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 Wohnung 13 - Valerye van Dyck

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BeitragThema: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   So 3 Jul 2011 - 13:15

das Eingangsposting lautete :

Stadtwohnung 13

Hier wohnt: Valerye van Dyck





Der Wohnblock liegt am Anfang der Barádori Strasse.

Diese Wohnung befindet sich im zweiten Stockwerk. Sie verfügt über einen relativ geräumigen Vorraum, ein extra Badezimmer und eine Toilette, eine offene Küche und zwei weitere Räume, die man nach Belieben gestalten und einrichten kann. Die Wohnung liegt auf der Rückseite des Hauses und bietet einen schönen Ausblick auf den Stadtpark. Der Balkon ist viel grösser im Vergleich zu jenen an der Vorderseite und aussedem grenzt sowohl diese Wohnung als auch der Balkon direkt an die Wohnung 12.



Zuletzt von Takeru am Do 3 Mai 2012 - 12:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Fr 23 Jan 2015 - 15:01

Ich wollte ihr noch so viel erklären und soviel zeigen das ich einfach nichtmehr wusste womit ich nun wirklich anfangen sollte und was ich tun konnte, ohne das sie es verwerflich finden würde.
Schließlich wollte ich nicht das sie schlecht von mir denkt, ohne das sie mich wirklich kannte.
Wenn sie mich kannte und schlecht von mir denken würde, wäre das wiederum richtig, zumindest war das meine Denkweise.
Nun stellte sie eine rhetorische frage auf die ich zwar nicht antworten musste aber dennoch wollte ich etwas dazu sagen, schließlich war es nur richtig.
Ja ich möchte sie einladen, schließlich habe ich sie gerne.
Nun grinste ich wieder und blickte in ihr Gesicht, welches ein wenig rot geworden war. In dem Moment war für mich der Zeitpunkt gekommen an welchem ich alte Fehler wohl wiedergutmachen konnte, oder es zumindest versuchen würde. Schließlich wollte ich nicht das sie von mir dachte das ich jeden so behandle, sie war nun einmal etwas besonderes und das musste sie nun langsam verstehen. Aber das würde nicht so einfach funktionieren, es war wohl dennoch nötig das ich dazu einen Anstoß geben musste.
Der Handkuss ist eine normale Verhaltensweise welche nach wie vor unter den mitgliedern europäischer Adelshäuser genutzt wird. Tut mir leid wenn es sie gestört haben sollte, ich habe es mir vor einigen Jahren angewöhnt.
Das würde wohl ganz genau in die entgegengesetzte richtung weisen, wenn ich nicht noch etwas anderes geplant hätte. Aber die Ausführung bereitete mir Kopfzerbrechen, schließlich war es doch ein wenig zu schnell für so was. Dennoch war es wohl die einzige wirkungsvolle Möglichkeit welche ich noch zur Verfügung hatte.
Also umarmte ich sie langsam nachdem sie ihren Mantel angezogen hatte und legte meine Stirn an ihre.
Das allerdings ist mir peinlich, schließlich ist es nicht das was ich normalerweise tun würde.
Sagte ich leise während ich sie so im Arm hielt, ich hoffte das sie es verstehen würde und nicht sauer werden würde. Dann löste ich meine Umarmung und trat wieder einen schritt zurück.
Nun fiel mir auf das ich nicht einmal wusste wohin genau wir gehen sollten, schließlich kannte ich mich hier ganz und gar nicht aus und so wartete ich einen Moment und sagte :
Ich würde mich freuen wenn sie voran gehen würden, schließlich kenne ich mich hier noch nicht so gut aus.
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Fr 23 Jan 2015 - 23:16

Etwas enttäuscht nahm ich seine Aussage hin, dass er sich den Handkuss angewöhnt hatte und deswegen als ganz normale Verhaltensweise betrachtete. Also von wegen besonders. Da hatte ich mir ja schön etwas eingebildet. Naja, was solls. Zumindest ging er ehrlich mit dem Thema um und machte keine große Sache daraus.
Nachdem ich ihm allerdings mitgeteilt hatte das wir losgehen konnten und ich selbst schon in Winterkleidung vor ihm stand, ging er wie ich vorhin auf mich zu und......umarmte mich? "Huch", gab ich ganz überrascht von mir und wusste auf den ersten Moment hin gar nicht wie mir geschah, so überwältigt war ich von dieser spontanen Aktion. Das hätte ich ihm wirklich nicht zugetraut. Zusätzlich legte er seine Stirn an meine. Jetzt konnte ich ihm direkt in die Augen sehen. Ziemlich verunsichert erwidere ich seinen Blick. Was wollte er damit erreichen? Dieses Verhalten war voll aus dem Kontext gegriffen.
Nachdem sich seine Umarmung wieder löste und er einen Schritt zurücktrat blieb ich erstarrt im Türrahmen stehen. Selbst als er mir sagte das er nicht wüsste wo genau er mir seine Fähigkeiten demonstrieren sollte, blieb ich, mit meinem Blick auf ihn fixiert, starr auf meiner aktuellen Position. Nicht mal Antworten tat ich in diesem Moment. Es war als hätte mein Gehirn plötzlich ausgesetzt und trotzdem lief es auf Hochtouren, weil es versuchte das gerade geschehene einzuordnen. Erst nach eine gefühlten Ewigkeit fing ich mich wieder.
"Was? Sie kennen sich nicht aus?", kam es dann ziemlich hektisch und schnell atmend aus meinem Mund. "K_kein Problem. Wir g-gehen einfach in den Park gleich um die Ecke.", stammelte ich weiter vor mich hin während ich mir mit der Hand an die Stirn fasste und mich in Richtung der Haustür umdrehte. "I_Ich gehe mal vor.". Oh Mann! Ich war sowas von der Rolle das glaubt man nicht. Ziemlich krass nach nur einer Umarmung, selbst mein eigener Verstand bescheinigte mir das er das höchst seltsam fand. An der Tür angekommen blieb ich stehen und schaute in Richtung der Küche, schüttelte mit dem Gedanken "Nein" meinen Kopf und versuchte mich wieder zu sammeln. Nun wartete ich nur noch darauf, das mein Gast erscheinen würde. "Kommen sie?", rief ich fragend und schon wieder einigermaßen normal in Richtung der Küche während ich schon einmal die Tür öffnete.

Tbc: Stadtpark.
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Fr 23 Jan 2015 - 23:30

Ich hatte sie mit dem was ich getan hatte irgendwie getroffen, nur wusste ich nicht wirklich was nun das Problem an der Sache gewesen war, schließlich gab es meiner Erfahrung nach nur wenige Möglichkeiten wie man auf so etwas reagieren konnte. Aber sie hatte mich weder rausgeschmissen, noch schien sie wirklich böse oder erleichtert zu sein. Nun wusste ich auch nichtmehr weiter und fragte mich was ich falsch gemacht hatte, ich hatte sie wahrscheinlich mit irgendetwas geschockt, nur was war daran schockierend?
Es tut mir leid wenn ich sie damit erschreckt haben sollte, ich wollte ihnen nur meine Zuneigung versichern nichts weiter.
Es mochte nicht die komplette Wahrheit sein, dennoch musste es für den Moment genügen.
Schließlich hatte es mir gefallen sie zu berühren, aber das ich es so schnell getan hatte und das ohne sie wirklich zu kennen erschreckte mich schon ein wenig, schließlich konnte das alles gefährden.
Also folgte ich ihr langsam und hielt ein wenig Abstand um sie nicht noch weiter in die enge zu treiben oder sie gar wieder zu erschrecken.
Meine Fähigkeit ist nicht so schön und offensichtlich wie die ihre, dennoch ist es eben etwas anderes und das wollte ich ihnen zeigen.
Das ich ihr soweit vertraute war eine Sache welche ich selbst noch nicht so ganz verstehen konnte, schließlich war es nicht normal für mich, aber was war heutzutage schon normal für mich?

Tbc : Stadtpark
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Mi 18 Feb 2015 - 21:35

Cf: Stadtpark | Wechsel auf den 25.

Die Nacht war sehr ungemütlich für mich gewesen. Ständig bin ich mittendrin aufgewacht oder habe einfach nicht mehr die Augen zu bekommen. Vermutlich lag es an dem Fakt, das ich am Tag davor schon sehr viel geschlafen hatte. Trotzdem bezweifelte ich das sich zu viel Schlaf mit solchen Nebenwirkungen äußert. Hellwach und mit Kopfschmerzen lag ich im Bett und schaute durch das Fenster nach draußen. Die Sonne schien und wenn man genau hin hörte konnte man sogar ein entferntes Vogelzwitschern vernehmen. Erst jetzt dachte ich über das gestern Abend geschehene nach. Es war eine ziemlich seltsame Nacht gewesen. Um ehrlich zu sein kam sie mir sogar fast wie ein Traum vor. Warum dies allerdings so war, vermochte ich nicht zu sagen.
Langsam aber sicher richtete ich mich im Bett auf. Mein Nacken zog ungeheuerlich und ich griff mir erst einmal schmerzerfüllt mit der rechten Hand an den Hals. Ich war total verspannt. In einem Satz bewegte ich mich an die Bettkante, stand zögernd auf und bewegte mich danach wie ein wandelnder Zombie im Nachthemd Richtung Küche um zu frühstücken. Gerade an der Türschwelle angekommen wurde mir aber klar was ich vergessen hatte. Meine Brille! Mir war bis jetzt nicht mal aufgefallen das ich alles nur wegen meiner fehlenden Gläser verschwommen wahrnahm.  Vorsichtig kämpfte ich mich also wieder zu meinem Bett zurück und Tastete wie eine Blinde auf dem Nachttisch herum bis ich etwas Brillen ähnliches in meiner Hand fühlte. Als beim Aufsetzten des besagten Gegenstandes tatsächlich wieder alles scharf vor meinen Augen wurde, nahm ich meinen Zombie-Walk in die Küche wieder auf. Halb verschlafen schmiss ich die Kaffeemaschine an, packte mir zwei Scheiben Brot aus meinem Brotkasten, packte diese wiederum auf einen Teller welchen ich aus einem der Küchenschränke holte und ging, schon etwas munterer, ins Wohnzimmer um ein wenig Musik an zu machen. Ich brauchte etwas für gute Laune, Ansonsten würde ich heute wohl endgültig im Sumpf der Depressionen versinken und solange ich meinen Kaffee nicht hatte ging das schneller als man ahnen würde.
Genüsslich ließ ich meinen Finger über die CD-Sammlung streifen und hielt sofort bei einer Hülle an wo in roten Buchstaben AC/DC stand. Ich nahm die CD heraus und schob sie in die Anlage, drehte die Musik auf eine mittlere Lautstärke und wartete bis die Musik anfing. Schon kurz nachdem das erste Lied angefangen hatte fühlte ich mich schon ein kleines bisschen besser. Klingt vielleicht verrückt, aber Musik ist zu allem fähig. Tanzend und teilweise mitsingend ging ich letzten Endes wieder zurück zur Küche um meinen inzwischen fertig durchgelaufenen Kaffee entgegen zu nehmen und mich auf meinen Stuhl an den Frühstückstisch sinken zu lassen.
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Mi 18 Feb 2015 - 22:35

Kurz nachdem ich begann die ersten Schlucke Kaffee zu mir zu nehmen, vernahm ich schwere Schritte aus dem Treppenhaus. Da hatte anscheinend wohl jemand wirklich die Nacht durchgefeiert. Interessiert lauschte ich, an der Musik vorbei, weiterhin den Schritten. Sie gingen nicht weiter das Treppenhaus hinauf sondern schienen auf der Etage meiner Wohnung zum Stehen gekommen zu sein. Wenn es nicht gleich an meiner Tür klopfte, dann war es sicherlich mein neuer Nachbar. Obwohl ich mich fragte was er die ganze Nacht über gemacht haben sollte. Wie er mir ja gesagt hatte kannte er sich hier nicht besonders gut aus. Vielleicht hatte er sich ja verlaufen und erst heute Morgen wieder zurückgefunden? Im Prinzip war ja alles möglich, auch wenn das wohl eher unwahrscheinlich war.
Plötzlich vernahm ich ein dumpfes Geräusch von der Haustür aus. Also klopfte doch jemand bei mir an! Ich frage mich wer genau jetzt etwas von mir will. Mit der Kaffeetasse in der Hand und immer noch in meinem Blau-weiß gestreiften Nachthemd begab ich mich zur Türe. Als ich durch das Guckloch nichts erkannte bzw. keine Person dort stehen sah, öffnete ich die Haustür und schaute in den Flur das Treppenhaus hinunter......nichts. Konnte ich mich geirrt haben? Als meine Blicke zur Türe gegenüber wanderten, bemerkte ich das diese einen Spalt offen lag. "Hallo?", fragte ich zögerlich und verließ im Nachthemd meine Wohnung, jedoch ohne meinen Schlüssel dabei zu vergessen. Als ich auf diese Frage keine Antwort bekam, schloss ich die Türe meiner Wohnung hinter mir und öffnete langsam die Türe zur Nachbarwohnung. Es war mir nicht ganz geheuer und um ehrlich zu sein machte sich in meinem Bauch gerade ein ziemlich unsicheres Gefühl breit. Vielleicht waren es ja Einbrecher oder irgendwelche anderen finsteren Gestalten.

tbc: Wohnung 13
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Do 12 März 2015 - 23:17

cf: Wohnung 12

Ich ignorierte gekonnt den Fakt, das er hinter mir bereits wieder die Wohnung verließ und das Treppenhaus hinunter zum Ausgang ging. Ich wurde beim besten Willen nicht schlau aus diesem Menschen. Er wandelte stetig auf der Linie zwischen "Lass mich in Ruhe" und "Schön dich zu sehen". So zumindest kam es mir seit gestern Abend vor. Auch, wenn es vielleicht eine etwas voreilige Einschätzung des Ganzen war. Ich vertraute in diesem Fall auf meine Menschenkenntnis und mein pädagogisches Fachwissen. Trotzdem passten ein paar Sachen noch nicht so ganz ins Bild. Er war einfach ein großes, wandelndes Fragezeichen welches in mein Leben getreten war. Mein ganzes Leben versuchte ich Menschen zu verstehen. Hier jedoch scheiterte ich, aber warum?
Den ganzen Vormittag zerbrach ich mir den Kopf über genau diese Fragen. Dabei interessierte es mich nicht mal ob mein Kaffee mittlerweile kalt geworden war. Erst nach einer Weile die ich in eine Decke gehüllt auf meinem Sessel verbrachte, beschloss ich mich anzuziehen und eventuell doch das Haus zu verlassen. Eigentlich wollte ich das ja heute nicht, aber ich wusste beim besten Willen nichts weiter mit dem Tag anzufangen. Ich war doch etwas einsam wenn man so will, was ich mir auch vollends eingestand. Mit einem beherzten Schluck brachte ich noch die letzten Tropfen des kalten, schalen Kaffees hinter mich und begab mich anschließend zu meinem Kleiderschrank. Meine Klamotten von gestern waren ja eigentlich noch in bester Ordnung, aber irgendwie ein wenig kalt für die aktuellen Temperaturen. Zumindest fror ich gestern ein wenig und das mochte ich nun überhaupt nicht. Ein genauerer Blick in den Schrank verriet mir allerdings, das mir wohl nichts anderes übrig bleib als diese Sachen zu nehmen und mich damit zufrieden zu geben. Außer einem Schal und einem Mantel besaß ich nämlich nicht großartig etwas gegen die Kälte. Was ich mir selbst dann auch mit einem lauten Seufzer bestätigte.
Nachdem ich mich umgezogen hatte begab ich mich zur Haustüre, machte die CD-Anlage vorher logischerweise aus und verließ das Haus. Ich würde sicherlich schon einen Ort finden an welchem ich die Sonne, welche momentan am Himmel stand, genießen konnte. Hoffentlich blieb das Wetter nun eine Weile so....

tbc: ???
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BeitragThema: Post   Di 5 Jun 2018 - 11:23


Cf: Büro der Heimleitung (Mit Zwischenhandlung im Wohnheim)


Der Engel hatte eine Aufgabe bekommen. Eine Aufgabe, der er auch fügsam nachgekommen war. Zumindest eine Viertelstunde lang. Zwei Zimmer im Jungenbereich hatte er sich angesehen, nur um anschließend zu realisieren, dass alle gleich aussahen und auch die selben Möbel vorhanden waren. Und wenn das auf zwei der Zimmer zutraf, dann bestimmt auch auf den Rest. Eifrig nickend und sich dabei sehr wichtig fühlend hakte er die Checklisten der Ostzimmer ab – alles an Ort und Stelle, alles im Lot. Als er sich gerade in Bewegung setzen wollte um in den Westflur zu stiefeln – denn da waren immerhin die Mädchenzimmer, für die der Engel etwas mehr Interesse hegte – erschienen zwei seiner Mitschüler hinter ihm und tappten ihn jeweils auf eine seiner Schultern. In den freien Händen hielten sie Bierdosen, die noch recht gut gefüllt waren. Zumindest konnte man darauf schließen, wenn man die Flecken am Boden betrachtete, die die beiden hinter sich herzogen. „Ey, ihr macht da voll den Dreck“, beklagte sich der Nephilim, was mit einem Klemmbrett und einem Kulli darunter in der Hand bestimmt noch authentischer wirkte. Lange hielt die Vernunfts-Ära des Engels jedoch nicht an. Es brauchte nicht viel Überredenskunst, da hatte auch Levi eine Dose in der Hand und ging mit den beiden auf Erkundungstour durch das Anwesen. „Und ich soll echt einfach alles abhaken?“, hatte er seine Mitschüler noch zögernd gefragt, ehe er auch bei den Zimmern im Westflur überall dort Häkchen setzte, wie er es auch bei denen im Ostflur getan hatte. Dass sich die Zimmer dort unterschieden, wusste der Engel nicht – wie denn auch? Selbstsicher machte er bei jedem der Mädchenzimmer „2 Stockbetten inklusive 4 Decken und 4 Daunenkissen“ ein Kreuz und wurde dabei von den beiden Mitschülern regelrecht angefeuert. Die Floskeln „Das stimmt bestimmt so“, sowie „Sei keine Pussy, mach einfach“ und ähnliches waren dabei mehrmals geflogen.
Es vergingen bestimmt einige Stunden. Wie lange der Nephilim aber tatsächlich mit Bier und Freunden beschäftigt war, konnte er nicht sagen. Shoko Akahoshi, das Mädchen aus der Unruhestifterrunde und direkte Klassenkameradin des Nakamuras hatte es sich nicht nehmen lassen, die Tür zum Partykeller aufzubrechen und sie hinter sich wieder zu schließen, sodass auch niemand stören konnte.

Nachdem der Partyraum halbwegs auseinandergenommen, alle Gerätschaften auf Herz und Nieren getestet und einige Drinks geflossen waren, wagte der Engel doch einen Blick auf sein Smartphone. Julias Nachricht war noch ungelesen. Sie erreichte das Handy schon vor einigen Stunden. „Ups. Alle mal leise!“, forderte er die beiden auf, als müsste er nun ein höchst wichtiges Telefonat führen. Brauchte dann aber doch nur eine gewisse Konzentration, um sich die Nachricht durchzulesen. „Ohhh es gibt Hühnchen mit Reis, ich muss weg!“ Nachdem er Shoko und dem anderen Mitschüler den Haarschopf küsste und guten Willens ein paar der leeren Flaschen und Dosen in den Mülleimer verfrachtete, verabschiedete er sich winkend von seinen zwei Freunden.

Es war mittlerweile kurz vor 23 Uhr. Noch während seinem kleinen Nachtflug betete er nach oben und erhoffte sich, dass noch etwas von Julias köstlichem Hähnchen da war.
Inzwischen hatte der Engel ein Loch im Magen. Bis auf das Frühstück bei Mathéo und die 1-2 Bier hatte er noch nichts an Nahrung zu sich genommen. Seine Energie war gering, was er auch beim Fliegen bemerkt hatte. Immer angestrengter schlug er mit den Flügeln durch die Nacht und klang dabei wohl eher wie ein Vogel, der sich in irgendwo verheddert hatte als ein gefallener Engel auf todesmutiger Nahrungssuche. Das Klemmbrett hatte er in seiner Umhängetasche dabei, deren Größe hierfür nicht ganz ausreichte aber seinen Zweck dennoch erfüllte. Ein Zimmer hatte sich Leviathan hingegen noch nicht ausgesucht, er hoffte in diesem Moment einfach auf Kazuya. Er war ein helles Köpfchen und machte immer alles richtig – bestimmt sorgte er auch dafür, dass Levi und er sich ein Zimmer teilen konnte. Für den heutigen Tag war es aber sowieso nicht mehr wichtig. Er würde nicht im Wohnheim nächtigen.
Mit letzter Kraft hatte sich der Nephilim zur Wohnung seiner Vertrauensperson gekämpft. Dennoch recht zielsicher landete er auf dem Balkon jener Wohnung, die der Direktorin zuzuschreiben war bzw auf dessen Geländer und ließ seinen Blick über den Balkon gleiten. „Was gehtn mit Jul ab?“ Nur kurz wunderte er sich über die ganze Eulendekoration und das Potpourri an Kerzen, welches auf dem Vorsprung Platz gefunden hatte. Mit einem Schulternzucken war die Verwunderung jedoch schon abgetan und der Engel – „und hepp“ – sprang auf den Boden des Balkons der vermeintlichen Wohnung mit der Nummer 12.  Es war dunkel in der Wohnung. „Jul?“ Der Schwarzhaarige legte beide Hände an die Fensterscheiben und legte sein Gesicht daran, um eine bessere Durchsicht zu gewährleisten. In der Dunkelheit suchte er nach Jul oder nach Mathéo oder nach Hühnchen mit Reis, erkannte jedoch … nichts. „Hallooo?!“ Energisch klopfte er gegen die Fensterscheibe der Wohnung Nr. 13. Klopfte lauter und lauter. „Jul? Ist alles in Oooordnung bei dir?“, rief der Nephilim lautstark. Er hatte zwar nicht ganz so viel getrunken aber in Anbetracht der Tatsachen des heutigen Tages herrschte eine allgemeine Verwirrung und Chaos im Kopf des Engels. Dass er gegen das falsche Balkonfenster hämmerte kam ihn nicht ein mal in den Sinn. Eher machte er sich Sorgen um Julia – war ihr etwas geschehen? So etwas sah ihr nicht ähnlich. Sie schrieb, das Essen wäre fertig wenn  Levi kommen würde. Niemals würde sie einfach so aus oder gar schlafen gehen, wenn der Engel noch nicht angetanzt war nachdem sie sich verabredet hatten. Die Augenbrauen des Nakamuras zogen sich zusammen. „Ich tret‘ jetzt das Fenster ein, OK?“, rief er noch einmal und holte mit seinem linken Bein zum Schlag aus, was sich aufgrund der geringen Tiefe des Balkons schon als schwierig herausstellte. Mehr als ein dumpfes „Bopp“ gegen die Balkonfensterscheibe und ein schmerzender Zeh ging sich de facto also auch nicht aus. „Aua.“, jammerte der Engel. „Okay. Dann so.“ Der Engel stellte sich breitbeinig hin und ging etwas in die Hocke. Umfasste mit seiner linken Hand das rechte Handgelenk und versuchte, sein Flammenschwert zu beschwören, da er der festen Meinung war, er könnte das Fensterglas mit jenem zum Schmelzen bringen oder auf eine andere Art und Weise zerstören. „Jetzhhh komm schon, alteehhr“ Mühevoll versuchte der Engel all seine verbleibende Kraft in die offene Hand zu pressen, während sein Kopf immer röter und röter wurde und die Schläfenarterie sich mehr und mehr durchdrückte. Mehr als ein kleines Flämmchen, das auch eine Streichholzschachtel erzeugen könnte schaffte Leviathan einstweilen jedoch nicht, machte aber auch keine Anstalten, so schnell aufzugeben …  
 











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Valerye van Dyck
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Mi 6 Jun 2018 - 0:44


Wenn ich vorstellen darf:
Lady van Dyck's Einstiegspost



Valerye seufzte leicht, als sie vor der ihr noch ungewohnten Tür stand, das Schlüsselbund aus ihrer Handtasche kramte. Sie hatte die letzten Stunden mit Bernardo verbracht, der ihr ein Abendessen schuldig war dafür, dass sie sich auf diese Insel hatte lotsen lassen. Zwar wollte sie mit diesem Dienst ihre eigene Schuld bei ihm begleichen, doch sagte die van Dyck nie nein zu einem angemessenen Abendmahl bei angenehmem Ambiente und vorzüglichen Speisen. Die Insel hatte Charme, das musste Valerye zugeben. An London kam sie bei weitem nicht heran, aber das hatte sie sicher nicht vor. Für diese vorübergehende Arbeitszeit sollte es reichen. Vielleicht würde die Hexe sich sogar die Zeit nehmen und einmal einen ausgiebigen Spaziergang wagen. Zu Fuß konnte man Gegenden aufmerksamer erkunden als mit dem Gefährt. Ein Pferd hätte auch seinen Stil, doch von der Sorte hatte sie keines mitgebracht. Die Adelsdame bezweifelte, dass es auf Isola Ställe gab.

War der Schlüsselbund erst mal enträtselt, steckte die Lösung des Schlosses auch schon und gab die Pforte zur frischen Wohnung der van Dyck frei. Dunkel war es, wie man es von einer leeren Wohnung um diese Uhrzeit auch erwartete. Von individueller Einrichtung war kaum etwas zu sehen. Hier und da standen noch Kartons herum. Immerhin hatte Valerye die Wohnung erst heute Morgen übernommen. Sie würde den anschließenden Sonntag dazu verwenden, sich etwas einzurichten. Bei der Schule sollte sie wohl auch vorbei, schauen, ob jemand von der Arbeitsplanung dort war oder sie überhaupt irgendwelche Informationen abgreifen konnte. Es würde sie sehr ärgern, sollte man ihr am Montag schon einen Unterricht vor die Nase werfen, ohne ihr Zeit der Vorbereitung zu gönnen. Sie gab zu, dass ihre Anreise sehr kurz vor der Wiederaufnahme des Unterrichts angesetzt war, doch noch kurzfristiger wurde das Engagement der Hexe besiegelt. Sie erwartete also, dass man ihr entgegenkam. Ansonsten würde sie sich bei der Kritik nicht zurückhalten. Vielleicht würde sie sogar ihrem Drang nachkommen, diesem dämonischen Gestank auf dem Gang nachzugehen. Sie hatte ja erwartete, diesem Volk hier zu begegnen und sie hatte sich mehrmals ermahnt, nicht jedem Dämon an die Gurgel zu springen, doch wollte sie sich gerne in ihrer Wohnung entspannen können. Eine magische Blockade der Wohnung, um den Gestand auszusperren, war daher eine Pflichtmaßnahme gewesen.

Valerye liebte die Dunkelheit, sah sie doch wie eine Katze nahezu problemlos, nutzte all das Restlicht, welches von Draußen hereindrang. Die Vorhänge waren nicht zugezogen. Das schwache Mondlicht war ein gerngesehener Gast in ihrem Ambiente. Was sie dagegen nicht gern sah, waren ungebetene Gäste.
Ein heftiges Klopfen war aus dem Wohnzimmer zu vernehmen. Der Ton klang ganz nach der gläsernen Tür zum Balkon. Mit keinem stumpfen Gegenstand wurde gegen diese gedroschen, aber mit einer Hand musste es jemand versuchen. Halb verstohlen, halb geheimnisvoll spähte sie aus dem Eingangsbereich ihrer Wohnung durch das Wohnzimmer. Eine Fratze stand vor der Tür – eine jugendliche. Bei den Kronjuwelen … Sie wollte nicht glauben, dass bereits in ihrer ersten Nacht auf Isola ein Teenager in ihre Wohnung einbrechen wollte. Abrupt änderte sich die Meinung der Professorin, was den Charme von Isola anbelangte.
Der Junge, wie sie ihn identifizierte, rief plötzlich, dass er das Fenster eintreten wollte. Valerye schaute ihn argwöhnisch an, auch wenn er sie selbst wohl nicht durch die Dunkelheit erkennen konnte. War dieser Knabe noch ganz bei Sinnen? Sie wartete, wollte die Scherben in ihrer Wohnung haben, um das Kind anständig anzeigen zu können. Hoffentlich würde er sich die Hände blutig schlagen, damit es noch eindeutiger war, dass er versucht hatte, bei ihr einzubrechen. Doch leider wurde sie ein weiteres Mal von Isola enttäuscht. Nicht nur, dass die Insel dreiste Kindsdiebe besaß, diese waren auch noch mehr als unfähig. Die Hand des Knaben prallte einfach von dem stabilen Glas ab.

Was Valerye als nächstes sah, versetzte sie schlagartig in Alarmbereitschaft. Der Junge positionierte sich und schien sich auf seine Hände zu konzentrieren. Der Kopf lief rot an und machte die Anstrengung deutlich. Valerye spürte, wie sich Energie in ihm sammelte, wenn auch sie lächerlich klein war. Dennoch machte er etwas, was sie davon überzeugte, keinen einfachen, sterblichen Jungen als ungebetenen Gast zu beherbergen. Dieser Junge war speziell.
In alter Manier schalteten sich die Sinne der Dämonenjägerin an. Die Magie quoll bereits in ihr herauf, pulsierte in ihren Fingern und strömte einen gierigen, schwarzvioletten Nebel um ihre Gliedmaßen. Ein graziler Schwenk mit der linken Hand schob die Tür zum Balkon auf. Der Nebel trat aus und eine dämonische Pranke, groß genug um den Eindringling in Gänze zu umpacken, schoss aus der Finsternis der Wohnung hinaus und tat, wozu Valerye ihr befahl. Der Junge wurde binnen eines Augenzwinkerns umfasst und von den Beinen gehoben.
Die Hüfte im Takt des inneren Summens hin und her schwenkend stolzierte Valerye im Stile einer englischen Lady nach Draußen. Spielerisch rückte sie ihr Brillenglas zurecht und musterte mit spitzen Lippen den Knaben mit der auffälligen Locke vor der Stirn.
»Du bist ein ziemlich dummer Einbrecher, mein Kleiner.«

Dabei schaute sich Valerye auf dem Balkon um, dem sie zuvor noch gar keinen Blick zugewandt hatte. Erst jetzt viel ihr auf, wie alles mit Eulen und Kerzen zugestellt war. Wohl ein Abschiedsgeschenk ihres Vormieters. »Ach herrje«, kommentierte sie den Anblick mehr für sich als für den Gast. »Hier muss ich wohl noch ausmisten.«
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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Do 7 Jun 2018 - 11:35


Der Kraftaufwand des Engels wurde immer größer und größer. Die Zähne des Jungens knirschten, der Körper zuckte mehr und mehr und seine Gesichtsfarbe ähnelte allmählich jene einer Tomate. Das Flämmchen in seiner Hand machte jedoch keine Anstalten, sich in naher Zukunft zu einem Griff eines Flammenschwertes zu bilden. Wahrscheinlich war was im Anschluss passierte ein Glück für den Jungen – wer weiß, wie es ihm sonst ergangen wäre.
„Hä..?“ Verwundert kniff Leviathan seine Augen zusammen und versuchte etwas in der Dunkelheit aus dem Inneren der Wohnung zu erkennen, denn spätestens als sich die Balkontüre im Finstern öffnete war dem Engel klar, dass hier etwas nicht stimmen musste. Aus dieser Ablenkung heraus schrumpfte das ohnehin schon erbärmliche Flämmchen über der Handfläche des Schülers weiter zusammen – solange bis fast nur noch ein Funken über war. „Was zum..“
Der Schwarzhaarige wollte gerade einen Schritt zurücktreten, als sich aus der nun geöffneten Balkontüre ein Nebel herausbildete, der noch dunkler war als die Nacht selbst und umso bedrohlicher wirkte. Aus jenem bildete sich jedoch eine mächtige Klaue, die den gesamten Körper des schmächtigen Engels umhüllte und mit einem "Zischhhh" den letzten Funken seiner Energie erlosch. Er konnte keinen Schritt mehr nach hinten machen. Stattdessen verlor er sogar festen Boden unter den Füßen. „Hallo? Lass mich runter du komisches Teil!“, teilte er der Nebelklaue mit und zappelte wild in der Luft herum, fuchtelte mit Armen und Beinen. Jetzt wusste er, wie sich ein fetter Käfer mit dem Rücken am Boden anfühlte, der es nicht mehr auf die Beine schaffte. Nur dass er nicht fett war.
Erst verdächtig spät bemerkte Leviathan das Erscheinen einer Person aus der Dunkelheit. Das Klackern hochhackiger Schuhe am Boden erinnerte ihn stark an Julia. „Hey, das ist nicht lustig, Jul, jetzt lass mich runter“, klagte und zappelte er weiterhin. Als die Stimme jener Person, die für all das wohl verantwortlich zu sein schien dann aber erklang ließen die hastigen Bewegungen und Fluchtversuche des Engels mit einem Schlag nach. Ach du heilige Scheiße. Das war ja gar nicht Jul! Gegenüber dem Schüler in Gefangenschaft erschien eine … eine Frau. Und trotz der Tatsache, dass sie eine Frau war und dass Levi gerade nicht am Boden stand, blickte sie zu ihm hinab. Die Kinnlade des Engels klappte unweigerlich herunter. Das war Jul, nur in … groß … und … mit kurzen Haaren … und … dunkel. Kurzum, es war nicht Jul. „Ähm.“, entwich es dem Engel, als sein Kinn wieder in Ausgangsposition ging. Dass er gerade als Einbrecher bezeichnet wurde und dass es vielleicht sogar stimmen könnte, ließ Levi vorerst noch kalt. Die Worte der Frau waren noch gar nicht bei ihm angekommen. Stattdessen wanderte er mit seinem Augenpaar auf und ab. Von den Schuhen der Riesenfrau bis zum Kopf. Und wieder runter. Und wieder rauf. Sie hatte zwar auch eine Brille auf und war ähnlich gekleidet wie Jul, wirkte jedoch weniger streng. Dafür umso angsteinflößender. „Boah, WIE groß bist du denn? 3 Meter?“ übertrieb der Junge mal wieder maßlos – etwas, was er sehr gut konnte. Und da waren sie nun. Die Worte, die zuvor schon fielen und an Leviathan gerichtet waren. „Ich bin kein Einbrecher, ich wollte zu Jul!“, betonte er  laut und reckte seinen Kopf dann so gut es in dieser Situation eben ging nach links und nach rechts – an der fremden Frau vorbei in die dunkle Wohnung. „Wo ist sie denn?“, fragte er naiv und suchte fast schon sehnsüchtig nach Jul in der Dunkelheit, ließ seinem Kopf dabei keine Ruhe. Durch die vielen hastigen Bewegungen gelang ein kleiner Hauch des Nebels auf Leviathans Brustkorb und kroch weiter bis zu seinen Achseln. Es fühlte sich kühl auf der Haut des Engels an und … „Ehihihi, das kitzelt.“











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BeitragThema: Re: Wohnung 13 - Valerye van Dyck   Mo 11 Jun 2018 - 12:51

Der kleine Junge war alles andere als niedlich. Dreist und frech war er, besaß ein loses Mundwerk und hatte seinen Maulkorb wohl daheim gelassen. Noch nie hatte es Valerye erlebt, dass man ihre Größe kritisiert hat. Meist blickte man sie achtungsvoll an und drückte seinen Neid bezüglich ihrer Statur aus. Dieser Bengel hier aber – er wollte seine Situation wohl nicht verbessern. Zu sagen, dass er kein Einbrecher war, kling dadurch umso unglaubwürdiger.
Valerye musterte ihn eingängig, während der Knabe unsinniges Zeug faselte. Wer diese Jul sein sollte, wusste sie nicht. Es war möglich, dass er sich bei der Wohnung geirrt hatte. Aber man stieg normalerweise auch nicht mitten in der Nacht über den Balkon ein. Vom Flur aus konnte man sich mittels Türschildern viel besser orientieren. So ganz geheuer war ihren ihr also die Aussagen des Dreikäsehochs immer noch nicht.

»Und was willst du bei dieser … Jul? Dort einbrechen statt bei mir?« Ihr scharfer Blick lag misstrauisch auf seinen Zügen. Eine ihrer beiden dunklen Augenbrauen zuckte nach oben und verstärkte ihren Ausdruck.
»Wenn du ein schlauer Junge gewesen wärst, wärst du über den Gang des Wohnhauses gekommen, wo du dich an den Türschildern orientieren kannst.« Herablassend und kalt kommentierte sie das Verhalten des Knaben.
»Ich hoffe, diese Jul ist nicht deine Freundin, denn sonst tut sie mir wirklich leid, mit dir einen derart miserablen Fang gemacht zu haben.«
Irgendwie verlor Valerye zunehmend das Gefühl, es mit einem Einbrecher zu tun zu haben. Dafür strampelte der Kleine und faselte zu wirr. Viel eher machte es den Eindruck, dass er sich tatsächlich verirrt hatte. Warum er allerdings bei vertrauten Personen mittels übernatürlichen Kräften einsteigen wollte, erschloss sich der Hexe nicht.

Ein Seufzen entrann der van Dyck, als sie sich dazu entschloss, bei dem Szenario vorerst mitzuspielen. Sich wieder von dem Jungen abwendend stolzierte sie stilvoll zurück in die Wohnung. Die Dämonenhand mit ihrem Opfer im Griff folge ihr durch die Räume bis zum Ausgang der Wohnung.
Noch bevor sie ihren ungebetenen Gast auf dem Gang hatte, schaute sie sich bereits bei den Nachbarn um und fand sofort eine Tür weiter das Namensschild einer gewissen @Julia Bardera. Julia … Jul … Scheinbar hatte der Junge die Wahrheit gesagt. Aber bevor Valerye ihm endgültig Glauben schenken wollte, musste sie die Meinung einer dritten Person einbeziehen. Also schaute sie nur kurz zur Seite, als die Dämonenhand mit ihrem Gefangenen auf den Gang hinausschwebte, und klopfte zwei Mal kräftig gegen das Holz der Pforte von Wohnung 12.
Im selben Moment löste sich die unnatürliche Pranke in schwarze Schwaden auf, ließ den Jungen frei und löste sich binnen weniger Sekunden gänzlich auf.


tbc: Wohnung 12 – Julia Bardera
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Wohnung 13 - Valerye van Dyck

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