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 Das Haus im Park

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Leviathan
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BeitragThema: Das Haus im Park   So 3 Jul 2011 - 15:19

das Eingangsposting lautete :



Das Haus im Park




Hier wohnt: Mathéo Tristam


Auf einer Lichtung am Rande des Stadtparks steht diese schicke Behausung. Äußerlich macht es einen sehr gepflegten Eindruck. Das reine Gelb der Wände steht in einem angenehmen Kontrast zum ruhigen Blau der Dachziegel. Von vorne fällt dem Betrachter sofort die hohe und breite Fensterfront auf, durch welche die Sonne fast das gesamte Haus mit Licht erfüllen kann. Über eine ausschweigende Terrasse neben der Fensterfront gelangt man zur Eingangstür des Hauses. Draußen stehen an schönen Tagen ein runder Tisch und einige Stühle, die zu einem sonnigen Frühstück einladen oder einer von zirpenden Grillen begleitete Soiree.

Das Wohnzimmer ist der erste Raum, in den man tritt und welches mit ca. der Hälfte der Fläche auch der größte Raum des Hauses ist. Hier steht eine lange und tiefe Couch mit Blick auf die Fensterfront. Vor dem Glas steht wiederum ein großer Flachbildfernseher, der jedoch nur selten genutzt wird. Häufiger findet dagegen der flache Couchtisch Verwendung, der zwischen beiden steht. Sitzt man auf der Couch und Blick nach draußen, hat man zu seiner Linken an der Wand eine lange Schrankwand stehen; zur rechten befindet sich die Eingangstür. Hinter der Couch befindet sich auf der Seite der Schrankwand die Tür zum Schlafzimmer. Dieses beherbergt ein großes 2-Mann-Bett, welches auf Silber schimmernden Beinen steht und eine hohe, weiche Matratze besitzt, die ihres Gleichen sucht. Laut Angaben des Besitzers stammt sie vom selben Hersteller, der auch das britische Königshaus beliefert. Direkt neben der Tür und somit gegenüber vom Bett steht bedeckt ein Kleiderschrank die gesamte Wand. Die Türen schweben förmlich zur Seite und geben die etlichen Fächer und Schubläden frei. Da das Bett mit einer Seite an der Wand steht, befindet sich nur auf der von der Tür abgewandten Seite ein Nachttisch. Gegenüber der Tür befinden sich auch die breiten und hohen Fenster des Schlafzimmers.

Neben dem Schlafzimmer gelangt man vom Wohnzimmer ins Bad, welches über weniger Tiefe, aber dafür ausreichend Breite verfügt. Kommt man hinein, stolpert man fast schon in die Badewanne. Neben dieser befinden sich das Waschbecken so wie die Waschmaschine und schmale Schränke. Unter dem Fenster auf der anderen Seite der Badewanne steht zudem der Wäschekorb. Macht man sich lang in der Wanne.
Die Toilette befindet sich in einem eigenen, sehr kleinen Raum neben dem Bad. Ein einzelnes Waschbecken hängt dort auch noch.

Was nun noch fehlt, ist die offene Küche. Dreht man sich sofort nach links, sobald man das Haus betritt, gelangt man zu ihr. Die wichtigsten Dinge wie Arbeitsfläche, Ofen, Waschbecken, Schränke – stehend wie hängend sind dort auf engem Raum zusammengepfercht. Der Kühlschrank wirkt fast schon prunkvoll mit seinem amerikanischen, weinroten Stil und seiner Höhe, welche der Höhe der restlichen Küche gleicht.

Die Decke ist im Übrigen schief, so wie es der Blick von Außerhalb auch schließen lässt. Während die Terrasse über eine verzierte Holzrüstung verfügt, ist auf ihrer Rückseite eine Tür integriert. Über diese gelangt man in den Garten auf der Rückseite des Hauses. Diverse Gemüsesorten lassen sich hier je nach Bedarf des Besitzers anbauen. Ein Apfel- und ein Pflaumenbaum runden das Angebot schließlich ab.




Zuletzt von Leviathan am Fr 4 Mai 2018 - 13:38 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Leviathan
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BeitragThema: Re: Das Haus im Park   Di 13 März 2018 - 13:38


Kurz nachdem Sky sich praktisch dazu bereit erklärte, ihren Pullover dem Engel als Geburtstagsgeschenk zu überreichen, verabschiedete sie sich hektisch von den Jungs. Dass das Thema über den letzten Angriff auf Isola wohl etwas zu viel für sie gewesen war und sie sich nicht auch noch die Nachrichten geben wollte, fiel dem Nephilim jedoch nicht auf. "Ich hab doch erst in einer Woche Geburtstag!", rief er dem Mädchen aufgeregt hinterher, wedelte noch etwas mit den Armen - doch schneller als die beiden schauen konnten war Sky auch schon von der Bildfläche verschwunden. Grummelnd wanderte Leviathans Blick zu Matti, der den plötzlichen Abgang ihrer neuen Klassenkameradin schlichtweg akzeptierte und sich wohl nicht mehr Gedanken darüber zu machen schien - den Eindruck hatte zumindest der Engel.
"Ja, gut, dann ab vor die Kiste!" Immernoch etwas verwirrt erhob sich der Junge aus dem Stuhl und folgte dem Tristam in sein trautes Heim und zur Couch, auf der er es sich ohne Aufforderung sofort gemütlich gemacht hatte und mit offenem Mund den Flachbildfernseher bewunderte. "Boah, Matti, du bist voll der Schnösel.", stellte Levi fest und dachte an den alten Röhrenfernseher im Waisenhaus. Er war alt, fett und im wahrsten Sinne des Wortes eine Kiste - aber er erfüllte auch in so einem Zustand den Zweck und Leviathan war froh darüber. "Der Fernseher im Waisenhaus ist immernoch derselbe wie vor 50 Jahren.", übertrieb er. Seit Levi allerdings im Waisenhaus wohnte, stand auch dieses Gerät im Wohnzimmer und es wurde nie ausgetauscht, was wohl auch daran lag, dass man keinen Grund dafür sah - immerhin funktionierte er einwandfrei. Gespannt darüber, was dieses High-Tech-Gerät wohl zu bieten hatte machte sich der Engel bereit. Gesittet wie er nun einmal war schlüpfte er aus seinen Stiefeln, um die Beine ebenfalls auf die Sitzfläche zu befördern und schlißelich im Schneidersitz auf jener zu verweilen. "Oh mein Gott, dieses gestochen scharfe Bi-..." kurz bevor Levi komplett in seiner Schwärmerei verfallen war, erschien bereits die Nachrichtensprecherin auf der Bildfläche, die der Schüler nur zu gut kannte. "Die ist auch alt geworden.", stellte er fest, hielt dann aber sofort seinen Mund, als er die folgenden Nachricht vernahm. Allmählich klappte die Kinnlade des Engels mehr und mehr herunter und auch seine eher gerade Körperhaltung wurde dabei immer buckeliger, als er der Nachrichtensprecherin zuhörte. Sein Blick wechselte zwischen Fernseher, Matti, Fernseher, Matti, Fernseher ... dicht gefolgt von einem undefinierbaren Händefuchteln. Unerschütterlich wie immer und sich fast schon darüber lustig machend, machte Matti seinen Freund darauf aufmerksan, dass dieser nun wohl obdachlos sei. "ICH ZIEH BEI DIR EIN!", schoss es aus dem Engel heraus, während die Nachrichtentante im Hintergrund vom heutigen Wetter, einer ausgeraubten alten Dame und ähnlichem erzählte. "Wohin sollen wir denn bitte?!" Mittlerweile hatte sich der Junge schon aus seiner gemütlichen Pose entfernt und lief nervös entlang der Couch auf und ab. Raufte sich dabei den Kopf. "Wollen die jetzt einfach so ein neues Waisenhaus aus dem Ärmel zaubern oder was?" Als wüsste Matti all die Antworten und als hätte er Schuld daran, bombardierte der Nephilim seinen Freund mit all seiner Aufregung. "Gestern Abend war da noch alles in Ordnung! ... oder halt fast!", teilte er Matti noch mit, eher sich fast schon erzürnt wieder auf die Couch flackte, sein Handy dann aus der Hosentasche zupfte, was in seiner Aufregung alles andere als einfach war. "Ich ruf mal schnell Big Boss an.", meinte er, als er die Nummer der Schuldirektorin in seinen Kontakten suchte und diese schließlich wählte.

"JUL! JUL ICH BINS! HÖRST DU MICH? ... ... ... Ich bin gerade bei Matti und die Tussi von Local TV schwadroniert davon, dass das Waisenhaus nicht mehr ...."
Nur wenige Minuten hatte das Gespräch mit der Direktorin gedauert und dennoch schien der Engel um einiges ruhiger zu sein als zuvor. "Ja, tschüss!" Peinlich berührt und in Hoffnung darüber, dass Matti das "ich hab dich lieb" nicht gehört hatte, legte Leviathan auf. Wer wusste schon, wass sich der Kerl wieder zusammenreimen würde?
"Angeblich werden unsere Sachen direkt in ein neues Wohnheim gebracht, so viel weiß sie auch noch nicht, aber sie wird mich am Laufenden halten ... Du kannst echt froh sein, dass du deine eigene Bude hast, Matti." Und das war des Engels voller Ernst. Ein weiteres Mal seufzte er und lehnte sich etwas am Sofa zurück. Was würde heute eigentlich noch alles passieren? Ob Caiwen und Kaede schon davon gehört hatten? Womöglich befanden sie sich noch im Waisenhaus. In dem Waisenhaus, das nicht mehr sicher war. Wie ein Blitz traf der Gedanke den Engel und er schreckte auf. "Caiwen und Kaede! Die sind da bestimmt noch drinnen! Was auch immer zwischen Cai und dir war und warum auch immer du dich nicht gefreut hast, dass sie gestern seelenruhig in ihrem Bettchen lag - aber meinst du nicht, wir sollten mal nach ihr sehen?"











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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Das Haus im Park   Di 13 März 2018 - 21:49

Eigentlich hatte der Tristam ja lachen wollen. Aber als Levi plötzlich die wahnsinnige Idee herausschrie, bei Mathéo einzuziehen, verstummte der Dämon abrupt. Die Augen weiteten sich und der Mund schrumpfte zu einem verzweifelten Punkt. »Ähm«, ging das Stottern los. Doch da Levi ohne Pause mit einer rhetorischen Frage nach der anderen nachsetzte, beruhigte sich der Rothaarige wieder. Okay, falscher Alarm, er wirft nur mit Unsinn um sich. War also nichts ernst gemeint, wie Mathéo einschätzte. Glück gehabt.
Der Tristam hatte ja nichts gegen seinen Klassenkameraden. Ganz im Gegenteil: Levi war ihm ein gerngesehener Freund. Aber alleine zu wohnen – das war etwas, was sich der Dämon erarbeitet hatte und was er sehr schätzte. Dieser stille Rückzugsort war ihm Gold wert; ach, noch mehr!

Mathéo machte anschließend einfach einen auf aufmerksamer und anteilhabender Zuhörer, schenkte Levi einen mitfühlenden Blick. Hin und wieder schüttelte er leicht den Kopf, als würde er das Grauen der Welt ebenso wenig verstehen könnten wie der Engel. Das sollte reichen, damit Levi auf keine falschen Gedanken kam.
Erst als die Ankündigung kam, Levi würde schnell Big Boss anrufen, zuckten Mathéos Augenbrauen überrascht nach oben. »Big Boss?«, fragte der Tristam eher zu sich als zu seinem Freund, der längst nur noch auf sein Telefon hörte, wie es bimmelte. Die Brauen senkten sich wieder, als Mathéo hörte, wer dieser Big Boss war: Jul. Damit schloss sich der Kreis … ein Kreis … irgendwie. Den Namen hatte Levi vorher schon mal in den Mund genommen. Zu der Zeit dachte Mathéo noch, es wäre eine von Levis Kirschen, doch wer nannte seine Kirsche schon Big Boss? Das taten Masochisten eventuell – aber Levi war keiner … oder? Mathéo beäugte seinen Freund verschmitzt. Vorstellen konnte er es sich, war eine sehr lustige Vorstellung. Aber ernst nehmen konnte er es nicht. Dann war diese Jul halt keine Kirsche. Ein weibliches Wesen war es definitiv, denn Mathéo konnte den Ton ihrer Stimme am Telefon vernehmen. Genaue Worte waren nicht zu verstehen. Der Dämon verzichtete darauf, die Schallausbreitungsqualität der Luft zwischen ihm und Levi zu manipulieren, damit er das Gespräch belauschen konnte. So was taten Freunde einfach nicht untereinander. Außerdem würde ihm Levi sicher noch genug berichten, sobald er aufgelegt hatte.
Was Levi jedoch selbst sagte, war schwer zu überhören. So bekam Mathéo mit, dass diese Jul nicht im Waisenhaus wohnte, da sie ihre Bleibe nicht verlor. Es konnte also nur jemand wie der Dämon selbst sein, der außerhalb wohnte oder es war jemand erwachsenes, der ohnehin nicht im Waisenhaus wohnte. Eine Lehrerin? Das wäre eine Option, aber welche Lehrerin führte schon freiwillig ein vertrautes Verhältnis mit dem Klassenclown Leviathan Nakamura? Vor allem war es doch leichtsinnig, ihm auch noch die eigene Handynummer zu überlassen. Konnte keine gute Lehrerin sein, schätzte der Dämon – insofern sie überhaupt eine Lehrerin war. Ob Levi mir einer …? Besser war’s, er dachte nicht weiter darüber nach.
Zum Ende wurde es noch einen Tacken interessanter. Er wollte bei ihr einziehen? Mathéo glupschte neugierig zum Engel. Seine Aussage klang ernsthafter als zuvor Mathéo gegenüber. Hatte Levi eine Mutter, Tante, Oma, irgendwas auf der Insel? Wenn ja: Warum wusste der Tristam nichts davon? Die beiden Jungs mussten wohl mal ein ernstes Wort miteinander reden.

Levi beendete das Telefonat und schaute dabei etwas verlegen drein. Sah man etwa eine zarte, pfirsichrote Blöße auf seinen kindlichen Wangen? Wie süß. Mathéo musste lachen.
Levi erzählte ihm von dem Plan, dass die Sachen der Schüler in ein neues Wohnheim gebracht werden sollten. Mehr wusste diese Jul allerdings selbst nicht. Das einzige, was klar war, war, dass Mathéo sich glücklich schätzen konnte, eine eigene Bleibe zu besitzen. Das brauchte ihm Levi nicht extra sagen, das hatte der Dämon längst erkannt. Und zum Glück würde sich an der eigenen, einsamen Bleibe so schnell nichts ändern.
Beruhigt über jeweils andere Umstände lehnten sich die Jungs – leider nur – für einen kurzen Moment zurück; denn Levi schoss sogleich wieder hoch. Dabei plapperte er was von Caiwen und Kaede und dass gerade nicht zählte, was zwischen dem Dämon und der Werwölfin mal war, aber die beiden mussten angeblich rasant nachschauen, ob die noch im Waisenhaus waren oder nicht. Immerhin schien dieses Haus ja … gefährlich. Leuchtete also ein diese Reaktion.

»Ähm«, Mathéo musste erst mal begreifen, was da von ihm verlangt wurde. Es stimmte schon, dass da mal was war – oder so. Aber seit dem hatte es keinerlei Kontakt mehr zwischen den beiden gegeben und der Tristam hatte eigentlich auch seine Entschlüsse nach dem letzten Treffen der beiden gefasst. Wenn der Dämon in sich hineinfühlte, spürte er keinen Zwang, keine Klammheit. Er schätzte Levis Sorge, aber im Moment fühlte sich Mathéo unberührt etwaiger vergangener Tage – eine rückgekehrte Eigenschaft seiner früheren dämonischen Tage: die Fähigkeit Loszulassen.
»Joa, kein Ding. Können wir machen«, nickte er seinem Freund schließlich mit gefassterer Miene zu. »Lass mich nur schnell ‘ne Jacke greifen. Ich bring dir eine mit.« Da grauste es ihm wieder. Hoffentlich würde er das alles wiedersehen.

Zwei Lederjacken hatte er dabei, als er zu Levi zurückkehrte. Eine davon trug er selbst und eine war für seinen Kumpan. Mathéo fragte sich, ob Levi das hochwertige, englische Leder erkannte. Vom Stil her sah es wie eine dieser Londoner Szene-Biker-Jacken aus, die einerseits eine gewisse Schlichtheit besaßen durch ihre einheitliche Farbe und andererseits eine deutliche Coolness ausstrahlten. Fehlte eigentlich nur noch der Ofen unterm Hintern und das Grid-Girl, welches sich von hinten an einen randrückte.
»Du musst mir aber auf dem Weg unbedingt erklären, wer diese Jul ist. Mir schwirren ja die wildesten Vermutungen im Kopf herum.«


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Zuletzt von Mathéo Tristam am Do 15 März 2018 - 11:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Das Haus im Park   Mi 14 März 2018 - 17:22


Der Dämon hatte wirklich eine wahnsinnige Geduld. Zuerst wurde er bei seinem Frühstück von zwei Schnorrern gestört und danach dreschte der Engel mit seinen Worten aus purer Verzweiflung und Aufregung auch noch regelrecht auf seinen Freund ein. Die ganze Zeit über war Mathéo die Ruhe in Person gewesen und gab sich der von Levi ausgehende Achterbahn der Gefühle in vollen Zügen, hörte auch aufmerksam zu. So wirkte es zumindest auf den Engel.
Auch auf den Vorschlag, nach Caiwen und Kaede zu sehen, ging er ohne Umwege ein. Fast schon kühl wirkte der Dämon dabei - große Überzeugungskunst musste Leviathan also nicht leisten.
"Ja, bitte.", meinte der Engel kräftig nickend, als Mathéo sich aufmachte um 2 Jacken aufzutreiben - die Wärmelampe konnte man also wohl schlecht mitnehmen. Nach einem flüchtigen Blick auf sein Smartphone, nur um festzustellen, dass sich Kaede noch immer nicht gemeldet hatte, schlüpfte der Engel wieder in seine Stiefel. "Nicht dein Ernst." Mit hochgehobenen Augenbrauen linste er zur Lederjacke, die Matti in den Händen hielt, als er zurückgekehrt war. Eine ähnliche bedeckte seinen Oberkörper. Levi wusste nicht so recht, ob er es cool oder übertrieben finden sollte, und genau das konnte man wohl auch aus seiner Mimik lesen. Mit einem kurzen Schulternzucken nahm er es einfach so hin, dass die beiden nun einen auf Bad Boys machten und zog sich die Jacke über, nachdem er sie entgegen genommen hatte. Sie fühlte sich zumindest angenehm an und roch ebenso wohltuend. Das Schnösel-Image würde Matti wohl so schnell nicht losbekommen.
"Hast du auch Sonnenbrillen?", fragte Levi seinen Freund, als er vom Sofa aufgestanden war und bombardierte ihn sofort mit der nächsten Idee. "Und die Jeans! Lass uns die Jeans zerschneiden!" Voller Begeisterung und mit geballter Faust funkelte er den Engländer an, beruhigte sich zum Glück aber sofort wieder, als ihm einfiel, dass die Kleidung ja nichtmal ihm selbst gehörte. Wahrscheinlich würde Levi ein solches Schnippschnapp nicht überleben. "Wie viel Kohle trag ich eigentlich gerade an mir?"
Sich selbst bzw. seine Kleidung musternd verließ der Engel das Haus im Park und Mathéo tat es ihm gleich. Außerdem schien den Jungen wohl die Neugierde gepackt zu haben. Der Engel nickte und grinste vor sich hin, machte zuerst aber nur wenig Anstalten, seiner Begleitung von der geheimnisvollen Jul zu berichten. Ein wenig konnte er noch an seiner eigenen Geschichte schrauben.

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