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 Yashidori - Auf den Strassen

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Leviathan
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BeitragThema: Yashidori - Auf den Strassen   So 3 Jul 2011 - 12:26

Yashidori - Auf den Strassen



In diesem Viertel ist es stets ruhig und friedlich - hier befinden sich z.B. die Stadtbibliothek, das Eiscafe, der Magierladen und die Pizzeria. Viele Blumen blühen hier und auch einige Bäume und Sträucher haben ihren optimalen Platz in diesem Viertel gefunden. Das Yashidori Viertel zählt eher zu einem Wohnviertel, da sich einige schöne und gepflegte Häuser hier befinden - aber wer sich diese wohl leisten kann?
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   So 11 Mai 2014 - 14:22

Pp. Wohnung 13 (Eve Lunatique)

Wie eine Rakete zischte Jonathan durch die Luft, bis er eine Auffällig Ruhige Straße fand. Er vernahm einen hauch von Magie und setzte sofort zur Landung an. geschickt landete er, ohne Schaden, und schaute sich um. Welch ein schöner Ort.. so Ruhig. Man hörte leise die Vögel zwitschern. Die Natur wuchs hier ohne Probleme, wahrlich ein schöner Ort. Die einzigen Lebewesen die er hier sah waren vielleicht ein zwei Menschen, die zügig durch die Straße gingen. Grinsend schaute er sich um und suchte einen Magierladen... und.. DA war er! Ein altes Häuslein, aus welchem er Magie spüren konnte. Sofort ging er auf den laden zu und betrat diesen dann auch.

Tbc. Magierladen
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Mathéo Tristam
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Di 28 Apr 2015 - 13:36

Am späten Abend des 25.12.

cf: Barádori | Der Weihnachtsmarkt


„Es ist Weihnachten, oder? Also lass uns Weihnachtsmann spielen!“
Das ungleiche Duo war schließlich im Yashidori-Viertel angekommen und schlenderte suchend die Straße entlang. Barádori war ihm zu voll gewesen. Da rannten ständig Leute umher und man war eigentlich nie für sich. Wenn er sich aber den roten Umhang umwerfen wollte, durfte er nicht gesehen werden. Was für ein Weihnachtsmann wäre er sonst, wenn die kleinen Kinder ihn entdecken würden? Gerade das war doch der Zauber der Weihnacht!
Aus seiner Hosentasche holte er ein rotes Kügelchen hervor, welches sofort zu Staub zerfiel und sich auf magische Weise um seinen Körper schmiegte. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis es sich zu einem Weihnachtsmannmantel verfestigt hatte. Selbst die Mütze prangerte auf seinem Kopf.
„Und für dich …“ Die nächste Kugel kam zum Vorschein und zerfiel im selben Moment zu Staub. Dieses Mal schmiegte sich die Wolke um Asuka und hüllte sie nachfolgend in einen weihnachtlichen Umhang, so wie es sich für eine Weihnachtsmanngehilfin schickte. Ja, auch sie bekam ihre rote Wichtelmütze. „Passt perfekt!“, stellte er stolz fest.
Nun griff er in die andere Hosentasche und holte eine Hand voll bunter Kugel heraus. Diese brauchten länger, bis sie ihre finale Form angenommen hatten. Erst bildete sich ein großer, brauner Jutesack heraus, in dem die anderen Kugeln verschwanden. Außerdem legte Mathéo seine Hand auf den Boden und entzog auch diesem einige Elemente. Vor allem Kohlenstoff war gefragt, denn daraus konnte man so ziemlich alles kreieren.  
„So, der Sack ist auch gefüllt. Dann kann es ja losgehen!“

Die Straße vor ihnen war nur noch zum Teil schneeweiß eingefasst. Das Braun der Äste ragte bereits deutlich heraus und sogar einige grüne Flecken waren zu erkennen. Der Kälteeinbruch war viel zu spontan gewesen, als dass sich die Flora daran anpassen konnte. Sie war überrumpelt und geradezu eingefroren worden. Ohne den Herbstzauber …
Mathéo schüttelte innerlich den Kopf. Diese Insel war einfach nicht normal. Wie man es auch sah, sie war es rundum nicht.
Zu seiner Rechten tauchte ein Haus mit knallrotem Dach über einer beigen Fassade auf. Die Vorhänge hinter den Fenstern waren zugezogen und nirgends brannte Licht. Ein Blick aufs Dach zeigte ihm den mächtigen Schornstein, den man hier gar nicht mal so oft sah. Schien in diesen Breitengraden nicht angesagt zu sein. Wie sollte der liebe, gute Weihnachtsmann da denn ins Wohnzimmer gelangen können? Ach, die spannen doch die Asiaten. Hatten keinen Sinn für Kultur …
„Ich glaube, ich habe unser erstes Ziel gefunden“, murmelte er laut vor sich hin, sodass auch Asuka es hören konnte.
Den Sack über seiner Schulter rückte er nochmal zurecht und dann schritt er die Häuserwand hoch, als würde sie sich nicht von dem Boden auf der Straße unterscheiden und die Schwerkraft wäre nur eine Farce. Oben auf dem Dach angekommen blickte er herunter zu Asuka mit einem unschuldigen Grinsen und rief mehr leise als laut: „Schaffst du es alleine?“










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Emily Shields
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Mi 29 Apr 2015 - 17:24

<- Barádori - Der Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmann spielen? Asuka wusste nicht wirklich was er damit meinte. Zwar hatte sie mal etwas von dieser Geschichte gehört, aber sie konnte nicht sagen, dass sie sich sonderlich gut damit auskannte. Ihr leicht fragender Blick zeigte also, dass sie immer noch nicht wusste was er vor hatte und war gespannt was er meinte. Schließlich holte er etwas aus seiner Hosentasche, was die Form einer Kugel hatte und ehe sie sich weitere Gedanken darüber mach konnte, was er damit machen wollte, stand er schon in einem roten Weihnachtsmann Kostüm vor ihr. Auch hier konnte sie ihren Gesichtsausdruck nicht verbergen. Sie starrte ihn mit großen Augen an und musste sich beherrschen den Mund zu zulassen. War das nur ein Trick oder hatte er wirklich so etwas wie magische Kräfte? Hatte er selbst vielleicht die Möglichkeit ihre Ohren verschwinden zu lassen? "Du...du kannst zaubern?", ihr kam die Frage etwas dumm vor, aber die Worte waren schon aus ihrem Mund, ehe sie sie zurück halten konnte. Sie hatte jetzt wirklich keine Lust Weihnachtsmann zu spielen und kleinen Monstern Geschenke zu bringen, die sie wahrscheinlich noch nicht einmal zu schätzen wussten, wenn die Lösung für ihr Problem direkt vor ihrer Nase lag. Oder stand. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er ihr diesen Gefallen tun würde, wenn sie jetzt die Stimmung und das Spiel kaputt machen würde, war ziemlich gering. Also spielte sie mit. Außerdem musste sie zugeben, dass sie seine komischen Kugeln aufregend fand, auch wenn sie sich fragte, wie sie wieder ihre eigenen Klamotten wieder bekommen konnte. War es jetzt blöd danach zu fragen? Der stolz in seiner Stimmer war kaum zu überhören und anerkennend sah sie an sich hinab. Der Umhang war wirklich schön und auch die schwarzen Stiefel gefielen ihr eigentlich ziemlich gut. Eigentlich hätte sie sich nach seiner Styleberatung denken können, dass er ihr nicht hässliches zaubern würde. "Und wie kann ich das wieder ausziehen?", gedanklich vertieft breitete sie den Umhang aus und drehte sich ein mal und stoppte wieder so, dass sie ihn ansehen konnte. Wie blöd hatte sich das denn eben angehört? "Ich meinte, wie ich meine eigenen Klamotten wieder bekomme...also wie ich das ausgezogen bekomme.", anstatt es besser zu machen, wurde es nur schlimmer. Was genau erzählte sie denn da bloß? Sie setzte jetzt einfach darauf, dass er nichts davon gehört hatte und sie war froh, als er sich auf den Weg zum Dach machte. So wie er die Hauswand hochging sah es irgendwie witzig aus und sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Zum Glück sah sie keiner, denn sie wusste nicht wirklich was sie demjenigen dann erklären sollte was sie da machten. Sie konnte über sein Grinsen und die dazugehörige Frage nur Lächeln und ging zwei Schritte zurück. Ob sie das alleine schaffen würde. Sie war Asuka Ikemi, natürlich schaffte sie das alleine! Sie schwang das linke Bein nach hinten um Schwung zu holen und drückte sich mit dem Sprungbein kräftig ab und landete auf dem Balkon im obersten Stockwerk, nur um von dort aus aufs Dach zu springen und direkt vor seiner Nase zu landen. "Natürlich schaffe ich das alleine.", sie grinste ihn schief an. "Also, was passiert jetzt?", waren ihre Gesichter eben noch nur Zentimeter voneinander entfernt, so schnell ging sie einen Schritt zur Seite und sah sich auf dem Dach um. Ihr war es im Moment wirklich ein Rätsel was sie hier oben wollten. Die Aussicht war schön und es war Nachts, aber warum man sonst auf ein Dach stieg konnte sie sich nicht erklären.










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Luana
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Do 26 Apr 2018 - 22:18

Luana

Selbst die Nachricht von dem Werwolfsangriff konnte das Mädchen nicht zuhause halten. So sehr sich ihre Eltern auch noch in letzter Sekunde umentschieden hätten, die Langhaarige hatte die Wahl bereits getroffen auf Isola ihre weiteren Lebensabschnitt zu beginnen. Vor gut ein paar Tagen, eigentlich direkt nach dem Angriff der Lykantropen, kam Luana auf der Insel an. Natürlich herrschte und herrscht noch immer Ausnahmezustand. Aus diesem Grund gab es für sie noch eine kleine Schonfrist was das Schulische anbelangte. Darüber konnte sie sich wirklich nicht beklagen, Der Grund dafür war zwar nicht erfreulicher Natur, aber ändern konnte die Nixe daran nun auch nichts mehr. Selbst wenn sie schon früher hier gewesen wäre, hätte es keinen großen Unterschied gemacht. Lu war keine geborene Kämpferin, sie wäre wohl eher im Weg gestanden oder sogar selbst eines der zahlreichen Opfer geworden. Daran durfte sie gar nicht erst denken. Laut Nachrichten mussten unzählige Inselbewohner ihr Leben lassen oder wurden verletzt. Die Langhaarige schüttelte nur ihren Kopf, um die Gedanken wieder zu vertreiben. Der Tag war nicht dafür gemacht, beinahe schon ein wenig spöttisch, wie die Sonne schien als könnte es keinen schöneren Tag geben. Kurz strich sich das Mädchen ein vom Wind verirrte Haarsträhne hinter ihr Ohr, ehe sie sich wieder in Gang setzte. Sie wollte die Straße nun wirklich nicht für die Leute hier blockieren.

Es war immer noch ein wenig surreal hier zu sein. Dass es so einen Ort wirklich gab mit den verschiedensten Wesen. Es mochte für Luana wirklich nichts Neues mehr sein, dass es neben den Meermenschen noch zig andere Wesen gab, aber sie hier live und in Farbe zu erleben, war wohl eine ganz eigene Story.

Gedankenverloren schlenderte die Langhaarige einfach weiter, riskierte hier und da einen Blick. Etwas Spannendes konnte sie bei ihren Beobachtungen leider nicht entdecken. Bis plötzlich ein Krächzen vom Himmel kam. Erschrocken blickte Luana gen Himmel und konnte einen Vogel entdecken. Der Vogel ging wirklich nicht als Piepmatz durch. Und da erkannte sie erst, dass es sich bei dem Vogel um einen Möwe handelte. Eine Möwe die sich hier im Stadtzentrum tummelte, war nun wirklich nicht alltäglich. Da die Blauäugige heute darauf verzichtet hatte, sich die Kamera umzuhängen blieb ihr wohl nichts anderes übrig als ihr Handy zu zücken und zu hoffen, noch ein passendes Bild von diesem ungewöhnlichen Besucher zu knipsen. Für die Nachwelt natürlich. Der Paparazzi, wie sie gerne von ihrer Familie genannt wurde, hatte niemals Pause.

Die Möwe an sich war schon ein kleines Spektakel für Luana, aber als sie dann auch noch frech, dass Stück Papier, welches sie ihm Schnabel trug, fallen ließ, war die Langhaarige gänzlich geplättet. Das Stückchen entpuppte sich als kleine Schriftrolle, welche nun über den Kopf des Mädchens schwebte. Ihr Mund verzog sich zu einem Ausdruck des Erstaunens. Die Möwe hatte wohl ihre Pflicht erfüllt und war bereits wieder in die Lüfte gestiegen, aus dem Blickfeld der Nixe und das ohne Luana wortwörtlich anzuscheißen.

Ihr Handy war bereits wieder in der Tasche verstaut und nun konnte sie sich der seltsam wirkenden Schriftrolle widmen. Mit gehobenen Kopf betrachtete sie das Stück Papier, welches noch immer über ihr in der Luft hing. Mit flinken Fingern pflückte sie das Stück Pergament vom Himmel. Schnell war das Papier entrollt und Luana konnte die Nachricht darauf lesen. Das Waisenhaus, in welchem auch sie selbst untergebracht wurde nach Ankunft auf der Insel, gab es nicht mehr. Bei diesem Unglück wurde Gott sei Dank niemand verletzt. Luana war entgangen, dass sie während des Lesens dieser Nachricht die Luft angehalten hatte. Geräuschvoll stieß sie die Luft nun aus und steckte sich das Pergament in die Hosentasche. Es war bereits in weiser Voraussicht ein neues Wohnheim organisiert worden. Immerhin mussten die Kinder nicht auf der Straße schlafen. Darum gab es jetzt auch nichts worüber man sich Gedanken machen musste, außer vielleicht später. Später wenn Luana den Weg zum neuen Wohnheim antreten musste und absolut keine Ahnung hatte wohin es ging. Das Mädchen war jedoch guter Dinge, dass sich dieses Wohnheim mit der beigelegten Karte finden lassen musste. Und wenn es die ganze Nacht dauerte, früher oder – in ihrem Fall eher – später würde sich auch die Johnson dort einfinden.

Für einen Moment schloss Luana ihre meerblauen Augen. Ehe sie sie wieder auf ihren Weg richtete, schließlich wollte sie sich nicht gleich hier und jetzt auf die Fresse legen. Diese Missgeschicke passierten ihr wohl noch früh genug. Man musste das Schicksal nicht gleich herausfordern. Das Schicksal war schließlich ein mieser Verräter und auf Luana hatte er es ganz besonders abgesehen. Eine erneute Brise fuhr dem Mädchen durch ihre lange Mähne und spielte mit ein paar Strähnen.
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Alexandra Chevalier
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   So 29 Apr 2018 - 21:33




Es streckten und reckten sich die blassen, zierlichen Arme der Sonne entgegengerichtet. Die Hände griffen nach dem Übeltäter am Himmel und wollten ihn am liebsten zerquetschen, zerbröckeln, in den nächsten Mülleimer werfen. Der Mülleimer würde dann an einen Felsen befestigt werden und im tiefen Ozean versenkt werden. So oder noch schlimmer malte es sich die junge k’Hel in just diesem Moment aus, während sie die Straßen im Yashidori-Viertel entlangspazierte.
Was hatte sie sich nur dabei gedacht, an so einem Tag draußen unter der prallen Sonne herumzulaufen? Zugegeben: Die Temperaturen hielten sich deutlich in Grenzen. Die flache Scheibe am Himmel schien die Vampirdame nicht verärgern zu wollen. Schlaues Ding, dachte sich Aleksandra.
Federleicht setzten ihre Zehenspitzen nacheinander, voreinander auf dem Gehweg auf, warteten auf den Ballen und den Hacken, welcher in einer abrollenden Bewegung folgten, ehe der Haken voraus wieder abhob. Fast schon tänzelte sie daher. Woher die vifen Bewegungen? Gute Laune? Der Grund war, dass sie endlich wieder ruhig schlafen konnte. Zuletzt waren da so ein paar unartige Schoßhunde gewesen, die für Stunk und Unruhe gesorgt hatten. Allesamt waren sie verrückt geworden auf der Insel und mussten hysterisch kreischend durch die Gegend rennen. Alle hatten sie keinen Respekt vor dem Schönheitsschlaf der k’Hel. Alles banale Barbaren. Mongolen waren sie! Hier auf Isola überschwemmte das einfältige Volk die Häuser. In Anbetracht ihres zivilisierten Anstandes unterschieden sie sich keinen Deut von den wahllos wildernden Werwölfen.
Ach – und Alix empfand so wenig Spaß daran, diese Hunde zu quälen. Da war der eine, der sie stürmen wollte. Süß sah er aus. Zähnefletschend bespuckte er sie mit Speichel, lachte sie aus, lachte wohl über sich selbst. Jäh verging ihm damals das Lachen, als Garm nach ihm schnappte und ihn zerriss. Dieses Jaulen, grell und ohrenbetäubend. Sie hatte es nicht ausstehen können. Wie froh sie daher war, als Garm die Sache schnell beendete und Stille wieder einkehrte. Stille, deren Hintergrund von Hilfeschreien und fauchender Inbrunst erfüllt war. Eine grausame Nacht. Und auch die Nacht danach war noch erfüllt von den jammernden Seelen. Wie sollte eine Adelsdame sich da in Ruhe betten können? Unmöglich …

Aber wie erwähnt: Die letzte Nacht war wundervoll. Leider sollte es auch die letzte gewesen sein. Zumindest an jenem letzten Standort. Das Waisenhaus, in dem Alix untergebracht war zusammen mit ihren mehr oder weniger wertvollen Schulkameraden sollte evakuiert werden. Diese Nachricht hatte sie in der Stadt aufgeschnappt. In allen Fernsehern liefen die Nachrichten. Es war kaum zu überhören gewesen. So nervig.
Deshalb hatte sie sich auch auf den Heimweg begeben. Also nicht wirklich den Weg nach Hause ins gute alte Russland; sondern zum Waisenhaus, wo sie nun wohl ihr Hab und Gut packen musste.

Nichtsahnend durch das Viertel spazierend fielen der Schülerin zwei Vögel auf, die über ihrem Kopf kreisten. Um genauer zu sein, tat dies nur einer von beiden. Weiß waren sie aber beide und besaßen schwarze Spitzen an den Enden ihrer Flügel. Die Schnäbel waren gelblich orange. Alles in allem sahen sie wie Möwen aus; diese Vögel, die einen nervten, je näher man dem Strand kam.
Einer von beiden tauchte hinab gen Erdboden – weit vor der k’Hel. Sein Ziel musste ein anderes Mädchen sein, welches mehrere Schritte vor der Vampirin ging. Misstrauisch beäugte sie das Schauspiel, als ihr einfiel, nicht die zweite Möwe zu vergessen. Diese, kaum schaute Alix auf, befand sich bereits im Anflug auf die Russin. Erneut verengte sie die Augen misstrauisch. Der Piepmatz wollte sie doch nicht angreifen? Abwartend spähte sie das Tier an, das, je näher es kam, immer deutlicher ein Objekt in seinem Schnabel zu erkennen gab. Eine Schriftrolle? Alix war verwundert.
Doch da sie nun wusste, was da auf sie lauerte, überkam sie das Bedürfnis, hinterhältig zu grinsen. Breit und unheimlich funkelte sie das arme Tier an. Doch dieses Grinsen war nur ein Trugbild ihrer wahren Intentionen. Die kalte Herzlosigkeit breitete sich wie eine Welle aus und selbst die Möwe sollte keine Sekunde später eine schaurige Gänsehaut erfahren. Wie von der Tarantel erschreckt, stoppte der Flattermann seinen Sturzflug, bremste und bremste und wollte sich sofort wieder auf die Umkehr begeben. Doch es war zu spät.
Aus dem Schatten der Vampirin schoss eine lange Schnauze heraus. Länger als die eines Krokodils, aber so geformt wie eine urzeitliche Monstrosität seiner Gattung. Fleddernd tropften die nachtschwarzen Reste von der nachtschwarzen Kreatur zurück in den Schatten, während es sich in die Luft hochschraubte und seine gierigen Fänge öffnete. Ohne auch nur den Hauch einer Chance schnappte das große Maul zu und begrub die Möwe in seinem Schlund. Kein Ton quoll hervor, kein Krächzen durchdrang das dunkle Wesen. Der Flattermann war mucksmäuschenstill.
Das krokodilartige Schattenwesen sank zurück zu seiner Herrin und streifte gar mit seinem Kopf zärtlich die Wange der Vampirin. Ein Kichern entrang ihren Lippen. Mit den Händen fasste sie die Seiten des Ungeheuers und streichelte es liebevoll. »Aww, Garm, du kleiner Gierschlund.«
Die Flügelspitzen, welche noch aus dem Maul herausgeschaut hatten, verschwanden nach kurzem Zittern. Ein Schlucken konnte man noch hören. Danach gab es ein kurzes Grummeln und die Schriftrolle wurde ausgespuckt – jedoch mitten in Aleksandras Gesicht.
»Hey!!«, gab Alix entrüstet von sich, schaute ihren Liebling tadelnd und zornig zugleich an. Doch die schwarze Kreatur tauchte nur weiter hinab in den Schatten, aus den es kam. Nur leicht, nur von Alix vermutlich, konnte ein gluckerndes, stummes Kichern vernommen werden.

Die Schriftrolle lag nun in den Armen der Vampirin und wartete darauf, gelesen zu werden. Schnell faltete sie das Pergament auseinander und las die Nachricht darin. Zum Ersten wurde nur bestätigt, was sie ohnehin schon erfahren hatte, doch zum Zweiten wurde erklärt, dass es ein neues Wohnheim für die Schüler gab. Die akkurat gezupften Augenbrauen der k’Hel kletterten nach oben. »So so.«
Eine Karte war mit beigefügt, sodass sie das Wohnheim finden konnte, insofern sie es nicht mehr zum Bus am Waisenhaus schaffte. Vermutlich waren die Tölpel dort nicht in der Lage, auf Aleksandra zu warten, weshalb sie diese Option auf der Stelle in den Wind schoss. Sie würde direkt und selbstständig zum Wohnheim gehen. Angeblich würden ihre Sachen von Magierhand transportiert werden. Sie müsse sich nicht darum sorgen. Natürlich sorgte sie sich trotzdem, denn Magiern konnte man selten vertrauen. Sie gehörten zur besonders schäbigen Menschensorte. Doch dafür kitzelte ihr Blut oft am Gaumen – wie Brausepulver, welches man in ein Glas Wein gekippt hatte.

Nun gut. Den Entschluss gefasst, setzte sich Aleksandra wieder in Bewegung, schielte nur ein Mal kurz hinab auf ihren Schatten, wo sie in Gedanken ihren treuen Schoßhund ein weiteres Mal tadelte.
Das Mädchen, welches zuvor von einer ersten Möwe attackiert worden war, stand dort immer noch. Es dauerte keine paar Sekunden, da hatte die Vampirin aufgeholt. Doch das Mädchen stand da immer noch. Mitten im Weg stand sie. Alix musste halten; und schon sauste eine Brise an ihr vorbei, die ihre Strähnen mit sich riss – genauso wie ihre Stimme. »Hey, du da.«
Mit der Brise im Rücken sprach die Russin das unbekannte Mädchen sehr direkt, aber auch sehr herzlos an. Sie sprach sie so an, wie man eben ein Hindernis ansprach, wenn es sich nicht von selbst abräumte. Doch ehe Alix weitersprach, musterte sie das Mädchen. Das Haar war so untypisch für menschliches Fleisch. Die Vampirin konnte den Geruch des Blutes kaum wahrnehmen, da der Wind jegliche Nuancen von ihr wegtrug. Einzig ihr eigenes Parfüm konnte sie schnuppern. Stattdessen orientierte sie sich also an der Haut, an der Blässe ihrer Oberfläche: kein Kind der Südseesonne. Und als sie sich umdrehte, weil sie wohl wissen wollte, wer sie da angesprochen hatte, sah Alix die meerblauen Augen.
Zart und zierlich sah das Mädchen aus, hell und rein war ihre Oberfläche. So zerbrechlich wie sie wirkte, so dachte sich die k’Hel, musste sie nur kurz ins Fleisch pieksen und schon würde ihr der rote Saft wie aus einem Springbrunnen entgegensprudelt. Alix liebte diese blutigen Menschen. Man musste kaum etwas machen. Der Saft sprang in den Mund ohne zu saugen. Man musste nur warten und warten und genüsslich schlucken.
Doch dann waren da noch diese Augen, dieser wässrige Ton, der wie zwei Bullaugen Alix einen Einblick in das Innerste eines Aquariums schenkte. Und so wässrig wie diese Teile waren, so wässrig erschien ihr das Innerste des Mädchens. Kein Wein, den man mit Wasser verdünnte. Sie schien aus Wasser zu bestehen, welches man mit Wein verdicken wollte. Kein Wunder daher, dass ein seichter Ekel der Vampirin durch die Magengegend schoss. Sie hasste verdünnten Wein und auch verdünntes Blut. Arme, sehr arme niedere Vampire mussten so etwas machen, um die wenigen Vorräte, die sie hatten, zu strecken. Keine k’Hel würde so etwas jemals versuchen, gar daran denken.

Alix seufzte und schaute enttäuscht, da das Mädchen vor ihr nun keinen appetitlichen Eindruck mehr machte. »Komm!«, forderte sie die Schülerin auf und ging an ihr vorbei. In genau dem Moment, als die beiden auf gleicher Höhe waren, fügte sie noch hinzu: »Du willst sicher auch zum Wohnheim« - und ging weiter. Garm, der aus ihrem nachziehenden Schatten heraus für einen kurzen Moment ein Tentakel um die Knöchel des Mädchens führte, fühlte nur sachte das weiche Fleisch und den zerbrechlichen Knochen. Kaum ein Berührung fand statt, nur die gierige Kälte legte einen Schauer um den Fuß.











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Luana
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Mi 2 Mai 2018 - 17:55

Luana

Das Spektakel was sich hinter Luana abspielte, wurde von ihr nicht zur Kenntnis genommen, selbst die schockierten Blicke der umgebenden Leute irritierten das langhaarige Mädchen nicht für eine Sekunde. Es schien eher so, als wäre die Nixe irgendwo ganz weit weg mit ihren Gedanken. Erst die Briste, welche mit ihrem Haar spielte holte sie wieder ins hier und jetzt, dicht gefolgt von einer Stimme, welche die Langhaarige bei Gott nicht zuordnen, geschweige denn schon einmal gehört hatte. Die Stimme klang auf alle Fälle weiblich, nur was genau zu ihr - oder war es gar nicht für sie bestimmt - gesagt hatte, wurde aufgrund der aufkommenden Brise weggeweht.
Neugierig wie Lua eben war, drehte sie sich bereits zu der Stimme um, selbst wenn sie Gefahr lief doch nicht gemeint zu sein. Ihre azurblauen Augen suchten den Verursacher ihrer Aktion und blieben prompt an einem Mädchen hängen.

Die Haarfarbe war wohl das Erste, was Luana ins Auge stach. Ihr Gegenüber war ebenfalls mit einer sehr unnatürlichen Haarfarbe ausgestattet. Lila, violett oder einfach amethystfarben.  Die Augen waren von einem dunkleren Blau als ihre selbst. Die Größe des Mädchens war bis auf ein paar Zentimeter ident mit der von der Meerjungfrau selbst. Alles in allem wohl einfach ein ganz "normales" Mädchen. Bis dato konnte die Langhaarige nichts Ungewöhnliches an dem Mädchen ausmachen, welches Luana ebenfalls musterte, wie sie es bereits tat. Von welcher Rasse die Violetthaarige abstammte, vermochte die Nixe selbst nicht zu bestimmen. Mit solch einer Gabe war sie leider nicht ausgestattet. Hin und wieder wäre es sicher von Vorteil ihr Gegenüber ein wenig besser einordnen zu können.

Der Blick des Mädchens änderte sich nach der Musterung der Johnson. Wie Luana diesen Blick deuten sollte, konnte sie nicht mit Sicherheit sagen, aber sich darüber ihr hübsches Köpfchen zu zerbrechen fiel der Langhaarigen ebenfalls nicht ein, darum machte sie sich auch keine weiteren Gedanken darüber. Nur das Seufzen war kurz zu vernehmen, was wohl ein wenig Missfallen zum Ausdruck bringen sollte. Luana ihrerseits zog die Stirn kraus und wusste nicht so recht was sie jetzt damit anfangen sollte. Schließlich war es die Unbekannte gewesen, die sie aus dem Nichts angesprochen hatte. Aus den Leuten heutzutage konnte man einfach nicht mehr schlau werden.

Erneut verließen Worte den Mund des Mädchens. Mit einem nicht gerade freundlichen Ton wurde die Johnson zum Kommen aufgefordert. Als würde sie gleich mit jeder dahergelaufenen Person mitgehen. Was erlaubte sich dieses Mädchen? Ein wenig Zorn wallte in der Langhaarige auf, als die junge Frau einen weiteren Satz von sich gab. Der Zorn, der soeben aufgekommen war, war nun auf dem besten Wege wieder zu verrauchen. Die Lilahaarige war ebenfalls Schülerin, wie sich herausstellte und war nun ebenfalls auf dem Weg zum Wohnheim. Beziehungsweise lud die Langhaarige Luana nun ein, sich mit ihr auf den Weg zu dem neuen Zuhause zu machen. Eine recht merkwürdige Art und Weise, welche das unbekannte Mädchen an den Tag legte. Vermutlich fehlten ihr einfach nur die passenden Umgangsformen oder aber es war in ihren Kreisen üblich so mit jemanden zu sprechen.

Noch bevor die Johnson auch nur einen Ton von sich geben konnte, verließ ein spitzer Schrei ihren Mund. Prompt schlug sich die Langhaarige die Hände vor den Mund. Es war ihr so, als hätte sich kurzzeitig ein eisiger Hauch an ihrem Fuß zu schaffen gemacht. Als sie jedoch ihren Blick zu besagten Fuß wandern ließ, war da nichts. Ihr wild pochendes Herz fing an sich wieder zu normalisieren. Um dieser peinlichen Situation doch noch mit ein wenig Würde zu entkommen, räusperte sich die Meerjungfrau kurz und setzte sich in Bewegung. „Genau. Zum Wohnheim.“, sprach die Langhaarige und schloss nun ebenfalls zu ihrer Weggefährtin auf. Mit einem leichten Lächeln setzte Luana noch nach: „Du kennst den Weg?“ Hoffentlich kannte das Mädchen den Weg zum Wohnheim besser als Luana. Denn dann würden sie vermutlich noch bis in die späten Abendstunden durch die Gegend irren. Wobei man konnte auch die umherstehenden Leute nach dem richtigen Weg fragen. Luana zweifelte jedoch stark daran, dass die Lilahaarige nach dem Weg fragen würde. Dafür sah sie ihr ein wenig zu arrogant aus, als das sie sich dieser Schmach hingeben würde andere um Hilfe zu bitten. Doch die Rosahaarige ließ sich gerne eines Besseren belehren. Schließlich hatten die zwei Mädchen noch einen gemeinsamen Weg vor sich. Es konnte sich nur um Stunden handeln, bis sie schließlich an ihrem Ziel ankommen würden.
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Do 3 Mai 2018 - 18:25

Ein heimliches Grinsen schlich sich auf Aleksandras Lippen, als sie den spitzen Schrei des armen Mädchens vernahm. Sie wusste, was Garm getan hatte, was er nicht sein lassen konnte. In diesen Momenten verhielt er sich wie ein kleines Kind, welches nur spielen wollte; oder wie ein Löwenjunges, welches erst noch mit seiner Beute spielte, bis es lernte, dass es dem Wesen ins Genick beißen musste, um dieses zu brechen. Doch Alix konnte beruhigt sein, Garm hatte oft genug unter Beweis gestellt, dass er wusste, wie man diese Dinge anging.

Wie erwartet folgte das fremde Ding der Vampirin. Es hatte die wenigen, aber gezielten Worte gebraucht, um ihre Bereitschaft zu erzwingen. Selbstsicher verlangsamte die k’Hel ihren Schritt nicht, war er ohnehin nicht sonderlich schnell. Eher gemächlich und im Besitz jeglicher Ruhe folgte sie dem Gehweg zu ihren Füßen. Das rosahaarige Mädchen suchte die Seite der k’Hel auf und fragte sie, ob sie den Weg wüsste. Natürlich kannte sie diesen. Allerdings sollte das kein Wunder sein, denn die Beschreibung lag dem Brief der Möwe bei; und sie konnte Alix nicht weißmachen, dass sie keinen bekommen hatte.
»Hast du deinen Brief nicht vollständig gelesen?«, fragte Aleksandra daher forsch nach. »Ihm liegt eine Karte bei, mit der wir den Weg finden.« Aus der kleinen, weinroten Umhängetasche, welche neben ihrem knackigen Gesäß wackelte, holte sie mit einem schnellen Handgriff den Teil des Briefes heraus, auf dem die Wegbeschreibung verzeichnet war, und reichte ihn dem unwissenden Ding. »Hier, falls du deine verloren hast.«

Alix ging in gelangweiltem Ton den Weg ab, den sie sich bereits eingeprägt hatte und der keinerlei spektakulären Wendungen intus hatte. Ein paar Minuten würde es schon dauern. Nah war das Wohnheim nicht. Aber sie würde noch heute ankommen und auch noch vor der Dunkelheit. Keine Stunde würde es dauern, davon ging sie aus.
»Bist du neu hier?«, brachte Alix dann doch noch etwas Interesse an der Person neben ihr auf, auch wenn sie bereits sicher war, die Antwort zu kennen. Eine Bestätigung dafür zu erhalten, fühlte sich lediglich gut an.











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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Do 3 Mai 2018 - 22:47

Luana

Gemeinsam schritten sie den Weg entlang, vorbei an unzähligen Augenpaaren die hin und wieder einen Blick auf die beiden Mädchen erhaschten. Vermutlich waren diese Augenpaare auf das Kleidchen der Lilahaarigen gerichtet. Beziehungsweise schon geheftet in der Hoffnung, dass eine Brise tiefere Einblicke zu zeigen vermochte. Luana war sich nicht sicher was sie davon halten sollte. Möglicherweise gab es hier mehr Lustmolche als irgendwo anders. Ein strenger Blick zur Seite reichte jedoch aus, um zumindest ein Augenpaar von dem Anblick des unbekannten Mädchens loszureißen. Es war jedoch erstaunlich, dass die Unbekannte so gar nicht darauf reagierte. Entweder war sie einfach sehr ignorant oder aber die Blicke der Leute schmeichelten ihr. Aber noch bevor die Rosahaarige weitere Gedanken diesbezüglich spinnen konnte, wurde sie auch schon von ihrer Weggefährten angesprochen.

Dem Ton der Stimme zufolge, traute das Mädchen Luana doch tatsächlich zu, dass sie nicht in der Lage war, den Brief anständig zu lesen. Klar hatte sie den Brief gelesen. Nur die Orientierung war eine ganz andere Sache, aber das hier so mir nichts dir nichts vor dem Mädchen auszubreiten war nicht in ihrem Sinne. Mit zu Schlitzen verengten Augen beobachtete sie die Langhaarige, während sie in ihrer Umhängetasche wühlte und dann tatsächlich die Wegbeschreibung hervorzog. Nur für den Fall, dass die Johnson ebendiese verloren hatte. Ein kurzes Lachen war die Antwort darauf, trotzdem nahm Luana das Papier mit der Wegbeschreibung entgegen. "Danke. Ich hab den Brief und die Wegbeschreibung noch. Nur .. nun ja, meine Orientierung lässt leider ein wenig zu wünschen übrig. Mit Straßennamen kann ich nicht sonderlich viel anfangen." Das Gesicht der Nixe brannte formlich aufgrund der Peinlichkeit. Es grenzte schon an ein Wunder, dass die Nixe nicht schon irgendwo verloren gegangen war, einfach weil sie den Weg nicht mehr fand.

Bislang hatten sie bereits ein gutes Stück der Straße hinter sich gelassen, ehe die Lilahaarige zu einer weiteren Frage ansetzte. Diesmal schien sie wohl besser gelaunt zu sein. "Bin seit knapp einer Woche auf dieser Insel.", gestand die Blauäugige. In knapp einer Woche konnte man sich wirklich nicht perfekt hier auskennen, darum hoffte Luana darauf, dass die Violetthaarige Milde walten ließ was ihre fehlenden Ortskenntnisse anging. "Wie lange bist du schon hier?", stellte nun auch Luana die Gegenfrage an das Mädchen neben sich. Es war wohl zu vermuten, dass die Langhaarige bereits seit einiger Zeit auf dieser Insel war, schließlich ging sie den Weg mit so viel Selbstsicherheit, dass daran wohl kein Zweifel bestand. Es war wohl ein Wink des Schicksals, dass Luana auf dieser Straße mit der jungen Frau zusammengetroffen war, deren Namen sie noch immer nicht kannte. Ich bin übrigens Luana.", stellte sich die Meerjungfrau nun vor. Sie konnte nur hoffen, dass die Blauäugige nun ebenfalls ihren Namen verraten würde, sonst musste sie eben weiterhin »das Mädchen« bleiben.










bla bla bla ... Weißbrot
arigato atri :)


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Alexandra Chevalier
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BeitragThema: Re: Yashidori - Auf den Strassen   Fr 4 Mai 2018 - 8:37

Recht häufig – zu häufig für den Geschmack der k’Hel – wackelte das Köpfchen neben ihr. Die verlorenen Augen des armen Wesens mussten die Gegend absuchen und Gebäude oder Bäume suchen, welche sie sich einprägen konnte. Immerhin, so gestand sie, konnte sie mit Straßennamen nichts anfangen. Straßennamen waren auch nutzlos, insofern man keine Karte hatte, auf der man diese abgleichen konnte. Hatte man beides, war es ein Leichtes, sich zurechtzufinden. Selbst ein sonst so unfähiges Kind – wie es wohl das Mädchen neben Aleksandra war – hatte da Chancen, nicht mit dem nächsten Schritt die Klippe hinabzustürzen. Wobei die Vorstellung wahrlich amüsant war. Vor Aleksandras geistigem Auge spielte sich die Szenerie am Rande einer Klippe ab, welche das rosahaarige Mädchen hinabstolperte und beim Fall mehrfach Bekanntschaft mit Vorsprüngen und Ästen machte, die dafür sorgten, dass Knochen brachen, splitterten und am liebsten den Körper schon vor dem Aufprall verlassen hätten. Unten, ganz unten am Boden oder auf einem großen Felsen in der Brandung würde sie dann liegen bleiben und Alix könnte neben ihr stehen – herzhaft lachend. Nur irgendwer müsste die Sauerei dann wegwischen. Vielleicht würden es auch die Wellen machen und das bemitleidenswerte Wesen davonspülen. Wieder musste die k’Hel grinsen. Die Vorstellung war tatsächlich sehr amüsant.

»Schon einiges länger. Vielleicht ein paar Monate«, antwortete Aleksandra und klang dabei fast schon nebensächlich, schenkte sie ihrer Gesprächspartnerin nicht mal einen Blick. »Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Unnützer Zeitvertreib.« Sie machte eine kurze Pause, in der sie daran dachte, dass es sicher angenehmer gewesen wäre, erst heute auf der Insel anzukommen. Dann hätte sie die nervigen Aktionen der Dreckstölen nicht ertragen müssen. »Auf alle Fälle zu lange her. Ich hätte mir einiges ersparen können, wäre ich zusammen mit dir erst hier angekommen«, sinnierte sie offen über ihre Meinung.

Als das fremde Mädchen Alix ihren Namen sagte und somit nicht mehr ganz so fremd war, schaute die Russin zum ersten Mal wirklich hinüber. Sie musterte Luana, die über einen ziemlich seltsamen Namen verfügte. Entsprechend zuckte auf Aleksandras rechte Augenbrauen nach oben, um Misstrauen am Wahrheitsgehalt der Aussage in Frage zu stellen. Aber natürlich war es keine Lüge. Das Mädchen würde sie nicht anlügen. Niemand würde Alix anlügen. Also musste die k’Hel dem Namen glauben schenken und konnte wieder den Blick nach vorne werfen.
»Ein wirklich seltsamer Name. Wollten sich deine Eltern einen Scherz erlauben?« Alix lachte sachte und kurz auf, sah jedoch amüsierter aus als sie klang. »Das tut mir leid für dich; und bestimmt möchtest du jetzt meinen Namen wissen, hm?« Schon zum zweiten Mal schwenkte der Blick der Vampirin hinüber, blieb dabei jedoch etwas neckisch und schief. Ihre Lippen formten ein spitzes Grinsen, ihre Augen krallten sich fokussiert in den meerblauen Spiegeln vor ihnen fest. »Mein Name ist Aleksandra.« Das Grinsen wurde breiter. Doch es war kein Grinsen aus Freundlichkeit, es war eines aus Vorfreude, aus Interesse. Und es war kein friedliches Interesse. Es war diese stöbernde, fordernde Art von Interesse.
»Ich habe viel darüber gelesen, dass es eine Form der Höflichkeit ist, seinem Gegenüber nun zu sagen, man freue sich, die Bekanntschaft zu machen. Jedoch …« Und da nutzte Alix den Moment zur Verzögerung. »… weiß ich noch gar nicht, ob ich mich über dich freuen kann.« Ihr Blick blieb unverändert freundlich und auch die Stimme klang erquickt. Nur die Worte selbst, ihre Bedeutung und ihre Wirkung war so frei von Relation. Diese unschuldige Mimik war keine ehrliche, sie war eine der Schafspelz, der den gierigen Blick des Wolfes versteckte.
Ohne den Blick von Luana zu nehmen, reichte Alix ihre Hand hinauf an die Wange des Mädchens und führte freihängende Strähnen zurück hinter das blasse Ohr. »Immerhin wirkst du so wässrig. Es ist ein Jammer.« Ein Schmollmund formte sich im Gesicht der k’hel, der Blick war traurig, doch hing immer noch an dem Mädchen. Die Hand wurde zurückgezogen und in die zweite gebettet, als müsse man sie trösten.











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Yashidori - Auf den Strassen

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