würde der Junge machen, wenn ihm sein Vater befehlen würde, sein Gemüse nicht aufzuessen? Umgedrehte Psychologie – oder? Jedenfalls war sich der Dämon gar nicht mal so sicher, ob sie ihm wirklich drohte oder ihm indirekt etwas anderes mitteilen wollte. Immerhin war sie bisher total still gewesen und sogar die zarte Röte war ihr ins hübsche Gesicht gestiegen. Es konnte doch nicht sein, dass sie enttäuscht war, dass er zurückgezogen hatte oder? Jetzt musste er erst recht innerlich lachen. Mathéo konnte sich einfach nicht entscheiden, was er glauben durfte. Alles sprach für die Drohung, aber eine geheime Stimme sprach dagegen. Außerdem gab es Stimmen, die behaupteten, dass Frauen immer das Gegenteil von dem sagten, was sie wollten. Aber das war nun wirklich tiefste Gerüchteküche. Verdammt. Es war zum Mäusemelken. So sehr ihn diese Situation amüsierte, genauso strapazierte es ihn, eine Wahl zu treffen. Sollte er es drauf ankommen lassen oder nicht? Seine Augen verengten sich, behielten das violette Paar gegenüber aber stets im als Ziel. Was tun? Die Qual der Wahl.
Mathéos Mund öffnete sich leicht, als wollte er schon ansetzen, aber dann fragte er unverhofft: „ … was sonst?“ Scheinbar hatte er sich gegen die Versuchung entschieden. Dabei drückte es nicht nur in seinem Kopf sondern auch in den Schulter und der Brust seinen Leib nach vorne. Wie kann jemand mit so einem Körper nur so bösartig sein?, dachte er sich. Äußerlich war sie vielleicht einer, aber innerlich war sie bei weitem kein Honigtopf. Wäre es nicht der Tristam, der sie ertrug, wäre sie wohl wieder alleine. Aber den Dämon machte diese abweisende, bösartige Art schräg von der Seite an. Übertrieben wäre es erst, wenn sie ihn schlug und runtermachte. Auf solche Spielchen stand er dann doch nicht. Eine Dame zu haben, die einen allerdings forderte, konnte er gut ab. Die Mädchen aus der Vergangenheit, die ihm dahinflossen, gaben seinem Ego zwar kräftige Schübe, aber er fühlte sich nie gefordert. Da war nie der Kratzbaum, an dem er seine Krallen abnutzen konnte. Da fehlte vor allem das Abenteuer, welches sein Adrenalin züchtete. Rosiel, ob sie es wollte oder nicht, schaffte es, ihm Kohle in den Ofen zu schippen. Er genoss es sehr, sie zu necken. Und während er philosophierte wäre es wieder fast geschehen, dieses Mal allerdings weniger weil er sich einen Spaß erlauben wollte, sondern mehr, weil sein innerer Trieb die Chance nutzte, um zuzulangen. Die Lippen waren bereits geformt und die Augen begannen sich zu schließen. Es brannte auf der empfindsamen, roten Haut. Blitzartig biss sich der Dämon auf die Unterlippe und nahm das Kinn wieder weiter zurück. Er kündigte sogar die Berührung der Nasenspitzen und drückte Rosiel wieder auf ihre Sohle, nachdem er mit seinen Händen nach ihren gegriffen hatte, die klar kleiner waren als seine. Ein tiefer Atemzug huschte durch seine Lunge und dann wieder über die Lippen hinaus. Rosiel sollte ihn noch abbekommen. Was da eben in ihn gefahren war: Es war geheimnisvoll. Mathéo schaute fast entgeistert. Zur Abwehr von Fragen setzte er ein schüchternes Lächeln auf, kratzte sich verlegen am Hinterkopf und schritt wie schon zuvor mit einem Bein nach hinten. Irgendwas lief schief, dachte er sich. Das erste Mal war es noch gewollt und sollte sie ärgern. Das zweite Mal jedoch hatte er gar nicht mitbekommen. Viel Respekt hatte Mathéo wirklich nicht vor ihrer Drohung, dennoch wollte er es nicht drauf anlegen, da er Rosiel nicht gut genug kannte, um abzuschätzen, was hinter der Drohung steckte. Und außerdem … hatte ihn die Angst gepackt, dass sie ihn dann wirklich im hohen Bogen durchs Fenster befördern würde. Gestern noch war er durch Fenster in einen Raum gefallen. Heute hätte er es wohl auf umgedrehtem Wege geschafft, hätte er sich nicht noch gezügelt.

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Fr 8 Jun 2012 - 9:39

Sie hatte darauf gehofft, dass der Rotschopf sie nicht danach fragte, was sonst geschehen würde und dennoch war es eine Hoffnung, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt gewesen war. Diese Nähe zu einem anderen Wesen war so ungewohnt, dass Rosiel in diesem Moment beinahe dankbar dafür war die Temperatur unbewusst hinab gekühlt zu haben. Für einen kurzen Augenblick ließ sich die Magierin davon ablenken. Wäre sie ihm nicht so nahe gewesen, dann hätte sie vermutlich noch den Kopf geschüttelt, als würde das helfen die Gedanken auf ewig zu verbannen. Unruhe machte sich schlagartig in ihr breit, als er tatsächlich begann sich trotz ihrer Warnung auf einen Kuss vorzubereiten. Das er es dennoch unterließ und sie so wieder herabdrückte überraschte sie erneut. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass er in diesem Stadium noch in der Lage war die Situation vollkommen aufzulösen. Wieso schaffte der Tristam es eigentlich immer wieder? Es gab kaum jemanden, mit dem sie es so lange aushielt, der sie so lange ertrug und die Dunkelhaarige in so viel Ungewissheit hinein zog. Wenn das so weiter ging, dann würde sie nur noch darauf warten müssen, dass er sie erneut überraschte. ...kann ich für nichts garantieren., beendete sie ihren Satz schließlich in Gedanken. Das konnte sie wirklich nicht. Inwieweit sie diesen Laden hier durch ihre Druckwellen in die Luft gesprengt oder körperliche Gewalt an dem Kerl anlegen würde konnte sie nie vorhersagen. Es war wohl einer ihrer Schwachpunkte, den sie bereits seit Jahren versuchte in den Griff zu bekommen.
Interessiert musterte sie die Reaktion des Engländers, das schüchterne Lächeln und die verlegene Geste. Dieser Anblick ließ ihren rechten Mundwinkel amüsiert in die Höhe zucken. Wenn sie es wirklich zugab, dann bestand schon ein gewisses Verlangen sich ihm wieder zu nähern, in zu locken, allerdings nicht um ihn zu ärgern. Wie sollte sie es formulieren, dieses Gefühl? Als angenehm? Der Gedanke war doch absurd. Vor nicht wenigen Stunden hatte sie seine Gegenwart noch als beklemmend empfunden, hatte sich von seiner seltsamen Ausstrahlung bedroht gefühlt. Ob sie diese nun vermissen würde? Die junge Midford hatte noch nicht in Erfahrung bringen können wie es war, wieder allein zu sein, sich ungehindert entfalten zu können und eigenartigerweise hatte sie auch nicht das Verlangen danach. Die Arme der Dunkelhaarigen hatten sich wieder vor der Brust verschränkt, während sie ihn so musterte. Ganz langsam begann sich die Zimmertemperatur wieder zu regenerieren und sich Rosiels Beeinflussung zu entziehen bis sie wieder ihre Normaltemperatur erreicht hatte. Ihr Blick fiel schließlich auf den Wecker auf ihrem Nachttisch. War es bereits so spät? Der Abend würde sich bald ankündigen.
Vielleicht erwartete der Tristam nun, dass sie etwas sagte, dass sie ihm dafür dankte, sie nicht geküsst zu haben, doch nichts der Gleichen geschah. Ruhig trat die Engländerin an den Nachttisch heran und bückte sich, um die oberste Schublade aufzuziehen und eine Packung Taschentücher hervor zu ziehen. Sicher fiel es ihr nicht leicht die sich eben ereignende Situation einfach zu vergessen. Schließlich konnte die junge Magierin immer noch die Wärme in ihren Wangen fühlen, selbst wenn diese sich so weit abgekühlt hatte, dass es nicht mehr sichtbar war. Von ihrem unregelmäßigen Herzschlag, der weit aus länger brauchte, um sich zu beruhigen wollte sie gar nicht erst sprechen. Rosiel zwang sich dazu ihre Konzentration auf ihren Arm zu richten. Die Blutung hatte wieder nachgelassen und die Engländerin wischte sich mit dem Taschentuch das überschüssige Blut vom Arm, ehe sie auch schon wieder die Distanz zwischen ihr und dem Rotschopf durchbrach, um nach seiner Hand zu greifen. Nachher dachte noch jemand, dass er die Wunde an ihrem Arm verursacht hatte. Zu erklären, wie ihr Blut an seine Hand kam, darauf hatte die Dunkelhaarige nun wirklich keine Lust. Ihre Hände glühten förmlich, als sie die seine hielt und vorsichtig begann das Blut fort zu wischen, um das Taschentuch anschließend im Müll zu entsorgen.
Hast du die Zutaten in der Gemeinschaftsküche gelagert? Dann sollten wir uns vielleicht allmählich auf den Weg machen.“ Es kostete sie wirklich Überwindung so zu tun, als sei nichts geschehen und ihre Gedanken stur auf die Planung zu richten, doch wahrscheinlich war es in diesem Moment wohl das Beste für Beide. Diszipliniert war die junge Midford meistens und ihre Haltung schien dem nicht zu widersprechen, als sich ihr schlanker Körper abermals auf den Tristam zu bewegte. Mit einem leichten Nicken in Richtung Tür forderte sie den Engländer dazu auf zu gehen und sich in Richtung der Küche zu bewegen. Ihre Arme lösten dabei die wieder eingenommene verschränkte Haltung und für einen flüchtigen Moment, zu flüchtig, damit ihn andere registrieren konnten, wären sie im Raum gewesen und zu lang, um seine Existenz zu leugnen berührte sie mit ihren Fingerspitzen seine Hand. Es kam beinahe einer Überlegung gleich, ob sie seine Hand greifen sollte oder nicht, als sich das Mädchen auch schon in Richtung der Tür bewegte. Erst als sie den Türgriff bereits in der Hand hielt verharrte sie schließlich und wandte ihren Kopf nach dem Rotschopf um, sah über ihre Schulter hinweg zu ihm. Nebenbei bemerkt gab es wohl keine Pose in der man einen freiliegenden Nacken inklusive Hals besser in Szene setzen konnte. „Verrätst du mir jetzt was du bist?

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Fr 8 Jun 2012 - 14:36

Anstelle irgendwas zu sagen, entfernte sie sich von ihm. Nicht ein einziges Wort wählte ihre Zunge als Sprungbrett und Mathéos Ohr als Landebahn. Die Stille war fast schon so bedrückend wie die Situation anfangs im Park, als der Tristam noch von der gefühlten Anwesenheit der Midford verwirrt war. Beide Anwesende schienen sich zu beruhigen. Auf sein verlegenes Verhalten kam keine weitere Reaktion. Einzig, dass sich Rosiel entfernte, konnte er beobachten. Sie ging herüber zu ihrem Nachttisch und holte etwas aus der obersten Schublade heraus: Es waren Taschentücher. Da fiel ihm die Wunde an ihrem Arm wieder an und dass sich seine Finger auch schon befleckt hatten. Er wollte schon um ein Tuch bitten, als er merkte, dass sie selber Hand anlegen wollte. Ohne ein Wort vorerst tolerierte er ihr Engagement. Wieder kam ihm der Gedanke, dass es eigentlich nicht zu ihr passte und vermutlich ihre indirekte Art war, sich für etwas zu entschuldigen. Nur fiel ihm nichts ein, was sie jüngst angestellt hatte. Damit wurde die Aktion wieder unerklärlicher. Aber mittlerweile unterließ er es, sich Gedanken darüber zu machen, was sie im Schilde führte. Sicherlich war es nicht schlimm, naiv zu denken, dass sie es aus reiner Nettigkeit tat. Hey, das ist Rosiel – Rosiel Midford. Natüüüüürlich hat sie es aus reiner Nettigkeit getan. Was gibt’s denn da zu zweifeln? Gaaaar nix! Solange er nur sich selbst verarschte, sollte das klargehen.
„Danke“, sagte er sofort, nachdem sie ihren Mund wieder schloss. Erst danach ging er auf ihre Frage und ihren Hinweis ein. „Jupp, alles dort gelagert. Hoffentlich hat sich keiner dran vergriffen.“ Und ob sie es glaubte oder nicht, aber Mathéo imitierte in just diesem Moment einen knurrenden Hund, der eine Katze in der Nähe roch. „Aber ja, hast recht. Los geht’s!“
Es war gut, dass sie das Thema auf das Soufflé zurückbrachte. Das ließ ihn das eben geschehene vergessen. Wobei vergessen wohl nicht zutraf. Man konnte eher von einer Ablenkung sprechen. Aber es war trotzdem angenehm.
Ein ebenso angenehmes Gefühl durchschoss ihn, als er Rosiels flüchtige Berührung spürte. Mathéo hatte den Gedanken schon früher willkommen geheißen, dass sie eine wirklich sehr gepflegte Haut hatte und mit dieser auf zarte Weise zu überzeugen wusste. Als sie eben noch seine Hand gehalten hatte, um das Blut abzuwischen, war es ihm gar nicht bewusst aufgefallen, aber nach dieser flüchtigen Berührung kam das Gefühl zurück. Trotzdem hatte er aber noch genug Gehirnzellen übrig, um sich zu fragen, ob das jetzt Absicht war oder nicht. Sie standen sich ziemlich nahe. Den anderen bei einer Bewegung unabsichtlich zu streifen, klang daher keineswegs unvorstellbar. Allerdings ging Rosiel sofort weiter, ohne innezuhalten oder ihn anzublicken. Es war sicher nur ein Versehen, meinte der Tristam zu sich selbst. Ohne zu leugnen: Als Rosiel zur Tür ging und ihre Hände an ihrer Seite herunterhingen, schwabbte Mathéos Blick kurz auf ihr Gesäß herüber – er war eben auch nur ein Kerl. Aber es waren wohl nur zwei Sekunden, dann wanderte die Aufmerksamkeit gemächlich die Wirbelsäule hinauf bis in den Nacken, den sie ihm entblößte. Rawr! Wie gut, dass er innere und äußere Stimme noch voneinander trennen konnte und welche Glück, dass sie ihn etwas fragte, damit er wieder zu Bewusstsein kam. „Ich bin ein Dämon – durch und durch.“

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Di 19 Jun 2012 - 21:57

pp: ZIMMER 207
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Die Engländerin stieß mit letzter Kraft die Tür auf. Nanu? War ihre Zimmerbewohnerin nicht da? Eigentlich verwunderlich, denn der Uhrzeit zufolge hätte sie schon längst wieder Heim sein sollen. Wer wusste schon, wo sie sich wieder herum trieb. Rosiel sollte das nur Recht sein. Sie wirkte so erschöpft wie lange nicht und das Hinabsteigen der Treppen hatte dafür gesorgt, dass ihre Beine beinahe zitternd unter ihr nach gaben, als sie die Tür hinter sich schloss und sich für einen Moment lang von innen dagegen lehnte. Es war schwer gewesen – sehr schwer. Doch die Dunkelhaarige hatte ihre letzten Kräfte aufgebracht und den Rotschopf allein zurück gelassen. Vermutlich hätte sie die Nacht bereut. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Sie konnte es nicht genau benennen, was es war, doch sein Verhalten entsprach nicht dem Tristam, der ihr den gesamten Tag gestohlen hatte. Schon eigenartig... Sie hatte das Gefühl besessen von ihm förmlich in den Bann gezogen zu werden. Es war ein unbestimmtes Verlangen, das sie angetrieben hatte.
Vorsichtig trat sie auf ihr Bett zu, zog das Jeanskleid über den Kopf und streifte sich die Leggins von den Beinen, ehe sie sich auf die Bettkante sinken ließ und das Gesicht in die Handflächen stützte, die Arme auf den Oberschenkeln aufgestützt. Eigenartig. Langsam kroch die Müdigkeit ihre Knochen hinauf und die Erschöpfung machte sich endgültig bemerkbar. Die violetten Augen fixierten die Fensterscheiben, gegen die unablässig der Regen schlug. Miko musste die Gardinen im Laufe des Tages aufgezogen haben oder sie hatte es selbst getan und erinnerte sich einfach nicht mehr daran. Darüber nachzudenken war jedenfalls sinnlos. Ein Blitz durchzuckte den Himmel und der darauf folgende Donnerschlag war lauter, als jener, den sie zuletzt vernommen hatte. Zu gern hätte sie das Fenster geöffnet und die nach Regen riechende Luft herein gelassen. Doch die Magierin bezweifelte, dass sie noch einmal aufstehen können würde. Seufzend löste sie den Zopf, der ihr Haar zusammen hielt und ließ sich nach hinten auf das Bett fallen, ehe sie auch noch die Beine hinauf zog und die Augen schloss. Im Grunde wollte sie sich nur einen kleinen Moment ausruhen, doch der Schlaf holte sie ein und bescherte der Engländerin verdrehte Träume – Träume, die sie nach England führten, zurück in ihre Heimat, zurück an jenen Tag, als sie Vita Tristam traf. Doch in ihren Träumen stand der Rotschopf an der Seite seiner Mutter.

Es dauerte einen Moment, bis die Magierin begriff, was geschehen war. Ihre Mitbewohnerin war über Nacht nicht Heim gekehrt, denn ihr Bett war unberührt, als Rosiels Wecker sie unsanft aus dem Schlaf riss. Die Engländerin hatte die Nacht durchgeschlafen, trotz Gewitter. Erst jetzt merkte sie, dass sie immer noch nur ihre Unterwäsche trug. Nicht einmal mehr ein T-Shirt hatte sie übergestreift. Was sie wirklich so am Ende gewesen? Der Schlaf hatte gut getan und die Kraft zurück gebracht, die sie am gestrigen Abend verloren hatte. Sie fühlte sich sogar recht fit für all das, was geschehen war. Heute stand ein straffes Programm auf dem Plan, wenn sie das nachholen wollte, was sie gestern versäumt hatte. Leichter gesagt, als getan. Ihre Gedanken kreisten und ließen sie keinen vernünftigen fassen. Immer wieder tauchte das Bild des Rotschopfes vor ihrem inneren Auge auf und ein Zittern überlief sie. Ein wenig gereizt schüttelte Rosiel ihren Kopf um die Gedanken zu vertreiben. Schluss damit. Sie schwang die Beine aus dem Bett und trat auf das Shirt, das sie wohl gestern Nacht vor dem Bett hatte fallen lassen. Stimmt ja... Sie sollte sich wohl später darum kümmern. Alexander müsste doch Ahnung von so etwas haben. Die Dunkelhaarige griff nach dem Handy, das in einer Tasche ihres Jeanskleides ruhte und zog es hervor, um ihre Worte einzutippen und sie an Alexander zu übermitteln. Damit könnte sie das vorerst abhaken.
Die Engländerin fand allmählich in die gewohnte Routine zurück, sammelte ihre Kleidung auf und stellte die gewohnte Ordnung wieder her, ehe sie die Haare zusammen band und in eine schwarze Hotpants und ein weißes Top schlüpfte. Das Handy verschwand schließlich in ihrer Hosentasche, bevor sie sich die Sportschuhe anzog und daran machte, das Zimmer zu verlassen, um dieses Mal, hoffentlich in Ruhe, Joggen gehen zu können.

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Fr 11 Jan 2013 - 21:27

pp: Gang des Mädchentrakts
(am tag davor)
Ich warf mich auf mein kuschliges weiches Bett und schlief sofort ein.

(heute)
Als ich am nächsten Morgen aufwachte fand ich mich neben meinem Bett wieder. Ich war wohl im Schlaf runtergefallen. Ich streckte mich kurz und lief dann verschlafen zu meinem Koffer. Da ich gestern sofort ins Bett gegangen hatte ich noch nicht ausgepackt. Ich packte also meine Sachen in den Schrank und zog mir die Schuluniform an die ich bekommen hatte.
Anschließend ging ichieder nach draußen auf den Gang.

tbc: Gang des Mädchentrakts

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BeitragThema: Re: Zimmer 111 - [unbewohnt]   Mo 26 Aug 2013 - 15:13

pp: Strandbar

Nachdem ich gestern geradeso noch rechtzeitig auf meinem Zimmer ankam setzte ich mich noch einmal kurz an meinen Schreibtisch um die Geschehnisse des Tages aufzuschreiben. Ich dachte mir das ich die vielleicht irgendwie für meinen Manga gebrauchen könnte. Anschließend zog ich das Kleid und die Schuhe aus die ich von Kerry geschenkt bekommen hatte und verstaute sie im Schrank. Gähnend zog ich mein Nachthemd an und legte mich ins Bett um dann nach wenigen Sekunden einzuschlafen.

Verschlafen schaute ich am nächsten Morgen auf meinen Wecker und müsste feststellen das ich um eine Stunde verschlafen hatte. Eigentlich wollte ich gegen 6 aufstehen damit ich genug Zeit habe um den Sand vom Strand aus meine Haaren zu waschen. Schnell sprang ich aus dem Bett und zog mich um. Ich schnappte mir meine Waschsachen und rannte los zum Gemeinschaftsbad.

tbc: Gemeinschaftsbad der Mädchen

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