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 Auf der Einkaufsstrasse

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Leviathan
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BeitragThema: Auf der Einkaufsstrasse   Fr 4 Feb 2011 - 16:39

das Eingangsposting lautete :

Auf der EInkaufsstrasse



Die Strasse, die die gesamten Läden und sonstigen Gebäude miteinander verbindet. Hier sind stets viele Leute unterwegs, doch Autos dürfen hier nicht fahren, es ist eine reine Fussgängerzone.


Zuletzt von Takeru am So 13 Mai 2012 - 21:25 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Riley Constantin
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BeitragThema: Re: Auf der Einkaufsstrasse   Mi 4 Apr 2018 - 12:01

Der Arzt war amüsiert und gleichzeitig erstaunt darüber, wie richtig er vermutlich mit seiner Erwartung dem Mädchen gegenüber war. Versteift war sie nicht, keinesfalls. Eine kleine Prüfung folgte trotzdem noch einmal in Bezug auf ihre Stimmlage – nein – verklemmt war Sky Love wohl auch nicht. Gut, so musste auch er sich nun mit absoluter Sicherheit nicht an irgendwelche Konventionen dieser hochgestochenen Art halten. Wenn man betrachtete wie leicht die Dame neben ihm das „Du“ akzeptierte war es eine angenehme Überraschung unter den Bekanntschaften. Auch wenn er gleichzeitig wusste, das im Waisenhaus wohl einige der Schüler so sein würden. Jugendliche eben, so der Gedanke. Obwohl auch der Blondschopf nicht so ganz erwachsen werden wollte, wenn man sein Verhalten in den letzten Minuten noch einmal Revue passieren ließ. Nein, trotz seines - für einen Menschen wohlgemerkt – hohen Alters verweigerte Riley sich der schlechten Laune alter Leute beizutreten und der jungen Generation Sachen wie „Zu meiner Zeit…“ oder „Damals….!“ Hinterher zu schimpfen. Das war im ersten Moment viel zu anstrengend und zweitens würde es wahrscheinlich nur bedingten Effekt erzielen. Also konnte er es auch gleich sein lassen.
Sein Test gegenüber seiner neuen Bekanntschaft, gab ihm aber nun nur bedingt Auskunft über die Person, welche da vor ihm Platz gefunden hatte. Immerhin war sie völlig aus dem Häuschen so einen magischen Trick vorgeführt zu bekommen. Ein Lachen sprudelte aus dem Blonden heraus, als er ihre Begeisterung in ihrem Gesichtsausdruck sehen konnte, welche sich so sehr ausbreitete, als wolle sie ihn gleich ebenfalls in Beschlag nehmen. Es machte seine Einschätzung schwer, aber so „gelassen“ wie sie mit der Szenerie vor sich gerade umging, erschloss er sich einfach mal die Waisenhaus-Geschichte. In jedem Fall unterbrach der junge Mann Sky nicht bei ihrem Versuch die Figuren zu berühren. Dieser kleine Trick war doch schon immer wieder faszinierend. Die einzigen, welche diesen wohl schon zur Genüge kannten, waren die Schachspieler aus dem Park. „Naja, irre würde ich jetzt nicht sagen.“, erwiderte er ihre grenzenlose Begeisterung mit Bescheidenheit.

Zumindest ihre Reaktion fand der Arzt in jedem Falle sehr löblich. Dieses spontane ihm zuwenden auf der Bank war zumindest eine sehr amüsante Szenerie. Sie gab wohl auch nicht viel darauf, was andere von ihr dachten. Schließlich sollten die Füße bei einer Bank auf dem Boden bleiben und nicht auf der Sitzfläche. Er grinste nur als er kurz durch seine Brillengläser die Umgebung nach Blicken absuchte. Unnötig zu sagen, dass der Mediziner fündig wurde. Besonders im Hinblick der letzten Ereignisse war diese Szenerie wohl mehr als ungewohnt für die meisten geworden. „Na dann wollen wir die eingerosteten Schachkenntnisse doch mal auffrischen.“. Er schaute zum Schachbrett und ließ dieses, verbunden mit einer Körperdrehung seinerseits, nun noch mehr zwischen die beiden schweben.

„Natürlich ist das alles ein Plan um leichter zu gewinnen.“, gab er mit einer Handgeste die andeuten sollte, das dies wohl selbstverständlich ist. „Ich meine, die Taktik hat bis jetzt immer funktioniert. Warum sollte ich diese also Aufgeben? Höllensicher!“. Sichtlich amüsiert ließ er noch einmal ein kurzes Lachen von sich hören, dann wandelte sich sein Gesicht in eine freundliche Mimik. „Nun, dann will ich mal anfangen.“, begann er seinen nun folgende Lehrstunde. „Schon einmal vom Spruch gehört? Weiß beginnt, Schwarz gewinnt?“, fragte der Blonde Sky nun direkt und fuhr auch gleich fort. „Die Weiße Farbe fängt beim Schach für gewöhnlich an.“ Seine Hand ging über die blauen Figuren auf dem Schachbrett, welche nur sehr markante Konturen besaßen, welche fröhlich vor sich hin schimmerten. „Das ist weiß in diesem Fall.“. Dann zeigte er auf die massiver Wirkenden Bausteine des Spiels. „Das ist schwarz. Wähle welche Farbe auch immer du möchtest.“, bot er ihr an und drehte das Feld einmal um 360 Grad so das seine neue Mitspielerin merkte, das sie das Feld auch auf der Stelle drehen konnte, damit sie nicht die Bankposition tauschen mussten und sie wirklich jede der zwei Seiten wählen konnte. Dann ging seine Erklärung weiter. „Die Bauern hier in der vorderen Reihe können bei ihrem ersten Zug entweder einen oder zwei Felder vorangehen. Danach allerdings nur konstant eines. Sie können weder die Spur wechseln, noch geradeaus eine Figur aus dem Spiel entfernen. Das geht nur quer.“, seine Hand nahm gleichzeitig eine der Figuren und speilte ihr das Ganze vor. „Der Läufer wiederum kann nur auf seiner Farbe Diagonal herumlaufen und auch nur in dieser Richtung schmeißen. Der Turm hier hinten kann, als Gegensatz dazu, nur geradlinig laufen.“. Einmal kurz vergewisserte er sich mit einem schnellen Blick Skys Aufmerksamkeit. „Der Springer, also das Pferd ist die einzige Figur, welche vorhandene Figuren überspringen kann. Was man sich sicher ableiten kann. Dafür hat er aber ein begrenztes Bewegungsmuster.“- Nach dieser Erklärung atmete der Arzt erst einmal kurz aus. „Der König hier kann immer nur ein Feld weit gehen, dafür aber in jede Richtung. Er ist also sowas wie die lahme Ente im Spiel. Aber das meiner Meinung nach gefährlichste...“, sein Finger blieb über der Damen-Spielfigur stehen, „…ist diese Frau hier, welche in jede Richtung ohne Begrenzung laufen kann. Sehr gefährlich.“.
Bei letzterer Aussage grinste Riley selber in sich hinein. Schach, eines der wenigen Spiele wo diese Emanzipationsdebatte wohl keinen stören würde. Ebenso wie Rassismus. War doch beides auf dem Brett vorhanden, oder nicht? „Soweit verstanden? Für drei Zen erkläre ich es gerne nochmal.“. Natürlich war das ein Witz von ihm, als ob er dafür Geld verlangen würde. Nichts lag dem Briten ferner.

„Sag mal, ohne jetzt überaus neugierig sein zu wollen, wo kommst du eigentlich genau her?“
, fragte er schließlich und klang dabei auch wirklich sehr interessiert. Zwar hatte er auch seine Vermutung am Anfang für sich erschlossen gehabt, nun wollte er es aber wirklich wissen. Dabei war es ihm unter anderem natürlich wichtig, nicht in irgendeiner Weise als unheimlich oder etwas ähnlicher herüber zu kommen. Er erwartete von Sky zwar so eine Einschätzung nicht, vor allem da sie sehr offen zu sein schien, aber er blieb trotzdem noch skeptisch – vorerst.











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Sky Love
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BeitragThema: Re: Auf der Einkaufsstrasse   Mi 11 Apr 2018 - 23:41

Sky Love

“Hah! Jetzt hast du aber deinen Plan verraten!“ Ich zog meine Augenbraue übertrieben in die Höhe und verdrehte meine Augen. “Das war nicht sehr schlau von dir. Nun werde ich auf keinen Fall auf diesen billigen Trick hereinfallen!“ Ich versuchte nicht zu grinsen, immerhin war das Thema super ernst. Riley schien für einen Arzt wirklich okay zu sein und vor allem versteht er wohl Spaß.
Weiß beginnt und Schwarz gewinnt, hmm... Ob man auf so einen Reim viel geben konnte, wusste ich nicht, also drehte ich das Schachbrett so herum, dass vor mir die weißen Figuren standen. Weiß war einfach die schönere Farbe und ich fing gerne an. Zufrieden schaute ich wieder zu Riley hoch. “Weiß ist meine Farbe, sie wird mir heute Glück bringen!“
Aufmerksam hörte ich den Erklärungen vom Arzt zu, nickte dabei immer wieder oder gab eine “Achjaaa“ von mir. In meinem Kopf machte es regelmäßig 'klick' und die Erinnerungen kamen langsam wieder.
“Ehm... ich komme aus England.“ Antwortete ich auf seine Frage und kaute an meiner Unterlippe, während ich auf das Schachbrett starte. “Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt, gute 40 Minuten von London entfernt. War schön friedlich dort.“ Ich setzte zu meinen ersten Zug an, zog meine Hand dann aber doch wieder zurück. Den ersten Spielzug empfand ich immer am kniffligsten. Es gab so viele Möglichkeiten und ich konnte mich einfach nie entscheiden. “Aber irgendwann hat dann die Großstadt nach mir gerufen und so musste ich gehen“ Erzählte ich dann weiter. So viel dazu, dass ich nicht auf seinen Plan hereinfallen würde, denn das Reden nebenbei störte tatsächlich meine Konzentration und das, obwohl wir noch nicht mal angefangen hatten. Ohne noch länger darüber nachzudenken, ging ich mit einem Bauer zwei Felder nach vorne. “Naja und von der Großstadt bin ich nun hier gelandet... auf einer Insel“ Ich zuckte mit meinen Schultern und sah ihn an. “Und wo kommst du her?“ Er hat bestimmt schon deutlich mehr erlebt als ich, allein schon, weil er Arzt ist.
Die Zeit verging, nachdem wir die ersten Züge getätigt hatten und ich anfangs noch sehr am Zögern und nachdenken war, fiel es mir dann leichter. Es war wirklich schon ewig her. “Mein Papa hatte mir damals das Spielen beigebracht.“ fing ich an zu erzählen, als ich wieder am Zug war. Natürlich sah es bisher nicht ganz so gut für mich aus, aber eigentlich hatte ich von Anfang gewusst, dass ich nicht gewinnen würde. “Ich habe nie gegen ihn gewonnen, er hat mich noch nicht mal aus Mitleid gewinnen lassen.“ Meine Lippen zuckten nach oben bei der Erinnerung und ich ließ meinen Springer zwei Felder nach vorne und einen nach links gehen, warf damit einen seiner Bauern raus. Trotz allem waren seine schwarzen Figuren Zahlenmäßig überlegen.










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Riley Constantin
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BeitragThema: Re: Auf der Einkaufsstrasse   Di 17 Apr 2018 - 23:59

Riley musste schmunzeln, als Sky sich für die weiße Farbe entschied. Es war wirklich sehr amüsant. Eine Menge Leute mit denen er in seinem Leben Schach gespielt hatte, entschieden sich nach diesen Worten immer für Schwarz. Wer konnte es ihnen verdenken? Der Spruch war nun einmal ziemlich einprägsam. Dabei hatte es ja auch durchaus seine Begründung, wenn man mal so reflektierte. Zwar hatte weiß den Vorteil gleich zu beginnen und war dementsprechend am Anfang die erste Fraktion, welche einen Zug machen durfte. Aber Schwarz konnte immer auf die Aktionen reagieren. Was bedeutete, das die vorherige Partei immer einen aktionentechnischen Nachteil hatte. So zumindest seine Ansicht des Sachverhaltes. Dementsprechend musste man als weiß gerissener, kalkulierender spielen. Er grinste vergnügt. Das Gefiel ihm, vielleicht konnte sie ihn ja überraschen? Vorher jedoch musste der Brite seine Erklärung zu Ende bringen. Es konnte ja schlecht losgehen, wenn seine Mitspielerin die Regeln nicht richtig kannte.

Die Vampirin ging aber vor dem endgültigen Start noch einmal auf seine Frage ein. „England, mh?“ , fragte er interessiert und betrachtete sie. Bevor er stumm und mit einem Bedächtigen Nicken ihren Ausführungen lauschte. Es waren wirklich einige Informationen, welche sie ihm da zukommen ließ. Beide setzten nun nach und nach ihre Figuren. Wie eine streng aufgestellte Armada standen sich die beiden Seiten gegenüber. Blicke wurden getauscht, Vermutungen angestellt. Nicht selten versuchte der Blondschopf seinen Gegenüber am Gesicht abzulesen, was sie als nächstes vorhatte. Doch in gewisser Weise war es wohl das Glück der Vampirin, das sie auch selbst noch etwas Planlos war. Riley machte Fehler, welche er sonst nicht machte. Andersherum aber Konterte er das ganze auch wieder zurück. Ein Reger Schlagabtausch der Figuren erfolgte und Sky am Ende in der Unterzahl war. Der Brite wirkte zufrieden, vorerst. Noch konnte die Dame vor ihm das Spiel jederzeit drehen. Denn, das musste er ihr lassen, dumm war sie nicht. Ganz und gar nicht.

„Ich?“, fragte er schließlich während seine Hand seinen nun freigewordenen Turm ein Feld nach vorne bewegte. „Ich komme ebenfalls aus England.“, gab er seine Nationalität Preis. „Genau genommen aus Oxford, welches ebenfalls in der Nähe von London liegt. Meine Eltern besaßen dort eine Apotheke.“, er schmunzelte bei dieser rückläufigen Erinnerung und sah kurz in den Himmel hinauf. „Allerdings ist das schon etwas länger her. Aber Schach haben mir meine Eltern nie beigebracht, darüber solltest du glücklich sein. Wenn ich das schon so früh gekannt hätte, wer weiß ob ich dann Arzt geworden wäre und nicht immer noch auf dem Dachboden sitzen würde um eine Figur vor die andere zu setzen.“. Ein amüsiertes Lachen entfuhr im bei dieser Vorstellung. Verstärkt wurde das noch einmal dadurch, dass er Sky‘s Vater auf seinen übertrug. Wenn dieser ihn nie beim Schach gewinnen lassen hätte, wenn er es denn überhaupt mit ihm gespielt hätte. Boah! Er hätte sich richtig dahinter gehangen um ihn zu besiegen! Und wie er das getan hätte! „Aber sieh es doch einmal so: Wenn du ihn besiegt hättest, dann hast du wenigstens gewusst, dass es ein ehrlich verdienter Sieg war. Und ich meine, du bist gut, wirklich, auch wenn du es gar nicht realisierst.“. Das Lob musste auch mal ausgesprochen werden. Er hatte nämlich irgendwie den Eindruck bekommen, als ob sie das auch mal gebrauchen könnte. Abgesehen davon das sowieso fast niemand mehr heutzutage Leuten sagte, wenn sie etwas gut machten. Schade, wie der Arzt persönlich fand.

Das Spiel ging nun wieder weiter. Selbst mit den wenigen Figuren, hatte Sky eine echt gute Aufstellung. Der Blondschopf würde Schwierigkeiten haben, seine Überlegenheit richtig auszuspielen. Aber er versuchte es natürlich, schließlich wollte er ja auch gewinnen. Auch, wenn ihn das Verlieren dieses Mal nicht störte. „Wie kam es eigentlich zu dem Wechsel in die Großstadt?“. Es interessierte ihn, wo sie doch jetzt schon so viel von sich erzählt hatte. „Musste deine Familie umziehen? Oder war das einfach nur der Umzug in eine bessere Wohnung und näher an den Arbeitsplatz deiner Eltern?". Klar war die Frage Privat und wie genau er ihr auf den Zahn fühlte, wusste er auch nicht. Sie musste ihm auch nicht antworten. Da zwang er keinen. Er würde dann einfach von sich erzählen. Sich und seinem, wie er fand, unspektakulären Leben.











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