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 Wohnung 12 - Julia Bardera

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Leviathan
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BeitragThema: Wohnung 12 - Julia Bardera   So 3 Jul 2011 - 13:11

das Eingangsposting lautete :

Stadtwohnung 12

Hier wohnt: Julia Bardera





Der Wohnblock liegt am Anfang der Barádori Strasse.

Diese Wohnung befindet sich im zweiten Stockwerk. Sie verfügt über einen relativ geräumigen Vorraum, ein extra Badezimmer und Toilette, eine offene Küche und zwei weitere Räume, die man nach Belieben gestalten und einrichten kann. Die Wohnung liegt auf der Rückseite des Wohnhauses und bietet somit einen schönen Ausblick auf den Stadtpark. Der Balkon auf dieser Seite ist um einiges grösser als jener auf der Vorderseite.
Sie grenzt an die Wohnung 13.


Zuletzt von Leviathan am Di 6 Jan 2015 - 16:21 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Di 5 Jun 2018 - 0:09

Oh man … Es war so verdammt schwer, ihren Augen standzuhalten, ihrrer Mimik zu widerstehen; und man konnte sich kaum vorstellen, wie stark der Drang in den Gliedern des Tristams war, die Frau vor sich erst sanft und dann immer fester in den Arm zu nehmen. Dabei war dieses Bedürfnis fremd wie untypisch für den Tristam. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass er dieses Verlangen jemals bei jemanden zuvor gehabt hatte. Seine Mutter hatte das Gefühl erst recht nicht erzeugt. Irgendwelche Mädels, mit denen er damals in England abhing, entlockten es ihm ebenso wenig. Julia, die sonst so stark wirkte, hatte ihm ihre schwarze Seite gezeigt und damit seinen ungeübten Beschützerinstinkt herausgekramt. Ja, er wollte für sie da sein und er wollte ihr Halt geben – am liebsten in dem er sie festhielt. Aber Mathéos Arme baumelten nur an seiner Seite, ließen ihn das Zucken der Nervenstränge spüren und die Ungewissheit, Unentschlossenheit in seinem Hirn mokieren. Auch wenn er diesen Drang vernahm, wusste er selbst nicht, was er wirklich bedeutete. Diese magnetische Anziehung, welche Julia auf ihn ausübte, bestand schon seit längerem. Doch jetzt war sie anders. Sie war anders und vor allem stärker. Mathéo grübelte heimlich, was da nur los war.

Gleichzeitig wurde ihm aber auch warm ums Herz, als er die erlösenden Worte der Bardera vernahm. Warm wurde die Brust und leicht wurden die Füße. Zu hören, wie sie auf ihn bauen wollte, sich ihm anvertrauen wollte … dieses Glücksgefühl war schwer in Worte zu fassen, mit Formulierungen zu ummanteln, in einen verbalen Käfig zu bannen, da seine Schwingen so mächtig und weit waren, wie kein Gefängnis sie halten konnte.
Wo ihr Lächeln nun wieder an Stärke gewann, verlor der Tristam an seiner eigenen. Trotzdem war es schön, sie beim Rehabilitieren mustern zu dürfen.
»Nimm dir alle Zeit der Welt, Julia«, gab er ihr in sachtem Ton zurück, nachdem sie ankündigte, die Sache ruhig angehen zu wollen und dabei auf die Geduld und Ausdauer des Tristams indirekt appellierte; oder nur um diese Eigenschaften bat. Mathéo würde nicht weglaufen, er würde die Insel nicht hinter sich lassen, solange sie hier war und ihn brauchen könnte. Das war ein hochgestochener Schwur, den er da in Gedanken aufsagte und stückweit war ihm auch bewusst, dass er dies nur tat, weil er noch im Rausch des Kennenlernens taumelte. Gleichzeitig wusste er aber auch, dass ein Teil von Wahrheit und Entschlossenheit sich mit in seine Gedanken geschlichen hatten. Nicht alles war vom Rausch besetzt. Vieles meinte er auch so, wie er es dachte. Und am liebsten hätte er es ihr auch so gesagt, doch empfand er es als unpassend. Sie kannten sich kaum – irgendwie. Einerseits kannten sie schon viel, andererseits kannten sie noch so wenig. Zudem sah sich Mathéo nach wie vor in der Rolle des Bergsteigers, dessen Gipfel noch immer in den Wolken lag. Wenn er nun aber hinter sich schaue, dann lag auch der Boden schon von Wolken bedeckt. In so kurzer Zeit, so maß er sich an, hatte der Tristam ein ordentliches Stück Weg zurücklegen können.

Für Mathéo kam es aus dem Nichts, als Julias Hand wieder auf seiner Schulter lag. Der Drang, den er bis eben so gut bekämpft hatte, besaß nun Raketen auf dem Rücken geschnallt und sauste und hämmerte gegen seine Innenwand, dass er es kaum noch aushielt. Zum wievielten Mal an diesem Tag dankte der Tristam dem strengen Unterricht seines unbeliebten Privatlehrers? Zeitglich fühlte es sich an, als würde er gleich jegliche Hemmung verlieren. Er brauchte einen Rettungsplan.
Das Gespür des Dämons tastete die Umgebung ab und erinnerte sich an das Glas, welches neben ihm auf der Küchenzeile stand. Julias Worten und ihrem Blick nun noch standzuhalten, war unmöglich. Der Countdown klopfte lautstark im Kopf des Dämons. Die Uhr, das Zahnradwerk, sie tickte erbarmungslos. Dem Dämon blieb nichts anderes übrig, als sein Glas zu greifen und den Inhalt mit einem schnellen Schwung die Kehle herabzukippen. Ertränken wollte er den Wecker, bis er nur noch schwerfällig surrte und schließlich zum Stehen kam.

»Verzeih, meine Kehle war schon ganz trocken vom vielen Reden.« Er lächelte entschuldigend und klopfte sich selbst innerlich auf die freie Schulter. Einiges zu sagen hatte er ja gehabt. Undenkbar war es also nicht, dass es seine Kehle nach etwas Frischem verlangte. Sein Blick glitt zu Julias Glas und merkte, dass kaum noch ein anständiger Schluck drin war. Also zückte der Dämon erneut die Weinflasche und füllte den beiden eifrigen Trinkern freudig nach.
»So, nun aber mal zum Essen, würde ich sagen. Ansonsten geht’s hungrig ins Bett!« Er klang so, als würde sein Bett gleich dort hinten hinter der Ecke liegen. Dabei musste er doch noch ein paar Meter gehen. Der Park war erstaunlich nah und bis zu seinem Haus würde er auf dem Fußweg nur eine angenehme kurze Zeit benötigen. Vielleicht meinte es das Schicksal gut mit ihm.
Mathéo stellte sein Glas wieder ab und schwang sich hinüber zu den Zutaten, die er vorhin aus dem Kühlschrank geholt hatte.
»Falls du dich fragst, was ich im Schilde führe«, wollt er eigentlich das neue Thema festigen, dachte aber auch zeitgleich daran, dass es eine missverständliche Rückführung zu der besonderen Atmosphäre zwischen den beiden Dämonen sein konnte. »Ich will uns Syllabub als machen. Vielleicht hast du mal davon gehört, ist ein traditionelles englisches Dessert. An sich auch recht simpel, also du wirst mir nicht beim Zaubern zusehen können«, zwinkerte er ihr schelmisch zu.










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Isalija
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Di 5 Jun 2018 - 21:39

cf.: Das Gelände vor dem Wohnheim

Von einem Moment zum anderen fehlte mir einfach der Boden unter den Pfoten. Heiliges Schnurrhaar! Wenn das wieder so ein Zaubertrick von ihm war, wusste ich nicht, ob ich ihn beißen sollte oder nicht. Mit einem doch recht erschrockenem Miaunz! landete ich nach etwa einem Meter auf dem Boden und blieb für ein paar Sekunden ganz erstarrt und mit rasendem Herzen etwas zusammen gekauert stehen. Welch ein Schelm!, ging es mir durch den Kopf, nachdem ich den ersten Schreck überwunden hatte.
Erst dann sah ich mich etwas um und stellte fest, dass ich mich in einer Wohnung befand. Bei meinen 9 Katzenleben! Wo bin ich hier? Neugierde schön und gut - ich liebte fremde Umgebungen und die Katze ebenso. Aber es machte mir schon ein bisschen Angst hier ganz allein in einer fremden Wohnung zu sitzen. Aber zuallererst sollte ich Ruhe bewahren und schauen, ob mein Held hier irgendwo war. Oder sollte ich ihn nicht lieber schelmischen Zauberer nennen? Beides schien ja gut zu passen.
Darüber kann ich mir später noch Gedanken machen. Ich muss Mathéo finden... Also... schnupperte ich erneut und... fand auf Anhieb eine Spur! Außerdem nahm ich den Geruch einer Frau wahr. Urgh, bitte... Sag mir nicht, die zwei...  Ich sollte... einfach warten. Und hoffen, dass er mich gehört hatte.










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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Mi 6 Jun 2018 - 9:47



Das Verständnis, welches ihr der Rothaarige entgegenbrachte, war wie Balsam für die Seele der Dämonin und das zu schätzen, dem hatte sich Julia wirklich in den letzten Minuten verschrieben. Jedoch wusste auch sie, das ein zu überhäuftes wertschätzen von Aktionen niemandem helfen würde. Das wäre für sie bereits in den Bereichen des Schleimens angesiedelt, was ungefähr auf gleicher Ebene mit „Honig ums Maul schmieren“ in ihrer Gedankenwelt lag. Sie sollte sich Zeit dafür lassen, mit ihrer Vergangenheit abzurechnen und genau das würde die Blondine tun. Der Meinung, das man so etwas nicht erzwingen sollte, waren sie also im Endeffekt beide. Weswegen sich auch ein sanftes Lächeln auf den Lippen der Dämonin ausbreitete, während sie den Tristam weiter begutachtete. Mal sehen, wie sich das Ganze weiterentwickeln – und auf ihr Leben auswirken würde. Sie bezweifelte trotzdem stark, dass sich deswegen an ihrer Persönlichkeit großartig etwas ändern würde. Dafür waren die Muster zu einstudiert, die Paradigmen zu starr. Allerdings konnte sie, so die Hoffnung, in Zukunft etwas ruhiger schlafen. Den Alltag etwas befreiter genießen ohne sich von Vergangenheitsgedanken herunterziehen zu lassen. Ja, das wäre doch einmal etwas! Würde sie Mathéo in diesem Moment nicht aus den Gedanken reißen. Wie ein wildgewordener Teufel landete das Glas mit dem Wein in seinen Händen und noch schneller war es an seinem Mund angesetzt. Die Bardera staunte nicht schlecht und ihre Aufmerksamkeit gehörte in diesem Moment voll und ganz ihm, sogar eine kritische Augenbraue erhob sich in ihrem Gesicht.

Es dauerte auch einen Moment, als diese feminine Braue wieder ihren Weg in den normalen Bereich von Julias Gesicht fand. „Okay, das ist verständlich.“, äußerte die Blondine nun etwas verzögert ihr Verständnis für die Aktion und damit war die Sache für Julia auch schon wieder erledigt. Den Fakt, das er ihnen beiden danach noch einmal nachschenkte, ließ sie ohne weiteren Kommentar gewähren. Die Tatsache, das sie beide sich gegenseitig ein Teil ihrer dunkelsten Seite gezeigt hatten, schien nur noch in den Hinterköpfen der beiden Dämonen zu hausen. Das Essen rückte wieder in den Fokus. So, wie es am Anfang des Abends eigentlich auch sein sollte. „Nun, das wollen wir doch nicht. Hungrig schläft sich schlecht.“, erwiderte sie auf die Aussage des Rothaarigen und entließ dabei ein leichtes Lachen zwischen ihren Lippen in die Umgebung. Julias Körperhaltung hatte sich mittlerweile wieder normalisiert und ihre Stimme war wieder so sanft und entschlossen, wie sie am Anfang des Abends schon zu vernehmen war. Sie selbst drehte sich nun auch wieder ihrem Arbeitsbereich zu, wo schon ein paar der Vorbereitungen abgeschlossen waren. Kurz stemmte sie die Hände an beide Seiten ihrer Hüfte und begutachtete das Szenario, um festzustellen wo sie aufgehört hatte. Kurz darauf fanden sich ihre Hände schon an dem ersten Küchenutensil. „Nun ich hatte vor gehabt mich überraschen zu lassen.“, gab sie mit einem kurzen, seitlichen Blick zurück und begutachtete die Zutaten, welcher der Tristam aus ihrem Kühlschrank entwendet hatte.
„Aber sicher, ich habe davon schon gehört, wollte es sogar einmal machen…“, sie stockte kurz und überlegte, „…habe es dann allerdings wegen irgendeinem Ereignis wieder vergessen.“. Ein leichtes Seufzen war zu hören. Was hatte sie denn damals daran gehindert? Nachdenklich wanderte ihr Blick für wenige Sekunden an die Decke der Küche. Nein, die Erinnerung wollte ihr einfach nicht kommen. „Ich werde mich mal überraschen lassen, dann habe ich in Zukunft auf jeden Fall ein Exemplar, an welchem ich mich orientieren kann.“. Ein kurzer erwartungsvoller Blick landete bei Mathéo. Interessiert war sie schon an dem Dessert. Vor allem in dem Aspekt, ob es zu dem Essen im Nachhinein passte. Wäre ja blöd wenn es Geschmacklich komplett in die falsche Richtung ging. Es war so ein bisschen wie Wein. Passte er nicht zur Speise, konnte man ihn nicht genießen.

Danach versank die Küche in der Geräuschkulisse bedächtiger und schaffensfroher Stille. Julia redete nicht viel bei ihren Kochvorbereitungen, konzentrierte sich vielmehr darauf den Knoblauch richtig zuzubereiten, das Fleisch zu präparieren und den letzten Rest der Kräuter zu schneiden. Der Reis war schon in seinem Topf und die Herdplatte auf drei Viertel ihrer Leistung aufgedreht. Hier war nun kaum noch Arbeit von Nöten, sollte man meinen. Jedoch hatte Reis durchaus manchmal die Angewohnheit anzubrennen. Ein Ereignis, welches für eine Köchin wie Julia sicherlich einem Desaster gleichen würde. An Reis scheitern, der pure Horror! Wäre da nicht plötzlich der Anstieg von Magie in der Wohnung zu spüren gewesen. Die Bewegung der Bardera stoppte, als sie bereits das Fleisch als eine der fast letzten Zutaten hinzufügen wollte. Ihr Blick wandte sich in Richtung des Wohnzimmers, als würde sie etwas suchen und ihre scharfen Augen schauten in Richtung der Wand, als ob sie etwas entdeckt hätten. Das der dämonische Energieschwung aus der Nachbarwohnung kam, das hatte Julia noch nicht so wirklich bemerkt. Sie vermutete es in ihrer Wohnung und sie entfernte sich kurz von ihrer Arbeitsfläche. „Einen Moment.“, gab sie ihre kurze Arbeitsunterbrechung kund und bewegte sich an die Schwelle der Küche. Ihre Hand machte das Licht im Flur an und ihre Aura steigerte sich merklich. Hier war doch jemand uneingeladen, denn Levi war es nicht…

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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Sa 9 Jun 2018 - 21:59

Wohl ganz anders als Julia war Mathéo in einem gemächlichen Tempo versunken. Für die Zubereitung seines englischen Desserts benötigte er nur wenige Schritte. Warf er den Wein, den er kurzerhand missbrauchte mit den Zitronenschalten und dem Zucker zusammen, nutzte er seine besonderen Fähigkeiten, um das stundenlange Zehen lassen zu übergehen. Auch beim Aufschlagen der Sahne hätte er seine Dämonenkraft nutzen können, doch gerade hier griff er lediglich auf das zurück, was auch einem Menschen nur zur Verfügung gestanden hätte: Seine Hände. So rührte er gemächlich mit dem Schneebesen durch den weißen See. Dem Eiweiß erging es nicht anders. Das Gelbe vom Ei musste dabei jedoch zusehen, denn dafür gab es in Mathéos Rezept keine Verwendung.

Keine Verwendung gab es auch für Störfaktoren. Kaum ein Wort wechselten die beiden Dämonen während ihrer Machenschaften in der Küche. Die Atmosphäre war sehr ruhig und irgendwie auch harmonisch geworden, wussten beide doch genau, was sie da taten und waren entsprechend konzentriert bei der Sache. Eine plötzliche magische Signatur brachte das Kartenhaus jedoch ins Wanken. Mathéo hielt abrupt inne und schärfte seine Sinne. Julia hatte bereits von ihrer Arbeit abgelassen und machte sich augenscheinlich auf die Suche nach der Quelle. Mathéo konnte nicht anders, als in sich hinein zu seufzen – ganz leise und nur für sich alleine.
Er folgte Julia anschließend, nachdem er seinen Stand der Dinge in den Kühlschrank verfrachtet hatte.

Mathéo folgte den Vermutungen. Für ihn war es noch schwer zu sagen, woher genau die Signatur stammte. Im ersten Moment schien sie sich in Julias Wohnung zu befinden, doch trotz der Nähe war eine genaue Bestimmung nicht möglich. Der rothaarige Dämon verzog die Augenbrauen, während er sich darüber grämte.
Erst als er den Anstieg von Julias Aura vernahm, änderte sich seine Mimik wieder. Eilig folgte er zum grazilen Rücken der attraktiven Blondine und spähte im nächsten Moment schon an ihr vorbei in den erleuchteten Flur.

»Miezi!« - Mahéo staunte nicht schlecht. Julia stehen lassend schlängelte er sich an ihr vorbei und hockte sich hinab zu der aufgelöst wirkenden Knuddelmasse. Sein Blick glitt kurz zur Garderobe, wo seine Jacke fehlte, denn ihm war eingefallen, dass er vollkommen vergessen hatte, den zweiten Teleportstein aus der Jackentasche zu nehmen. Dadurch hatte die Jacke den Platz mit der Mieze getauscht und lag nun in irgendeinem Busch vor dem Wohnheim.
Für den Moment wollte der Tristam allerdings nicht der Jacke hinterhertrauern. Stattdessen packte er die Miezekatze behutsam unter den Vorderpfoten und hob sie zu sich hoch vor die Brust, wo er sie in seine Arme legte. »Freut mich, dass es geklappt hat.« Prüfend begutachtete er das Tier von allen Seiten. »Scheinst auch vollständig hier angekommen zu sein. Wäre schon schade, wenn du unterwegs deinen Schwanz verloren hättest.« Als Ausdruck seiner Freude über die Wiedervereinigung der beiden drückte der Tristam seine mit seinen eigenen roten Haaren bedeckte Wange gegen die der Katze.
Danach wandte er sich schon schlagartig um und grinste Julia glücklich an. »Das hier ist meine Katze, von der ich dir erzählt hatte. Ist sie nicht schnuckelig?« Ja, die Frage meinte er wirklich ernst und er nahm auch keine andere Antwort als eine Bestätigung an, das sollte klar sein.

Was diese Magiesignatur anbelangte, so hatte Mathéo diese zum einen sofort vergessen, als er das Fellknäul gesehen hatte und zum anderen dachte er sich, dass es von dem Teleportzauber stammen musste.










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Isalija
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Sa 9 Jun 2018 - 22:24

Ich musste zugeben, die Frau, die da in der Tür erschien wirkte bei ihrem ersten Anblick auf mich recht autoritär und ich hatte das Gefühl, sie schon einmal gesehen zu haben, bis mir einfiel, dass sie mit meinem Helden und dem Stinktierjungen zusammen vor dem Wohnheim gestanden hatte. Offenbar kannten sich die beiden also ziemlich gut. Jedenfalls wirkte die Frau im nächsten Moment ziemlich furchteinflößend auf mich, auch wenn ich nicht genau sagen konnte warum. Mein Instinkt jedenfalls schrie mich regelrecht an.
Und dann erschien mein Held und ich wäre am liebsten an ihm hoch geklettert, um Schutz zu suchen. Glücklicherweise erledigte er das bereits, in dem er mich hoch hob und in die Arme nahm. Mein Herz raste noch immer ein wenig, weshalb ich den Kopf Trost suchend an seinen drückte, als er diesen an meine Wange drückte.
Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dass das geklappt hat. So wie er es gesagt hatte, klang es ein wenig, als sei er sich nicht sicher gewesen, aber er hätte doch wohl kaum meinen hübschen Schwanz aufs Spiel gesetzt, oder? Oder?
Froh, dass ich ihn wenigstens... gefunden hatte, drückte ich meinen kleinen Körper etwas enger an seine Brust und hoffte, dass er mich in dieser Wohnung nicht einfach allein lassen würde. Nachdem die blonde Frau mir diesen Schrecken eingejagt hatte, wollte ich nur ungern irgendwo allein sitzen. Dass er mich nun schnuckelig nannte, war für mich natürlich ein großes Lob und ich rieb meine Stirn an seinem Kinn, wie um mich zu bedanken. Naja, die Katze tat das. Mir war das etwas peinlich, aber ich war trotzdem froh bei ihm - und damit bei meiner Gitarre - zu sein.
Und außerdem... Prüfend hob ich die Nase in die Höhe und schnupperte. Rieche ich da etwas essbares? Ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Ob ich miauen sollte, um kund zu tun, dass ich hungrig war? Die Katze wollte es, also... gab ich ein halblautes Miauen von mir und wartete, ob ich verstanden wurde.










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Julia Bardera
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Mo 11 Jun 2018 - 3:42



Egal wer der ungebetene Gast war, so machte sich Julia in diesem Moment klar, sie würde die Gründe schon aus ihm herausbekommen. Zumindest wenn sie ihn in die Finger bekommen würde. Da wusste die Dämonin natürlich noch nicht, um wen es sich dort handeln würde. Dementsprechend aufmerksam stand sie im Eingang der Küche und schaute in den Flur vor sich. Wie auf dem Präsentierteller, erspähte sie das Wesen welches ohne anzuklopfen in ihre heimischen Wände gelangt war. Es war…“Miezi“. Wie es neben der Blondine plötzlich erschallte und so unerwartet in der Anspannung kam, das die Dämonin kurz ein bisschen erschrocken zusammenzuckte und dem Tristam mit ihren blauen Augen ins Visier nahm. Mit der Katze, hatte sie nun wirklich nicht mehr gerechnet. So gesehen hatte sie sich auf dem Weg zu ihrer Wohnung sowieso schon gewundert, wie das geschätzte Tier des Rothaarigen hinter ihnen herkommen sollte. Nun konnte die Direktorin es sich zumindest selbst erschließen: Magie. Wie sollte es auch anders sein? Langsam entspannend lehnte sich die junge Frau an den Türrahmen ihrer Küche und beobachtete den Dämon mit einem seichten Lächeln dabei, wie er seinem Tier wohl die fehlenden Streicheleinheiten zukommen ließ. Es musste eine sehr darauf eingewöhnte Katze sein, wenn sie sich mithilfe seiner Magie auf Teleportationsreise begab. Jetzt, wo sie so darüber nachdachte, war sie schon interessiert an diesem Sachverhalt und vielleicht würde sie es irgendwann einmal herausfinden.

In jedem Falle war die Szenerie irgendwie niedlich und sprach sie irgendwo in ihrem innersten so an, das sich ihre Mimik sogar noch ein bisschen mehr erwärmte. Sie war zwar nie die Frau für Haustiere gewesen, aber er machte den Eindruck, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt und irgendwo in ihrem Inneren, musste sie dem auch zustimmen. Ein Haustier war sicherlich sehr schön, wenn man die Zeit dafür hatte. Eine Sache die Julia bis jetzt immer gefehlt hatte. Immerhin verstand sie es, sich mit Arbeit einzudecken. Doch der Tristam riss die Blondine aus ihren Gedankengängen, als er sich ihr entgegenstellte und sein Wort an sie richtete. Ruhig und gelassen begutachtete sie nun das Fellknäul mit all seinen äußerlichen Merkmalen auf seinen Armen und schmunzelte leicht. „Ja, ja das ist sie.“, bestätigte sie ihm in einer ruhigen Stimmlage und schaute dem Kätzchen dabei in die Augen, welche nun ein leises Miauen von sich hören ließ. „Und gesprächig ist sie auch noch.“, fügte sie amüsiert mit hinzu und einen kurzen Moment lang wirkte der Blick der Bardera etwas verträumt, bevor er letzten Endes aber sofort wieder aufklarte. Wer weiß über was die Dämonin gerade einen kurzen Moment lang nachgedacht hatte. „In jedem Falle scheint sie dich echt zu mögen.“, ließ sie ihm ein Kompliment zukommen was wirklich ernst gemeint war. Sie hielt ihn für jemanden, welcher bestimmt gut mit Haustieren konnte. Gerade auch weil er vor ein paar Minuten auch eher fürsorglich ihr Gegenüber war, so übertrug sie das Ganze auf das Fellknäul vor ihr. Verantwortung übernehmen, bedeutete sowas. Eine Sache, mit der er bestimmt gut klarkam, da war sie sich sicher. Dementsprechend bekräftigte das noch einmal Julias Gedanken, dass sie mit ihrer Vergangenheitsaufarbeitung bei ihm gut aufgehoben war.

Doch da war noch etwas. Zwar spürte es die Dämonin nur leicht, aber eine dämonische Aura ließ sich in der Umgebung verspüren. Nicht von einer Person, eher als wäre sie in aktiver Benutzung, so wie eine Fähigkeit, welche man einsetzte. Aber noch wusste sie nichts Genaues und das würde auch noch dauern, so lange sie subtil nach dem Ursprung suchen würde. Dafür fuhr die Direktorin ihre Aura wieder auf den normalen Standard zurück und beschränkte sich auf eine indirekte Suche danach, während sie natürlich in der Wohnung weiterhin freundlich Wirkte. Keinen Grund, Gäste zu beunruhigen. So zumindest ihre Ansicht des Ganzen. „Nun dann, willst du ihr etwas zu trinken geben?“, fragte sie nun an und verließ ihre angelehnte Position im Türrahmen. „Ich kann dir sicherlich eine Schale in der Küche dafür bereitstellen.“, bot sie etwas vorauseilend gleich mit an. War man nun ein sehr aufmerksamer Beobachter gewesen, so erkannte man ganz deutlich, dass Julia bei einander bekannten Persönlichkeiten eher subtil interagierte und Abstand einhielt. Sie fühlte sich nicht in den Kreis dieser Sphäre, welche aus Mathéo und seiner Katze bestand, mit eingeschlossen. Der Abstand zwischen den beiden Parteien verdeutlichte dies noch einmal. Dabei war dies nicht als Schüchternheit oder ähnliches zu sehen. Achtung der Privatsphäre Anderer, passte da schon besser.

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Leviathan
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Mo 11 Jun 2018 - 22:54



Cf: Wohnung 13 - Valerye van Dyck

Die etwas zu groß geratene Dame ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Nach wie vor kontrollierte sie die mächtige Klaue, die den Engel umgab ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Auch auf Leviathans Beteuerung, dass er keineswegs ein Einbrecher sei ging sie nicht ein und machte so schnell auch keine Anstalten, den vermeintlichen Dieb wieder zu befreien. „Ich sag‘ doch! Ich bin kein Einbrecher, ich will mit ihr zu Abend essen!“, erklärte der Nephilim ein weiteres Mal. Seine Stimme klang ungeduldig und fast schon genervt, dennoch musste er einsehen, dass er sich wohl etwas zurücknehmen sollte. Die gewaltige Aura dieser Frau war deutlich zu spüren. Wenn nicht sogar einzig und allein die Nebelklaue der Ausgangspunkt jener Energie war, die der Engel zu spüren bekam und die ihn wohl jeden Moment wie eine Fliege zerquetschen konnte.
„Ja, aber ich bin ja nicht zum ersten Mal hier!“, erklärte der Schwarzhaarige und seufzte dabei leise – vor allem weil er sich mittlerweile selbst eingestehen musste, dass es sich bei dem Balkon auf welchem er gerade festgehalten wurde wahrscheinlich nicht um Julias handelte und er sich im Eifer des Gefechts und nach dem ein oder anderen Tropfen schlichtweg bei der Wohnung geirrt hatte – was er jedoch keinesfalls zugeben konnte. „… Aber so oft war ich auch noch nicht hier.“, spielte er die Sache einfach herunter. Fast schon beleidigt schob er die Unterlippe vor, als die fremde Frau ihn als „miserablen Fang“ abstempelte. Da Levi zurzeit alles andere als schlagfertig war und keine passende Antwort parat hatte entging er einfach dem Blick der Klauenfrau. Und blinzelte erst wieder auf, als von ihr ein Seufzen ausging, sie sich umdrehte und arrogant in den Tiefen ihrer Wohnung verschwand und … Leviathan samt der Klaue hinter sich herzog. Okay, jetzt wurde es tatsächlich erbärmlich. „Was auch immer du mit mir vorhast, kann ich bitte selbstständig zum Opferplatz gehen?“, schwafelte der Engel vor sich hin, während die Pranke ihn durch die Wohnung trug, die er spätestens jetzt als … fremde Wohnung wahrnehmen konnte. Hier und da versuchte er einen Blick zu erhaschen, doch lange dauerte es nicht, da stolzierte die Dame schon auf den Flur, der die einzelnen Wohnungen draußen verband. Dicht gefolgt von einer gewaltigen Ladung Magie mit einer gewaltigen Ladung Naivität in ihren Fängen. Auch Leviathans Blick glitt zum Türschild, auf welchem dick und fett Juls Name draufstand. Julia Bardera. Bereits aus dem Inneren der Wohnung waren Stimmen zu vernehmen. Mathéo war also tatsächlich noch hier. Gedankenverloren griff sich der Engel an das Kinn und fragte sich sogleich wie spät es denn mittlerweile schon sein mag, kam es ihm doch recht ungewöhnlich vor, dass Julia einen Schüler so lange bei sich behielt, der nicht Leviathan hieß. Kurz nachdem Julias Nachbarin kräftig an die Tür klopfte wurde auch der Nakamura endlich erlöst und knickte kurz ein, als er wieder festen Boden unter seinen Füßen spüren konnte. Die Befreiung kam dann doch sehr plötzlich. „Woah … danke. Ok, du kannst jetzt gehen. Sorry, ich wollte nicht in deine Wohnung und schon gar nicht da einbrechen.“, brabbelte er auf die Frau ein und versuchte sie wieder abzuwimmeln, um sich die Peinlichkeiten ersparen zu können. Wie würde das denn aussehen, wenn Julia jetzt die Tür öffnen und Levi mit der Nachbarin sehen würde. Was, wenn sie tatsächlich davon ausgegangen war, er wollte bei ihr einbrechen? Und das auch noch Julia sagen würde? Und wenn dann auch noch Mathéo dabei stand? Ein Alptraum! Schnell wollte sich der Engel die Gedanken wieder aus dem Kopf schlagen. Schüttelte seinen Kopf hastig und versuchte weiterhin, die fremde Frau abzuwimmeln, indem er leicht gegen ihre Schulter drückte. „Weg, weg, weg!“











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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Di 12 Jun 2018 - 10:14

Da zerbarst ihm sein kleines dämonisches Herz mal wieder, als er in die großen, fordernden Augen der Katze blickte und wusste, dass er allein das Wichtigste für sie auf dieser Welt war. Er war ihr Beschützer, ihr Herrchen, ihre Vertrauensperson Nummer Eins. Die Zeit ohne ihn an ihrer Seite schien eine Qual gewesen zu sein, so sehr schmuste sie sich an ihn und wollte die verlorene Zeit wohl wieder aufholen zu wollen. Fast verlor sich der Tristam in diesem Moment, hätte Julia ihn nicht angesprochen.
Auch das Miauen der kleinen Katze riss den Dämon aus seinem Traum. Es klang nicht nach einer zufriedenen Bestätigung. Es klang nochmals fordernd, als fehlte ihr etwas. Den humorvollen Kommentar, den Julia für das Miauen übrig hatte, kommentierte Mathéo mit einem breiten Grinsen. Dass sie dann noch sein Verhältnis mit der Mieze lobte, ließ den Dämon gänzlich vergessen, dass er das Fellknäul heute das erste Mal getroffen hatte. Stattdessen überkam ihn das Gefühl, sie schon immer an seiner Seite gehabt zu haben. Den Eindruck musste er immerhin auf Julia machen.

Die Idee mit dem Trinken war nicht schlecht. Vermutlich war es genau das, wonach die Katze verlangte. Mathéo nickte eifrig und stimmte ihr zu. »Japp, klingt gut.«
Er folgte Julia zurück in die Küche, wo sie ihm eine Schale aus einem der Schränke herausholte. Vermutlich wollte sie auch noch die Milch aus dem Kühlschrank holen, doch da ertönte plötzlich ein zweifaches Klopfgeräusch im Flur. Tatsächlich war es die Eingangstür, welche da sprach. Ein unerwarteter Gast – oder nur Levi, wie Mathéo wieder einfiel. Auf den Engel warteten sie ja immerhin – irgendwie.
»Ich komme schon klar«, nickte er Julia mit einem Augenzwinkern zu und deutete damit an, dass sie ruhig zur Tür gehen konnte. Den Rest mit der Milch würde er auch alleine schaffen.

Julia begann auch gar nicht erst zu diskutieren. Ihr schien das Angebot des Tristams sehr entgegenzukommen. Somit ließ sie ihn und seine Katze schnell in der Küche alleine. Mathéo hörte noch ihre Schritte zur Wohnungstür, da hatte er schon den Kühlschrank geöffnet.
»So, dann suchen wir dir mal etwas Milch.« Mit diesen Worten auf den Lippen dauerte es keine drei Sekunden, da tauchte das gesuchte, weiße Gold auch schon in seinen Händen auf. Die Schale stand bereits am Boden neben ihm. Der Kühlschrank wurde wieder geschlossen und Mathéo beugte sich mit der Frischmilch zur Katze und ihrer Schale hinab. Langsam öffnete er das Gefäß, prüfte kurz den Inhalt mit einer kreisenden Bewegung sowie einem musternden Blick, befand es für gut und füllte schließlich die Schale.
Als er fertig war, ließ er sich auf seinen Hosenboden sinken, packte die Beine in einen Schneidersitz und beobachtete die Katze aufmerksam dabei, was sie nun tat. »Hau rein, Kleine. Hoffe das ist, weshalb du miaut hast.« Fast schon fordernd blickte er sich an und fragte nicht nur sie sondern auch sich selbst, ob sie sich freute oder auch nicht.










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Valerye van Dyck
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Di 12 Jun 2018 - 10:15

cf: Wohnung 13 – Valerye van Dyck


Wenn auch dieser Bengel ein missratener Fall eines Einbrechers war, so war er ein Meister darin, jemandem auf den Zeiger zu gehen. Der Kleine plapperte zu viel und vor allem dann, wenn er am besten den Mund halten sollte. Er befand sich nicht in der Position, Forderungen zu stellen. Für Valerye war es gerade das wichtigste, den Wahrheitsgehalt der Aussage des Jungen zu prüfen. Dass er sie lieber sofort wieder weghaben wollte, machte ihn nur unglaubwürdiger, als verbarg er etwas. Und ohnehin – wie sprang er überhaupt mit ihr um? Dass er von ihrem Titel keinen Schimmer hatte, kreidete sie ihm nicht an. Aber gegenüber einer erwachsenen Frau, in deren Wohnung er obendrein eingebrochen war, hatte ein junger Bursche gefälligst seine besten Manieren heraus zu kramen. Sie war kein Mädchen von der Straße, die er herumkommandieren konnte. Er brauchte sich also nicht wundern, dass sie ihn mit einem abschätzigen Blick mahnte, während ihre Faust Bekanntschaft mit der Tür der Frau Bardera machte.
Abschätzend war auch der Blick, den sie seinem Versuch entgegenwarf, sie wegzudrücken. »Schätzchen, du solltest nochmal genau darüber nachdenken, in welcher Position du dich befindest. Und ich verbitte mir diese vulgäre Umgangsform.« Gleichzeitig warf sie einen scharfen Blick auf den Körperkontakt des Jungen. »Bevor ich nicht sicher bin, dass du mir nicht dreist ins Gesicht lügst, wirst du mich nicht los.«

Mit diesen Worten beendete sie die Diskussion eigenmächtig. Außerdem öffnete sich gerade die Tür zur Wohnung der Frau Bardera und ein neues Gesicht stieg in die Unterhaltung ein. Es war ein – für allgemeine Verhältnisse – attraktives Bild einer erwachsenen Frau, wenn auch deutlich jünger als Valerye selbst. Sie wirkte etwas grünschnabelig, ließ allerdings auch dein Eindruck offen, eine betagte Frau zu sein. Die lange, blonde Mähne konnte Valerye nicht im Ansatz beeindrucken. Sie mochte diese viel zu häufig auftretende Haarfarbe nicht. Besonders innerhalb der letzten Jahre wurde sie immer häufiger, ohne dass sie sich in den Genen der Menschen in gleichem Maße fortpflanzte. Die Frau, welche Valerye für jene Julia Bardera hielt, war hübsch – aber kein Vergleich für die van Dyck.
»Guten Abend, Miss Bardera«, formte sie in kaltem Ton ihre Worte, ohne dabei unfreundlich zu wirken. Aber man begrüßte Unbekannte auch selten mit herzlicher Wärme. »Verzeiht für die späte Störung. Mein Name ist Lady Valerye van Dyck, ich bin ihre neue Nachbarin.« Sie deutete zur Seite und zur Tür, aus welcher sie vor wenigen Sekunden erst herausgekommen war. »Leider wurde ich vor ein paar Minuten von einem kleinen Einbrecher überrascht.« Nun deutete sie auf den Scharlatan, der sich ja nicht trauen brauchte, den Mund aufzumachen, bis sie es ihm erlaubte. »Er meint, er hätte den falschen Balkon für seinen Überraschungsauftritt ausgesucht und wäre auf der Suche nach einer gewissen Jul Ohne abschätzend wirken zu wollen, musterte Valerye die Blondine vor sich. Sie hätte nicht gedacht, eine solche Frau vorzufinden. Zuerst dachte er ja, der Knabe wäre ein misslungener Romeo. Doch nachdem sie das Türschild gesehen hatte, wollte sie von einer Tante oder Großmutter ausgehen. Bei seiner Mutter stieg man nicht über den Balkon ein – und bei Frauen ohne Verwandtschaft erst recht nicht. Ein junger Knabe, der bei einer erwachsenen Frau über den Balkon einstieg, ohne mit ihr verwandt zu sein? Die adligen Zungen in London würden nicht genug Zeit bekommen, um darüber ausgiebig tratschen zu können.
»Ich gehe von aus, dass ihr dies seid. Kennt ihr diesen Knaben?« Die Andeutung lag auf dem schwarzhaarigen Jungen mit der unästhetischen Locke in der Mitte.
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BeitragThema: Re: Wohnung 12 - Julia Bardera   Di 12 Jun 2018 - 16:00

Tatsächlich... versiegte die Angst und Nervosität mit jeder Sekunde, die ich bei meinem Helden auf den Armen verbrachte. Ich fühlte mich... sicher. Zwar konnte ich mir noch nicht ganz erschließen warum das so war - ich hatte ihn ja heute erst kennen gelernt - aber ich genoss es zunehmend, dass es jemand gab, der nicht grob mit mir umging. Nach ein paar weiteren Sekunden merkte ich auch, dass die Angst vor der fremden Frau abnahm. Mein Instinkt hatte aufgehört laut die Alarmglocken zu läuten. Das änderte jedoch rein gar nichts daran, dass ich einen gehörigen Respekt ihr gegenüber empfand. Und man sollte ja meinen, dass das ja normal gegenüber autoritären Personen war.
Nach und nach entspannte ich mich etwas und lauschte den Worten, die die beiden Anwesenden fallen ließen. Es war nicht unbedingt etwas zu Trinken gewesen, das ich haben wollte, aber ich würde zu einer Schüssel Milch nicht nein sagen. Niemals. Und durstig war ich ja trotzdem. Also ließ ich mich von dem Schelm, auf denen Armen ich mich befand, in die Küche tragen und auf dem Boden absetzte.
Geduldig setzte ich mich hin und schaute ihm dabei zu, wie er eine Schale herausholte und nach Milch schaute. Kurz darauf beugte er sich auch schon zu mir herab, goss etwas von der göttlichen Flüssigkeit in die Schale. Zwar hatte er sie vorher bereits einmal geprüft, aber ganz in Katzenmanier schnupperte ich trotzdem ein bisschen daran, ehe ich  begeistert begann zu trinken, bis auch ja kein einziger Tropfen mehr übrig war. Die aber zu erwischen erwies sich nicht gerade als einfachste Aufgabe, da die Schale mich damit zu verhöhnen schien mit jedem Lecken über den Boden der Schale ein Stück mit über den Küchenboden zu rutschen.
Halt doch still..., dachte ich verärgert und erwog sogar einen Moment sie mit der Pfote festzuhalten, ließ es dann aber bleiben. Dafür war ich auch bald schon erfolgreich, schleckte mir den Mund trocken und tappste dann zu meinem Helden herüber, um ihm dankbar über die Finger zu schlecken, ehe ich vorsichtig einen davon zwischen die Zähne nahm. Die Milch war ja schön und gut - Eigentlich war sie fantastisch, himmlisch, göttlich - aber ich brauche trotzdem was zu futtern! Am liebsten wäre ich auf die Arbeitsplatte der Küche gesprungen, um zu schauen, ob es da etwas leckeres gab, aber ich wollte nicht, dass die Frau sauer wurde. Oder gar mein rothaariger Held.
Also mussten schärfere Geschütze her. Ich setzte meinen besten Kätzchen-Blick auf - große runde flehende blaue Augen, leicht angelegte Ohren - und miaute.










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Wohnung 12 - Julia Bardera

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